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Veröffentlicht am 14.11.2024

Vielschichtiger und zufriedenstellender Abschluss der Buchreihe, jedoch weniger emotional und spannend als die Band 1 und 2

Glücklich sind die Mutigen
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"Glücklich sind die Mutigen" ist nach "Wunder gibt es immer wieder" und "Morgen ist ein neuer Tag" Band 3 der "Fernsehschwestern"-Saga und der Abschluss der Trilogie. Wie schon nach Band 1 erfolgt auch ...

"Glücklich sind die Mutigen" ist nach "Wunder gibt es immer wieder" und "Morgen ist ein neuer Tag" Band 3 der "Fernsehschwestern"-Saga und der Abschluss der Trilogie. Wie schon nach Band 1 erfolgt auch nach Band 2 ein größerer zeitlicher Sprung. Er handelt zwanzig Jahre später und versetzt die/ den LeserIn direkt zu Beginn des Romans mit dem Fall der Berliner Mauer in das Jahr 1989.

Eva Vordemfelde heiratet den Regisseur Chris, nachdem dieser einen Herzinfarkt erlitten hat und zieht mit ihm gemeinsam nach München, um die anstrengende Pendelei zwischen Deutschland und Kalifornien zu beenden. Doch zurück in Deutschland hat Eva auch mit Ehemann Nr. 3 nicht das Glück gepachtet.
Ihre jüngere Schwester Franka, die als Journalistin tätig ist, genießt ihre Unabhängigkeit, auch wenn sie immer wieder an Frieder, den Vater ihrer Tochter, denken muss, der viel zu früh tragisch ums Leben gekommen war. Als Alleinerziehende hat sie es trotz der Unterstützung ihrer Mutter Annemie nicht leicht gehabt und noch heute leidet ihre Tochter Joan darunter, hinter der Karriere ihrer Mutter zurückstehen zu müssen.
Frankas Zwillingsschwester Lilly ist noch mit Anfang 40 als Ansagerin im Fernsehen beliebt und tut auch alles dafür, mit dem Schönheitsideal mithalten zu können. Ihren Ehemann Rudolf begehrt sie schon lange nicht mehr und sucht sich Befriedigung in wechselnden Affären.

Durch ihren Vater geprägt, wissen die drei "Fernsehschwestern" wie hart und ungerecht die Film- und Fernsehbranche sein kann. Als Frauen haben sie jedoch auch noch mit den patriarchalen Strukturen zu kämpfen und sehen sich sexuellen Übergriffen ausgesetzt. Als Lilly und Joan auf unterschiedliche Weise selbst betroffen sind, halten die Frauen der Familie eng zusammen und erhalten auch Unterstützung von den Männern innerhalb der Familie. So hat Vater Axel als gechasster Fernsehmoderator noch eine Rechnung mit einem Kontrahenten offen.

Das Finale der Trilogie ist wie die Bände zuvor anschaulich und lebendig erzählt und fängt den Zeitgeist der späten 1980er- und frühen 1990er-Jahre - mit Schulterpolstern, Walkman, Hans Meiser und RTLplus - passend ein.
Auch wenn die Pause zwischen Band 2 und 3 wieder groß war und in der fiktiven Geschichte über ein Jahrzehnt vergangen ist, findet man sich durch geschickt platzierte Einschübe, die die Erinnerung auffrischen, wieder in das Leben der Familie Vordemfelde ein. Historische Ereignisse und reale Persönlichkeiten werden passend mit der Geschichte der Frauen verbunden, die als Journalistin oder Fernsehmoderatorin naturgemäß ein Interesse an Politik und Gesellschaft haben.

Die Darstellung erfolgt aus wechselnden Perspektiven und da man alle Figuren bereits über mehrere Jahrzehnte begleitet, ist die Sicht aus drei Generationen auch nicht zu viel oder bleibt zu oberflächlich.

