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Veröffentlicht am 01.04.2024

Wespengift

Der Klang der Rache
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Auf dem Festival Rocklinghausen wird nach einem intensiven ein Mensch tot aufgefunden und sein Freund hat danebengelegen. Zur Beobachtung wird er ins Krankenhaus gebracht, denn er weist Vergiftungssymptome ...

Auf dem Festival Rocklinghausen wird nach einem intensiven ein Mensch tot aufgefunden und sein Freund hat danebengelegen. Zur Beobachtung wird er ins Krankenhaus gebracht, denn er weist Vergiftungssymptome auf. Kripokommissar Daske steht vor einem Rätsel, denn die beiden sind mit Wespengift vergiftet worden. Paul Biedermeier verschwindet dann aber urplötzlich aus dem Krankenhaus und auch sein Freund Fabian Dietz ist nicht mehr auffindbar. Daske und sein Kollege Zabinski tappen völlig im Dunkeln, da sie überhaupt keine Anhaltspunkte haben, Daskes Tochter Isabell, die in der KTU arbeitet, kann auch nichts zur Aufklärung beitragen. Daske hat momentan ein sehr schlechtes Verhältnis zu ihr, da sie mit seinem nicht gerade geliebten Kollegen Zabinski verbandelt ist. Über die ungeklärten Fargen und den unbefriedigenden Ausgang der Ermittlungen versinkt Daske immer mehr in einen Abwärtsstrudel. Es wird auch einige Zeit dauern, bis er Licht sieht, nicht nur in dem Fall auch privat.
Andre Winkler verarbeitet in seinem Krimi „Der Klang der Rache“ sehr viele unterschiedliche Themen. Da ist nicht nur das ungewöhnliche Mordinstrument Wespengift, sondern auch der Tatort, ein Rockkonzert, auf dem eine menge Leute sich befinden. Hier ist das Prinzip Nadel im Heuhaufen sehr zutreffend, auch weil kein Motiv und nichts greifbar ist. Der Leser tappt im Dunkeln, so wie die Kripo. Aber auch die private Situation des Ermittlers sorgt bei mir für Spannung, denn die Zerrüttung des Vater-Tochter Verhältnisses in regelrecht greifbar. Das allerdings drückt für mich die Stimmung des Krimis, da dieses Verhältnis sehr viel Platz einnimmt und auch eine regelrechte Spannungsbremse darstellt. Durch den Aufbau der unterschiedlichen Kapitel, Sommer, Herbst und Frühling kann der Leser einigermaßen nachempfinden, dass es noch eine Zeitlang dauern wird bis der Mordfall gelöst ist. Aber auch für eine anderen Schauplatz ist diese Aufteilung sehr wichtig und das hängt sehr eng zusammen. Es ist auch clever gewählt vom Autor, den Winter auszulassen. Das Cover ist sehr düster, doch es stellt sich heraus, dass es eine Bewandtnis hat. Also an Spannungsmomenten hat der Autor nicht gespart und die Überraschung am Ende ist ihm gelungen. Vom Aufbau und auch der Sprache ist der Krimi gut.
Ich finde diesen Krimi aus Recklinghausen mit seinen Charakteren interessant, aber manchmal auch recht zäh. Ich finde ihn durchaus empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 29.03.2024

Nachkriegszeit

Ein Echo aus stählerner Zeit
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Nach Ende des Zweiten Weltkrieges übernimmt Karl in seinem Heimatort die Schmiede von seinem Vater. Es ist zwar nicht viel zu tun, aber er hat eine Beschäftigung. Eines Tages erschüttert eine Explosion ...

