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Veröffentlicht am 14.06.2021

Kreative Ansätze, bei welchen mir in der Ausführung jedoch etwas die Tiefe fehlte

Yo
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"Yo" hat mich wohl gleich wegen des Covers angesprochen. Sehr selten wird der Titel vertikal auf dem Cover abgebildet und dann auch noch mit den figürlichen Elementen verwoben, wie hier. Alexander Kopainski ...

"Yo" hat mich wohl gleich wegen des Covers angesprochen. Sehr selten wird der Titel vertikal auf dem Cover abgebildet und dann auch noch mit den figürlichen Elementen verwoben, wie hier. Alexander Kopainski hat hier wirklich tolle Arbeit geleistet! Übrigens stand dieses Buch über ein Jahr auf meiner Wunschliste und nun habe ich es endlich von dieser befreit. Auch wenn es einige schöne Momente hatte, so konnte es mich leider nicht vollständig überzeugen.

Die Handlung: an ihrem 23. Geburtstag verschwindet Yo und landet plötzlich im unbekannten Pardalis. Dieses wird von dunklen Mächten heimgesucht und Yo soll die langersehnte Retterin dieser zusammenbrechenden Welt sein. Dazu muss sie bestimmte Samenkörner beschaffen, um Pardalis vor dem Untergang zu bewahren. Zusammen mit treuen Gefährt:innen macht sie sich in verschiedenen Teilen von Pardalis auf die Suche danach, doch die Feinde sind ihnen beinahe ständig einen Schritt voraus...

Der Klappentext gibt nicht zu viel vorweg, was ich prinzipiell sehr gerne mag. Jedoch muss ich gestehen, dass die Handlung mich zwiegespalten zurückließ. Insgesamt kann man die Geschichte in fünf Abschnitte unterteilen: nach einhundert Seiten zieht Yo zu einem neuen Setting und entdeckt neue Ecken von Pardalis. Zusammenfassend haben mir jedoch nur zwei gefallen: Melusin (eine Unterwasserwelt) und die beim Glaskönig. Beide Aufenthalte dort waren so wunderbar atmosphärisch geschrieben, dass ich mir gewünscht hätte, dass man diese vertieft und sich nur auf diese beschränkt hätte. Leider konnte ich mich auch mit der Liebesgeschichte nicht anfreunden. Die Anziehung war augenblicklich da. Yo wurde von Anfang an von seiner Attraktivität gefangen genommen - doch darüber hinaus entwickelte sich die Beziehung der beiden nicht. Sie führen kaum Gespräche - sehen sich über den Großteil des Buches auch gar nicht - und am Ende ist es die ganz große Liebe. Das war für mich einfach nicht nachvollziehbar und die Auflösung zu Pardalis Rettung fand ich leider auch einfach nur zu überzogen. Es gab so viel Potenzial, welches jedoch nicht ausgenutzt wurde. Stattdessen wurden die 500 Seiten mit so viel Handlung wie möglich gefüllt, sodass immer nur an der Oberfläche gekratzt wurde - es ging selten in die Tiefe.

Charaktere: für mich blieb Yo bis zum Ende leider recht blass. Man bekam zwar genügend Einblicke in ihre Gefühlswelt, doch trotzdem habe ich mich ihr nie nah gefühlt. Ihre Naivität fand ich teilweise doch etwas anstrengend. Auch mit Miran bin ich nicht warm geworden - dafür kam er auch viel zu selten vor, obwohl er eigentlich der zweite Protagonist war. Dafür hat mir das mausähnliche Wesen, Stuna, wirklich gut gefallen. Letztere hat mich mit ihrem erwachsenen und lustigen Charakter wirklich überzeugen können. Ebenso möchte ich auch noch einmal den Glaskönig erwähnen. So ein facettenreicher und grausamer Charakter, der jedoch so spannend war, dass ich am liebsten ein ganzes Buch über ihn gelesen hätte.

