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Veröffentlicht am 29.07.2021

Faszinierende, wendungsreiche Geschichte voller Liebe, Intrigen und Geheimnisse, die auf beiden Zeitebenen gleichermaßen fesselnd geschildert ist.

Sturm über Cornwall
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Die betagte Dame Joan Russel liegt im Sterben, weshalb ihre Tochter Diana und Enkelin Lottie auf das Anwesen Boskenna in Cornwall zurückkehren, um Abschied zu nehmen. Tochter und Mutter beider Generationen ...

Die betagte Dame Joan Russel liegt im Sterben, weshalb ihre Tochter Diana und Enkelin Lottie auf das Anwesen Boskenna in Cornwall zurückkehren, um Abschied zu nehmen. Tochter und Mutter beider Generationen sind sich fremd geworden, sind von der jeweils anderen enttäuscht worden und verbergen Geheimnisse voreinander. Insbesondere Diana, die nur bruchstückhafte Erinnerungen an ihre frühe Kindheit in Boskenna hat, möchte endlich wissen, was vor 56 Jahren passierte, als ihr Vater unter tragischen Umständen ums Leben kam. Die Unfallversion ist der erfahrenen Journalistin zu vage und je mehr sie und Lottie in Boskenna in Notiz- und Tagebüchern finden und Joan bedrängen, die Wahrheit zu sagen, desto mehr scheint sich Dianas Verdacht zu bestätigen, dass ihre Mutter etwas zu verbergen hat.

Der Roman ist in kurzen Kapiteln aus der Sicht der Hauptfiguren Joan, Diana und Lottie geschrieben, wobei Joans Perspektive auf die Vergangenheit, das erste Augustwochenende im Jahr 1962, und Lotties Perspektive auf die Gegenwart, die Tage des Abschieds von Joan im August 2018, beschränkt sind, wohingegen Dianas Sicht beide Zeitebenen umfasst. So erlebt man Joan als elegante Gastgeberin der Geburtstagsfeier ihres Ehemannes Allan Trewin auf Boskenna und wie die achtjährige Diana aus Kindessicht das Wochenende mit den verschiedensten ihr fremden Besuchern erlebt hat.
Der Tod von Dianas Vater hat die Familie nachhaltig erschüttert und Diana kann bis heute nicht verstehen, warum auch ihre Mutter sie nach dem Unglück verlassen hat. Sie selbst hat ihrer Tochter Lottie gegenüber ein schlechtes Gewissen, der sie nicht genug Mutterliebe entgegenbrachte und sich Joan um sie kümmern ließ.

Es sind verzwickte Familienverhältnisse, die sich kurz vor Joans Tod auftun, um Vergangenes zu klären, Schuld zu tilgen und Gewissen zu erleichtern, bevor es zu spät ist.
Beide Zeitebenen, die die Ereignisse im Jahr 1962 und 2018 chronologisch fast minütlich detailgetreu und aus wechselnden Perspektiven schildern, fesseln durch die wohlgehüteten Geheimnisse und die emotionalen Spannungen zwischen den Generationen.
Das Setting ist auf das malerische Anwesen Boskenna mit seinen Stallungen und Cottages direkt an der kornischen Küste begrenzt und bietet die atmosphärisch perfekte Kulisse für die Geschichte der Familie Russell/ Trewin. Dabei ist das Buch mehr als eine Familiengeschichte, in der sich die Generationen entfremdet haben und aus Angst oder Rücksichtnahme lebensverändernde Tatsachen durch Halbwahrheiten vertuschen. Neben aller persönlicher Zwistigkeiten und Emotionen fesselt es durch den geschichtlich-politischen Kontext vor dem Hintergrund des Kalten Krieges und den gefährlichen Nebentätigkeiten der Trewins als in Moskau stationierte Botschaftsangehörige.

