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Veröffentlicht am 19.08.2025

Eine umfangreiche Familiengeschichte

Rückkehr nach St. Malo
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Yann de Kérambrun kehrt nach Saint Malo zurück, da der Nachlass seiner Familie geregelt werden soll. Er war schon lange nicht mehr hier, nachdem sein Vater gestorben war. Seine Cousine führte die Motorenwerke ...

Yann de Kérambrun kehrt nach Saint Malo zurück, da der Nachlass seiner Familie geregelt werden soll. Er war schon lange nicht mehr hier, nachdem sein Vater gestorben war. Seine Cousine führte die Motorenwerke der Kérambruns und er war Professor an der Sorbonne. Da er gerade in Scheidung lebte viel es ihm leicht ein Sabbatjahr zu beantragen und den Nachlass seiner Familie zu ergründen. Er macht sich auf die Suche nach Dokumenten und taucht immer wieder in seine Erinnerungen ein. Er nimmt auch Kontakt zu seinen Tanten und Onkel auf, um weiter in der Familiengeschichte zu recherchieren. Außerdem fasziniert ihn das Meer mit seinen Bewegungen und seinen Farben. Immer vor Augen hat er die Insel Cezembre, die einen magischen Punkt in seinem Leben darstellt. Den Grund wird er auch erfahren, nur um einiges später.
„Rückkehr nach St. Malo“ von Hélène Gestern ist ein Familienroman aus der Bretagne. Die Faszination, die das Meer auf den Hauptcharakter ausübt, wird schon auf dem sehr schönen Cover deutlich. Ich kann irgendwie verstehen, warum Yann diesen Anblick liebt. Der Roman ist aufgeteilt in mehrere Kapitel, die natürlich mit dem Meer zu tun haben. Es ist aber nicht nur um eine Familiengeschichte, sondern auch um Liebe und Leid und dieses Thema zieht sich, wie ein roter Faden durch die Familiengeschichte. Yann ist von einer wissenschaftlicher Sucht getrieben, die Geheimnisse seiner Familie aufzuspüren. Und genauso handelt die Autorin, die in das Hier und Jetzt immer wieder, Ausflüge in die Vergangenheit und zu dem Urgroßvater von Yann, Octave und seiner Frau Julia, einfügt. Es ist spannend zu sehen, wie dieses Puzzle sich so langsam zusammensetzt, und man bekommt einen guten Einblick in die Geschehnisse zu Beginn des 20. Jahrhunderts und der zwei Weltkriege, die die Firma der Kérabrunns bietet. Aber auch die Situation von Yann wird beschrieben, seine Scheidung und die Beziehung zu seinem Sohn Paul. Aber auch er hat neben seiner Leidenschaft für die Familiengeschichte noch weitere emotionale Erlebnisse zu durchleben. Auch bei ihm taucht immer wieder sein großer Bruder auf, der allerdings schon tot ist, aber doch noch seine Gedanken einnimmt. Natürlich hat die Autorin das Buch mit einem Spannungsbogen versehen, den die Frage leitet, gibt es nun eine Happy End oder nicht.
Ich habe diesen Roman mit großem Interesse gelesen und viel über die Region um St. Malo erfahren, dargestellt an der Familiengeschichte dieser Familie. Mich hat auch die Story sehr fasziniert, denn ich wusste aus dieser Region noch nicht so ganz viel. Ich kann nur sagen, dass mich dieser Roman gefesselt hat und ich ihn empfehlen kann zu lesen.

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Veröffentlicht am 12.08.2025

Der Anschlag, der alles verändert

Eden
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Sofie hat ihren Freund Tobias bei seinem Referat unterstützt und freut sich jetzt auf ein Arina Grande Konzert in Stuttgart. Die Tickets hat ihr Vater ihr und ihrer Cousine Lotte und Markus Schwester Isabelle ...

