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Veröffentlicht am 01.08.2022

Abwechslungsreiche, unterhaltsame RomCom, die auch ernste ernste Töne anschlägt - eine Geschichte über Selbstverwirklichung und die Suche nach Glück.

Der schönste Zufall meines Lebens
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Nachdem Penny ihre Krebserkrankung überstanden hat, erfolgreich ein kleines Café in London führt und inzwischen seit fünf Jahren Single ist, fragt sie sich, was sie in Liebesdingen falsch macht. Da begegnet ...

Nachdem Penny ihre Krebserkrankung überstanden hat, erfolgreich ein kleines Café in London führt und inzwischen seit fünf Jahren Single ist, fragt sie sich, was sie in Liebesdingen falsch macht. Da begegnet ihr der Koch Francesco und es ist Liebe auf den ersten Blick. Die beiden verbringen drei wunderschöne Wochen, bis Penny London verlassen muss, um sich um den Pub ihres erkrankten Onkels in Derbyshire zu kümmern. An ihrem Abschiedstag sieht sie Francesco mit einer anderen Frau und ist froh, dass sie sich in Derbyshire bei der Arbeit ablenken kann. Doch auch das Kennenlernen von Thomas und Priyesh und das was sie mit ihnen erlebt, ohne von einer romantischen Beziehung zu träumen, führt dazu, dass sie ihren Liebeskummer zunächst ausblenden kann. Als Francesco seine Zelte in London abbricht und nach Derbyshire kommt, steht Penny plötzlich zwischen drei Männern, die Interesse an ihr zeigen, sie aber nicht weiß, wer sie letztlich glücklich machen kann.

Als Penny schon kaum mehr an die Liebe glaubt und ihre Pläne umsetzen möchte, allein mittels einer Leihmutter ein Baby zu bekommen, begegnen ihr durch Zufälle kurz hintereinander drei attraktive Männer, zu denen sie sich hingezogen fühlt. Alle drei sind ganz unterschiedlich und haben verschiedene Vorstellungen davon, eine Beziehung zu führen. Während Francesco eine Freundschaft als Basis favorisiert, lehnt Thomas monogame Beziehungen ab und für Priyesh scheint die körperliche Lust im Vordergrund zu stehen. Mit allen dreien beginnt Penny Affären und stößt sie damit unweigerlich vor den Kopf. Erst als sie dann wieder alleine dasteht, begreift sie, dass sie sich klar werden muss, was sie wirklich im Leben möchte, um glücklich zu werden.

"Der schönste Zufall meines Lebens" ist eine abwechslungsreiche, unterhaltsame RomCom, die durch Pennys Vergangenheit, den Verlust ihrer Mutter und ihre eigene Krebserkrankung auch viele ernste Töne anschlägt. Es ist eine Geschichte über Liebe und Freundschaft, aber vor allem auch über Selbstfindung und die Suche nach dem Glück - und letztlich auch nach dem passenden Mann, der Wünsche respektiert und Zukunftspläne unterstützt. Der Roman ist voller interessanter Figuren, die individuell gezeichnet sind und trotz ihrer Eigenarten nicht überzeichnet sind. Nicht nur durch Vorstellung, dass es eine Frau ist, die Herzen bricht, sondern auch durch die Involvierung von LGBTQ und Familienkonstellationen, die von der klassischen Variante Vater-Mutter-Kind abweichen, ist es ein zeitgemäßer und moderner Liebesroman über eine Frau, die zu neuem Selbstbewusstsein findet und mutig ihren Weg geht.

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Veröffentlicht am 29.07.2022

Eine unglückliche Liebesgeschichte, eine Erzählung über Einsamkeit mit viel Mathematik, Lyrik und einer Protagonistin, die sich in ihrer Gedankenwelt verliert - zäh und ermüdend zu lesen.

Lehne deine Einsamkeit sanft an meine
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Rakel hat sich schon immer mit Zahlen wohler gefühlt als mit Menschen, hatte nie viele Freunde, aber dafür eine enge Beziehung zu ihren Eltern, vor allem zu ihrem Vater, der Wissenschaftler ist. Mit 19 ...

