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Veröffentlicht am 27.08.2023

Porträt über den Beruf Hebamme anhand zweier leidenschaftlicher Berufstätiger, aber eine eintönige Erzählung mit bemühtem Humor und wenig Emotionen

Storchenherzen
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Helga arbeitet mit Leib und Seele als Hebamme in der kleinen Praxis Storchennest, eckt mit ihrer zunehmend ruppigen Art jedoch bei ihren Klienten an, was sich an kritischen Bewertungen im Internet und ...

Helga arbeitet mit Leib und Seele als Hebamme in der kleinen Praxis Storchennest, eckt mit ihrer zunehmend ruppigen Art jedoch bei ihren Klienten an, was sich an kritischen Bewertungen im Internet und einem Rückgang an Frauen zeigt, die die Praxis aufsuchen. Die neue Hebamme Madita hat zwar weit weniger Erfahrung als Helga kommt mit ihrem sonnigen Gemüt aber gut bei den werdenden und jungen Eltern an und bringt mit neuen Ideen frischen Wind in die Praxis.
Während Helga und Madita gemeinsam Klientinnen betreuen, können sie von einander lernen und lernen sich auch persönlich besser kennen. Helga ist frisch getrennt von ihrem Ehemann Hans und wird mit einer ganz besonderen Nachricht überrascht, die auch Auswirkungen auf die Trennung haben könnte. Madita ist durch den Arbeitsplatzwechsel in eine WG gezogen, in der sie sich mit den strengen Regeln zu Ordnung und Sauberkeit schwertut. Durch ihre tollpatschige Art, die sie auch mal mit dem Gesetz in Konflikt bringt, trifft sie immer wieder auf den attraktiven Polizisten Silas.

Der Roman wird kapitelweise abwechselnd aus der Sicht von Helga und Madita geschildert, die als Figuren komplett gegensätzlich angelegt sind. Helga wirkt mit ihrer mürrischen, wenig einfühlsamen Art wie eine frustrierte Geburtshelferin kurz vor dem Ruhestand, ohne dass wirklich klar wird, wovon sie so genervt ist. Madita hingegen erscheint als Berufsanfängerin mit Ambitionen fast ein wenig überdreht. Die dritte Hebamme, der die Praxis gehört, spielt nur eine untergeordnete Rolle.
Der Arbeitsalltag einer Hebamme wird anschaulich, detailliert und - so weit zu beurteilen - sehr authentisch beschrieben. Das Buch gleicht damit einem Porträt des Berufs Hebamme, bis das Privatleben der beiden Hauptfiguren mehr Raum einnimmt. Beide haben mit Problemen zu kämpfen, wenn sich Helgas Leben entscheidend zu verändern droht und Madita von einer Misere in die nächste purzelt.
Der Roman ist deshalb abwechslungsreich und lebendig geschrieben, geht jedoch auf keine Schwierigkeit näher ein, bleibt oberflächlich und zerfasert durch lose Episoden rund um die Thematik des Kinderkriegens.

Spannung kommt in dem Roman keine auf, da nicht klar wird, in welche Richtung die Geschichte eigentlich gehen soll. Retardierende Aussagen zu Helgas exklusivem Kaffeekonsum oder schmerzhaften Dammbrüchen der Gebärenden ziehen den Roman in die Länge.
"Storchenherzen" ist zwar unterhaltsam, aber ziellos und am Ende geht der etwas dahin plätschernden Geschichte die Luft aus, so dass die fast 500 Seiten zu lang erscheinen. Der Ausblick auf einen zweiten Band stimmt deshalb nicht unbedingt euphorisch.

Trotz manch tragischer und dramatischer Ereignisse weckt die Geschichte wenig Emotionen. Es überwiegen der bemühte Humor und wissenswerte Details rund um Schwangerschaft und Geburt. Helga und Madita leben für ihre Berufung und dienen als mustergültiges Beispiel für einen Berufsstand, der mit großen Herausforderungen umgehen muss und vergleichsweise wenig Unterstützung bekommt, wobei diese Aspekte des Berufs im Roman erstaunlicherweise nicht problematisiert werden.