Liebe, Familie, Karriere und die Probleme, die Frauen mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familienleben haben sowie die Schwierigkeiten, sich als Frauen zu emanzipieren und sich in einer Männerdomäne durchzusetzen, sind die prägenden Themen der Trilogie. Dieser Band handelt vor allem von der dunklen Seite des Filmwesens in Form von psychischer und physischer Gewalt am Set, woran die sensible Joan fast zerbricht.
Darüber hinaus spielen die Albträume von Mutter Annemie, die sich als Erinnerungen herausstellen, seit Band 1 eine Rolle und bilden einen anderen geheimnisvollen Erzählstrang. Dieser mag aber nicht so recht zum Rest der Geschichte passen, ist in Band 3 von vielen Zufällen geprägt und hätte weiter ausgebaut sicher Material für einen eigenen Roman gegeben.

Band 3 erzählt erneut von der Stärke und Wahrhaftigkeit der Frauen und zeichnet ein anschauliches Bild der damaligen Zeit. Der Roman ist jedoch weniger emotional, dramatisch und spannend als Band 1 und 2. Er schließt die Familiensaga, in der die Frauen stets für ihre Freiheit und ihr Glück kämpfen mussten, zufriedenstellend ab und lässt keine Fragen mehr offen.

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Veröffentlicht am 12.11.2024

Spannender, wendungsreicher Mix aus Milieustudie und Kriminalroman mit späten Thrillerelementen

Der Buchhändler
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Erik Lange ist in die bayerische Kleinstadt Neukirchen gezogen, um die dortige Buchhandlung zu übernehmen und einen Neuanfang zu wagen. Die Trennung von seiner Tochter macht ihm zu schaffen, aber unabhängig ...

Erik Lange ist in die bayerische Kleinstadt Neukirchen gezogen, um die dortige Buchhandlung zu übernehmen und einen Neuanfang zu wagen. Die Trennung von seiner Tochter macht ihm zu schaffen, aber unabhängig davon fühlt er sich in seinem neuen Zuhause wohl und hat schnell erste Bekanntschaften geschlossen.
Einige Wochen nach seinem Umzug verschwindet ein neunjähriges Mädchen, mit dessen Vater sich Erik angefreundet hatte. Die hübsche Theresa hat in der Nacht von Freitag auf Samstag ihr Elternhaus verlassen und ist nicht zurückgekehrt.
Kriminalkommissarin Judith Plattner, die selbst vor einem Jahr einen schweren Schicksalsschlag erlitten hat, übernimmt die Ermittlungen zusammen mit ihrer jungen Kollegin Pia Meyer. Die Befragungen im Umfeld der Familie sind wenig aufschlussreich. Als sie Theresas "Geheimnis" entdecken und anschließend der Verdacht auf Erik fällt, Theresa etwas angetan zu haben, wird ein Stein ins Rollen gebracht. Erik hat ein Motiv, aber Beweise gibt es keine.

"Der Buchhändler" ist zunächst mehr Krimi als Thriller, denn über zwei Drittel des Romans stehen die Ermittlungen und der Einblick in das Stadtviertel Schönblick im Vordergrund, wo Theresa vermisst wird. Der Roman wird aus der Ich-Perspektive von Erik und einem neutralen Beobachter geschildert. Erik wirkt grundsolide, wobei anfangs nicht klar ist, was in der Vergangenheit vorgefallen ist, dass ihn zu dem Schritt gezwungen hat, seinen Heimatort zu verlassen.

Durch die polizeilichen Befragungen im Umfeld der Familie des vermissten Kindes, das sich fast ausschließlich auf die kleine Nachbarschaft beschränkt, wo man freundschaftlich miteinander verbunden ist, erhält man einen Blick hinter die Fassade. Kompromittierende Details werden aufgedeckt und Verdächtigungen ausgesprochen, die jedoch nicht unmittelbar im Zusammenhang mit dem Verschwinden von Theresa zu sehen sind. Von ihr fehlt jede Spur und je mehr Zeit vergeht, desto unwahrscheinlicher wird es, sie lebend zu finden.

