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Veröffentlicht am 30.06.2023

Der Roman lässt das Gärtnerherz aufblühen, die Geschichte ist allerdings arg konstruiert und die großen und kleinen Dramen lösen sich am Ende zu leicht in Wohlgefallen auf.

Wie Träume im Sommerwind
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Emilia ist zusammen mit ihrer drei Jahre älteren Schwester Clara auf dem Rosenhof ihrer Eltern auf Usedom aufgewachsen. Im Gegensatz zu ihrer Schwester wollte Emilia den Hof jedoch nicht übernehmen, sondern ...

Emilia ist zusammen mit ihrer drei Jahre älteren Schwester Clara auf dem Rosenhof ihrer Eltern auf Usedom aufgewachsen. Im Gegensatz zu ihrer Schwester wollte Emilia den Hof jedoch nicht übernehmen, sondern Parfumeurin werden und ist dafür zur Ausbildung nach Paris gegangen. Ihr Traum hat sich Jahre später nicht erfüllt. Emilia arbeitet stattdessen als Kellnerin in einem Bistro in Paris, als sie der Anruf ihrer Mutter erreicht, dass Clara nach einem Autounfall schwer verletzt im Krankenhaus liegt. Ohne zu zögern eilt Emilia nach Hause und findet bald ein Foto einer Rose mit einer rätselhaften Widmung und dass Clara vorgehabt hatte, zeitnah nach England zu reisen, wo sie nach ihrer Schulzeit ein Jahr verbracht hat. Als Emilia dann auch noch herausfindet, dass der Rosenhof in Existenznöten ist, beschließt sie zusammen mit ihrer Nichte nach England zu reisen, um herauszufinden, was es mit der ominösen Rose auf sich hat und was Clara dort wollte. Einerseits hegt sie die Hoffnung, Clara mit dem Duft der Rose aus dem Koma holen zu können und andererseits herauszufinden, ob es sich bei dem Briefeschreiber um den geheimen Vater ihrer Nichte handeln könnte.
Emilia selbst hegt immer noch Gefühle für ihren Jugendschwarm, der sich scheinbar nicht für sie interessierte.

Die Geschichte wird in der Gegenwart aus der Perspektive von Emilia geschildert, die wegen des Unfalls ihrer Schwester zurück in ihre Heimat kehrt und trotz ihres Alters ihren Platz im Leben noch nicht gefunden hat und noch nie eine Beziehung geführt, die länger als nur ein paar Monate dauerte. Wechselweise erfolgen Kapitel aus der Sicht von Clara, die 16 Jahre früher handeln, als sich die ältere der beiden Schwestern nach dem Abitur in England aufhielt.
Die Schauplätze, insbesondere die Gärten, die wie die Rosen in dem Roman eine Schlüsselrolle spielen, werden bildhaft beschrieben. Auch die intensiven Düfte, die vor allem olfaktorisch begabte Emilia wahrnimmt, sind eindringlich beschrieben.
Die Geschichte birgt so manches Geheimnis, das allerdings darin begründet liegt, dass die Protagonisten aus nicht immer nachvollziehbaren Gründen nicht mit einander kommunizieren. Geplatzte Träume, finanzielle Sorgen, unglückliche Liebschaften... zu viel wird verdrängt und sorgt nur für noch mehr Probleme. Claras Gesundheitszustand und die Eheprobleme der Eltern kommen noch obendrauf.
Die Suche nach der Rose und die eigentümliche Reise nach Kent erscheinen ein wenig blauäugig und abenteuerlich, aber Sorgen zumindest für ein wenig Spannung, nachdem die Geschichte auf Usedom zu Beginn auf der Stelle tritt.