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges übernimmt Karl in seinem Heimatort die Schmiede von seinem Vater. Es ist zwar nicht viel zu tun, aber er hat eine Beschäftigung. Eines Tages erschüttert eine Explosion das Dorf und Karl und die Dorfschullehrerin wollen nach dem Rechten sehen und fahren zu dem Ort des Geschehens. Es sieht so aus, dass Karls bester Freund Werner ist der Tote. Karl ist sehr erschrocken und acht sich seine Gedanken, denn er hat Werner ein paar Tage früher getroffen und sie hatten über ihre Kriegserfahrungen gesprochen. Deshalb ist Karl entsetzt über dessen Tod. Die französische Militärpolizei möchte den Fall schnell geklärt haben und der deutsche Kommissar ist ihm unsympathisch. Bald wird auch der Tod als Unfall abgetan und die Akte geschlossen. Doch Karl lässt das alles keine Ruhe und außerdem schleichen Fremde durch den Ort, die sehr neugierig sind.
„Ein Echo aus stählerner Zeit“ von Ralf Lano ist ein sehr spannender und interessanter Krimi aus der Eifel der Nachkriegszeit. Er erzählt einiges über die Situation der Dorfbewohner und die der Rückkehrer aus de Krieg. Es sind verschiedene Interessengruppen, die der Autor beschreibt. Die Fremden, die in einem Lager am Rande des Dorfes wohnen und die restlichen Bewohner des Dorfes. Die Nachkriegszeit war eine sehr spannende Zeit, weil es neu werden sollte, aber die Spuren des alten Regimes immer noch sehr aktuell waren. Man konnte nie wissen, wem man begegnete. So ist die Situation in der Karl im Dorf lebt und vom Tod seines Freundes überrascht wird. Die Situation des Dorfschmieds Karl wird auch sehr schön im Cover dargestellt. Manche Beschreibungen kann man allerdings auch in unsere Zeit übertragen, denn Abneigung gegen alles Fremde war nicht nur damals suspekt. Interessant ist das Karl und die Dorfschullehrerin die Untersuchungen des Todes weiterbetreiben, nachdem sie offiziell als erledigt abgeschlossen wurden. Dieser Krimi hat allerdings nicht nur spannende Elemente auch ein bisschen Romantik kommt nicht zu kurz.
Ich finde diesen Krimi sehr empfehlenswert, weil er Geschichte mit einem Kriminalfall verknüpft und diese auch noch sehr authentisch erzählt wird und deshalb Daumen hoch.

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Veröffentlicht am 29.03.2024

K 2

9mm Cut
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Sie arbeitet für alle die gut bezahlen. Nun ist sie von ihrem zweiten Kunden angerufen worden, K2, um für ihn in Zürich in einer NGO nach dem Rechten zu sehen. Sie nennt sich für diesen Auftrag Eva Klein. ...

Sie arbeitet für alle die gut bezahlen. Nun ist sie von ihrem zweiten Kunden angerufen worden, K2, um für ihn in Zürich in einer NGO nach dem Rechten zu sehen. Sie nennt sich für diesen Auftrag Eva Klein. Der Auftrag wird gut entlohnt, denn sie soll außerdem noch ein Kunstwerk erwerben, mit Schwarzgeld natürlich. In Zürich angekommen soll sie bei dem Vorsitzende der NGO übernachten. Empfangen wird sie von Zwillingen, die sie für ihr neues Au-pair-Mädchen halten und sie Mama nennen. Helena die Frau des Vorsitzenden Karnofsky empfängt sie kurz angebunden und außerdem gibt es noch eine portugiesische Putzfrau und den schmierigen Nick, einen Freund von Karnofsky. Es entsteht eine surreale Situation, da der Geschäftsführer ermordet wurde und sein Stellvertreter ebenfalls. Eva taucht ein in die High Society von Zürich, doch wird sie ihren Auftrag erfüllen?
„9mm Cut“ von Sybille Ruge ist ein Thriller, den man nicht auf den ersten Blick in dieses Genre einsortieren kann. Natürlich geschehen mörderische Dinge, doch der Schwerpunkt liegt auf tiefgründigeren Beziehungen. Der Hauptcharakter Eva Klein ist Mittelpunkt dieses Romans, dessen Schwerpunkt in der Beschreibung des Lebens einer Familie in der Züricher High Society liegt. Es geht um Bilanzen und Gelder, die verschoben werden und um zwischenmenschliche Abgründe, die manche Beziehungen nennen. Es geht um Mäzenatentum und Gelder für Bedürftige Menschen, die in einer NGO „Interni“ gefördert werden. Doch so wie es aussieht ist alles nur Fassade und die Polizei ist den Machenschaften, nach zwei mysteriösen Todesfällen auf der Spur. Mittendrin ist nun Eva für ihren Auftraggeber K2 unterwegs, um die Bilanzen und die Menschen dort unter die Lupe zu nehmen. Es ist ein Roman, der in meinen Augen vom kräftigen, kreativen und bildhaften Schreibstil der Autorin profitiert. Es ist Gewitter an Metaphern, die dem Leser nur so um die Ohren fliegen. Das ist auch gut so, denn die Handlung geht so ein bisschen unter in der Mischung aus Bildern und Beschreibungen der Menschen in diesem Roman.
Ich finde durch seine kräftige Sprache ist dieser Roman schon lesenswert, doch würde ich ihn nicht unter das Genre Thriller fassen, sondern ihn eher im Bereich des Literatur-Thrillers verorten. Auch das Geheimnis um den Titel wird gelöst, zwar spät, aber immerhin.

