Cover-Bild Mutterlüge
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14,00
inkl. MwSt
  • Verlag: btb
  • Themenbereich: Belletristik - Thriller / Spannung
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 400
  • Ersterscheinung: 15.01.2025
  • ISBN: 9783442774838
Bev Thomas

Mutterlüge

Psychothriller
Yvonne Eglinger (Übersetzer)

Als Therapeutin ist sie erfolgreich. Als Mutter eine Versagerin. Doch das weiß niemand. Bis ein Patient kommt, der beide Rollen in ihr anspricht.
Ruth Hartland ist Leiterin einer renommierten Traumatherapie-Einrichtung. Sie ist selbstbewusst und beruflich anerkannt. Aber ihr Privatleben liegt in Scherben: Vor mehr als einem Jahr ist ihr 17-jähriger Sohn Tom verschwunden, und sie quält sich mit Selbstvorwürfen: Hat sie ihren Beruf über die Familie gestellt? War sie keine gute Mutter? Als ein neuer Patient zu ihr kommt, der Tom erschreckend ähnlichsieht, weiß sie als Therapeutin genau, was zu tun ist. Aber als verzweifelte Mutter trifft sie eine ganz andere Entscheidung. Mit fatalen Konsequenzen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.02.2025

Debüt!

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Ruth Hartland ist die Leiterin der Traumaabteilung in einer renommierten Klinik in London. Ihre Patienten leben mit den Folgen einer traumatischen Erfahrung und sie gilt als Stütze für ihre Patienten.

Ein ...

Ruth Hartland ist die Leiterin der Traumaabteilung in einer renommierten Klinik in London. Ihre Patienten leben mit den Folgen einer traumatischen Erfahrung und sie gilt als Stütze für ihre Patienten.

Ein neuer Patient weicht die berufliche Distanz, die Ruth normalerweise strikte einhält, auf. Denn dieser Patient erinnert sie an Tom, ihren 17-jährigen Sohn, der vor über einem Jahr verschwunden ist.






Die Autorin Bev Thomas war viele Jahre als klinische Psychologin tätig und "Mutterlüge" ist ihr Debüt. Dass ihr die Materie vertraut ist, merkt man sehr gut. Die Autorin ermöglicht den Lesern nämlich einen guten Einblick in die Vorgänge, Kompetenzen und Abläufe einer psychiatrischen Einrichtung und in psychologische Sitzungen. Dabei wird es oft ausserordentlich beruflich-spezifisch und damit auch mit viel Theorie manchmal etwas trocken und langatmig. Der Leser bekommt jedoch Einblick in die verschiedensten Krankheitsbilder und die Auswirkungen traumatischer Erlebnisse der Patienten.

Die Protagonistin versucht ihren Patienten zu helfen und emotional Distanz zu wahren. Man merkt jedoch sofort, dass der neue Patient bei ihr das berühmte Knöpfchen zu drücken weiss. Den Knopf, der die Grenzen zwischen Professionalität und persönlichem Engagement verschwimmen lässt. Ruth hat persönliche Beweggründe, weshalb der neue Patient Dan Griffin sie so beschäftigt. Diese Beweggründe liegen in der Vergangenheit, denn Ruth ist Mutter von nunmehr erwachsenen Zwillingen. Einerseits ist da Tochter Caroline, die ihr Leben auf ihre eigene Art lebt und schon von Kindesbeinen an wusste, was sie wollte.

Dann ist da auch noch Sohn Tom. Er war von klein an sehr auf seine Mutter fixiert, unselbstständig und zögerlich und ist seit einem Jahr verschwunden. Immer wieder bekommt man als Leser Einblick in das Leben der Familie in der Vergangenheit und sieht zu, was so alles schiefläuft. Die Protagonistin, die als Therapeutin sehr selbstsicher auf mich wirkte, wird in der Rolle als Mutter und Ehefrau unsicher und klein. Das erschien mir aber keineswegs holperig und nicht rund, sondern war eine für mich logische Folge auf die Persönlichkeit ihres Sohnes. Vieles an Dan erinnert Ruth also an ihren verschwundenen Sohn und sie wird unsicher und emotional. Die Zerissenheit zwischen Professionalität und emotionalem Befangen kam bei mir voll an, das wurde sehr gut ausgearbeitet.

Ich bin mir ganz und gar nicht sicher, ob man bei diesem Buch von einem Thriller sprechen kann. Die therapeutischen Sitzungen waren ab und zu harte Kost, aber durch den distanzierten Erzählstil war die Handlung nie so richtig spannend. Ruth Hartland erzählt in Ich Perspektive und das in einer kalten und sachlichen Form.

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Veröffentlicht am 04.02.2025

Mal was anderes

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„Mutterlüge“ ist wieder eines der Bücher, auf das ich durch Instagram aufmerksam geworden bin. Obwohl ich die Covergestaltung interessant finde, hätte ich im Buchladen wahrscheinlich nicht unbedingt auf ...