Letztendlich hatte ich wahrscheinlich eine ganz andere Geschichte erwartet. Mit der Auflösung konnte ich mich nicht ganz anfreunden und auch die Liebesgeschichte hätte ich in meinen Augen nicht gebraucht. Das mag jetzt zwar alles sehr hart klingen und ich weiß, dass es der erste Roman der Autorin ist, weswegen es mir auch so leidtut, hier nicht mehr Sterne vergeben zu können. Jedoch muss ich auch anmerken, dass sich das Buch trotz seiner Seitenanzahl sehr leicht und schnell lesen lässt und es durchaus seine schönen Momente hatte. Insgesamt kann ich jedoch nur 2,5/5 Sternen vergeben. Das ist aber nur meine Meinung, ich kann mir vorstellen, dass andere mehr Freude mit "Yo" haben werden!

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Veröffentlicht am 11.06.2021

Ein Wohlfühlroman mit ernsten Untertönen

Das Haus der Frauen
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Nachdem ich "Das Haus der Frauen" in einer kleinen Buchhandlung entdeckt hatte und mich in den Klappentext verliebte, musste es bei mir einziehen. Die Geschichte klang für mich nach starken Frauen, Gefühlen ...

Nachdem ich "Das Haus der Frauen" in einer kleinen Buchhandlung entdeckt hatte und mich in den Klappentext verliebte, musste es bei mir einziehen. Die Geschichte klang für mich nach starken Frauen, Gefühlen und Zusammenhalt. All das habe ich tatsächlich bekommen - doch nicht nur! Stattdessen erwartete mich ein absolutes Wohlfühlbuch, welches mich vollständig in seinen Bann zog.

Das Cover: Letzteres ist vielleicht mein größter Kritikpunkt an dem Buch, doch darauf hat die Autorin wahrscheinlich keinen Einfluss gehabt. Anfangs hat es mich an einen Liebesroman von Jojo Moyes erinnert und spiegelt in meinen Augen nicht wirklich die Handlung des Buches wider. Im Französischem sind verschiedene Profile von Frauen auf dem Cover abgebildet, die viel besser andeuten, um welches Themen es sich in dem Buch handelt: Frauenpower und Solidarität. Das deutsche Cover hingegen ist sehr niedlich und lässt eher einen seichten Liebesroman vermuten. Es ist durchaus ansprechend nur nicht passend zur Geschichte.

Die Handlung: nachdem Solène einen Zusammenbruch erlitten hat und in ein tiefes Loch zu fallen scheint, wird ihr eine Alternative zu dem ungeliebten Job in der Kanzlei angeboten: das Haus der Frauen. Dort soll sie für die Bewohnerinnen, die alle unterschiedlich große Päckchen zu tragen haben, die Briefe schreiben. Ihre Hilfsbereitschaft hilft nicht nur den anderen - sondern auch ihr selbst. Nach und nach versucht sie wieder zu sich selbst zu finden und erfährt das ein oder andere zerreißende Schicksal von Frauen, die dort nach Hilfe suchten.

"Das Haus der Frauen" wird in leisen Tönen erzählt. Hierbei gibt es jeweils zwei Handlungsstränge, die wir verfolgen: Solènes Leben in der Gegenwart und das von Blanche, Anfang des 20. Jahrhunderts. Diese Erzählweise fand ich sehr gelungen, da wir einerseits die Entstehungsgeschichte des Hauses erfahren und den hart erkämpften Weg dahin und gleichzeitig das Haus in der Gegenwart erleben dürfen. Vieles hat mich hier sehr berührt. Die einzelnen Schicksale waren sehr emotional und die langsamen Annäherungen und Freundschaften, die über das Buch entstanden sind, waren ergreifend. Mich konnte dieses Buch von Anfang bis Ende in seinen Bann ziehen. Der Zusammenhalt der Frauen war einfach bewundernswert!

Die Charaktere: Solène als Protagonistin hat mir wirklich gut gefallen. Ihre Entwicklung war spannend mitzuverfolgen und man kam nicht umhin mit ihr mitzufühlen. Aber auch die Bewohnerinnen habe ich in mein Herz geschlossen. Jede einzelne hat ihre eigene erschütternde Geschichte und trotzdem leben sie weiter und in Sicherheit. Die Geschichte lebte geradezu durch Binta, Sumeya, Viviane, die Renèe, Cynthia, Iris und vielen weiteren Frauen!