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Veröffentlicht am 25.08.2023

Konfliktgeladener All-Age-Roman über Familie, die Suche nach Identität, Heimat und jüdisches Leben in Deutschland, Israel und den USA.

Gewässer im Ziplock
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Margarita ist 15 Jahre alt und verbringt die Ferien bei ihren Großeltern in Chicago, wo sie sich langweilt. Lieber wäre sie bei ihren Freunden in Berlin, wo sie zusammen mit ihrem alleinerziehenden Vater ...

Margarita ist 15 Jahre alt und verbringt die Ferien bei ihren Großeltern in Chicago, wo sie sich langweilt. Lieber wäre sie bei ihren Freunden in Berlin, wo sie zusammen mit ihrem alleinerziehenden Vater Avi wohnt, der streng religiös ist und als Chasan in einer Synagoge arbeitet. Ihre Mutter hatte die Familie vor über zehn Jahren verlassen und lädt Margarita nun ein, zu ihr nach Jerusalem zu kommen. Widerwillig kommt sie dem Wunsch nach, aber Marsha ist eine Fremde für sie, die gleich zu Beginn ihre Unzuverlässigkeit demonstriert. Auf einer Reise durch Israel kommen sie sich langsam näher, stellen sogar Gemeinsamkeiten fest, während Avi in Deutschland Urlaub macht und dort einer Frau näherkommt.

"Gewässer im Ziplock" wird abwechselnd aus den Blickwinkeln von Margarita und Avi geschildert, wobei die Erzählstränge abrupt und ohne Kennzeichnung wechseln und jeweils nur wenige Seiten lang sind. In die Erzählung fließen viele jüdische und hebräische Begriffe ein, wobei nur ein Teil davon in einem Glossar erklärt wird. Das bremst ein wenig den Lesefluss. Die Geschichte ist jedoch zumindest zu Beginn so abwechslungsreich und lebendig erzählt, dass die schnellen Wechsel und unbekannten Worte, die sich zumeist aus dem Kontext erklären, nur stören, wenn man es wirklich genau wissen möchte.

Die Frage, was jüdisches Leben ausmacht und das Bewusstsein für eine jüdische Mentalität stehen neben der komplizierten Familienkonstellation und daraus resultierenden Enttäuschungen und Konflikten, im Vordergrund.
Die Beschreibung des jüdischen Lebens in Berlin, Chicago und Israel gibt interessante Einblicke und zeigt wie unterschiedlich Glaube und Traditionen interpretiert und vorgelebt werden. Während sich der Vater als Israeli in Deutschland tief religiös an die Regeln hält, schert sich die Mutter als Amerikanerin in Israel wenig darüber, spricht nicht ein Wort Hebräisch, dafür Arabisch und möchte gleichzeitig nicht, dass sich ihre jüdische Tochter als Deutsche empfindet.

Die Geschichte ist reichlich konfliktgeladen, wird dabei in der zweiten Hälfte etwas eintönig, lässt aber gespannt darauf warten, wie die Familie am Ende am Krankenbett der Großmutter zusammenfinden wird.
In dem All-Age-Roman wird jedoch auch immer wieder in den andauernden Streitigkeiten zwischen den Generationen und den Expartnern deutlich, dass die Wut auf "die Deutschen" groß ist, dass das Leid des Holocausts auch bald hundert Jahre später in den nachfolgenden Generationen der Opfer weitergelebt wird. Die Hass- und Gewaltspirale scheint damit niemals enden zu wollen.

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Veröffentlicht am 24.08.2023

Fiktive, dramatische Familiengeschichte, die eng mit der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts verbunden ist

Das Licht zwischen den Schatten
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Deutschland, wenige Jahre nach Beendigung des Großen Krieges: Der Halbwaise Konrad verliebt sich unsterblich in die gesellschaftlich höher gestellte Selma, in deren Haushalt seine Mutter arbeitet. Er würde ...