„Mutterlüge“ ist wieder eines der Bücher, auf das ich durch Instagram aufmerksam geworden bin. Obwohl ich die Covergestaltung interessant finde, hätte ich im Buchladen wahrscheinlich nicht unbedingt auf das Buch geachtet.

Die Hauptfigur des Buches, Ruth, ist seit über zwanzig Jahren mit Leidenschaft Therapeutin in der Traumatherapie. Ihre besondere Gabe, auf schwer traumatisierte Menschen einzugehen, hat vielen geholfen – und teilweise konnte sie sogar Leben retten. Doch leider gelingt es ihr nicht, ihr eigenes Privatleben ähnlich erfolgreich zu führen. Ihre Zwillinge, inzwischen 17 Jahre alt, sind das Herz ihrer Welt. Ihre Tochter Carolyn ist eine selbstständige junge Frau, die die Welt erobern möchte. Ihr Sohn Tom hingegen ist seit mehr als einem Jahr verschwunden, was schließlich auch das Ende ihrer Ehe mit David besiegelte. Als sie mit Dan einen neuen Patienten behandelt, der Tom zum Verwechseln ähnlich sieht, wird Ruths Welt auf den Kopf gestellt. Obwohl es gegen ihren Ethikkodex verstößt, behandelt sie ihn anders als alle anderen. Die Trauer und Verzweiflung über den Verlust ihres Sohnes treiben sie zu Handlungen, die sie später mit schmerzhafter Reue überdenken wird…

Zu Beginn der Geschichte lernen wir Ruth und ihre Familie intensiver kennen: die Geburt der Zwillinge, ihre leidenschaftliche, fast abhängige Mutterliebe, die sie in eine enge Verbindung zu ihrem Sohn Tom führt. Diese Bindung ist so stark, dass sie ihre professionellen Prinzipien immer wieder beiseite schiebt und Dinge tut, die sie ihren eigenen Patienten nie empfehlen würde. Deshalb fühlt sie sich von Dan so angezogen. Dieser hat in seiner Familie wenig Liebe erfahren, was Ruth zutiefst berührt und direkt in ihr Herz trifft. Es ist vollkommen nachvollziehbar, dass sie in ihrem verzweifelten Zustand die Kontrolle über ihren Beruf verliert und in die Rolle der Mutter schlüpft – besonders in einer Phase, in der sie sich gebrochen und zutiefst verletzlich fühlt.

Der Schreibstil von Bev Thomas ist fesselnd und emotional, und sie lässt die Leser lange im Ungewissen über das Verschwinden von Tom. Aber das hat mich gar nicht gestört, denn die intensiven Gespräche zwischen Ruth und ihren Patienten zogen mich so sehr in ihren Bann, dass das Geheimnis um Tom fast in den Hintergrund trat.

Der Schluss hat mich jedoch nicht ganz zufrieden zurückgelassen. Inhaltlich passt er zwar – aber es blieben einige offene Fragen, die ich mir gerne erklärt gewünscht hätte. Trotz dieser kleinen Unvollkommenheit rundet das Ende die Geschichte gut ab, und ich habe das Buch mit ein bisschen Wehmut zugeklappt.

„Mutterlüge“ ist ein packendes Familiendrama, das tiefgehende Emotionen weckt. Die dichte Atmosphäre im Therapiezimmer und die eindrucksvollen, psychologisch spannenden Gespräche bieten mehr als genug Stoff, um die Leser zu fesseln. Absolut empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 01.02.2025

Kein nervenaufreibender Thriller, aber ein fesselndes Drama über Verlust, Schuldgefühle, mangelnde Abgrenzung und Mutterschaft.

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Ruth Hartland ist Psychologin und leitet die Trauma-Abteilung in einer Klinik in London. Sie ist Mutter von erwachsenen Zwillingen, wobei ihr Sohn seit anderthalb Jahren verschwunden ist. Ihr Ehe ist daran ...

Ruth Hartland ist Psychologin und leitet die Trauma-Abteilung in einer Klinik in London. Sie ist Mutter von erwachsenen Zwillingen, wobei ihr Sohn seit anderthalb Jahren verschwunden ist. Ihr Ehe ist daran zerbrochen und das Verhältnis zu ihrer Tochter angespannt. Im beruflichen Umfeld verschweigt Ruth ihre privaten Sorgen.
Ihr neuer Patient Dan erinnert sie an ihren Sohn Tom. Er verunsichert sie in den Therapiesitzungen und Ruth schafft es immer weniger, die professionelle Distanz zu wahren - mit fatalen Folgen.

Der Roman wird aus Ruths Ich-Perspektive geschildert, so dass man der Hauptfigur sehr nahe kommt. Sie ist einerseits eine erfahrene Psychotherapeutin, die mit Leidenschaft ihrem Beruf nachgeht und andererseits eine Mutter, die einen Verlust erlitten hat und sich in Frage stellt. Die Darstellung ist emotional und realitätsnah und erscheint aufgrund der Tatsache, dass die Autorin selbst jahrelang als klinische Psychologin tätig war, besonders authentisch.

