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Veröffentlicht am 20.05.2019

Wie ein kleiner Reiseführer über Island und durch die charmante Geschichte als Urlaubs- und Sommerlektüre bestens geeignet

Islandsommer
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Von ihrem Freund Ferdinand verlassen, ist Merit auf der Suche nach einer neuen Wohnung und stößt dabei auf ein Inserat, mit dem eine Frau in Reykjavik für die Sommermonate eine Catsitterin sucht. Spontan ...

Von ihrem Freund Ferdinand verlassen, ist Merit auf der Suche nach einer neuen Wohnung und stößt dabei auf ein Inserat, mit dem eine Frau in Reykjavik für die Sommermonate eine Catsitterin sucht. Spontan sagt sie zu und setzt Flugangst bedingt mit dem Schiff nach Island über. Was sie nicht wusste ist, dass sie das Haus mit einem jungen Mann teilt, der dort zur Untermiete wohnt. Der Norweger Kristján ist ehemaliger Soldat und als Hubschrauber-Pilot für Ice Air im Einsatz - überwiegend um Touristen zu bergen, die sich leichtsinnig beim Erkunden der Insel in Gefahr bringen.

Durch die freundliche Art der Isländer fühlt sich Merit bald Zuhause, lernt die Sprache und kann sogar wieder als Künstlerin arbeiten.
Merit und Kristján fühlen sich voneinander angezogen und beginnen eine Affäre, sind beide aber nicht bereit, eine ernsthafte Beziehung einzugehen. Dieser Vorsatz lässt sich nicht lange halten, denn schon bald kommen ihnen ihre Gefühle dazwischen. Doch sie müssen erst den Dämonen ihrer Vergangenheit stellen, bevor sie neu miteinander beginnen können.

Der Roman ist überwiegend aus der Sicht von Merit geschrieben, aber auch durch Kristjáns Perspektive fällt es leicht, sich in ihn hineinzuversetzen.
"Islandsommer" handelt von einem Neubeginn, nachdem Merit in Berlin nichts mehr gehalten hat. Durch die anschauliche Schilderung des Alltags für sie in Island, durch die Beschreibung von Land und Leuten, bekommt man selbst ein Gefühl für diese dünn besiedelte Land im hohen Norden, das von Vulkanen, Geysiren, Thermalquellen und der Mystik um Elfen und Trolle geprägt ist.
Die Liebesgeschichte steht nicht plump im Vordergrund, sondern wird durch die berufliche Weiterentwicklung Merits und durch die Probleme der Protagonisten, die sie aus der Vergangenheit mit nach Island genommen und nicht verarbeitet haben, in den Hintergrund gedrängt.
Der Roman ist damit tiefgängiger als gedacht und bis zum Ende kurzweilig erzählt. Man taucht in die Geschichte ein, fühlt mit den sympathischen Protagonisten mit und erfährt ganz nebenbei vieles über das mir bisher fast unbekannte Land, das durch eine spektakuläre Natur beeindruckt.
"Islandsommer" ist wie ein kleiner Reiseführer und durch die charmante Geschichte bestens als Urlaubs- und Sommerlektüre geeignet.

Veröffentlicht am 18.05.2019

Romantische Komödie, die mit einer reizenden Idee beginnt, sich aber in zu vielen Nebenschauplätzen verliert und zu viele Längen aufweist

Love to share – Liebe ist die halbe Miete
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Tiffy wurde von ihrem Freund Justin wegen einer anderen Frau verlassen und kann nun nicht mehr bei ihm wohnen, weshalb sie dringend auf der Suche nach einer bezahlbaren Wohnung in London ist. Sie findet ...

Tiffy wurde von ihrem Freund Justin wegen einer anderen Frau verlassen und kann nun nicht mehr bei ihm wohnen, weshalb sie dringend auf der Suche nach einer bezahlbaren Wohnung in London ist. Sie findet ein Inserat mit der Möglichkeit, eine Ein-Zimmer-Wohnung zu teilen. Krankenpfleger Leon, der im Nachtdienst auf einer Palliativstation arbeitet, sucht dafür eine Mitbewohnerin, die zu seinen Arbeitszeiten in seiner Wohnung wohnen kann.
Es ist ein ungewöhnliches Arrangement und vor allem Tiffy kommt es seltsam vor, sich das Bett mit einem Fremden zu teilen.