Deutschland, wenige Jahre nach Beendigung des Großen Krieges: Der Halbwaise Konrad verliebt sich unsterblich in die gesellschaftlich höher gestellte Selma, in deren Haushalt seine Mutter arbeitet. Er würde alles für Selma tun und verspricht ihr deshalb Arzt zu werden, um ihre behinderte Zwillingsschwester Alma zu heilen. Als Arzt unter Nazis profitiert er von den Vorteilen, bis ihn die Realität tragisch einholt.
Brigitte wächst in den 1950er-Jahren im Dorf Mecklenburg auf, wo sie als Kind so lange mit dem Nationalsozialismus sympathisiert, bis sie das Tagebuch der Anne Frank liest. Als Jugendliche ist sie aufsässig und muss schließlich wegen ihres gegen den Arbeiter- und Bauernstaat revoltierenden Bruders zusammen mit ihrer Familie in den West fliehen. Die Offenbarung eines Familiengeheimnisses zieht ihr den Boden unter den Füßen weg und macht sie empfänglich für linksextremistisches Gedankengut.
André hat als Kind seine Eltern bei einem Autounfall verloren und wächst bei Adoptiveltern in Dresden auf. Sein "Onkel" Fritz nimmt ihn unter seine Fittiche und als erfolgreicher Turmspringer verdient er sich Anerkennung in der DDR. Die Geheimniskrämerei um seine Eltern und die Suche nach seiner Identität lassen ihn jedoch nicht los.

"Das Licht zwischen den Schatten" erzählt auf knapp 850 Seiten "Eine deutsche Familiengeschichte" des 20. Jahrhunderts. Die drei Erzählstränge um die zunächst Kinder und Jugendlichen Konrad, Brigitte und André werden parallel geschildert, wobei trotz Erwähnung gleicher Figuren wie (Onkel) Konrad und (Onkel) Fritz nicht von vornherein deutlich wird, in welchem Zusammenhang die Kinder bzw. die drei Handlungsstränge stehen.

Aufgrund der verschiedenen Perspektiven, Zeiten und Orte ist die Geschichte abwechslungsreich und bietet so viele Eindrücke über die Vergangenheit, dass der epische Roman auch in Form von drei Büchern oder einer Buchreihe hätte erscheinen können.

Anhand fiktiver Charaktere erlebt man ein Stück deutsche Geschichte wieder, taucht ein in die Verhältnisse nach den beiden Weltkriegen, erlebt die Grausamkeiten des Nationalsozialismus, Eugenik und Judenverfolgung, die spätere Entnazifizierung, die Spaltung in BRD und DDR mit all ihren Folgen, Bespitzelung, Studentenproteste und den Terror der 1970er-Jahre bis zur Wiedervereinigung.

Die drei Kinder, wie sie aufwachsen und älter werden, stehen als Personen stets im Fokus. Mit ihnen erlebt man die Vergangenheit, Freud, aber vor allem Leid hautnah mit. Die historischen Fakten werden lebendig mit den persönlichen Schicksalen verbunden, während die Hauptfiguren auf historische Persönlichkeiten treffen.
Als sich die Zusammenhänge der parallel verlaufenden Erzählstränge offenbaren, nimmt die Geschichte an Spannung zu. Fast jedes Kapitel endet mit einer Wendung oder einem Mini-Cliffhanger und macht neugierig auf den nächsten Zeitsprung.
Tragische Schicksale, die schon allein aufgrund der dunklen Zeiten zu erahnen sind, aber auch die Suche nach Identität und Zugehörigkeit, sind bewegend geschildert. Das Buch ist eine facettenreiche Mischung aus lebendigem Geschichtsunterricht und emotionaler, dramatischer Familiengeschichte.

