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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.08.2026

Die Bluthochzeit

Die Bluthochzeit
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Der Autor schreibt unter verschiedenen Pseudonymen mehr als gut recherchierte und sehr eindrucksvolle historische Romane. Dieses Buch beginnt mit dem Ende. Magdeburg 1631. Der 30jährige Krieg hat über ...

Der Autor schreibt unter verschiedenen Pseudonymen mehr als gut recherchierte und sehr eindrucksvolle historische Romane. Dieses Buch beginnt mit dem Ende. Magdeburg 1631. Der 30jährige Krieg hat über die Stadt Blut, Vernichtung, Tod, Schutt und Asche gebracht. Die Menschen suchen vor den Unbillen Zuflucht im Dom. Dann streifen wir zurück ins Jahr 1630. Die kaiserlichen Truppen greifen das protestantische Magdeburg an. Die Honoren der Stadt haben sich mit den Schweden verbündet und warten auf deren Eingreifen. Aber inzwischen hat Feldherr Tilly mit seinem Heer die Stadt im Griff. Die Bürger spalten sich in zwei Lager, die einen wollen sich ergeben, die anderen warten auf die Schweden. In dieser politischen prekären Lage trifft die Witwe Teresa auf ihre Jugendliebe Ludo, was Teresas Vater unbedingt verhindern will, denn er hat einen anderen Mann für seine Tochter im Blick. Doch Ludo will seine Stadt verteidigen und begibt sich inmitten des Kriegsgetümmels und in sehr große Gefahr. Aber auch Teresas Freundin Sabina, die mit dem sehr viel älteren Ratsherrn Johann Steinmann verheiratet ist, holt die Vergangenheit ein. In dem ganzen Kriegsgewirr treffen wir auch immer wieder auf die achtjährige Edita, die eine Krankheit hat, die sie wie eine Greisin aussehen läßt. Das Mädchen ist eine Seherin und hat immer wieder Visionen. Der Autor versteht es gekonnt, geschichtliche Daten mit den real existierenden Personen und der Fiktion und fiktiven Menschen zu verbinden, so dass alles ein wirklich stimmiges Ergebnis gibt. Er läßt uns die Kämpfe, das Kriegsgeschehen, das tägliche Leben der Menschen um 1630 so authentisch erleben, man hört dabei sogar das Kriegsgeschrei und kann sich alles bildlich vorstellen. Und natürlich ist auch die Liebe mit von der Partie. Die Ausdrucksweise ist sehr gut verständlich, die Kapitel sind mehr als interessant und aufregend und werden der damaligen Zeit gerecht. Zu Beginn des Buches befindet sich ein Personenverzeichnis und eine Zeittafel. Am Ende das Glossar und das Nachwort des Autors. Besonders gut gelungen ist das Cover. Es zeigt einen Bildschnitt von Magdeburg mit den kämpferischen Truppen.

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Veröffentlicht am 09.08.2026

Leuchtende Schatten

Leuchtende Schatten
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Ein Buch, das in den Jahren 1943/44 in Rumänien spielt. Ella lebt in einer Großfamilie mit Eltern, Großmutter, Tante, Onkel, Cousine und Cousin. Ihr Leben ist einfach, aber von allem gibt es genug. Harriet ...

Ein Buch, das in den Jahren 1943/44 in Rumänien spielt. Ella lebt in einer Großfamilie mit Eltern, Großmutter, Tante, Onkel, Cousine und Cousin. Ihr Leben ist einfach, aber von allem gibt es genug. Harriet wohnt mit Vater und Hausangestellten in einer alten Villa, sie ist sehr introvertiert und immer für sich. Doch irgendetwas an Harriet fasziniert Ella und sie freundet sich langsam mit ihr an. Die beiden werden beste Freundinnen, sie teilen alle Geheimnisse miteinander, die eine wie die andere wird in den jeweiligen Familien aufgenommen und durch Zufall erfährt Ella das Geheimnis um Harriets Familie, aber das schweißt die Mädchen noch enger aneinander. Der Krieg macht auch vor Hermannstadt nicht halt und Ella und Harriet werden durch kriegsbedinge Umstände getrennt. Das Buch hat viele Facetten. Es beschreibt die erste Liebe, Todesfälle durch den Krieg, Rationierungen, Einschränkungen und Zusammenhalt. Wir bekommen sehr guten Einblick in das Leben der Menschen in Herrmannstadt zur damaligen Zeit. Das Buch ist sehr gefühlvoll geschrieben, poetisch und teilweise auch sehr melancholisch. Die Autorin versteht es gekonnt, den Leser zu fesseln, die Kapitel sind gut durchdacht und lesen sich sprachlich sehr gut in einer unaufdringlichen ruhigen Art. Auch mit diesem Buch ist Iris Wolff wieder eine gute Milieustudie gelungen. Ganz besonders schön ist das Gedicht von Bert Brecht gleich auf der ersten Seite. Das Cover zeigt rote, pralle Kirschen, in die man am liebsten hineinbeißen will, eine wirklich ansprechende Ansicht.

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Veröffentlicht am 30.07.2026

Schön, reich, tot

Schön. Reich. Tot.
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Ein Buch wie ein Orkan. Hier wird eine ganze Dynastie von erfolgreichen Menschen beginnend in der Schweiz mit der Herstellung von den renommierten Schweizer Uhren erzählt. Doch dann mit der Überschwemmung ...