Tiffy und Leon kennen sich nur durch ein Telefonat, begegnen sich aufgrund ihrer Zeitabsprachen nicht und kommunizieren überwiegend durch Post-its miteinander. Dennoch entwickelt sich über die Monate eine Freundschaft. Tiffy möchte Leons inhaftiertem Bruder helfen und Leon kann Tiffy bei einem Projekt ihres Lektorats behilflich sein.
Ihre Beziehung zu einander verändert sich, als Tiffy eines morgens verschläft und Leon unter der Dusche überrascht.

Der Roman wird abwechselnd aus der Perspektive von Tiffy und Leon erzählt, wobei ich den Schreibstil, den die Autorin bei Leon im Unterschied zu Tiffy gewählt hat, als unangenehm empfand. Leon ist ein ruhigerer Zeitgenosse als die quirlige Tiffy, weshalb seine Gedankengänge überwiegend durch kurze, abgehackte Hauptsätze ohne Pronomen verfasst sind. Die wörtliche Rede wird ähnlich wie in einem Theaterstück wiedergegeben. Die Kapitel um Tiffy sind dagegen flüssiger zu lesen.

Die Idee für die Geschichte fand ich reizend als Aufhänger für eine unterhaltsame Liebesgeschichte, auch wenn die Vorstellung, sich eine Wohnung nach Arbeitsplänen zu teilen, erst einmal abwegig ist und die Umsetzung nicht ganz so einfach ist, wie sie in dem Buch dargestellt wird.
Am Anfang ist es interessant, die beiden unterschiedlichen Protagonisten kennenzulernen und zu erfahren, wie sie sich mit der neuen Situation arrangieren. Bis zum ersten, zufälligen Kennenlernen passiert allerdings nicht viel in Tiffys und Leons außergewöhnlicher WG. Die zahlreichen Nebenschauplätze - Leons Arbeit im Hospiz, seine Suche nach einem alten Freund eines Patienten, sein inhaftierter Bruder, Tiffys Freundschaften, ihre Therapiesitzungen und ihr plötzlich zudringlich werdender Exfreund - sind dagegen zu viel auf einmal, um einen Handlungsstrang davon ernsthaft zu vertiefen. So bleibt die Handlung oberflächlich, während man lange darauf wartet, dass etwas zwischen Tiffy und Leon passiert. Dann ist die beginnende intensivere Beziehung zwischen den beiden durch die Unsicherheiten auf beiden Seiten und die zögerliche Annäherung allerdings sehr realistisch dargestellt.

"Love to Share" ist eine romantische Komödie, die mit einer interessanten Idee beginnt, jedoch für mich zu lange am eigentlichen Thema, sich in einen Fremden zu verlieben, vorbeigeht und bis zum vorhersehbaren Ende zu viele Längen aufweist.

Veröffentlicht am 17.05.2019

Familiendrama über vier Generationen voller verletzter Gefühle, Wut und Enttäuschungen - intensiv und spannend erzählt

Wir sind nicht wie Eidechsen
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Während der Tour de France 1948 begegnet die 15-jährige Französin Lena dem Radsportler Zaro Checcacci und wird nach einer gemeinsamen Nacht ungewollt schwanger. Neun Monate später bringt sie Isabelle zur ...