Rakel hat sich schon immer mit Zahlen wohler gefühlt als mit Menschen, hatte nie viele Freunde, aber dafür eine enge Beziehung zu ihren Eltern, vor allem zu ihrem Vater, der Wissenschaftler ist. Mit 19 Jahren und ihrem Faible für Mathematik zieht sie nach Oslo um zu studieren. Dort trifft sie auf den doppelt so alten Jakob, einen Dozenten, der von ihrem schnellen Verstand und ihrer Leidenschaft für mathematische Rätsel, Beweise und Herleitungen fasziniert ist.
Rakel verliebt sich in den verheirateten Mann und gibt sie ihm mit Haut und Haar hin. Als sie krank wird, ist er ihr einziger Halt. Neben der Diskussion über Mathematik lesen sie Gedichte und Jakob schreibt ihr selbst Gedichte. Sie leben in ihrer eigenen Welt, in der es nur sie beide gibt.
Während ihre nicht weiter diagnostizierte Krankheit fortschreitet und Jakob ihr Versprechungen macht, seine Frau zu verlassen, wenn die Kinder älter sind, macht Rakel Karriere als Akademikerin bis die Krankheit ihren Tribut fordert.

Rakel ist eine hochintelligente junge Frau, der es schwerfällt, auf andere Menschen zuzugehen und Bindungen einzugehen. Umso enger wird die Verbindung zu ihrem Professor, in dem sie in Bezug auf ihre Leidenschaft für Lyrik und Mathematik einen Seelenverwandten findet. Sie ist einerseits intelligent und andererseits schrecklich naiv. So entwickelt sich die Beziehung nach einem altbekannten Muster. Der verheiratete Mann macht Versprechen, vertröstet die unerfahrene Frau und wiegt sie damit in Sicherheit - wird sich aber letztlich nie für die Affäre und gegen die Familie entscheiden.

Rakel wird schon während der Beziehung zu Jakob krank, wobei die Krankheit nie benannt wird, so dass nur spekuliert werden kann wie groß die Rolle ihrer Psyche bei den körperlichen Symptomen ist.
Als sie nicht mehr arbeiten kann, beschäftigt sie sich intensiv mit dem Leben der Mathematikerin Sofja Kowalewkaja, das so viele Parallelen zu ihrem eigenen Leben aufweist. Rakel möchte von Sofjas Fehlern lernen, um nicht so unglücklich zu werden wie sie.
Während man im ersten Teil des Romans ein Verständnis für Algebra, Stochastik und damit verbundene Fragestellungen haben sollte, um den Dialogen von Rakel und Jakob zu folgen, sollte man im zweiten Teil ein Interesse für klassische Musik aufbringen.

Es ist ein Roman, der sich im Wesentlichen auf die Gefühlswelt und Gedanken von Rakel konzentriert und deshalb etwas eintönig ist. Zudem ist es schon fast deprimierend zu lesen wie Rakel ihr Potenzial nicht ausschöpft und so viel Zeit mit Jakob verschwendet.
Vor allem auf den letzten Seiten, in denen sich Rakel gedanklich wirr mit historischen Persönlichkeiten beschäftigt, ist das Buch recht zäh. Man gelangt zu keinen neuen Erkenntnissen über Rakel, die einerseits so rational und wissenschaftlich denken kann, andererseits jedoch so künstlerisch, emotional und verletzlich ist, und ihre weitere Zukunft.
"Lehne deine Einsamkeit sanft an meine" ist keine Liebesgeschichte als solche, sondern eine Geschichte über Einsamkeit, denn selbst als Rakel Jakob noch regelmäßig sieht, ist sie doch allein mit sich und ihren Träumen von einer anderen Zukunft.

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Veröffentlicht am 29.07.2022

Authentisch geschilderter, herzerwärmender Roman über Hoffnung, Träume und die Suche nach Glück, die die Situation des Nachkriegsdeutschlands historisch aufwändig recherchiert und bewegend schildert.

Findelmädchen
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Nachdem Helga und Jürgen van Beek nach Ende des Zweiten Weltkrieges als verwaiste Findelkinder von einem Paar aus Frankreich aufgefunden wurden, die sich ihnen liebevoll annahmen, kehren sie im Januar ...