"Sturm über Cornwall" ist eine faszinierende, wendungsreiche Geschichte voller Liebe, Intrigen und Geheimnisse, die auf beiden Zeitebenen gleichermaßen fesselnd geschildert ist. Dabei ist es spannend, wie die Umstände des Todes von Allan Trewin nach über einem halben Jahrhundert durch die Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart aufgedeckt werden und die emotionale Frage geklärt wird, ob die drei überzeugend und glaubwürdig charakterisierten Frauen sich gegenseitig verzeihen und annähern können und letztlich Frieden finden werden.

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Veröffentlicht am 27.07.2021

Spannendes Familiendrama voller Tragik mit der Chance auf einen Neuanfang

Solange es Liebe gibt
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Nach dem tragischen Unfalltod ihres Ehemannes und ihrer beiden Kinder verfällt Julie in schwere Depressionen und zieht sich in sich zurück ohne an ein morgen zu denken. Zurück ins Leben findet sie notgedrungen ...

Nach dem tragischen Unfalltod ihres Ehemannes und ihrer beiden Kinder verfällt Julie in schwere Depressionen und zieht sich in sich zurück ohne an ein morgen zu denken. Zurück ins Leben findet sie notgedrungen erst nach Monaten der Verwahrlosung, als ihr Vater stirbt und sie das Erbe des Kaffeemanufakturbesitzers im bayerischen Dinzing antreten soll. Die Verantwortung für die Firma und ihre Mitarbeiter erschlägt die lebensmüde junge Frau zunächst, die sich vor elf Jahren von der Familie und dem Betrieb abgewandt hatte. Unerwartet begegnet sie in Dinzing Menschen, die ihr ganz selbstverständlich helfen. Sie findet eine Aufgabe, eine Familie und neuen Halt und erhält die Chance, sich mit der Vergangenheit zu versöhnen.

"Solange es Liebe gibt" ist das Prequel von "Solange es Schmetterlinge gibt" und "Unter Wasser kann man nicht weinen", kann aber unabhängig von den beiden Romanen gelesen werden, denn es handelt sich jeweils um abgeschlossene Geschichten.

Das Buch handelt auf zwei Zeitebenen, wobei der Fokus der Geschichte auf der Gegenwart und Julies traurigem Schicksal ruht. In der Vergangenheit taucht man in die Kindheit und Jugend ihrer Großmutter Klara ein, die sich fanatisch in ihren späteren Ehemann Friedrich verliebt. Um diesen für sich zu gewinnen, nimmt sie eine Schuld auf sich, die noch in der Gegenwart auf ihr lastet. Durch Julies tragischem Verlust erhält sie das Gefühl, dass die Erbsünde an Julie weitergetragen wurde und möchte Buße tun.

Der Roman beginnt mit einem folgenschweren Drama, das Julies Leben komplett verändert. Sehr lebensnah ist geschildert, wie Julie an dem Verlust fast zerbricht. Das Buch ist deshalb sehr melancholisch und bedrückend. Es ist schwer zu ertragen, wie Julie nach dem Verlust ihrer Familie ihre eigene Existenz aufs Spiel setzt. Eine Wende ergibt sich durch die Rückkehr in ihre Heimat Bayern. Ganz allmählich findet Julie durch die Hilfe vieler liebenswerter Menschen, die ihr dort neu und wieder begegnen, ins Leben zurück. Auch dieser Wandel ist authentisch und berührend geschildert. Es fällt leicht, sich in Julie hineinzuversetzen, auch wenn sie kein einfacher Charakter ist. Wie schon ihre Großmutter Klara ist sie eigenwillig und stößt andere Menschen leichtfertig von sich. Beide Charaktere haben mir aufgrund ihrer ruppigen Art, hinter der sich aber ein weicher Kern versteckt, gut gefallen. Die Nebencharaktere sind vielfältig und individuell gezeichnet, wenn auch etwas offenkundig in Gut und Böse eingeteilt.
Die etwas klischeehaften Bösewichten sorgen jedoch in Bezug auf Julies Erbe für Spannung und geben der dramatischen Familiengeschichte den Hauch eines Kriminalromans. Darüber hinaus fesseln die Passagen aus der Vergangenheit und das Geheimnis von Klaras Schuld, das am Ende offenbart wird.

