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Veröffentlicht am 30.03.2025

Kinder als Objekte

Lautlose Schreie
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Kommissarin Mara Bilinsky muss sich in ihrem neuen Fall mit einem getöteten Geschäftsmann kümmern und den Täter finden. Doch die Ermittlungen, die sie und ihr Kollege Rosen anstellen verlaufen in einer ...

Kommissarin Mara Bilinsky muss sich in ihrem neuen Fall mit einem getöteten Geschäftsmann kümmern und den Täter finden. Doch die Ermittlungen, die sie und ihr Kollege Rosen anstellen verlaufen in einer Sackgasse. Sie kommen erst weiter als die Entdeckung von toten Kindern mit Narben, mit ihrem Fall kollidiert. Jetzt heißte es einer Bande auf die Spur zu kommen, die Kinder als Objekte benutzt, doch der Weg ist noch sehr weit, um die Täter zu ermitteln.

Der Thriller "Lautlose Schreie" von Leo Born nimmt ein Thema aufs Korn, das ein sehr schreckliches ist. Kinder sozusagen als Verhandlungsobjekte zu nehmen und damit Geld zu verdienen. Der Hauptcharakter Mara Bilinsky, die Krähe genannt, findet sich in diesem Fall sehr heftig angesprochen und so setzt sie alles daran, um hier Klarheit zu bekommen. Die Story ist sehr authentisch erzählt und auch sehr spannend. Sie reißt mit, da der Inhalt sehr emotional ist. SO auch ein Zweig der Geschichte, die ihren Freund Rafael betrifft, der genau mit einem Mädchen aus diesem Umfeld Kontakt hat und sie bewschützen möchte. Hoch emotional und spannend und so ist der gesamte Thriller erzählt, mit einer sehr direkten Sprache. Der Spannungsbogen wird bis zum Ende sehr gut entwickelt und hat auf dem Weg auch immer wieder Überraschungen zu bieten.
Ich mag die Hauptperson und damit den Thriller, da sie keine Konventionen kennt und als einsamer Wolf, oder einsame Krähe, ihren Weg geht. Die Figur des Rosen passt super in diesen Kontext. Ich habe schon mehrere dieser Thriller gelesen und ich war immer begeistert, also kann ich auch diesen Band sehr gut empfehlen.

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Veröffentlicht am 29.03.2025

Die Party

Die Yacht
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Hannah und ihre Freundinnen Libby und Maggy treffen sich zur Sylvester Party auf einer Yacht in Südfrankreich. Dabei ist auch der Mann von Libby, Olly, die die Party auf ihrer Yacht ausrichten. Auch der ...

Hannah und ihre Freundinnen Libby und Maggy treffen sich zur Sylvester Party auf einer Yacht in Südfrankreich. Dabei ist auch der Mann von Libby, Olly, die die Party auf ihrer Yacht ausrichten. Auch der Mann von Maggy, Leon, ist dabei und Harry ein Freund von Hannah. Hannah ist die, die noch arbeiten muss und so direkt mit ihrem Auto zur Party fährt. Um nicht zu deutlich zu machen, dass sie nicht so viel Geld hat, besorgt sie sich noch ein neues Cocktailkleid. Die Party fängt auch mit viel Alkohol an und auch Drogen sind im Spiel. Als dann Leon, zugedröhnt wie er ist, sich an Hannah heranmacht, hat diese genug und geht ins Bett. Am anderen morgen erleben sie und die anderen Teilnehmer eine böse Überraschung.
Der Thriller „Die Yacht“ von Sarah Goodwin ist wie ein Theaterstück aufgebaut, sechs Menschen, die sich eigentlich gut kennen und auch befreundet sind auf engstem Raum zusammen. Und feiern eine Party, die am Ende eskaliert. Der Roman ist sehr gut aufgebaut, denn es fängt alles ganz harmlos an. Es treffen sich drei Schulfreundinnen zu einer Party, zwei sind in die Upper Class gerutscht durch ihre Männer und dann ist da noch das Aschenputtel und ein Freund von ihr. Der Thriller wird aus der Sicht des Aschenputtels, Hannah, erzählt. Man erfährt ganz genau durch welches Wechselbad der Gefühle Hannah läuft. Eigentlich möchte sie gar nicht da sein, aber das geht ja nun mal nicht, da das Boot auf dem Meer treibt. Das ist eine ganz große Herausforderung für die sechs und die Gefühle zueinander schwappen über und es ist nichts mehr, wie es war. Die Autorin verarbeitet einige wirklich brisante Themen in diesem Buch, die Schichtzugehörigkeit, die scheinbaren Freundschaften, die eigentlich nur Fassade sind. Die Spannung leitet sich aus der Erzählperspektive ab und das, was die Hauptperson alles erlebt. Das alles hat sicherlich den Namen Thriller auch verdient und zum Ende steigt die Spannung noch uns hält überraschendes parat.
Ich habe ein wenig gebraucht, um mich in diesem Thriller zu Recht zu finden. Doch am Ende muss ich gestehen, er hat mich gefesselt von seiner Sprache und den Entwicklungen, die er nimmt. Ich finde es hat viel von einem Psychothriller, wenn man die Situation auf der Yacht zugrunde legt. Also am Ende kann ich eine Leseempfehlung aussprechen und auch mir hat es unter dem Strich sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Grabungen

