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Veröffentlicht am 26.10.2025

Der Kibbuz Trashim

Adama
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Die verschiedenen Mitglieder der Familie um Ruth einer ungarischen Jüdin werden vorgestellt und es beginnt alles im Jahr 1946 in Palästina als Israel sich noch im Kampf um ihren Lebensraum befand. Die ...

Die verschiedenen Mitglieder der Familie um Ruth einer ungarischen Jüdin werden vorgestellt und es beginnt alles im Jahr 1946 in Palästina als Israel sich noch im Kampf um ihren Lebensraum befand. Die Geschichte behandelt das Leben in einem Kibbuz und Ruth ist der Ausgangspunkt der Familie, die ihre Leben orientiert an den Regeln des Kibbuz. Sie bekommt zwei Kinder, die im Kinderhort des Kibbuz aufwachsen, damit sich ihren Eltern um die Gemeinschaftsarbeit kümmern können. Das Leben ist sehr hart für sie, aber sie arrangiert sich, da sie sehr stark ist. Sie schmuggelt Dinge für das Kibbuz und wartet auf ihre Schwester Shoshana, die auch auf dem Weg nach Palästina erst in einem Lager auf Zypern strandet und dort heiratet. Als sie endlich in Palästina landet, merkt sie auch wie hart das Leben hier ist, aber sie bekommt einen guten Job und lernt interessantes Menschen kennen.
Der Thriller „Adama“ von Lavie Tidhar ist sehr spannend geschrieben und hat auch einige Thriller Elemente, die auf die Geschehnisse im Kibbuz zurückzuführen sind. Es ist eine Familienchronik, die der Autor hier aufzeichnet, von den Urmüttern Ruth und ihrer Schwester Shoshana (genannt Shosh). Diese beiden Schwester und deren Nachkommen werden sehr genau beschrieben und in einzelnen Kapiteln sehr ausführlich dargestellt. Man kann dadurch auch viel über die Entwicklung des Landes Israel und seiner Struktur lernen. Diese Story zieht sich von Jahr 1946 bis in das Jahr 2009 und im Mittelpunkt stehen die beiden Schwester, doch eigentlich ist es Ruth, die diesen Thriller prägt, denn sie ist in dem Buch allgegenwärtig. Der Autor zeichnet das Bild dieses Kibbuz exemplarisch für sicherlich andere Kibbuzim, die zur Entwicklung Israels beigetragen haben. Er beschreibt ein wirklich hartes Leben, das auch immer wieder kriminelle Handlungen eingeschlossen hat. Das ist es, was dieses Buch so spannend macht. Es stellt die Lebenswege der Kinder und Kindeskinder dar und sie sind alle mit Handlungen verknüpft, die an sich schon für eine Geschichte ausreichen. Doch der Autor hat sie in einzelnen Kapiteln und Jahresabschnitten verpackt jeder Person mindestens ein Kapitel gewidmet. Der Leser weiß sofort, was ihn erwartet. Das macht das Buch sehr lesenswert und die Sprache, die sehr eingängig ist, unterstützt das Ganze. Einen klaren Spannungsbogen gibt es eigentlich nur im Leben der Ruth, das sich wie ein roter Faden durchschlängelt.
Ich habe dieses Buch mit großem Interesse gelesen und konnte es hinterher gar nicht mehr aus der Hand legen, da ich immer wissen wollte, wie es weitergeht. Mein Kopfkino hat mich in diesen Zeitstrahl geführt und ich habe vieles interessantes gelernt. Dieses Buch ist lesens- und empfehlenswert

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Veröffentlicht am 26.10.2025

Ein mysteriöser Mord

Bruno Chef de police
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Bruno Courreges ist der einzige Polizist in Saint Denis und er ist für alles zuständig, ob Verbrechen oder Verkehrsdelikt oder auch mal nur Streitereien schlichten. Doch auch in dieser Idylle kann es mal ...

Bruno Courreges ist der einzige Polizist in Saint Denis und er ist für alles zuständig, ob Verbrechen oder Verkehrsdelikt oder auch mal nur Streitereien schlichten. Doch auch in dieser Idylle kann es mal zu einem Mord kommen und genau das ist pasiert. Ein alter Kriegsverteran und Vater des örtlichen Lehrers wird tot im Wald gefunden. Es sieht aus als wenn es sich um ein rassistisches Verbrechen gehandelt hat, denn der Tote hatte ein Hakenkreuz auf seinem Körper. Bruno beginnt sehr umsichtig die Ermittlungen und bekommt Hilfe aus der Stadt. Es wird sich zeigen was es mit der Tat auf sich hatte.
"Bruno, Chef de police" von Martin Walker ist der erste Band einer Reihe um den sehr umsichtigen Dorfpolizisten Bruno, des aber nicht so hinterwädlerisch daherkommt, wie es scheint. Der Autor zeichnet ein sehr freundliches Bild dieses Polizisten, der in seiner Freizeit auch die jugendliche Rugbymannschaft und Tennismannschaft trainiert. Außerdem ist er ein sehr begehrter Single Auch seine Art und Weise Ermittlungen durchzuführen ist sehrauf Ausgleich bedacht, da er immer das Wohl des Dorfes und seiner Einwohner im Blick hat. Das machtdie Story sehr menschlich und der Autor hat sich hier natürlich ein sehr heikles Thema herausgesucht und das auch sehr internsiv beschrieben. In Frankreich, wie auch in anderen Ländern ist natürlich ein rassistisches Tatmotiv sehr häufig anzutreffen und es ruft auch immer unterschiedliche Interessengruppen auf den Plan. Diese Story dreht sich allerdings nicht nur um den Kriminalfall, sondern auch das Privatleben des Polizeichefs und das hat einiges zu bieten. Auch die Region kommt nicht zu kurz und trotzdem leidet der Spannungsbogen kein bisschen, den der Autor in einer sehr bildhaften Sprache gut bis zum Ende entwickelt.
Ich mag diese Art von Krimis und ich habe diesen auch sehr schnell lesen können, da er sehr kurzweilig ist. Ich kann diesen Krimi gut empfehlen.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Viel Arbeit für die Rechtsmedizin