Hanni Münzer schreibt mit Herzblut, was auch noch durch ihr persönliches Nachwort unterstrichen wird und mich nicht nur neugierig auf die bereits erschienene "Fortsetzung" der "Schmetterlings"-Reihe, sondern auch auf weitere Romane der Autorin gemacht hat.

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Veröffentlicht am 25.07.2021

Buch über eine sagenhafte Freundschaft, Solidarität, Mitgefühl und Nächstenliebe - kaum zu glauben, dass es es sich um eine wahre Geschichte handelt

Immer montags beste Freunde
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An einem ganz gewöhnlichen Montag, als Laura Schroff zur Arbeit geht, wird sie um Kleingeld angebettelt. Als sie sich noch einmal umdreht, stellt sie fest, dass es ein Kind ist. Anstatt dem Jungen Geld ...

An einem ganz gewöhnlichen Montag, als Laura Schroff zur Arbeit geht, wird sie um Kleingeld angebettelt. Als sie sich noch einmal umdreht, stellt sie fest, dass es ein Kind ist. Anstatt dem Jungen Geld zu geben, lädt sie ihn zum Essen ein und spendiert ihm ein Menü bei McDonald's. Laura hat Mitleid mit dem Jungen, der aus ärmsten Verhältnissen stammt, vernachlässigt wird und in einem Drogenmilieu aufwächst. Sie trifft sich deshalb fortan jeden Montag mit Maurice, um ihm ein Essen zu spendieren, versorgt ihn gar die ganze Schulwoche über mit Sandwiches und frischer Kleidung. Maurice wird zu einem Freund, der bei ihr Familienanschluss findet und zu ersten Mal ganz alltägliche Dinge lernt, die für andere Kinder in seinem Alter selbstverständlich sind.
Maurice wächst heran und bekommt durch Laura die Chance, nicht wie seine Eltern und Großeltern auf die schiefe Bahn zu geraten. Mehr als nur materielle Dinge, erhält er Wertschätzung, Zuneigung und eine Form der Erziehung. Laura nimmt ihre Verantwortung ernst und hält an ihrer Fürsorge für ihn dauerhaft fest.

Die ungewöhnliche Freundschaft zwischen der Businessfrau Mitte 30 und dem zwölfjährigen Jungen hat über Jahre Bestand. Es ist eine wahre Geschichte, über die Laura Schroff mit "Immer Montags beste Freunde" ein autobiographisches Buch geschrieben hat. Würde man es nicht besser wissen, könnte man meinen, ein Märchen zu lesen. Was Laura selbstlos und ohne einen Anlass für einen fremden Jungen leistet, ist mehr als außergewöhnlich. Ganz selbstverständlich wird Maurice ein Teil ihres Lebens und zu einem festen Bestandteil ihrer Woche. Durch die Gespräche, die die beiden miteinander führen, werden Erinnerungen in Laura wach und man erfährt, was sie in ihrer Kindheit erlebt hat, dass auch sie aus keiner intakten Familie stammt, aber trotzdem ihren Weg gegangen ist. Lauras Menschlichkeit und Fürsorge sind bewunderns- und nachahmenswert.

"Immer Montags beste Freunde" ist ein Buch über eine sagenhafte Freundschaft, über Solidarität, Mitgefühl und Nächstenliebe. Es ist ein Roman, der einen an das Gute im Menschen glauben lässt und hoffnungsvoll stimmt. Gleichzeitig sind die Passagen über Maurices Lebenswelt und Alltag im Drogensumpf und auch über Lauras Kindheit, die von häuslicher Gewalt geprägt war, belastend und machen betroffen. Umso schöner ist es zu sehen, dass die äußeren Umstände ihre Leben zwar prägten, aber nicht bestimmten. Ihre Schicksale waren nicht vorgezeichnet, ihnen blieb immer noch die Möglichkeit, einen anderen Weg zu gehen und zu besseren Menschen zu werden, als es ihnen in ihren Familien vorgelebt worden war.