Mich konnte das Buch wirklich berühren. An manchen Stellen hätte die Geschichte durchaus ein paar Seiten mehr vertragen. Somit hätte man die Schicksale der einzelnen Frauen noch intensiver thematisieren können, sodass dem Ganzen mehr Tiefe hinzugefügt wird, aber das ist nur ein kleiner Kritikpunkt. Ich kann es nur empfehlen und vergebe 4,5/5 Sternen!

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Veröffentlicht am 07.06.2021

Wenn Magie entzweit und vereint

Ein Herz so dunkel und schön
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Anmerkung: ich habe das Buch auf Englisch gelesen.

Nachdem der 1. Band letztes Jahr überraschend gut war, ist doch einige Zeit verstrichen, bis ich endlich zum 2. Band gegriffen habe. Grey war schon damals ...

Anmerkung: ich habe das Buch auf Englisch gelesen.

Nachdem der 1. Band letztes Jahr überraschend gut war, ist doch einige Zeit verstrichen, bis ich endlich zum 2. Band gegriffen habe. Grey war schon damals der interessanteste Charakter in meinen Augen, weswegen ich neugierig war, mehr über ihn zu erfahren und die Geschichte aus seiner Perspektive zu erleben. Auch wenn es am Anfang doch etwas zäh war und ich manche Szenen im Buch ausbaufähig fand, so war es doch eine kurzweilige und solide Fortsetzung.

Das Cover: generell sind die Cover der Reihe sehr nett gestaltet, aber ich finde sie nicht herausstechend. Dafür sind die englischen Buchrücken der Taschenbuchausgabe besonders, da sie silbern sind und das Licht reflektieren, das finde ich wiederum gelungen.

Die Handlung: diesmal begleiten wir Grey und die Prinzessin Lia Mara. Letztere ist eine neue Protagonistin und Prinzessin eines verfeindeten Königreiches. Rhen wird währenddessen immer mehr von Angst zerfressen und Grey musste aus Emberfall fliehen, da er nicht den Thron besteigen möchte, obwohl er der rechtmäßige Anwärter wäre. Als jedoch Gerüchte laut werden, dass Rhen zu Unrecht auf dem Thron sitzt, führt das zu Unruhen bei den Untertanen und Rhen lässt Grey suchen. Als dieser unfreiwillig wieder nach Ironrose zurückgebracht wird, ändert sich einiges gewaltig. Verzweifelte Menschen sind zu allem fähig und plötzlich werden Feinde zu Verbündeten...

Bereits im Vorfeld habe ich eher gemischte Meinungen zu diesem Buch gesehen: die einen fand es sehr gelungen, andere waren wiederum enttäuscht von einigen Entscheidungen der Autorin. Auch wenn mir die Charaktere und besonders einige Gespräche untereinander sehr gut gefallen haben, so schwächelte die Geschichte an manchen Stellen etwas. Anfangs brauchte die Handlung lange, um mich vollständig einzunehmen und auch fehlte mir hier die Dynamik. Der Showdown wurde relativ unspektakulär und nur über ein paar Kapitel abgehandelt und einen wirklichen Höhepunkt suchte man vergebens. Manchmal hätte ich mir gerne noch die Urban-Fantasy-Elemente aus dem 1. Band gewünscht, aber vielleicht werden diese im letzten Band noch einmal aufgegriffen. Doch bis auf die kleinen Längen wurde ich gut unterhalten. Es liest sich erneut angenehm und hat man die ersten hundert Seiten geschafft, kann man es auch nicht mehr beiseitelegen.

Die Charaktere: diese mochte ich wirklich gerne. Hinter Greys Fassade blicken zu können und ihn abseits von Rhen besser kennenzulernen hat wirklich gutgetan. Er ist erneut sehr loyal, etwas verschlossen, aber trotzdem sehr freundlich. Hier konnte er erneut überzeugen. Auch Lia Mara war eine erfrischende Ergänzung. Sie hat mir zwar anfangs etwas besser gefallen, da ihr Verhalten zum Ende hin doch einen zu großen Kontrast zum Anfang darstellte und ich ihren Kampfwillen etwas vermisst habe, aber ansonsten war sie eine nachvollziehbare Protagonistin. In diesem Band lernen wir auch Noah und Jacob besser kennen. Neu dazu kommen noch Tycho und Iisak. Letztere waren meine persönlichen Favoriten im Buch und konnten die Geschichte mit ihren Charakterzügen und Gesprächen sehr bereichern.