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Veröffentlicht am 22.08.2023

Gelungene Mischung aus Familien- und Justizdrama und eine spannende Geschichte über Loyalität, Freundschaft und das Recht auf selbstbestimmtes Sterben

Die sieben Schalen des Zorns
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Max bittet seinen ehemals besten Freund, der als Staatsanwalt tätig ist, um rechtlichen Beistand. Max ist Arzt und wurde wegen eines Todesfalls in einem Pflegeheim befragt. Er gibt zu, seiner an Demenz ...

Max bittet seinen ehemals besten Freund, der als Staatsanwalt tätig ist, um rechtlichen Beistand. Max ist Arzt und wurde wegen eines Todesfalls in einem Pflegeheim befragt. Er gibt zu, seiner an Demenz erkrankten Tante Medikamente zur Verfügung gestellt zu haben, die wunschgemäß ihren Tod herbeiführen sollten. Die beiden hätten dies vereinbart, um Maria einen würdevollen Abschied zu gewähren, alles sei schriftlich festgelegt worden. Tatsächlich kann die Polizei im Safe keinen Nachweis finden, die Kopien, die Max hat, sind nicht unterschrieben. Sein Freund Jonas kann ihm aus juristischer Sicht nicht helfen und zweifelt sogar daran, ob es sich um Suizid auf Verlangen handelt, denn Max ist hochverschuldet und Alleinerbe des Vermögens seiner Tante, die noch eine Tochter hat. Gleichzeitig hadert Jonas mit seinem langjährigen schlechten Gewissen, denn hätte Max ihm vor 25 Jahren nicht selbstlos geholfen, hätte Jonas Lebensweg ganz anders ausgesehen.

Stellt man rein auf den Klappentext ab, könnte man meinen, dass sich das Buch rein um die Frage handelt, wo das Recht auf einen selbstbestimmten Tod endet und wie der Prozess gegen Max verläuft. Tatsächlich bietet der Roman, der wechselnd aus den Perspektiven von Max und Jonas geschrieben ist und durch zahlreiche Rückblenden bis in die 1970er-Jahre die Lebensgeschichten der beiden ehemals besten Freunde nachzeichnet, viel mehr. Der Roman handelt von Familie und Freundschaft, von Schuld und Treue, von Krankheit und Tod und schließlich von juristischen Fragen, von Ethik und Moral.

Die Geschichte ist überraschend vielseitig und spannend aufgebaut. Weder möchte man sich in dem Dilemma von Max befinden, der seiner Tante und Ziehmutter einen letzten Wunsch erfüllen möchte und sich damit vor dem Gesetz strafbar macht, noch möchte man mit Jonas tauschen, der sich in dem Dilemma befindet, die Gesetze zu befolgen und gleichzeitig seinem Freund helfen zu wollen - zumal er tief in seiner Schuld steht.

Neben den Aspekten der schwierigen und schwermütigen Familiengeschichte, die ein umfassendes Bild über die einzelnen handelnden Personen und ihren Verbindungen zueinander bieten, tritt die Frage nach der Rechtfertigung der aktiven Sterbehilfe schon fast in den Hintergrund. Der Wunsch nach selbstbestimmten Sterben und die Hilfeleistung dazu, wird von einer interessanten und facettenreichen Geschichte umspannt, bis am Ende das Justizdrama und der Prozess in den Vordergrund rückt. Auch der Glaube an einen barmherzigen Gott und die Zweifel daran spielen vor allem in Bezug auf Max, der in seinem Leben so viel Grausames erleben musste, eine wichtige Rolle und erklären auch den Titel des Romans.
Aufgrund der Tatsache, dass der Bundestag nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das das Recht, sich das Leben zu nehmen und dafür Hilfe in Anspruch zu nehmen aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht abgeleitet hat, in der Pflicht ist, eine gesetzliche Regelung zu erlassen, ist der Roman auch ein Jahr nach seinem Erscheinen brandaktuell.