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Veröffentlicht am 24.07.2021

Raffiniert aufgebauter, fesselnder Thriller

The Nothing Man
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Eve Blacks Familie, ihrer Eltern und ihre jüngere Schwester, wurden vor knapp zwanzig Jahren durch einen Serienmörder getötet. Sie selbst überlebte nur mit Glück und wuchs anschließend bei ihrer Großmutter ...

Eve Blacks Familie, ihrer Eltern und ihre jüngere Schwester, wurden vor knapp zwanzig Jahren durch einen Serienmörder getötet. Sie selbst überlebte nur mit Glück und wuchs anschließend bei ihrer Großmutter auf. Die Ereignisse belasten sie noch heute, insbesondere da der Täter, der aufgrund fehlender Spuren in den Medien als "Nothing Man" bezeichnet wurde, nicht gefasst werden konnte.
Auf dem College verfasste sie einen Aufsatz über die Tatnacht, der so gut ankam, dass ein Verlag Interesse für ihre Memoiren gezeigt hat. Eine Lektorin überredet Eve, sich noch einmal ihrem Trauma zu stellen und über den "Nothing Man" zu schreiben. Ihrer Ansicht nach besteht die Chance, dass durch die erneute Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit neue Erkenntnisse zu den Serienmorden gewonnen werden könnten, die es ermöglichten, den Täter zu identifizieren.
Jim Doyle arbeitet als Sicherheitsmann in einem Supermarkt, wo ihm ein neuer Bestseller "The Nothing Man" auffällt. Aufgeregt beginnt er zu lesen, denn Eve Black hat über ihn geschrieben. Die Worte provozieren ihn und machen ihn so nervös, dass er beschließt, sein Werk zu beenden und Eve zu töten.

"The Nothing Man" ist ein raffiniert aufgebauter Thriller. In der Gegenwart wird er aus Sicht des Serienmörders Jim Doyle geschildert, der sich Jahre lang bedeckt halten konnte. Er liest nun das Buch, dass die Überlebende einer seiner Taten geschrieben hat. Sie berichtet darin nicht nur vom Mord an ihrer eigenen Familie sondern auch von seinen weiteren Taten. Jim war immer stolz auf sein Können und dass die Polizei nicht einmal im Ansatz auf ihn als Täter gekommen ist. Durch die gebündelten Informationen, die Eve in ihrem Buch zusammengetragen hat, kommt sie ihm als Person gefährlich nahe. Sein Hass wird beim Lesen weiter geschürt, weshalb sie ihm keine andere Möglichkeit lässt, als noch einmal zuzuschlagen.

Auch wenn der Serienmörder von Anbeginn bekannt ist, ist der Roman spannend geschildert. Durch sein Lesen des Buches erlebt man seine vergangenen, grausamen mit und wie er selbst auf diese Offenbarungen reagiert. Jim fühlte sich bisher sicher und steht nun unter enormen Druck, der durch die Medien, die den Bestseller und seine Autorin inszenieren, weiter erhöht wird. Auch in das Opfer Eve, deren Ziel es ist, den Täter zu identifizieren und seiner gerechten Strafe zuzuführen, kann man sich gut hineinversetzen, auch wenn man ihr nicht ganz so nahe kommt. Aufschlussreich und spannend wird durch die Verknüpfung von Realität und Fiktion, von Vergangenheit und Gegenwart, geschildert, wie Jim Doyle so lange unerkannt bleiben konnte. Das Buch-im-Buch-Prinzip ist ein spannender Krimi, während der Nervenkitzel sich in der Gegenwart bei der gegenseitigen Jagd aufeinander entwickelt, bei der man sich fragt, wer von beiden den ersten Fehler begehen wird.