Sofie hat ihren Freund Tobias bei seinem Referat unterstützt und freut sich jetzt auf ein Arina Grande Konzert in Stuttgart. Die Tickets hat ihr Vater ihr und ihrer Cousine Lotte und Markus Schwester Isabelle geschenkt. Sofies Vater Markus ist glücklich das seine Tochter glücklich ist. Nach dem Konzert geht eine Bombe eines arabischen Terroristen Hoch und tötet unteranderem Sofie. Eine Welt bricht für ihre Eltern Kerstin und Markus zusammen und verändert alles. Die Frage nach dem Warum kreist immer über allem und alle Beteiligten gehen anders mit dem Tod von Sofie um.
Der Roman „Eden“ von Jan Costin Wagner ist ein sehr gefühlvolles Buch über die Verarbeitung eines Unglücks und den Verlust eines lieben Menschen. Der Autor beschreibt sehr intensiv die Gefühle der Eltern, Kerstin und Markus, und die ihres besten Freundes Tobias. Es ist ein sehr emotionale Story, die die Herangehensweise von Trauernden unter die Lupe nimmt und ihre Gedanken offenlegt. Sehr genau analysiert der Autor die einzelnen Charaktere und er lässt dabei auch nicht die Motivation des Attentäters außer Acht. Interessant ist die unterschiedliche Situation der beiden Eltern. Während Kerstin in ein psychologisches tief rutscht und sie insgeheim Markus verantwortlich macht, geht der sehr aktiv mit der Trauer um. Er sucht die Familie des Attentäters auf, um mehr über die Motivation zu erfahren. Er arbeitet aktiv mit Sofies Tod, z.B. er kauft die Katze, die sie sich gewünscht hat. Toll finde ich auch, wie der Autor Tobias, den Freund von Sofie mit seiner Trauerarbeit beschreibt. Auch er spielt in diesem Roman eine wichtige Rolle.
Ich finde diesen Roman sehr gelungen und ich konnte durch die genauen Beschreibungen mich gut in die Charaktere einfügen. Es ist ein sehr authentischer Roman über Menschen, die Angehörige verlieren. Deswegen auch eine Leseempfehlung, die von Herzen kommt.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Die philosophischen Terroristen

Die echtere Wirklichkeit
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Die Schwerbehinderte Byproxy wird aus dem betreuten Wohnen geworfen und sucht eine Unterkunft. Sie trifft auf vier Menschen, die sich Aletheia nennt und sich mit philosophischen Texten beschäftigt, um ...

Die Schwerbehinderte Byproxy wird aus dem betreuten Wohnen geworfen und sucht eine Unterkunft. Sie trifft auf vier Menschen, die sich Aletheia nennt und sich mit philosophischen Texten beschäftigt, um ihre eigene Wirklichkeit zu erschaffen. Diese Gruppe hat aber auch Aktionen im Portfolio, um die Gesellschaft aufmerksam zu machen auf Dinge, die in ihrer Wirklichkeit falsch laufen. Byproxy, die eigentlich Petra heißt, hat aber auch noch am Tod ihrer ehemals besten Freundin zu knacken. Bei einem Unfall ist sie um Leben gekommen und Petra war ab der Zeit querschnittsgelähmt.
„Die echtere Wirklichkeit“ von Raphaela Edelbauer ist ein philosophischer Roman mit terroristischen Aspekten. Das es hier um die philosophische Betrachtung der Wirklichkeit geht schiebt die Autorin immer wieder in einige Kapitel zu Beginn ein. Auch die Kapitel sind ganz in philosophischer Tradition mit griechischen Buchstaben gekennzeichnet. Die Hauptpersonen dieses Romans sind sehr speziell. Die Chirurgin, die das Word führt, Bernward, der Professor ist, Brigitte, die ihre eigene Sicht auf die Problematik hat und Paul der schon mit der Polizei in Berührung gekommen ist. Und dann natürlich auch noch Byproxy mit ihrer eigenen Background Story. Es kommt mir alles ein bisschen durcheinander und chaotisch vor, die sich auch in der gesamten Story widerspiegelt. Die Ausrichtung der Gruppe wird als sehr aggressiv dargestellt. Das wird auch immer wieder untereinander deutlich. Zum Ende wird dann auch deutlich, wohin die Gruppe möchte.
Ich hatte mir unter dem Titel etwas anderes vorgestellt und deshalb ist es mir sehr schwer gefallen in die Thematik des Buches einzutauchen. Die Intention ist mir soweit verständlich brauchte aber eine Zeit, bis sie bei mir angekommen ist. Ich denke es gibt eine interessierte Community für dieses Buch, ich gehöre da nicht zu.

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Eine Geschichte mit drei Komponenten

mein vater, der gulag, die krähe und ich
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Eine schwierige Situation stellt sich für die Hauptperson dar, denn sie hat gesundheitlich Problem nach einer Covid Infektion. Sie wohnt in einer Wagenburg sehr isoliert nur mit einer verletzten Krähe ...