Ostseedämmerung
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Die Archäologiestudentin Mira Schneider ist schon mehr als ein Jahr verschwunden, als ein Artefakt von Kindern gefunden wurde, dass sie im Besitz hatte. Es ist ein alter Fall, den Pia Korittki und ihr ...

Die Archäologiestudentin Mira Schneider ist schon mehr als ein Jahr verschwunden, als ein Artefakt von Kindern gefunden wurde, dass sie im Besitz hatte. Es ist ein alter Fall, den Pia Korittki und ihr Partner Heinz Broders auf den Tisch bekommen, um zu entscheiden, ob ein Verbrechen vorliegt oder nicht. Die beiden beginnen ihre Ermittlungen in Hövelau, wo Mira zuletzt gelebt hatte. Die Indizien sagen den beiden, dass hier etwas faul ist, als sie mit dem Ausgrabungsleiter und Einwohnern des Ortes gesprochen hatten. Die Befragungen deuteten darauf hin, dass doch etwas geschehen sein muss. Es dauert auch gar nicht lange und der Leichnam der Verschwundenen wird gefunden. Nun nehmen sie die Ermittlungen in einem Mordfall auf und sie stehen vor einer sehr undurchdringlichen Wand der Aussagen.
„Ostseedämmerung“ von Eva Almstädt ist ein Krimi mit den Ermittlern um die Lübecker Kommissarin Pia Korittki. Es ist eigentlich ein Cold Case und die Vorermittlungen sollen klären, ob der Fall wieder aufgenommen werden soll. Das ist schon sehr interessant, wenn die Kommissare alten Spuren nachgehen. Interessant auch, welche Zufälle manchmal für das Aufnehmen eines alten Falles verantwortlich sind. Die Story wird sehr plausibel erzählt und es ist gut nachvollziehbar, auf welchen Wegen sich die Ermittler bewegen. Dieses Team ist eines, was sich sehr gut versteht und das spürt man bei den Ermittlungen. Es sind verschiedene Stränge, die untersucht werden und hier wird deutlich, wie Polizeiarbeit funktioniert und die Beweislage immer deutlicher zu Tage tritt, bis zum spannenden Ende. Die Sprache ist sehr bildhaft, also genau richtig, um das Kopfkino anzuregen und das Cover zeigt eine Küstenszene, die gut in den Krimi einführt.
Ich mag die Krimis um dieses Team von Eva Almstädt, weil die Story gut passt, die Arbeit der Polizei sehr detailliert beschrieben wird und so gut verständlich zu lesen ist. Ich kann diesen Krimi sehr gut empfehlen.

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Veröffentlicht am 27.03.2025

Eine gute Zusammenarbeit

Rache auf Italienisch
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Auf einer Insel im Comer See wird ein Toter gefunden. Es handelt sich um einen sehr beliebten Arzt. Die Ermittlungen übernimmt Commissaria Giovanna Rugeri von der Polizei von Como. Die sehr ruhige Commissaria ...