Nachdem Helga und Jürgen van Beek nach Ende des Zweiten Weltkrieges als verwaiste Findelkinder von einem Paar aus Frankreich aufgefunden wurden, die sich ihnen liebevoll annahmen, kehren sie im Januar 1955 nach Köln zu ihrem aus russischer Kriegsgefangenschaft heimgekommenen Vater zurück. Der Verbleib der Mutter Elisa ist weiterhin ungewiss.
Der Vater hat sich mit einem kleinen Büdchen in Köln selbstständig gemacht, wo sich Helga gerne aufhält, in Illustrierten blättert und allein die Anwesenheit des Vaters genießt. Sie ist inzwischen 15 Jahre alt, wissbegierig und würde deshalb gerne auf das Gymnasium gehen. Ihr sonst so fürsorglicher Vater hat dafür kein Verständnis und auch die traumatisierte, schnippische Tante Meta ist Helga keine Hilfe.
Helga wird auf der Haushaltungsschule angemeldet, wo sie sich mit ihren zwei linken Händen auf das Leben als Ehefrau vorbereiten soll, obwohl Helga noch keinen Gedanken an eine Ehe verschwendet. Während eines Praktikums in einem Waisenhaus in Sülz wird sie mit der harten Realität konfrontiert. Sie ist erschüttert, wie die strengen Nonnen mit den Kindern umgehen, die ohnehin schon so viel mitgemacht haben und fühlt sich an ihr eigenes Schicksal als "Kind aus der Gosse" erinnert.
Dagegen ist der Wiederaufbau und die Euphorie eines Aufschwungs spürbar und so hofft auch Helga trotz aller Widrigkeiten und der Ungewissheit um die Mutter auf einen Neuanfang.
"Findelmädchen - Aufbruch ins Glück" ist kein Nachfolgeband von "Trümmermädchen - Annas Traum vom Glück", handelt jedoch wieder in Köln und wenige Jahre im Anschluss. Helga denkt zudem noch an Anna und Karl vom Buttermarkt, die sie noch aus früher Kindheit kennt.
Der Roman wird aus der Perspektive der Jugendlichen Helga geschildert, die während und nach dem Zweiten Weltkrieg viel Schlimmes miterleben musste, die Vater und Mutter verloren hatte und sich allein mit ihrem einen Jahr älteren Bruder Jürgen durchschlagen musste. An ihren Vater hatte sie kaum mehr eine Erinnerung, aber dennoch fühlt sie sich in seinen Armen und in Köln sofort wieder heimisch. Sie ist ein etwas verschüchtertes, aber neugieriges, intelligentes Mädchen, das gerne liest und deshalb auf das Gymnasium gehen möchte, um noch mehr zu lernen. Sie, die im Haushalt schon immer ungeschickt war und deshalb so unsicher ist, soll sich stattdessen auf der Haushaltungsschule auf ihr Leben als Haus- und Ehefrau vorbereiten.
Brav fügt sie sich in ihr Schicksal, kann jedoch nicht nur dabei zusehen, wie die Kinder im Waisenhaus emotional vernachlässigt, erniedrigt bis hin zu gewalttätig aufgezogen werden. Insbesondere das farbige "Besatzerkind" Bärbel hat es schwer, wird von anderen Kindern und den Nonnen drangsaliert und als minderwertig erachtet.
Neben den schlechten Erfahrungen, die sie dort sammelt und sie daran erinnern lässt, wie gut es ihr im Vergleich dazu ergangen ist, freut sie sich für ihren Bruder, der eine Anstellung bei Ford hat und mit allerhand handwerklichem Geschick die Zimmer in ihrem Häuschen am Eigelstein renoviert. Auch Fanny, die bei ihnen aushilft, mag Helga gerne und staunt, wie die von ihr eröffnete Milchbar Leben in ihr Haus bringt.
Milchshakes, Petticoats und Rock'n'Roll, Tanz und erste zaghafte Annäherungsversuche unter den Jugendlichen unter den strengen Augen der Erwachsenen, aber auch das verbliebene nationalsozialistische Gedankengut - der Zeitgeist der 1950er-Jahre und die Aufbruchstimmung ist spürbar und ein wunderbarer Kontrast zu dem Leid der frühen (Nachkriegs-)jahre und der Situation im Waisenhaus.
Der Schreibstil von Lilly Bernstein ist liebevoll detailliert, einnehmend und so bildhaft, dass man sich problemlos in das Köln von 1955 versetzen kann. Auch in die sympathische, aufgeweckte und doch so zurückhaltende Helga kann man sich ohne Weiteres einfühlen. Spannung erzeugt dabei nicht nur ihr weiterer Werdegang und ihr Heranwachsen von einem verschüchterten "Findelmädchen" zu einer wagemutigen jungen Frau, sondern auch ob das Schicksal von Helgas und Jürgens Mutter geklärt werden wird. Durch ihre emotionalen Tagebucheinträge aus dem Jahr 1945, die sie an ihren Ehemann richtet und die sich zwischen die Kapitel einfügen, bleibt sie stets im Hintergrund der Geschichte.
"Findelmädchen - Aufbruch ins Glück" ist eine authentisch geschilderter, herzerwärmender Roman über Hoffnung, Träume und die Suche nach Glück, die die Situation des Nachkriegsdeutschlands historisch aufwändig recherchiert und anhand der fiktiven Geschichte von Helga emotional bewegend darstellt.