Nachdem Erik als möglicher Täter in den Mittelpunkt gerückt ist, entwickelt der Roman eine andere Dynamik und lässt mit Schrecken an den brutalen Prolog denken. Aus Angst, Verzweiflung und Wut nehmen die Angehörigen des Opfers den Fall selbst in die Hand.

Die Ermittlungen der Polizei sind authentisch dargestellt und auch wenn sie zäh und scheinbar unergiebig sind, wird es auf keiner Seite langweilig. Das kleine Stadtviertel am Waldrand ist bildhaft beschrieben und die einzelnen Personen individuell gestaltet.
"Der Buchhändler" ist damit ein spannender Mix aus Milieustudie und Kriminalroman mit späten Thrillerelementen, der einen Blick hinter die Fassade richtet und zeigt, wie stark Menschen von ihren Emotionen geleitet werden. Bis zum Schluss bleibt spannend zu erfahren, was mit Theresa geschehen ist und ob sie entgegen aller Erwartungen lebendig nach Schönblick zurückkehren wird.

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Veröffentlicht am 11.11.2024

Eine tragische und brutal ehrliche, aber auch freche und witzige Geschichte über verändernde und toxische Freundschaften ab Ü30.

Hot Mess
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Claire, Lexi und Joanne sind drei Frauen um die 30, die mit den Höhen und Tiefen weiblicher Freundschaften zu kämpfen haben. Claire fühlt sich nach einer psychischen Krise im letzten Jahr von ihren Freundinnen, ...

Claire, Lexi und Joanne sind drei Frauen um die 30, die mit den Höhen und Tiefen weiblicher Freundschaften zu kämpfen haben. Claire fühlt sich nach einer psychischen Krise im letzten Jahr von ihren Freundinnen, der "Bitch Bubble", ausgeschlossen. Ihre beste Freundin Aifric heiratet und sie gehört nicht zu den Brautjungfern. Lexi hat zusammen mit ihrer besten Freundin Amanda einen Podcast, der sich zum populärsten in Irland entwickelt hat. Doch mit Erfolg und immer mehr Sponsoren steigt auch der Druck, interessanten Content zu posten. Dabei ist Amanda abgebrühter und nahezu hemmungslos, was Lexi bei einem Live-Auftritt brutal zu spüren bekommt. Joanne ist gerade Mutter geworden und hadert mit ihrer neuen Rolle. Als ihre Elternzeit unfreiwillig verlängert wird, droht die Situation zu Hause zu eskalieren. Sie hegt Mordgedanken gegen ihren Freund und fühlt sich von ihren Freundinnen missverstanden und alleingelassen.

Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht einer der drei Hauptfiguren erzählt. Auch wenn die Lebenswirklichkeit mit Promistatus und fanatischen Hochzeitsplanerinnen nicht alltäglich und manche Szene humorvoll übertrieben ist, sind ihre Geschichten lebensecht und authentisch.
Durch den einnehmenden und lebendigen Schreibstil fällt es leicht, sich in die Lagen von Claire, Lexi und Joanne hineinzuversetzen und sich ihnen nahe zu fühlen. Wie sich Freundschaften verändern, ist eindringlich dargestellt und auch, wie schwer es ist, in den Dreißigern Freundschaften zu schließen und gar eine beste Freundin zu finden.

Neben dem Auseinanderleben aufgrund sich verändernden Umstände durch unterschiedliche Berufe oder Familiengründungen handelt der Roman von der Angst, nicht zu genügen, von toxischen Freundschaften, Freundschaften, die einseitig sind, nicht guttun oder gar feindselig sind. Abgrenzung, das Bedürfnis nach red flags und die Notwendigkeit von Self Care und Mental Health sowie Fluch und Segen von Social Media spielen in allen Handlungssträngen eine wesentliche Rolle. Dabei ist der Blick auf psychische Erkrankungen sehr empathisch und plastisch und zu spüren, dass die Autorin eigene Erlebnisse verarbeitet.