Möglicherweise sind es zu viele Probleme und Geheimnisse auf einmal, weshalb kein Aspekt wirklich in die Tiefe geht und nachhaltig erörtert wird. Vor allem auch die Gefühle und Beziehungen der Personen untereinander werden überhaupt nicht deutlich. Weder ist das Band innerhalb der Familie noch sind die seit Jahren erhofften Liebesbeziehungen spürbar. Die Liebe zu Pflanzen und zu Düften nimmt in der Geschichte weit mehr Worte ein, als die so romantisch erdachten Liebesgeschichten. Diesbezüglich kann auch nur die zugegebenermaßen sehr dramatische Liebe von Clara überzeugen. Emilias Heimlichkeiten und Unsicherheiten sind in ihrem Alter dagegen nur schwer nachvollziehbar. Auch das Verhalten ihres Schwarms, das Emilia auf Abstand hielt, ist so wenig verständlich wie die abrupte Annäherung der beiden.

Der Roman lässt das Gärtnerherz aufblühen, ist inhaltlich anfangs nur mäßig spannend und birgt zu viel Ungesagtes, das aufgesetzt wirkt, so dass man nicht wirklich mit den Hauptfiguren und ihren großen und kleinen Dramen mitfühlen kann. Dass sich am Ende wirklich alle Schwierigkeiten in Wohlgefallen auflösen, ist für das romantische Leserherz zwar schön, aber nur wenig realitätsnah.

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Veröffentlicht am 29.06.2023

Abwechslungsreiche Kurzgeschichten, aber nur einige wenige konnten mich durch einen gekonnten Twist überraschen und mit einem zufriedenen Gefühl zurücklassen

Hotel Seattle
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"Hotel Seattle" ist eine Sammlung von zehn Kurzgeschichten, die zwischen zehn und 44 Seiten lang sind. Sie handeln von Liebe, Begehren, Sehnsüchten und Familie und haben Charaktere verschiedenen Alters ...

"Hotel Seattle" ist eine Sammlung von zehn Kurzgeschichten, die zwischen zehn und 44 Seiten lang sind. Sie handeln von Liebe, Begehren, Sehnsüchten und Familie und haben Charaktere verschiedenen Alters - vom Kind bis zum alten Mann - als Erzählstimme. Auch wenn die Liebe ein zentrales Thema ist, sind es keine romantischen Geschichten. Es geht um unerfüllte Liebe, um Verlust und Tod, um die Annäherung zwischen Eltern und Kindern, zwischen Großeltern und Eltern, brüchigen Familien und missbräuchlicher Liebe.
Nicht alle Geschichten sind gleich einnehmend oder verständlich, nicht immer fällt es leicht, sich in die Hauptfiguren hineinzuversetzen. Die Geschichten sind so bunt wie das Cover des Buches und lassen nie auf das Ende schließen.

Ich tauche lieber tief in Charaktere und ihre Geschichten ein, befasse mich lieber intensiver mit einer Thematik, weshalb ich kein großer Freund von Kurzgeschichten bin. Auch wenn die Einzelgeschichten nicht lang sind, ist nicht jede pointiert und fesselnd. Viele enden abrupt, manche ganz ohne Aha-Effekt.

Die Geschichten sind abwechslungsreich, aber nur einige wenige konnten mich durch einen gekonnten Twist überraschen und mit einem zufriedenen Gefühl zurücklassen. Andere sind schnell vergessen und nicht umsonst nur als Kurzgeschichte verblieben, deren schmaler Inhalt keinen ganzen Roman gefüllt hätten.

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Veröffentlicht am 27.06.2023

Naturverbundene Geschichte über Einsamkeit, Außenseitertum, Unerschrockenheit und Heimat, die ich mir packender, emotionaler und gehaltvoller erhofft hatte.

So weit der Fluss uns trägt
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Die 17-jährige Victoria Nash lebt am Rande der Kleinstadt Iola am Fluss des Gunnison River in Colorado, wo ihre Familie eine Pfirsichfarm betreibt. Nach einem Verkehrsunfall vor sechs Jahren, bei der ihre ...