Es gibt Einblicke in ihren Berufsalltag, die Therapiesitzungen mit ihren Patienten und die Supervisionen. Dazwischen erfolgen Erinnerungen an Tom und Rückblenden in das Familienleben. Geprägt von einer Kindheit mit einer alkoholkranken Mutter wollte Ruth in ihrer Mutterrolle stets alles richtig machen. Die Unterschiede ihrer Kinder machten es ihr jedoch schwer. Während sie ihrer Tochter, die von Geburt an stärker wirkte, weniger Aufmerksamkeit schenkt, rückt die Fürsorge für ihren sensiblen Sohn in den Mittelpunkt.
Als Therapeutin möchte sie ihren Patienten helfen, gleichzeitig ist es ihr ein Bedürfnis, sie zu knacken und erfolgreich zu sein. Ihr neuer Patient Dan macht ihr jedoch Probleme. Die Grenzen zwischen Dan und Tom, zwischen ihrer Aufgabe als Therapeutin und ihrer Eigenschaft als Mutter verschwimmen.

"Mutterlüge" ist kein nervenaufreibender Thriller, aber ein fesselndes Drama über Verlust, Schuldgefühle, mangelnde Abgrenzung und Mutterschaft.
Gebannt wohnt man den Therapiesitzungen bei und hat das Gefühl, dass Dan genau weiß, was Ruth durchmacht und dass er sie bewusst provoziert und manipuliert. Geblendet von ihrer Trauer um den Sohn und ihren Versagensängsten fehlt Ruth der neutrale Blick auf Dan. Es ist jederzeit zu spüren, dass die Sitzung in eine Katastrophe führen wird, wobei das Ausmaß der Tragödie am Ende dennoch überrascht.

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Veröffentlicht am 26.01.2025

Erschütterndes Familiendrama, tiefenpsychologische Gespräche

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Ruth ist seit über zwanzig Jahren mit Leib und Seele Therapeutin in der Traumatherapie. Sie hat eine ganz besondere Art, auf ihre schwer traumatisierten Patienten einzugehen und diese im besten Fall vor ...

Ruth ist seit über zwanzig Jahren mit Leib und Seele Therapeutin in der Traumatherapie. Sie hat eine ganz besondere Art, auf ihre schwer traumatisierten Patienten einzugehen und diese im besten Fall vor einem Suizid zu bewahren. Leider gelingt es ihr nicht, ihr Privatleben genauso aufrecht zu erhalten. Ihre Zwillinge sind mittlerweile 17 Jahre alt. Ihre Tochter Carolyn ist eigenständig und will die Welt entdecken. Ihr Sohn Tom ist seit gut einem Jahr spurlos verschwunden, was letztendlich auch zum Ende ihrer Ehe mit David geführt hat. Als mit Dan ein neuer Patient auftaucht, der Tom zum Verwechseln ähnelt, gerät ihre Welt aus den Fugen. Obwohl es gegen ihren Kodex verstößt, behandelt Ruth ihn anders als andere Patienten. Voller Verzweiflung und Trauer um ihren verschwundenen Sohn begeht sie Handlungen, die sie noch bitter bereuen wird…

Zu Beginn der Story erfahren wir zunächst sehr viel über Ruth und ihre Familie. Die Geburt der Zwillinge, ihre starke Mutterliebe, die auch mit einer Art Abhängigkeit verbunden ist. Speziell zu ihrem Sohn Tom hat Ruth eine derart innige Verbindung, dass sie ihre therapeutischen Ansätze gerne mal außer Acht lässt und genau das tut, wovon sie ihren Patienten fachmännisch abraten würde. Deshalb fühlt sie sich auch zu Dan besonders hingezogen. Dieser hat wenig Liebe von seiner Familie erfahren und trifft Ruth damit mitten ins Herz. Für mich war es absolut nachvollziehbar, dass sie ihren Beruf vergisst und die Mutterrolle übernimmt. Gerade in ihrer aktuellen Lebenssituation ist sie gebrochen, hilflos und sehnt sich nach Nähe und Zuneigung.

Der Schreibstil von Bev Thomas ist mitreißend und voller Emotionen. Dabei spannt die Autorin ihre Leser ganz schön lange auf die Folter, bevor sie endlich mit den Geschehnissen rund um das Verschwinden von Tom herausrückt. Aber das empfand ich gar nicht schlimm, denn allein die Gespräche zwischen Ruth und ihren Patienten haben mich in einen solchen Sog gezogen, dass Tom damit fast zur Nebensache für mich geworden ist.

Mit dem Schlussteil war ich leider nicht so ganz zufrieden. Vom Inhalt her passend, aber bei mir blieben noch ein paar Fragen offen, die ich mir einfach beantwortet gewünscht hätte. Trotz allem rundet das Ende die Story prima ab und ich gebe zu, dass ich das Buch mit etwas Wehmut beendet habe.

Fazit: Mit „Mutterlüge“ erleben wir ein erschütterndes Familiendrama, das für allerlei Emotionen sorgt. Das bedrückende Setting des Therapiezimmers und beeindruckende tiefenpsychologische Gespräche sorgen hier für jede Menge Unterhaltung. Leseempfehlung!

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