Der Roman ist einerseits tragisch und zeigt brutal und ungeschönt ehrlich Ängste auf, ist aber andererseits auch in vielen Episoden wunderbar witzig dargestellt.
Durchgehend unterhaltsam und liebenswert frech wird es auf knapp 600 Seiten niemals langweilig, insbesondere als sich die Wege der drei Frauen auf der Suche nach neuen Freundschaften kreuzen.

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Veröffentlicht am 07.11.2024

Überladen mit Unglücken versucht der Roman Emotionen zu wecken, erinnert mit den klischeehaften Charakteren und ihren jeweiligen Konflikten jedoch an eine Seifenoper.

Endlich das ganze Leben
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Marisa und Stelvio Ansaldo lernen sich unter unglücklichen Umständen Mitte der 1950er-Jahre kennen, verlieben sich in einander und gründen eine Familie. Sie haben ein inniges, vertrauensvolles Verhältnis ...

Marisa und Stelvio Ansaldo lernen sich unter unglücklichen Umständen Mitte der 1950er-Jahre kennen, verlieben sich in einander und gründen eine Familie. Sie haben ein inniges, vertrauensvolles Verhältnis und führen gemeinsam einen Feinkostladen in Rom, den bereits Marisas Eltern aufgebaut haben. Regelmäßig verbringen sie ihre Urlaube am Meer, wo es ihrer Tochter Betta aufgrund ihres Asthmas besser geht.
1980 wird Betta Opfer eines grausamen Verbrechens, das das Leben von Marisa in ein Davor und ein Danach teilt. Unfähig gemeinsam zu trauern und die Tat zu verarbeiten, für die kein Schuldiger ermittelt werden konnte, beginnt die Familie zu zerbrechen. Betroffen von der Tragödie ist auch insbesondere Bettas Cousine Miriam, die den Sommerurlaub mit ihren Verwandten verbracht hat. Niemand merkt, was wirklich mit Miriam los ist, die sich abkapselt und ihren Schmerz mit Medikamenten betäubt. Der erste, der ihr wirklich hilft, ist ausgerechnet der Straßendealer Leo. Gemeinsam versuchen sie auf den rechten Weg zu gelangen, doch Miriams Trauma sitzt tief.

"Endlich das ganze Leben" erzählt eine tragische Familiengeschichte. Allein die Familie Ansaldo hat mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen, aber auch die weiteren handelnden Personen, denen die Familie begegnet, haben schwere Päckchen zu tragen. Der Roman beinhaltet eine Vielzahl von belastenden Themen wie ungewollte Schwangerschaft, Tod, Vergewaltigung, Trauer, Depression, Suizid, Alkoholismus, Tablettensucht, Essstörung, versteckte Homosexualität, Diskriminierung, Mobbing und Fragen der Geschlechtsidentität, was die Dramatik ins Unermessliche steigert. Jedoch fehlt es an einer tiefer gehenden Auseinandersetzung, so dass im Wesentlichen der Umgang mit der Trauer in den Fokus rückt und was ein Verlust und ein ungesühntes Verbrechen mit einer Familie machen.

Der Schreibstil ist im Vergleich zu den dramatischen Ereignissen nüchtern und sachlich. Manche Passagen lesen sich durch die reine Faktendarstellung wie ein Zeitungsbericht. Die Figuren bleiben auf Distanz, ihre Gefühle und Beweggründe sind nicht immer nachvollziehbar. Insbesondere die Männer der unteren Schicht, Stelvio und Leo, die als Helden die gefallenen (reichen) Mädchen beschützen, wirken unglaubwürdig, ihre so intensive Liebe zu Frauen, von denen sie nur die Probleme kennen, viel zu geschönt.

Der Zeitsprung von 1956 in das Jahr 1980 erfolgt abrupt und ohne Zusammenhang von Marisas und Stelvios Liebesgeschichte hin zu dem schrecklichen Unglück. Anschließend muss man zusehen, wie sich Miriam zugrunde richtet. Die Erzählung ist damit zu fragmentarisch und lückenhaft. Die einzelnen Handlungsstränge werden nicht flüssig miteinander verknüpft. Auch die zum Teil recht simplen Lösungen der Problembewältigung überzeugen nicht.