Die 17-jährige Victoria Nash lebt am Rande der Kleinstadt Iola am Fluss des Gunnison River in Colorado, wo ihre Familie eine Pfirsichfarm betreibt. Nach einem Verkehrsunfall vor sechs Jahren, bei der ihre Mutter, ihre Tante und ihr Cousin ums Leben gekommen sind, ist Torie allein in einem Männerhaushalt. Sie hat die Aufgaben ihrer Mutter übernommen und kocht und putzt für ihre verstockten Vater, den verbitterten Kriegsveteran Onkel Ogden und ihren aggressiven Bruder Seth sowie die Hilfsarbeiter auf der Farm.
Ohne eine mütterliche Ratgeberin manövriert sich Torie durch die eintönigen Tage und ist deshalb umso aufmerksamer für einen Fremden, der ihr zufällig begegnet. Doch Wilson Moon ist indigener Abstammung, für die Bewohner der Kleinstadt nur ein krimineller Vagabund, den es zu vertreiben gilt. Torie aber überträgt alle Sehnsüchte auf ihn, schenkt ihm ihre ganze Liebe und wird unbedarft schwanger. Diese kann sie über Monate hinweg geheim halten, flieht aber letztendlich aus Angst um das Leben ihres ungeborenen Kindes in die Berge.
Aus einer einsamen Entscheidung heraus entwickelt sie eine ungeahnte Stärke und kämpft um die Bewahrung des Erbes ihrer Familie, als Iola geflutet werden soll.

Der Roman handelt von 1948 bis 1971, weshalb der Klappentext nur einen kleinen Ausschnitt beschreibt. Tatsächlich konnte mich die Geschichte auch erst nach einem Drittel für sich einnehmen, als Victoria mehr Mut und Stärke entwickelt hatte, eigeninitiativ handelte und unerschrocken für ihre Ziele kämpfte. Bis dahin ist die Geschichte in der Beschreibung des Alltags auf der Farm düster und eintönig und auch die Liebesgeschichte bringt kein Licht und Hoffnungsschimmer in das Leben der 17-jährigen Torie. Statt einer romantischen Liebe wirkt ihre Leidenschaft für Wil wie eine Flucht vor den rauen Männern, die sie bisher kannte.
Die Schwangerschaft und Flucht sind letztlich doch ein Ausweg aus der Monotonie, wenn auch anders als gedacht.

Victoria entwickelt sich weiter, reift zur Frau und agiert vorausschauender und mutiger als so manch anderer Bewohner Iolas, als deutlich wird, dass der Ort keine Zukunft mehr hat. Sie hat weiterhin nur wenig Kontakt zu Menschen, kümmert sich lieber um Tiere, Pflanzen und die Ernte und möchte das schier Unglaubliche schaffen - das Erbe ihrer Familie bewahren. Auch wenn die Farm und die Plantage verloren scheint, setzt sie Hoffnung in ihre Bäume, um auch weiterhin die berühmten Nash-Pfirsiche ernten zu können.

Nach einem schwachen und zähen Anfang entwickelte sich die Geschichte anders als erwartet und fasziniert mit dem Kampf für die Natur und was mit Mut, den richtigen Helfern und einem Quäntchen Glück alles möglich ist. Allerdings verliert sich die Handlung auf dem Weg zum versöhnlichen Ende ein wenig. Der Perspektivwechsel ist zwar aufschlussreich, wirkt jedoch unbeholfen und wenig kreativ.
Der Roman ist naturverbunden, handelt von Einsamkeit und Rassismus, von Verlust, Entwurzelung und Heimat und insbesondere von Außenseitertum, Unerschrockenheit und der grenzenlosen Liebe für das, was wichtig erscheint. Die Geschichte hatte ich mir jedoch packender, emotionaler und gehaltvoller erhofft.

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Veröffentlicht am 25.06.2023

Geschichte über Neuanfänge, Selbsterkenntnis und Freundschaft vor malerischer Kulisse - verbreitet sehnsüchtige Urlaubsstimmung

Wo die Sonne die Wellen berührt
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Annie ist promovierte Rechtsanwältin in Berlin und nach einer beruflich stressigen Phase und der Trennung von ihrem Freund, der sich lieber ein Heimchen am Herd wünschte, urlaubsreif und reist auf Empfehlung ...