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Veröffentlicht am 25.03.2024

Rucksack der Vergangenheit

Tödlicher Podcast
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Nina ist ein Fan der True Crime Podcasts der Influencerin Malu, die mit diesem Podcast eine große Fangemeinde hat. Nina bewirbt sich um eine Putzstelle bei Malu und trifft ihr Idol und bekommt die Stelle ...

Nina ist ein Fan der True Crime Podcasts der Influencerin Malu, die mit diesem Podcast eine große Fangemeinde hat. Nina bewirbt sich um eine Putzstelle bei Malu und trifft ihr Idol und bekommt die Stelle kurze Zeit später. Sie ist glücklich und sie freundet sich auch mit den Kindern von Malu an. Beim Putzen der Wohnung stellt sie allerdings Dinge fest, die ihr etwas merkwürdig vorkommen, vor allem ein Karton mit True Crime Stories fällt ihr auf. Diese irritieren sie ein wenig, da ihr die Fälle irgendwie bekannt vorkommen. Allerdings geschehen auch merkwürdige Dinge rund um das Haus in dem Malu und ihre Familie leben. Sie hat das Gefühl, dass das Haus beobachtet wird. Sie macht sich keine Gedanken bis Malu eines Tages mit ihrer Tochter verschwindet. Hat das alles mit Malus Vergangenheit zu tun?
„Tödlicher Podcast“ von Cleo Konrad ist ein Thriller, der die Gegenwart geschickt mit der Vergangenheit verknüpft. Die Darstellung auf dem Cover gefällt mir sehr gut, da sie eine mysteriöse Stimmung aufbaut und den Podcast, Kopf mit Kopfhörern, aufbaut. Ich mag diese diffuse Stimmung, die das Cover vermittelt, da der Inhalt auch sehr rätselhaft ist. Vordergründig wird die Geschichte von Malu und Nina erzählt, die in Berlin spielt, doch auch im Hintergrund läuft eine Story dieser geheimnisvoll, aber auch unterhaltsam ist. Es handelt sich um Jenny, die zu Hause ausreißt und mit ihrer Freundin Strippe nach Spanien flieht. Das Leben eines Traums. Auch das wird sehr interessant von der Autorin beschrieben. Man kann sich gut in die Situation hineinversetzen. Viele Abenteuer und Freiheit und natürlich Liebe. Doch auch das Ist teuer erkauft. Langsam, aber sicher führt die Autorin die einzelnen Stränge zusammen und es gelingt ihr in meinem Augen sehr geschickt den Leser lange im Unklaren zu lassen. Die kurzen Kapitel mit den Überschriften, die die einzelnen Personen betreffen, sind gut für die Spannung und auch die Ungewissheit bis fast zum Ende trägt dazu bei.
Ich mag diese Art von Thriller, wo sich alles sehr langsam zusmmenfügt, wie ein Puzzle, wo man auch manchmal einzelne Teile mehrmals in der Hand hat und hinterher sagt, das hatte ich doch schon mal. So ging es mir auch, aber ich fand se absolut gelungen und spannend. Deshalb klare Empfehlung.