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Veröffentlicht am 21.08.2023

Vorhersehbare und deshalb langweilige Geschichte um eine einfältige Hauptfigur - weder Thriller noch Kriminalroman

Eine glückliche Familie
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Beth wurde im Alter von zehn Jahren von ihrer Mutter verlassen und ist allein bei ihrem Vater aufgewachsen. 30 Jahre später ist Beth selbst Mutter von zwei kleinen Kindern, geschieden, aber zufrieden mit ...

Beth wurde im Alter von zehn Jahren von ihrer Mutter verlassen und ist allein bei ihrem Vater aufgewachsen. 30 Jahre später ist Beth selbst Mutter von zwei kleinen Kindern, geschieden, aber zufrieden mit ihrem Leben, ihrer Nachbarschaft, ihren Freundinnen und ihrer Arbeit als Praxismanagerin.
Als unerwartet eine Frau vor ihrer Haustür steht und behauptet, ihre Mutter Alice zu sein, nimmt Beth diese überglücklich in Empfang und lässt sie sogar bei sich einziehen. Sie freut sich über die Anwesenheit ihrer Mum und auch die Kinder mögen die neu gewonnene Großmutter.
Beth könnte so glücklich sein, ist es trotz aller Wiedersehensfreude aber nicht. Ihre Freundinnen wenden sich von ihr ab, ihr selbst passieren immer mehr Fehler und es ereignen sich merkwürdige Dinge, die sie an ihrem Verstand zweifeln lassen. Darüber hinaus quält sie ein Geheimnis aus ihrer Vergangenheit, das nur ihr Vater kennt und von dem sie Angst hat, dass es jederzeit herauskommen und ihr Leben zerstören könnte.

Der Roman wird aus der Ich-Perspektive von Beth geschildert, so dass man ihr Glück, aber vielmehr ihre Angst und Selbstzweifel gut nachempfinden kann. Weniger nachvollziehbar ist, wie blauäugig sie ihre Mutter bei sich aufnimmt und lieber ihr statt ihren langjährigen Freundinnen oder ihrer treuen Haushaltshilfe zu vertraut.
Die Geschichte ist derart durchschaubar, dass vom Nervenkitzel eines Psychothrillers nichts zu spüren ist. Wer hier wen manipuliert, ist nicht nur für erfahrene Thriller-LeserInnen leicht zu erkennen. Das Geheimnis aus Beths Vergangenheit, dass zu Beginn neugierig macht, wird dann auch bald gelüftet und scheint nach all den Jahren viel zu präsent in Beths Gedanken, Albträumen und Ängsten um die Aufdeckung.
Wie alles zusammenhängt, wird erwartungsgemäß aufgeklärt, bis dahin wiederholen sich aber sämtliche Gedankengänge, Verdächtigungen und es passiert zu wenig, was der Geschichte neue Impulse gegeben hätte.
Während der ganze Sachverhalt um das plötzliche Erscheinen von Alice schon etwas konstruiert wirkt, stellt sich die - auch erwartungsgemäße - Überraschung am Ende noch viel abwegiger dar. Auch die Charaktere verhalten sich nicht lebensecht, wirken einfältig oder gar unglaubwürdig.

Letztlich macht den Reiz dieses Rachedramas nur aus, wie weit Beths Feind gehen wird und wann die naive Hauptfigur endlich die richtigen Schlüsse zieht und Zusammenhänge erkennt. Für den angekündigten "Psychothriller mit Sogwirkung" ist dies allerdings zu wenig. Die Bezeichnung als "Kriminalroman" auf dem Buchcover in Onlineshops (nicht aber auf dem Taschenbuch - vermutlich zurecht überarbeitet) will allerdings noch weniger passen, denn weder in Bezug auf Beths Vergangenheit noch in Bezug auf die Klärung der Identität ihrer Mutter finden konkrete Ermittlungen statt.

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