Während der Tour de France 1948 begegnet die 15-jährige Französin Lena dem Radsportler Zaro Checcacci und wird nach einer gemeinsamen Nacht ungewollt schwanger. Neun Monate später bringt sie Isabelle zur Welt, die von Zaro nie akzeptiert werden wird.
Je älter Isabelle wird, desto verletzter ist sie über diese Tatsache, fühlt ungeliebt und hat deshalb später auch Probleme, ihren beiden Töchtern Cecilia und Marta die benötigte Liebe entgegen zu bringen, fühlt sich gar um ein freies Leben betrogen und hadert mit der Mutterschaft, die durch die gefühlte Konkurrenz mit ihren Töchtern ihre Ehe bedroht. 1989 verlässt Isabelle den Vater ihrer Kinder für den Franzosen Jules, kehrt Rom und ihren Töchtern den Rücken und zieht nach Paris. Vor allem die jüngere der beiden Töchter, die damals 12-jährige Cecilia, hat diesen Verlust nie verwunden und spürt ihrer Mutter gegenüber eine unverzeihliche Wut, die sie in die Magersucht treibt. Nur durch das restriktive Essverhalten hat sie das Gefühl, überhaupt etwas in ihrem Leben kontrollieren zu können.

Die Geschichte beginnt mit dem Tod von Zaro und einer Rückblende auf die verhängnisvolle Nacht, in der Isabelle gezeugt wurde und wird fortan rückwärts erzählt. Es ist eine ungewöhnliche Familiengeschichte, die in Italien und Frankreich handelt und sich von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart über vier Generationen erstreckt.
Zu Beginn benötigt es einiges an Konzentration, die handelnden Personen zu überblicken, um die Familienbande zu erfassen. Die Perspektiven wechseln je Kapitel, ohne dass eine Kennzeichnung erfolgt. Alle Charaktere wirken jedoch glaubwürdig, ihre Motive nachvollziehbar, so dass die Handlung vor allem durch die polarisierenden Protagonisten Isabelle und Cecilia bald einen Sog entwickelt.

Es geht um verletzte Gefühle, Enttäuschung, die sich mitunter in Wut und Hass manifestiert. Sehr eindringlich wird dargestellt, wie ein Ereignis in der Vergangenheit sich auf die nachfolgenden Generationen auswirken und ihr Glück bedrohen kann. Ein Kind, das nie geliebt wurde oder sich stets unerwünscht gefühlt hat, wird nie eine gute Mutter sein können. Statt Mutterinstinkt und Geborgenheit dominiert Konkurrenz, Neid und Ablehnung. Schlüssel kann nur die Versöhnung sein, um sich aus dem Teufelskreis aus Enttäuschungen zu retten und so wirkt das Ende trotz jahrelang angewachsener Verbitterung versöhnlich.

Den Rahmen des Familiendramas bilden die Gute-Nacht-Geschichten von Martas und Cecilias Vater Carlo aus der Tierwelt, in welchen er die Verhaltensweisen von verschiedenen Tieren im Hinblick auf das Paarungsverhalten und die Aufzucht der Nachkommen für seine Töchter spannend erzählt und für den Leser unweigerlich Parallelen zu den Menschen und handelnden Personen gezogen werden können.

Veröffentlicht am 15.05.2019

Schönes Setting, aber fade, vorhersehbare Erzählung und leidenschaftslose Liebesgeschichte, die keine Emotionen bei mir weckte.

Im Luftschloss wohnt kein Märchenprinz
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Anna Herzig ist 40 Jahre alt und arbeitet als Meeresbiologin an der Ostsee, wobei sie sich engagiert für den Umweltschutz einsetzt. Als ihre Mutter überraschend stirbt, kehrt sie für ein Sabbatical zurück ...

Anna Herzig ist 40 Jahre alt und arbeitet als Meeresbiologin an der Ostsee, wobei sie sich engagiert für den Umweltschutz einsetzt. Als ihre Mutter überraschend stirbt, kehrt sie für ein Sabbatical zurück in ihre Heimat Auendorf bei Köln, um ihren überforderten Vater zu unterstützen, der dort einen kleinen Freizeitpark betreibt. Der Märchenwald hat schon bessere Tage gesehen, wirkt leicht heruntergekommen und die Besucher bleiben schon länger aus. Während ihr Vater den Märchenwald, der tief in den roten Zahlen steckt, ohne seine Ehefrau Ilse verkaufen und sich resigniert zur Ruhe setzen möchte, möchte Anna den Lebenstraum ihrer Mutter und ihres Großvaters noch nicht aufgeben und bittet um Aufschub des Verkaufs, um den Märchenwald retten zu können.