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Veröffentlicht am 27.07.2022

Erschütternde Geschichte über eine innige Paarbeziehung und eine psychische Erkrankung, die Tabus bricht und bei der die Hilflosigkeit der Protagonistin erschreckend real nachempfunden werden kann.

Ich bin nicht da
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Leo und Simon sind seit über zehn Jahren ein Paar und leben mit ihrer Katze Daan in einer kleinen Wohnung in Brüssel. Beide verbindet sie eine tragische Vergangenheit, denn jeder von ihnen hat seine Mutter ...

Leo und Simon sind seit über zehn Jahren ein Paar und leben mit ihrer Katze Daan in einer kleinen Wohnung in Brüssel. Beide verbindet sie eine tragische Vergangenheit, denn jeder von ihnen hat seine Mutter verloren und keine enge Beziehung zu ihren Vätern. Ihre Liebesbeziehung füllt sie vollkommen aus. Genauso wenig wie sie eine enge familiäre Bindung haben, haben sie kaum enge Freunde. Sie sind kreative Köpfe, wobei das Talent beruflich nur von Simon ausgelebt wird, der als Grafikdesigner arbeitet. Leo traut ihrer schriftstellerischer Ader weniger über den Weg und begnügt sich mit einem Job als Verkäuferin in einem Umstandsmodegeschäft, der ihr ein sicheres Einkommen bietet.
Ihre enge Beziehung gerät ins Wanken, als Simon eines nachts tätowiert nach Hause kommt, völlig überdreht und energiegeladen ist und Leo eröffnet gekündigt zu haben, um sich selbstständig zu machen. In den nächsten Wochen und Monaten leidet Simon an Selbstüberschätzung, schläft kaum noch, räumt die Wohnung um, tätigt unzählige Onlineeinkäufe für sein Unternehmertum und entwickelt eine zunehmende Paranoia, fühlt sich verfolgt und verliert allmählich den Bezug zur Realität.
Leo ist hilflos, erkennt Simon nicht wieder und sieht lange zu wie er sich selbst und ihre Beziehung zerstört, bis sie sich Hilfe sucht. Sie schreibt sich zudem den Kummer von ihrer Seele und ahnt nicht, dass sie damit eine Katastrophe auslösen könnte und ihr nur wenig Zeit bleibt, diese zu verhindern.
Der Roman handelt im Jahr 2018, als sich Simon zu verändern beginnt und ist aus der Perspektive seiner Freundin Leo geschildert. Während der chronologisch verlaufenden Handlung, die sich zu einer Abwärtsspirale entwickelt, in der sich beide Hauptfiguren zu verlieren drohen, zeigen kürzere Einblicke ins Jahr 2019, wie sich eine Katastrophe anbahnt.
Die Geschichte ist sehr intensiv, kein Thriller, aber ein wahrer Pageturner. Sie schildert eine intime, schamlose Paarbeziehung, die unerwartet auseinanderzubrechen droht, als einer von ihnen in ein seelisches Ungleichgewicht gerät und eine Psychose entwickelt.
Eindringlich und schonungslos wird erzählt, wie Leo hilflos und auf sich alleingestellt dabei zusieht, wie sie ihren Freund, zu dem sie eine so vertrauensvolle Beziehung führte, nach und nach verliert. Sie weiß nicht was sie tun soll, denn jede Intervention fühlt sich wie ein Verrat an. Leo ist in Sorge um Simon und fürchtet sein unkontrolliertes Handeln, nimmt ihn aber gleichzeitig vor Außenstehenden in Schutz. Sie wird zu einer Co-Kranken.
"Ich bin nicht da" ist ein Portrait einer innigen Paarbeziehung und ein Roman über psychische Gesundheit, der nicht aus der Sicht des Kranken, sondern des Angehörigen geschrieben ist. Medizinische Aspekte, Therapie, Medikamente und Heilung spielen keine wesentliche Rolle. Ungläubig verfolgt man, wie schnell sich ein Mensch verändert und zu welchen Handlungen er fähig ist.
Es ist eine erschütternde, mitnehmende Geschichte, die nichts beschönigt, die Tabus bricht und die durch die Ich-Perspektive und die spürbare Hilflosigkeit der Protagonistin erschreckend real wirkt. Pendelnd zwischen Hoffnung und Verzweiflung fragt man sich selbst, wann man in solch einer Situation eingreifen würde und wann es zu einem Vertrauensbruch führen würde.
Lize Spit bleibt vergleichbar mit "Und es schmilzt" ihrem schnörkellosen, sehr direkten Schreibstil treu, ohne die Empathie für ihre Figuren zu verlieren. Es ist eine fordernde Lektüre, die den langsamen Verlust eines geliebten Menschen beschreibt und die durch die kurzen Abschnitte in der Gegenwart, die wie ein Countdown geschildert sind, für Spannung sorgt, die sich durch die sehr detaillierte Beschreibung von Simons Wesensveränderung etwas verliert.