Die Geschichte ist sehr dramatisch und stellt sich wichtigen Themen, die sowohl spannend als auch berührend hätten sein können. Der Roman ist jedoch viel zu überladen mit Unglücken, versucht damit Emotionen zu wecken, erinnert jedoch mit den klischeehaften Charakteren und ihren jeweiligen Konflikten an eine Seifenoper.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Nach einer etwas gemächlichen Einführung zunehmend spannend, undurchsichtig und böse.

Last Girl Standing - Wer wird überleben?
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Amanda, Bailey, Carmen, Delta und Zora waren zu Schulzeiten als die "Fantastischen Fünf" bekannt, eine schöne, aber auch eingebildete und arrogante Mädchenclique, die andere bewusst ausschloss. Die hübsche ...

Amanda, Bailey, Carmen, Delta und Zora waren zu Schulzeiten als die "Fantastischen Fünf" bekannt, eine schöne, aber auch eingebildete und arrogante Mädchenclique, die andere bewusst ausschloss. Die hübsche Delta, die aus etwas einfacheren Verhältnissen als die anderen stammte, hatte das große Los gezogen und war mit Tanner zusammen, für den (fast) alle heimlich geschwärmt haben.
Während ihrer Abschlussparty kam nach einer dummen Aktion von Tanner eine der Freundinnen ums Leben und eine von ihnen wollte nicht an einen Unfall oder gar Selbstmord glauben.
Zehn Jahre später trifft sich die Abschlussklasse von 2005 zum Klassentreffen wieder und am Ende des abends ist erneut eine von ihnen tot.
Die drei übrigen finden sich fünf Jahre später am Krankenbett von Tanner ein. Tanner, der inzwischen mit Delta verheiratet ist, wurde bei einer Messerattacke schwer verletzt.
Detective Chris McCrae, der die Clique gut kennt und auch mit Tanner befreundet war, kann an keinen Zufall mehr glauben.

Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven der verschiedenen Akteure erzählt, die auch innerhalb der Kapitel wechseln. Gleich zu Beginn ist es eine Menge an Protagonisten, die auf die/ den LeserIn einprasselt - die Gang, ihre Freunde, weitere Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Eltern und Stiefeltern - so dass man konzentriert lesen muss, um die Personen zu sortieren und den Überblick zu behalten.
Ein Fokus liegt auf der Dynamik unter den so genannten Freundinnen. Ihre Verbindung ist wenig herzlich und von Neid und Eifersüchteleien statt echter Zuneigung und Zusammenhalt geprägt. Schon vor dem Unfall während der Abschlussparty ist klar, dass die Freundinnen nicht ehrlich zu einander und auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Der Tod einer von ihnen ist ein Schock und macht deutlich, dass noch viel mehr Geheimnisse zwischen ihnen stehen.
Offenbar möchte jemand, dass sein Geheimnis gewahrt bleibt, weshalb weitere Menschen sterben müssen.

Spannend ist zu erfahren, was in der Partynacht tatsächlich passiert ist, was auch Jahre später noch so relevant ist, dass der oder die Schuldige etwaige Mitwisser mundtot machen muss.
Die Gedanken der Mädchen und Frauen um Tanner, die Affären und Eifersuchtsszenen ziehen das Buch am Anfang etwas in die Länge und hätten durchaus gestrafft werden können, ohne dass der Handlung wesentliche Elemente gefehlt hätten. Dass hier kein Charakter wirklich sympathisch ist und über Leichen gehen würde, ist auch so klar.
Die Spannung zieht nach der Messerattacke auf Tanner zunehmend an und die undurchsichtige Motivlage entfaltet eine mitreißende Mischung aus Thriller und Kriminalroman, die die/ den LeserIn lange im Dunkeln tappen lässt, was uns wer tatsächlich hinter der Mordserie steckt.

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