Anna wirkt für ihr Alter jung und agiert recht blauäugig bei den Maßnahmen zur Renovierung zum Erhalt des Märchenwaldes. Trotz aller Widrigkeiten, zu denen auch eine dominante Tante zählen, die einen Verkauf für ein schnelles Erbes erzwingen möchte, mit denen Anna zu kämpfen hat, um das Werk ihres "Märchenopas" vor der Pleite zu retten, kümmert sich Anna auch noch liebevoll um ihren älteren behinderten Bruder Flori.

Der Märchenwald mit seinen zahlreichen Figuren, die die Grimmschen Märchen inszenieren, wirkt nostalgisch, aber durch die echten Tiere gleichzeitig lebendig und mutet wie ein schöner Kindheitstraum an. Es ist nachvollziehbar, dass Anna dem Freizeitpark, dem neues Leben eingehaucht werden muss, nicht ohne Weiteres aufgeben möchte, allerdings kehrt sie ihrem Leben in Warnemünde und ihrem Traumberuf auch sehr einfach den Rücken.

Der Roman ist humorvoll geschrieben, wobei die Dialoge stellenweise etwas künstlich und gewollt wirkten. Der Verlauf der Handlung ist sprunghaft, was dadurch gefördert wird, dass weitere Handlungsstränge eröffnet werden, die aber nur halbherzig fortgesetzt werden. So spielen Floris Behinderung oder die Behandlung von Minderheiten, die Zweifel von Anna um verpasste Chancen und die Frage, wo sie ihren Lebensmittelpunkt sieht und ein Relikt im Märchenwald immer mal wieder eine Rolle, verwirren jedoch eher als die Geschichte interessanter zu gestalten. Die Liebesgeschichte, die so nebenbei erzählt wird, überzeugt mangels Emotionen überhaupt nicht. Der Titel ist deshalb meiner Meinung nach unglücklich gewählt, da er eine andere Erwartungshaltung weckt. Annas "Märchenprinz" passte nicht zu ihr und benahm sich am Ende nicht nachvollziehbar unterwürfig und schlichtweg lächerlich.

Mich konnte die Handlung nur am Anfang gut unterhalten, der Mittelteil war sehr zäh, das Ende unrealistisch oder positiver ausgedrückt: märchenhaft. Die Wendungen sind zu glücklich gewählt, um der Geschichte gezwungen zu einem Happy End zu verhelfen.
Der Märchenwald hatte bei mir das Interesse für den Roman geweckt und als Rahmen für die Handlung wirklich gut gefallen, der holprige Handlungsverlauf und die lieblose Liebesgeschichte haben mich dagegen enttäuscht
Die Recherche um die Echtheit des Relikts haben ein großes Fragezeichen bei mir hinterlassen, ob die Schlussfolgerung den Fantasien des Autors entsprungen ist oder tatsächlich einen realen Hintergrund hat. Ein Nachwort oder Quellenbelege hätte ich diesbezüglich aufschlussreich gefunden.

Veröffentlicht am 12.05.2019

Emotionaler Jugendroman über eine Freundschaft über den Tod hinaus, um Trauern und Abschiednehmen, aber auch die Chance, neu zu beginnen

Jeden Tag ein Wort von dir
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Sasha stirbt im Alter von 17 Jahren an Blutkrebs, hat ihr Ableben aber bis zur Organisation ihrer Beerdigung und noch darüber hinaus vorbereitet. Ihre Freundin Racquel war seit zehn Jahren und während ...