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Veröffentlicht am 25.07.2022

(Liebes-)geschichte mit erwartbarer Handlung, die zwar charmant geschildert, durch ihre Vorhersehbarkeit aber auch etwas langweilig ist.

Liebe funkelt apfelgrün
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Mila ist hoffnungslos romantisch und glaubt an die große Liebe, wie sie es in den Romanen ihres Liebesbuchclubs liest. Umso schlimmer trifft es sie, als sie von Theo bitter enttäuscht wird, der ihr Hoffnungen ...

Mila ist hoffnungslos romantisch und glaubt an die große Liebe, wie sie es in den Romanen ihres Liebesbuchclubs liest. Umso schlimmer trifft es sie, als sie von Theo bitter enttäuscht wird, der ihr Hoffnungen macht, aber offenbar noch vergeben ist. Mila nimmt deshalb ein Housesitting-Angebot in Schottland an, um Abstand zu gewinnen. In dem Cottage fühlt sie sich direkt wohl, wird aber von den Bewohnern des kleinen Ortes Applemore zunächst nur argwöhnisch betrachtet. Aus Angst, als einsame Katzen-Lady zu enden, geht sie auf die Menschen zu, die schnell vom Talent der Bäckerstochter überzeugt sind und das Sauerteigbrot ihrem labbrigen Toast vorziehen. An die gute alte Zeit erinnert, entsteht ein Tauschgeschäft, in dem Mila Backwaren gegen andere Lebensmittel und Dienstleistungen erhält und auf diese Weise die Bewohner Applemores besser kennenlernt. Darunter ist auch Finley, der Sohn der Hausbesitzer, der unerwartet aus Australien zurückkehrt. Nach kleinen Startschwierigkeiten fühlt sich Mila zu dem frechen Schotten hingezogen, doch da meldet sich Theo plötzlich wieder und macht Mila erneut Hoffnungen.

"Liebe funkelt apfelgrün" ist aus der Perspektive der Mittzwanzigerin Mila geschrieben, die spontan von Heidelberg nach Schottland flüchtet, um sich von ihrem Liebeskummer abzulenken. Die Bewohner dort - vom störrischen Pubbesitzer über geheimnisvolle Frühstücksgäste im Pub bis hin zur neugierigen Nachbarin - sind eigenwillig und machen das Ankommen für Mila zunächst nicht einfach. Durch das Brotbacken, das sie auf andere Gedanken bringen soll, erobert sie jedoch schnell das Herz der verschrobenen Dorfbewohner und fühlt sich in der kühlen Heidelandschaft und bei bierseligen Pub-Abenden mit Livemusik bald wohl. Auf diese Weise lernt man eine Reihe von Nebencharakteren kennen, die Geheimnisse bergen und nicht nur Mila neugierig machen. Zudem kann man sich durch die bildhafte Beschreibung den Schauplatz in Schottland vorstellen, wobei nicht an Klischees gespart wird.

Die Geschichte ist dialoglastig, es wird viel geknetet, gebacken und gegessen. Es ist ein Wohlfühlroman mit kleinen Dramen und Geheimnissen, der durch Milas aufgeschlossene Art und das Kennenlernen der Dorfgemeinschaft, in der Freundschaft und Zusammenhalt noch großgeschrieben werden, abwechslungsreich und unterhaltsam ist.
Freundschaft und Nachbarschaftlichkeit nehmen einen großen Raum ein, wirken trotz manch verschrobener Charaktere herzlich und ehrlich. Die Liebesgeschichten - ob Mila und Theo oder Mila und Finlay - können dagegen weniger überzeugen. Milas Gefühlschaos ist nachvollziehbar, aber die Entscheidung zwischen zwei Männern wird ihr letztlich viel zu leicht abgenommen. Gerade Theo wirkt als Figur wenig authentisch und divenhaft. Die Gefühle zwischen Mila und Finlay sind kaum spürbar, respektive entwickeln sich zu schnell auf eine andere Ebene als Freundschaft.

"Liebe funkelt apfelgrün" ist eine (Liebes-)geschichte mit erwartbarer Handlung, die zwar charmant geschildert ist, durch ihre Vorhersehbarkeit aber auch etwas langweilig ist. Die männlichen Hauptfiguren sind dabei so blass, dass die Liebesgeschichte nicht wirklich berühren kann.

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