Insgesamt habe ich eine andere Geschichte erwartet, eine mit mehr Dynamik und Tiefe. Beides fehlte etwas in "A heart so fierce and broken" und das hat man an einigen Stellen deutlich gemerkt. Jedoch kann ich trotz meiner Kritik eine Leseempfehlung aussprechen und bin gespannt, wie die Trilogie enden wird. Das letzte Kapitel hat nämlich einen neuen, spannenden Handlungsstrang eingeleitet. Von mir gibt es 3,5/5 Sternen.

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Veröffentlicht am 02.06.2021

Gelungener Auftakt mit tollem Worldbuilding

Blue Scales
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Tatsächlich habe ich bisher kaum Bücher über Gestaltwandler:innen gelesen, weswegen ich sehr gespannt auf Blue Scales war. Die gesamte Trilogie stand sehr lange ungelesen in meinem Regal und ich kann jeder/m ...

Tatsächlich habe ich bisher kaum Bücher über Gestaltwandler:innen gelesen, weswegen ich sehr gespannt auf Blue Scales war. Die gesamte Trilogie stand sehr lange ungelesen in meinem Regal und ich kann jeder/m nur raten, wo das ebenfalls der Fall ist: greift zu diesem Buch! Mich konnte es für einige Stunden in das unglaublich atmosphärische Talanis entführen und ich freue mich schon auf Band zwei und drei!

Das Cover: ein absoluter Blickfang! Es gibt so viele kleine Anspielungen - wirklich sehr gelungen! Auch die Farbpalette finde ich sehr ansprechend ausgewählt.

Handlung: Talanis wird von mehreren Gestaltwandler:innen-Famlien angeführt, sogenannten Hexaden. Christie, die der Familie Song angehört, wird ungewollt mitten in die Machenschaften einer wölfischen Gestaltwandler:innengruppe hineingezogen, die eine uralte Rechnung mit ihrer Familie offen hat. In ihrer Familie kennt man sich entweder mit der Nekromantie aus oder kann sich in einen roten Drachen verwandeln. Als der Konflikt zu eskalieren droht, wird es auch immer schwieriger für Christie ihr gut gehütetes Geheimnis zu bewahren...

Die Geschichte lässt sich wunderbar in zwei Wörtern beschreiben: spannend & erfrischend! Man taucht mühelos in "Blue Scales" ab und wird mit einem komplexen, aber stets verständlichem Worldbuilding belohnt. Alles wurde bis ins kleinste Detail geplant und gestaltet und zu jeder Zeit wurden bunte und fantastische Bilder in meinen Gedanken verankert. Man lernt die vielen verschiedenen Gestaltwandler:innen, die Stadt und sogar die Intrigen und Machenschaften kennen. Spannende Szenen wurden hier nicht nur innerhalb von drei Seiten abgehandelt, sonders es wurden mehrere Spannungsbögen aufgebaut, die die Geschichte mühelos vorantrieben.

Die Charaktere: diese haben mir gut gefallen. Mit Christie hatte ich anfangs meine Schwierigkeiten, da sie mit teilweise etwas zu neidisch war und unüberlegt handelte, aber im Laufe der Geschichte versteht man sie immer besser, weswegen ich ihr die anfänglichen Probleme verzeihen kann. Am meisten überzeugen konnte mich jedoch Cordula, Christies beste Freundin. Diese lernen wir zwar immer nur ganz kurz kennen und auch nur am Rande, aber sie hat mit ihrer starken und unerschrockenen Art gleich Eindruck hinterlassen. Doch auch Zhang, Lin, Thomas und viele weitere waren aus der Geschichte nicht wegzudenken. Jedoch konnte ich nicht zu allen einen Bezug aufbauen. Dafür hat mir die Familiengeschichte sehr gut gefallen.

Insgesamt konnte mich "Blue Scales" wirklich gut unterhalten. Es war eine sehr kurzweilige Geschichte voller Spannung und außergewöhnlicher Wesen. An manchen Stellen hätte ich mir gerne noch mehr Emotionen gewünscht. Es gab einige schöne und berührende Szenen, die jedoch in meinen Augen zu schnell abgehandelt wurden und der Geschichte noch etwas mehr Tiefe hätten verleihen können.