Eine schwierige Situation stellt sich für die Hauptperson dar, denn sie hat gesundheitlich Problem nach einer Covid Infektion. Sie wohnt in einer Wagenburg sehr isoliert nur mit einer verletzten Krähe zusammen und einem Interview mit ihrem Vater, dass sie in ein Buch fassen will.
Das sind die drei Komponenten um die es in dem Buch „mein vater der gulag die krähe und ich, geht. Die Krähe, die auch schon auf dem Cover abgebildet ist, ist der Mittelpunkt des Lebens der Hauptperson. Es sieht, wie ein Roman aus, der sich um die Autorin dreht. Sie ist queer und deshalb ist das ich auch eine wichtige Komponente in ihrem Leben. Das Interview, das die mit ihrem Vater geführt hat, zeigt sein Leben in der Armia Krayova, die Untergrundarmee in Polen und die hat nicht nur gegen Hitlerdeutschland gekämpft, sondern auch gegen Stalins Armeen. Die Krähe ist so ein bisschen, der Glückspunkt im Leben der Autorin, denn sie kümmert sich liebevoll um sie. Die Autorin hat ein sehr speziellen Blick auf sich selber und die Geschichte, die sie sehr genau beschreibt. Die Sprache ist sehr bildhaft und die auch der Text ist sehr besonders, denn sie schreibt ihn fast ohne Punkt und Komma, wenn es um die Geschichte und die Krähe geht. Das sieht man auch schon in der Überschrift, alles klein und ohne Komma und Trennung.
Ich habe gebraucht, um mich in diesen Text einzulesen und zu verstehen, um was es geht. Die meisten Informationen gab es über das Kapitel Gulag, das hat mit gefallen. Auch die Beziehung zur Krähe war interessant. Schwer zu erkennen war der Kleber, der die Geschichte zusammenbringt. Trotzdem finde ich den Roman lesenswert.

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Veröffentlicht am 09.08.2025

Wer lügt denn da am besten

Eine falsche Lüge – Wird es ihre letzte sein?
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Als Sloane in ihrer Mittagspause in den Park geht, trifft sie auf einen Vater, Jay, der mit seiner Tochter Harper, dort auf einem Spielplatz spielt. Als Harper in einen Wespenstachel tritt, hilft sie den ...

Als Sloane in ihrer Mittagspause in den Park geht, trifft sie auf einen Vater, Jay, der mit seiner Tochter Harper, dort auf einem Spielplatz spielt. Als Harper in einen Wespenstachel tritt, hilft sie den beiden. Doch sie gibt sich als Krankenschwester aus und nennt sich Caitlin. Sie ist ein professionelle Lügnerin, eigentlich nur, um sich interessanter zu machen. Sie arbeitet in einem Nagelstudio und lebt mit ihrer Mutter zusammen. Da sie Jay interessant findet geht sie nun öfter in den Park und trifft dort auf Jays Frau Violet und freundet sich mit ihr an. Die Frauen kommen sich näher und Violet bietet Sloane an, sie als Kindermädchen zu unterstützen. Es wird sich allerdings bald herausstellen, dass auch Violet nicht immer die Wahrheit sagt.
„Eine falsche Lüge“ von Sophie Stava ist ein sehr ungewöhnlicher, aber auch sehr interessanter Thriller. Das Cover finde ich ein bisschen nichts sagend, aber das ist im Auge des Betrachter auch sehr subjektiv, denn vielleicht lässt sich ja doch ein Bezug zum Inhalt darstellen. In diesem Thriller geht es hauptsächlich um drei Personen und das Mädchen Harper, dass irgendwie im Mittelpunkt steht. Der Thriller ist in drei Teile geteilt und es wird die Story aus der Sicht von Sloane, Violet und Jay beschrieben. Wobei die beiden Frauen die tragenden Rollen spielen. Die Tochter von Jay und Violet ist eigentlich in allen Teilen beteiligt und spielt auch eine wichtige Rolle. Die Story ist sehr geschickt aufgebaut und auch wird auch sehr gut erzählt. Es sind Stilmittel, die den Thriller sehr interessant gestalten und den Leser durch die Wendungen immer nah am Roman hält. Die Spannung baut sich immer wieder von Neuem auf. Für mich waren die Wendungen, die mich gefesselt haben, da sie sehr unerwartet auf mich zu kamen. Das allerdings hat das Interesse gesteigert und auch den Spannungsbogen, den die Autorin aufgebaut hat, mich bis zum Ende in Atem gehalten hat.
Ich habe eine ganze Zeit gebraucht, um in diesen Thriller hineinzukommen und es waren am Anfang schon Fragezeichen in meinem Kopf, doch nach und nach haben sie sich zu Ausrufezeichen umgewandelt und ich finde den Thriller äußerst spannend und empfehlenswert.

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