Annie ist promovierte Rechtsanwältin in Berlin und nach einer beruflich stressigen Phase und der Trennung von ihrem Freund, der sich lieber ein Heimchen am Herd wünschte, urlaubsreif und reist auf Empfehlung ihrer Assistentin an die Côte d'Azur.
Hannah hat ihre Krebserkrankung überstanden, ist aber dennoch am Boden zerstört und hat Angst, erneut zu erkranken. Seit der Diagnose wohnt sie als verlassene Ehefrau bei ihren Eltern, die sie rührend umsorgt haben, sie aber nun wieder ins Leben entlassen möchten. Sie zwingen sie zu einem Urlaub in Südfrankreich, wo sie ihre depressive Phase überwinden soll.
Der Hamburger Henrik hat sich mit seinem Bruder erfolgreich selbstständig gemacht, durch die Teilhabe ihrer gewieften Cousine jedoch ins Abseits manövriert. Für eine Auszeit fährt er in das alte Ferienhaus seines Großvaters nach Bonnemer in die Nähe von Nizza.
Alle drei treffen in Südfrankreich auf einander, wo sie sich den Herausforderungen eines neuen Anfangs stellen.
Der Roman ist wechselnd aus den Perspektiven aller drei Protagonisten geschildert, die aus unterschiedlichen Gründen und mit unterschiedlicher Motivation an die französische Riviera gelangt sind. Während Annie und Henrik eine berufliche Auszeit nötig haben, um sich neu zu orientieren und bewusst in die Urlaubsstimmung eintauchen, ist Hannah dagegen nicht freiwillig dort, missmutig und lässt dies auch an allen Menschen, die es gut mit ihr meinen, aus. Schon bald kann sich aber auch Hannah nicht dem Charme des Mittelmeeres und des liebevoll bewirtschafteten Hotels entziehen.
Henrik, Annie und Hannah lernen sich allmählich besser kennen, verbringen ihre Freizeit miteinander, genießen die kulinarischen Köstlichkeiten und das Flair der Côte d'Azur. Sie teilen ihre Sorgen und Probleme, können sich gegenseitig unterstützen und werden zu Freunden.
Nach den Umbrüchen in Deutschland in Südfrankreich ereignet sich nicht allzu viel und es wird nur am Ende ein wenig dramatischer. Der Roman wird deshalb mehr von der wunderschönen Kulisse und der Urlaubsstimmung getragen, die sich schon bald beim Lesen einstellt. Landschaft, Klima, Kulinarik sowie die Ausflüge und Shoppingbummel in nahe gelegene Ortschaften versetzen die/ den Leser*in bildhaft an die Côte d'Azur. Durch die eindrucksvollen Beschreibungen ist auch nachvollziehbar, dass sich bei den Hauptfiguren trotz ihrer Probleme, die der Grund für die Reise sind, eine Leichtigkeit einstellt, sie ihre Ängste verlieren und neuen Lebensmut und Lebensfreude entwickeln.
Durch Selbstreflexion und den Austausch mit ihren neuen Freunden, die ebenfalls vor Herausforderungen stehen, wird ihnen bewusst, dass es andere Werte als Geld und Erfolg sind, worauf es im Leben wirklich ankommt.
Auch wenn die drei Protagonisten zu einem finanziell und gesellschaftlich besser gestellten Personenkreis zählen und bis auf Hannah nicht unbedingt mit existenziellen Problemen zu kämpfen haben, ist die Besinnung auf die Werte von Freundschaft, Liebe und Gesundheit dennoch authentisch.

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Veröffentlicht am 23.06.2023

Eine Frau, die für ihre Träume kämpft - lebendige und anschauliche Zeitreise in die 1950er-Jahre mit interessanten Einblicken hinter die Film- und Fernsehkulissen der Bundesrepublik.