Doch nichtsdestotrotz kann ich diese Geschichte wirklich nur empfehlen und vergebe 4/5 Sternen. Band zwei und drei sind jetzt auch bald dran!

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Veröffentlicht am 28.05.2021

Diese Geschichte bedient alle Emotionen - sehr zu empfehlen!

Ruf der Rusalka
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Sie sind selten, aber es gibt diese Bücher. Diese Geschichten, bei denen man nach Beenden des Buches den Deckel zuklappt und erst einmal durchatmen muss. Einfach weil die Geschichte so einnehmend war und ...

Sie sind selten, aber es gibt diese Bücher. Diese Geschichten, bei denen man nach Beenden des Buches den Deckel zuklappt und erst einmal durchatmen muss. Einfach weil die Geschichte so einnehmend war und man plötzlich die Realität wieder einatmen muss. Genau das war hier für mich der Fall. Ich bin durch das London des 19. Jahrhunderts gestreift, habe zusammen mit Lewis und Kate versucht einen kniffligen, aber sehr gefährlichen Fall aufzudecken und am Ende mitgelitten. "Ruf der Rusalka" ist ein besonderes Buch und für mich eines der besten, die es im Drachenmond Verlag zu entdecken gibt!

Das Cover: es ist beinahe perfekt. Ich liebe das Aufgreifen eines Zeitungsmotives, jedoch finde ich den violetten Rand leicht unstimmig. Mir hätte da eine andere Farbe etwas besser gefallen, aber das ist nur Geschmackssache. Ansonsten gefällt es mir!

Die Handlung: immer wieder trifft Lewis auf die mysteriöse Fremde. Doch das nicht ohne Grund: er soll für sie den Mord an ihrer Freundin aufklären. Die Fähigkeiten dazu hat er, jedoch erinnert es ihn auch an eine dunkle Zeit in seinem Leben, der er immer noch nicht den Rücken kehren konnte. Während Lewis mit seinen Dämonen und dem Gedanken der Fremden zu helfen ringt, hat Kate es endlich geschafft ihrem monotonen Alltag zu entfliehen und einen Job als Journalistin einer großen Zeitung zu ergattert. Da wäre es doch gleich eine Sensation über einen Serienmörder zu schreiben...oder?

Diese Geschichte hat es in sich. Anfangs dachte ich, ich hätte nur einen historischen Kriminalroman vor mir - aber weit verfehlt. Er ist so viel mehr: unglaublich tiefgründig, clever durchdacht und am Ende auch ergreifend. Auch wenn ich teilweise mit meinen Vermutungen nicht allzu falsch lag, so konnte mich die Wendung doch überraschen. Meine liebsten Geschichten sind diese, die mich berühren und an die Seiten fesseln können - "Ruf der Rusalka" hat genau all diese Kriterien erfüllt!

Die Charaktere: ganz viel Liebe für Kate! Eine starke, eigenständige Frau, die sich nicht die Stirn bieten lässt. Sie kämpft für sich und andere und vergisst gleichzeitig nie ihr Herz. Sie mochte ich unglaublich gerne. Von Lewis bekommt man viele verschiedene Facetten innerhalb der Seiten zu sehen. Mehrmals hätte ich ihn am liebsten geschüttelt, als er wieder in alte Verhaltensmuster zurückgefallen ist, aber gleichzeitig wurde sein innerer Kampf so authentisch dargestellt, dass man ihn auch verstehen konnte. Dafür habe ich gedanklich immer mit Dietrich, seinem Butler, abgeklatscht, wenn er mal wieder zur richtigen Zeit am richtigen Ort war.

Ich könnte noch weiter über diese Geschichte schwärmen, weshalb ich hier einen Punkt setzten werde, bevor es ausufert. Zwischenzeitlich gab es zwar kleinere Längen, aber diese waren nötig, um einen immensen Spannungsbogen aufzubauen. Mich hat einfach die Atmosphäre des historischen Londons so gefangengenommen, weshalb ich hier 4,5/5 Sternen vergebe! Eine ganz große Leseempfehlung.

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