Auf einer Insel im Comer See wird ein Toter gefunden. Es handelt sich um einen sehr beliebten Arzt. Die Ermittlungen übernimmt Commissaria Giovanna Rugeri von der Polizei von Como. Die sehr ruhige Commissaria übernimmt die Ermittlungen und befragt die Ehefrau und >Freunde und steht eigentlich vor einem Rätsel, denn sie kann keinen Ansatzpunkt finden. An einem anderen Teil des Comer Sees wird die Polizistin Maria di Bartolomeo zu einem Unfallort gerufen. Ein bekannter Unternehmer ist mit seinem Auto von der Straße abgekommen und stirbt. Es ist für Maria ein großes Rätsel, aber das Ermitteln ist eigentlich nicht ihre Aufgabe, doch siegt ihre Neugier und sie befragt so nebenbei einige Personen. Doch dann entdeckt sie Gemeinsamkeiten und so ermittelt sie gemeinsam mit Giovanna.
„Rache auf Italienisch“ ist ein Lombardei-Krimi von Elisa Corti. Schon das Cover lädt den Leser ein in dieser wunderschönen Region zu verweilen. Das ist auch die Stärke dieses Krimis, er nimmt auch den Leser mit in die Landschaft des schönen Comer Sees und lässt ihn daran partizipieren. Natürlich gibt es auch spannende Teile, die die Ermittlungen der beiden Mordfälle betrifft. Man wird mitgenommen auf einem Weg in die italienische Gesellschaft durch die beiden Hauptcharaktere, die irgendwie ein Beispiel für diese Gebiet sind. Maria, die Polizistin der Polizia di Stato, regelt eigentlich nur den Verkehr und fängt Taschendiebe. Sie ist allerdings sehr bekannt in Bellano und kennt viel Menschen. Außerdem ist sie neugierig und das ist in diesem Fall eine gute Eigenschaft. Der zweite Hauptcharakter ist Commissaria Giovanna von der Polizei in Como, die ebenfalls sehr besonders ist. Sie hat ein wenig autistische Züge, aber ist sehr fokussiert auf ihre Arbeit. Ihre besten Freunde sind eine Schildkröte und ihr 80-jähriger Nachbar. Zusammen sind sie in diesem Fall sehr erfolgreich und ich finde dieses Team sehr spannend Die Sprache der Autorin ist sehr bildhaft und lässt mich in den Roman eintauchen und fühle mich auch, wie im Urlaub am Comer See. Auf dem Weg zum Höhepunkt liegen einige Überraschungen auf dem Weg.
Ich mag diese regionalen Krimis und gerade hier gibt es viele Dinge, die mir am Comer See bekannt vorkommen. Der Krimi ist spannend und die Ermittler sehr interessant, der Plot gut nachvollziehbar und ich habe mich gut unterhalten gefühlt, deshalb auch eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 26.03.2025

Ein heißer Sommer

Skin City
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Eine Bande von Einbrechern zieht durch die Villenvororte von Berlin, um Einbrüche zu begehen, denn sie haben eine Liste abzuarbeiten. Sie sind gut und schnell, bevor jemand etwas bemerkt, sind sie schon ...

Eine Bande von Einbrechern zieht durch die Villenvororte von Berlin, um Einbrüche zu begehen, denn sie haben eine Liste abzuarbeiten. Sie sind gut und schnell, bevor jemand etwas bemerkt, sind sie schon weg. Romina, eine Polizistin und Roma, bekommt den Auftrag von ihrer Familie, ihre verschwundene Schwester zu suchen. Das ist nicht ganz einfach, denn Berlin ist groß und sie sucht sehr lange, bis sie sie findet. Sie wurde zusammengeschlagen und sieht schlimm aus. Der Betrüger Jacques Lippold wird aus dem Gefängnis entlassen und such jetzt in der Freiheit eine neue Beschäftigung und denjenigen, der ihm seine wertvolle Uhr gestohlen hat. Es ist ein heißer Sommer in Berlin zu erwarten.
Der Thriller „Skin City“ von Johannes Groschupf spielt in einem heißen Sommer in Berlin und er ist nicht nur von den Temperaturen heiß. Das Cover zeigt einen tätowierten Menschen von seiner Rückseite, das sehr gut zum Titel passt. Ansonsten hat der Thriller 3 Erzählstränge, die sich mit verschiedenen Delikten befasst, die in der Hauptstadt sehr häufig vorkommen. Da ist die Einbrecherbande, die mit einem gewissen Druck ihres Bosses klarkommen muss, ob man krank ist oder nicht, wie das am Beispiel des Georgiers Koba beschrieben wird. Die Seite der Polizei wird beschrieben am Beispiel der Polizistin Romina, die in einem Brennpunkt in Berlin groß geworden ist und deshalb die Straße und ihre Besonderheiten kennt. Sie ist in der Familie die einzige Polizistin, was nicht gerne gesehen wird. Trotzdem muss sie sich immer wieder um ihre jüngere Schwester kümmern. Und eines Tages wird dann noch ihr Vater tot aufgefunden, was ihre Situation nochmal komplizierter macht. Als drittes wird die Geschichte des Betrügers Jacques Lippold beschrieben, der aus dem Knast kommt und jetzt wieder Fuß fassen will. Beschrieben werden die einzelnen Stränge sehr klar und direkt, sodass man als Leser immer mittendrin im Geschehen ist. Es gelingt dem Autor sehr elegant die einzelnen Stränge mit ihrer eigenen Spannung bis zum Ende gut zu bündeln und den Leser auf dem Weg auch nicht zu verlieren.
Dieser Thriller ist ein sehr besonderer. Er ist kurz und knackig geschrieben, die einzelnen Stränge können sehr gut nebeneinander bestehen und auch die Hauptcharaktere werden sehr gut beschrieben. Ein guter Thriller über die Situation in einem heißen Sommer in Berlin.

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