Wunder gibt es immer wieder
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Eva Vordemfelde träumt nach einem Blick hinter die Kulissen der Dreharbeiten von "Sissi" in Fuschl am See, wo sie bei einem Ferienaufenthalt bei ihrer Cousine zufällig als Statistin ausgewählt wurde, davon ...

Eva Vordemfelde träumt nach einem Blick hinter die Kulissen der Dreharbeiten von "Sissi" in Fuschl am See, wo sie bei einem Ferienaufenthalt bei ihrer Cousine zufällig als Statistin ausgewählt wurde, davon Kostümbildnerin zu werden. Sie näht schon länger selbst Kleider und entwirft für sich Kostüme. Im Jahr 1955 ist sie als 19-Jährige jedoch noch nicht volljährig und muss sich ihrem Vater Axel unterordnen, der ihr die Flausen aus dem Kopf treiben möchte. Er selbst arbeitet an seiner Karriere als Journalist und zieht nach einer Beförderung mit der ganzen Familie von München nach Bonn, wo er für Eva eine Anstellung als Sekretärin bei dem Fernsehsender NWDR in Köln erwirken kann. Dort lernt sie den linkspolitischen Hörfunkredakteur Paul Voss kennen und verliebt sich nach einer ersten Antipathie in ihn. Ihrem politisch konservativen Vater und strengem Patriarch der Familie ist auch diese Liebschaft ein Dorn im Auge.
Eva lässt sich trotz aller Widrigkeiten und Rückschläge nicht unterkriegen, ihre Träume zu leben, denn sie möchte nicht einmal wie ihre Mutter Annemie enden, die ihre beruflichen Ambitionen für die Familie zurückstellte und nach der Rückkehr ihres Ehemanns aus Kriegsgefangenschaft ihre Eigenständigkeit und Selbstbewusstsein verloren zu haben scheint.

"Wunder gibt es immer wieder" ist der erste Band der dreiteiligen Reihe "Die Fernsehschwestern".
Der Roman versetzt die/ den Leserin eindrücklich in die Nachkriegsjahre 1955/ 1956 in der noch jungen Bundesrepublik. Er ist überwiegend aus der Perspektive der selbstbewussten, modern denkenden und zumal etwas trotzköpfigen Eva geschrieben, die aus einer gut bürgerlichen Familie stammt und unverdrossen gegen ihren streng konservativen Vater aufbegehrt, der ihr Leben nach seinen Ansichten bestimmen möchte. Daneben gibt es Einblicke aus der Sicht der weiteren Familienmitglieder, insbesondere des Patriarchen, die der/ dem Leserin so manchen Wissensvorsprung verschaffen.

Die Verhältnisse der damaligen Zeit werden anschaulich, lebendig und lebensecht beschrieben. Die Rollenbilder und Machtverhältnisse in der Familie sowie im Berufsleben können so wunderbar nachvollzogen werden. Auch die Orte, von München über Bonn und Köln sind so eindrücklich beschrieben, dass man Bilder vor Augen hat. Reale politische und gesellschaftliche Ereignisse fließen harmonisch in die fiktive Handlung ein. Die Autorin schafft es, dass Geschichte lebendig wird.

Die Charaktere sind facettenreich, wenn auch manchmal etwas stereotyp, agieren als Abbild der damaligen Zeit aber authentisch. Prominente Persönlichkeiten finden Erwähnung und ergänzen damit die Rahmenhandlung aus Politik, Film, Fernsehen und Hörfunk perfekt.
Die Geschichte zieht auch ohne größere Dramen in ihren Bann, ist abwechslungsreich und bietet beste Unterhaltung. Gespannt verfolgt man, wie Eva versucht ihren Träumen treu zu bleiben und diese auch zu leben.

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung "Morgen ist ein neuer Tag", der im Januar 2024 erscheint und Evas jüngere Zwillingsschwestern Franzi und Lilly Ende der 1960er-Jahre in den Fokus rückt.

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