Sasha stirbt im Alter von 17 Jahren an Blutkrebs, hat ihr Ableben aber bis zur Organisation ihrer Beerdigung und noch darüber hinaus vorbereitet. Ihre Freundin Racquel war seit zehn Jahren und während ihrer Erkrankung an ihrer Seite und trauer nun um ihre beste und einzige Freundin.
Sashas Tod war jedoch kein Abschied für immer, denn Sasha hinterließ Rocki Briefe und Videobotschaften, die sie nach und nach erhält. Diese betreffen auch Sashas leiblichen Bruder Elijah, den die Tochter von Adoptiveltern nie persönlich kennenlernen konnte. Rocki soll Elijah von Sasha erzählen und durch gemeinsame Erlebnisse seiner Schwester posthum näher kommen.

Elija ist Anfang 20 und hatte im Gegensatz zu Sasha nicht das Glück, Adoptiveltern zu finden. Er ist in Heimen und bei verschiedenen Pflegeeltern aufgewachsen und war schon frühzeitig auf sich allein gestellt. Rocki soll ihm helfen, aufs College zu gelangen, hat jedoch Schwierigkeiten an Elijah heranzukommen, da er sehr zurückhaltend mit Informationen über sich selbst ist und nicht nachvollziehbar weder über Internet noch Handy zu erreichen ist.
Schon bald empfindet Rocki mehr für den geheimnisvollen Jungen, den sie Wunsch von Sasha vor deren Eltern geheimhalten soll, und weiß deshalb nicht, wie sie mit ihren Gefühlen umgehen soll. Die Botschaften von Sasha sind einerseits hilfreiche und tröstende Wegweiser für sie, schränken sie aber auch in ihrer freien Entscheidung ein.

"Jeden Tag ein Wort von dir" ist ein emotionaler Jugendroman über den Verlust der besten Freundin und den Umgang mit der Trauer. Für die Hinterbliebenen muss das Leben weitergehen und dennoch lastet ein latent schlechtes Gewissen auf den Angehörigen, ob und wann man wieder das Recht hat, zu lachen und glücklich zu sein.

Sasha war eine starke Persönlichkeit, gleichzeitig aber sehr dominant. Rocki hat sich von ihr abhängig gemacht, sich während ihrer Erkrankung ausschließlich um sie gekümmert und steht nach ihrem Tod allein da. Da trifft es sie wie ein Geschenk des Himmels, dass sie Sashas Bruder auf deren Plan hin kennenlernt und mit ihm durch gemeinsame Abenteuer auf den Spuren Sashas wandelt. Während es für Rocki ein Abschied auf Etappen ist, lernt Elijah seine verstorbene Schwester damit erst kennen.

Der Roman hat zwar einen traurigen Hintergrund und die Trauer von Rocki und Sashas Eltern ist allzeit gegenwärtig, er ist aber nicht schwermütig, sondern sehr unterhaltsam zu lesen. Sasha habe ich für ihr Alter als sehr reif empfunden und fand es als sehr glücklich konstruiert, wie sie trotz der schweren Erkrankung heimlich Pläne gefasst und so vorausschauend agiert hat, um ihre Freundin und ihren Bruder nach ihrem Tod sukzessive mit Botschaften von sich zu überraschen.
Die Intention der Autorin, warum Elijah so unnahbar und geheimnisvoll auftreten musste, war mir nicht nachvollziehbar und lenkte vor der eigentlichen Problematik ab, Rocki sich Sashas Wunsch widersetzen soll, sich nicht in ihn zu verlieben. Aber auch deren Wunsch, ihre Eltern vor Schmerz zu schützen, die ihrer Tochter nicht die Möglichkeit gegeben haben, ihren Bruder kennenzulernen, empfand ich als fragwürdig.
"Jeden Tag ein Wort von dir" ist ein Buch über Abschiednehmen und eine Freundschaft über den Tod hinaus, aber auch eine Liebesgeschichte, die vorhersehbar ist und von der man sich fragt, ob sich Rocki wirklich in Elijah als Mensch verliebt oder nur aufgrund ihres Helfersyndroms oder weil er sie zumindest äußerlich an Sasha erinnert und sie sich durch ihn weiterhin mit ihrer verstorbenen Freundin verbunden fühlt, die sie einfach nicht loslassen kann.