"The Nothing Man" hat mir aufgrund des ungewöhnlichen und kreativen Aufbaus gut gefallen, Nicht nur die Grausamkeiten der geschilderten Taten, auch raffiniert gesetzte Wendungen tragen zu einem durchgängigen fesselnden Leseerlebnis bei.

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Veröffentlicht am 22.07.2021

Mischung aus Drama und Krimi mit einer mäßig spannenden Aufklärung der Vermisstenfälle. Die Vergangenheit lässt dabei nicht los.

Nacht ohne Sterne
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Anna Hart ist Ermittlerin in San Francisco, die auf die Fälle verschwundener Kinder spezialisiert ist. Als sie selbst in ihrer Familie von einem Unglück betroffen ist und schwere Schuldgefühle auf ihr ...

Anna Hart ist Ermittlerin in San Francisco, die auf die Fälle verschwundener Kinder spezialisiert ist. Als sie selbst in ihrer Familie von einem Unglück betroffen ist und schwere Schuldgefühle auf ihr lasten, kehrt sie nach Mendocino zurück. Nachdem sie adoptiert worden warm, ist sie in der nordkalifornischen Kleinstadt aufgewachsen und hofft, dass sie dort zur Ruhe kommen kann.
Ein Schulfreund von ihr ist inzwischen Sheriff und bearbeitet den Fall einer verschwundenen 15-Jährigen. Anna bietet inoffiziell ihre Unterstützung bei den Ermittlungen an und ist bald komplett involviert. Als wenige Orte weiter ein Mädchen unter Beisein ihrer Freundinnen aus ihrem Elternhaus entführt wird und herauskommt. dass ein weitere Teenager schon länger verschwunden ist, lassen sie die Fälle nicht mehr los. Da sie bei der verschwundenen Cameron Parallelen ihrer eigenen Jugend erkennt, fühlt sie sich immer wieder in die Vergangenheit zurückversetzt.

Der Roman ist aus der Perspektive von Anna geschrieben, die in der Vergangenheit als Kind schon viel Schlimmes ertragen musste und nun als Erwachsene erneut eine traumatische Erfahrung sammeln musste. Es ist verständlich, dass sie sich trotz ihres Urlaubs in den Fällen der vermissten Mädchen engagiert - einerseits um sich abzulenken und nicht über die eigene Tragödie nachdenken zu müssen, andererseits um Buße zu tun und die unschuldigen Mädchen zu retten.

Vergangenheit und Gegenwart vermischen sich in den Kapiteln, denn sowohl im Fall der Entführung als auch im Fall des verschwundenen Mädchens ergeben sich Parallelen zu Annas Biographie. Der Fokus der Erzählung liegt vorwiegend auf den Gedanken Annas, aber auch auf den Ermittlungen. Da die Geschichte im Jahr 1993 handelt, sind die Möglichkeiten der Polizei begrenz, weshalb es für Anna umso wichtiger ist, ihre eigenen Erfahrungen einfließen zu lassen und auf ihre Intuition zu hören. Gekonnt und psychologisch geschult, versucht sie sich sowohl in die Opfer als auch die Täter hineinzuversetzen und ihre Handlungen nachzuempfinden und zu durchschauen.

"Nacht ohne Sterne" ist eine Mischung aus Drama und Krimi, aber kein Thriller. Man fühlt mit Anna mit und ist emotional in ihr Schicksal involviert, die Aufklärung der Vermisstenfälle ist dagegen nur mäßig spannend geschildert. Was allen Handlungssträngen gemein ist, ist dass die Vergangenheit der Auslöser für die Handlungen der Gegenwart ist. Der Täter wäre ohne seine Erfahrungen aus der Jugend nicht zum Täter geworden, Cameron wäre ohne ihr Kindheitstrauma nicht heimlich verschwunden und Anna wäre ohne ihren tragischen Hintergrund nicht zu der besessenen Ermittlerin geworden, die sie ist.

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