Ein Buch wie ein Orkan. Hier wird eine ganze Dynastie von erfolgreichen Menschen beginnend in der Schweiz mit der Herstellung von den renommierten Schweizer Uhren erzählt. Doch dann mit der Überschwemmung von den Billiguhren aus China mußten die reichen Fabrikanten Federn lassen. Auch Max Borel ist einer von ihnen. Zusammen mit seiner Frau Olga hat er die beiden Töchter Paula und Christina. Doch Olga ist mit ihrem Ehemann nicht zufrieden, sie sucht Trost und Anerkennung bei anderen Männern. Aber auch Max orientiert sich anders und lernt die hübsche Latina Theresa kennen, verliebt sich in sie und dann heiratet er diese Frau. Da in der Schweiz alles verloren ist, beginnt er in Amerika ein neues Leben und kauft einen Trailerpark. Inzwischen ist auch die gemeinsame Tochter Zoe auf der Welt. Doch dann verunglücken Max und Theresa tödlich in der Wüste und Zoe erbt den Trailerpark. Die beiden Schwestern aus erster Ehe akzeptieren dies nicht und ein Hauen und Stechen beginnt. Und inzwischen ist unklar ob es ein Unfall war, ein Suizid oder ein Mord. Die Autorin nimmt uns mit in das Leben der drei Schwestern, das alles andere als einfach war. Jede der drei hat ihr Päckchen zu tragen und eigene Sorgen. Was mir besonders gefallen hat, ist der Rückblick der Familie Borel bis hin in das Jahre 1756, wo alles begann und die Männer dieser Familie durchaus nicht zimperlich und kein Gentlemen wären. 450 Seiten einer Familie, die alle mit ihrem Leben Schwierigkeiten haben. Das Ende des Buche ist offen und der Leser kann selbst entscheiden, welchen Ausgang er wünscht. Das Cover zeigt die trostlose Wüste und diese wird durchbrochen durch ein buntes Prisma. Eine nicht einfache Lektüre, bei der man noch lange zu Knabbern hat.

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Veröffentlicht am 29.07.2026

Olympia 2026

Olympia 2026
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Ein wunderschöner Bildband. Dieses Buch läßt uns die Winterspiele 2026 von Mailand und Cortina d'Ampezzo noch einmal Revue passieren. Jeder der 17 Tage wird hier in Wort und Bild aufgeliedert. Die Spiele, ...

Ein wunderschöner Bildband. Dieses Buch läßt uns die Winterspiele 2026 von Mailand und Cortina d'Ampezzo noch einmal Revue passieren. Jeder der 17 Tage wird hier in Wort und Bild aufgeliedert. Die Spiele, die an diesem Tag stattfanden, die Ergebnisse und mit wirklich großartigen Fotos der Sportler bebildert. In einer Spalte auf de linken Seite wird der Spruch des Tages, die Zahl des Tages und die Meldungen beschrieben. Kleine Anekdoten heitern das ganze dazu noch etwas auf. Am Ende des Bandes finden wir die Ergebnisse, die Statistik, den Medaillenspiegel und die teilnehmenden Nationen. Besonders die schönen Fotos, die man weder im Fernsehen noch in der Zeitung so sehen konnten, haben mich total beeindruckt. Die beiden Autoren haben sich die größte Mühe gegeben und zu Beginn des Buches sehen wir die deutschen Sportler mit ihren Gold-, Silber- und Bronzemedaillen. Ein wirklich großartige Erinnerung an diese Spiele.

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Veröffentlicht am 12.07.2026

So kalt die Nacht

So kalt die Nacht
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Ein Thriller, der uns trotz Hitze gefrieren läßt. Ältere Menschen werden in einer Waldhütte gefangen gehalten und verhungern und verdursten qualvoll. Bei näherer Recherche wird bekannt, dass alle aus dem ...

Ein Thriller, der uns trotz Hitze gefrieren läßt. Ältere Menschen werden in einer Waldhütte gefangen gehalten und verhungern und verdursten qualvoll. Bei näherer Recherche wird bekannt, dass alle aus dem gleichen Stadtteil stammen oder einmal dort zu tun gehabt haben und irgendwie mit Kindern in Kontakt waren. Die Kommissarin Anna Melcher ist in diesen Fällen die Ermittlerin. Ihr wird ein etwas nerdiger Kollege zugeteilt. Frieder Tann hat viele Tics, kann aber unheimlich gut kombinieren und erfaßt die wesentlichen Zusammenhänge rasch. Anna selbst ist privat in einer schwierigen Situation, geschieden, der Sohn zickt, hält sich in falschen Kreisen auf und die eigene Mutter raucht Cannabis. Anna leidet vermehrt unter Panikattacken, die sie zu verheimlichen versucht. Das Morden geht weiter und die Ermittler tappen im Dunkeln. In einem zweiten Handlungsstrang geht es um ein reiches Ehepaar, das Probleme hat und gut in das Buch eingewebt ist. Zwischen den heutigen Kapiteln werden Kapitel aus der Vergangenheit der 80iger Jahre eingeschoben und man bekommt langsam eine Ahnung, warum der Mörder die Taten begeht. Der Schluß des Buches ist aber ein solch eklatanter Showdown, man ist geschockt und kann das Ende lange nicht fassen und begreifen. Der Schreibstil der Autorin ist gut und leicht zu lesen, der Spannungsbogen erhöht sich immer mehr, man wird auf die falsche Fährte gelockt um dann zu sehen, dass dies wieder ein Fake war. Auch die persönlichen und privaten Probleme der Kommissare bleiben nicht verschont und man sieht, wie eng vernetzt Privatleben mit der Tätigkeit bei der Polizei ist. Für mich war dieses Buch mehr als interessant, denn man merkt, was alles passieren kann, wenn die Kindheit nicht ganz so einfach war. Ein spannungsgeladener Thriller voll kranker Seelen. Das Cover selbst ist düster und bedrückend, Es zeigt ein Haus, bei dem nur ein Fenster leuchtete ist in einem dunklen Garten.

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