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Veröffentlicht am 24.03.2024

Afghanistan

Der Taliban
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Sara ist nun Mitglied in der Sisterhood und ihr erster Einsatz steht bevor. Sie soll nach Afghanistan, wo ihr Freund Casim ermordet wurde und seine Frau und ein Geheimdokument außer Landes bringen. Es ...

Sara ist nun Mitglied in der Sisterhood und ihr erster Einsatz steht bevor. Sie soll nach Afghanistan, wo ihr Freund Casim ermordet wurde und seine Frau und ein Geheimdokument außer Landes bringen. Es soll sie zurück bringen an ihre alte Wirkungsstätte, doch diesmal allein auf sich gestellt. Ihrem Mann darf sie über ihren Auftrag nur die Coverstory erzählen, denn es läuft alles Undercover. Max ist ihr Führungsmensch und Jay ist ihr Kontakt mit der sie die letzte Zeit hart trainiert hat. Als sie in Afghanistan wird sie von einer Begleitperson abgeholt. Doch hier hat sich die Situation von Casim´s Frau verändert, denn sie ist in die Familie ihres Schwagers übersiedelt, der nun auf sie aufpassen soll. Doch die Angst vor den Taliban ist sehr greifbar und die Situation für eine Flucht wird noch schwieriger, nachdem Casim´s Frau nur mit den Kindern das Land verlassen will. Eine Herausforderung, die sich für Sara stellt und kann sie sich sicher sein, dass alles glatt läuft?
„Der Taliban“ von Marley Alexis Owen ist wieder ein spannender Krimi mit Sara, die frühere Scharfschützin bei der Bundeswehr, die auch schon in Afghanistan gedient hatte. Schon im Cover wird deutlich es wird eine heikle Aktion, in der Sara im Fokus steht. Diesmal ist nicht nur sie es, die das Zielfernrohr auf einen Feind richtet, nun ist sie es selber und dann noch als Frau, in einem Männerdominierten Land. Das ist sicher auch eines der Hautthemen der sogenannten Sisterhood, der Sara nun angehört. Es ist sehr schwierig für Sara das zu akzeptieren, doch die Autorin beschreibt die Situation der Frauen in Afghanistan sehr eindringlich. Sie haben absolut keine Rechte. Mit der Beschreibung der Taliban als neue Herrscher des Landes wird die ganze Situation noch dramatischer. Ein sehr spannendes und aktuelles Thema, das die Autorin und ihren Hauptcharakter umtreibt. Sara ist anders, aber nun auch allein auf sich gestellt, was sie eigentlich nie gewohnt war und sie sich aber tapfer der Situation stellt, gerade auch als sich ihr Helfer als Verräter erweist. Sara ist schon eine sehr taffe Person, doch ich finde manchmal ein bisschen überzeichnet, was mich nicht stört, denn es unterstreicht die Wichtigkeit der Darstellung und das bekommt die Autorin hervorragend hin. Welche Schwierigkeiten eine fehlende Kommunikation nach sich zieht bezieht die Autorin auch hier in Betracht, gerade wenn es um Saras Familie geht. Spannungsgeladen ist dieser Krimi allemal und auch der Spannungsbogen passt zielgenau.
Ich mag diese Krimiserie, weil hier auch Frauen zu ihrem Recht auf Gleichberechtigung kommen und weil der Hauptcharakter gut aufgebaut und zwar mit Überhöhungen ausgestattet ist, das aber zu der ganzen Story sehr gut passt. Super Fiktion, super empfehlenswerter Krimi.

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