Mit kalter Hand
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Die BKA-Einheit für Extremdelikte hat momentan viel Arbeit, denn es sind einige Fälle in die Gerichtsmedizin gekommen, die sehr ungewöhnlich sind. Alle Mediziner sind an der Bearbeitung der Todesfälle ...

Die BKA-Einheit für Extremdelikte hat momentan viel Arbeit, denn es sind einige Fälle in die Gerichtsmedizin gekommen, die sehr ungewöhnlich sind. Alle Mediziner sind an der Bearbeitung der Todesfälle beteiligt. Dr. Sabine Yao hat noch einen Spezialfall, denn es wird ein Pferderipper gesucht, der drei Pferde erstochen hat und die Expertise von Sabine Yao durch den Profiler Hasanovic angefragt wird. Außerdem hat die Mordkommission noch einen grausamen Fund gemacht, bei dem es um ein abgesägtes Bein geht. Alles Fälle die Dr. Sabine Yao managen soll und sie nimmt auch umgehend die Arbeit auf.
Der Rechtsmedizin-Thriller „Mit kalter Hand“ von Prof. Dr. Michael Tsokos passt genau in das Genre, denn es wird in aller Deutlichkeit die Arbeit der Rechtsmedizin beschrieben. Schon auf dem Cover, das ein weißes Laken und ein blutiges Skalpell zeigt, wird auf den Inhalt verwiesen. Es ist schon sehr brutal, was in diesem Thriller in allen Einzelheiten aufgezeigt wird, und deshalb ist es auch die Reaktion von dem ein oder anderen Polizisten verständlich. Auch dem Leser wird dies sehr nahegebracht und sehr deutlich beschrieben. Die Arbeit der Rechtsmedizinerin Sabine Yao wird hier sehr ausführlich erzählt und man kann sich vorstellen, dass diese Arbeit schon eine Berufung sein muss, da es sehr in das Private hineingeht. Die Story ist sehr gut nachvollziehbar, da der Autor immer wieder die einzelnen Schauplätze in den Kapitel aufzeigt. Der Leser weiß immer genau, wo der Thriller spielt. Sehr interessant ist neben dem Mord auch die Tatsache, dass die Expertise der Rechtsmedizinerin auch bei einem Pferderipper zum Tragen kommt. Sehr gut aufgebaut ist die Spannung in beiden Fällen und die Sprache ist sehr klar und deutlich.
Wer sich für die Arbeit der Rechtsmedizin in all seinen Facetten interessiert, ist in diesem Thriller und bei diesem Autor sehr gut aufgehoben. Der mit klarer Sprache und großem Fachwissen seines Stories erzählt. Ich habe es interessiert gelesen, aber auch gemerkt, dass das nicht mein Genre ist.

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Veröffentlicht am 18.10.2025

Mordserie in Glaubenthal

Helga räumt auf
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Die alt Frau Huber freut sich auf den Sommer, weil sie immer gerne vor ihrem Haus auf der Bank sitzt und in das tolle Landschaftsbild eintauchen will. Doch ihre Nachbarn die Grubmüllers rücken mit ihrem ...

Die alt Frau Huber freut sich auf den Sommer, weil sie immer gerne vor ihrem Haus auf der Bank sitzt und in das tolle Landschaftsbild eintauchen will. Doch ihre Nachbarn die Grubmüllers rücken mit ihrem Traktor an und graben das Land um, damit sie Mais pflanzen können. Kein netter Schachzug denkt sich Frau Huber. Bald ist auch wieder der letzte Schultag und dort wird immer des jungen David gedacht und an dem Tag findet man den alten Grubmüller tot in seiner Jauchegrube. Das findet Hanni auch nicht nett und auch der Polizist Swoboda ist ratlos. Während noch die Mördersuche im vollen Umfang läuft, wird Uschi Engelbert, die Tochter der Praxlhuberfamilie, tot aufgefunden. Für Frau Huber sieht das nach einer Serie aus und so mischt sie sich ein.
„Helga räumt auf“ von Thomas Raab ist der zweite Band mit der Ermittlerin Frau Huber. Es gibt zwei Hauptgruppen, um die es hier in diesem Krimi geht, die Praxlhubers und die Grubmüllers. Das sind zwei sehr dominante Familien in Glaubenthal und die trifft es sie sehr hart. Das ist nicht ganz von der Hand zu weisen, denn sie sind auch jetzt nicht so sympathisch vom Autor dargestellt. Darauf basiert auch die Story, die der Autor mit sehr viel satirischem Blick erzählt. Manchmal ist es ein bisschen verwirrend, wie und was er erzählt, aber das wird zum Ende hin besser. Es ist so ein bisschen auch ein satirischer Blick auf eine Dorfgemeinschaft und die ist halt auch immer sehr speziell. Die Figuren, die der Autor zeichnet, sind schon sehr nach dem patriarchalischen Blick ausgerichtet und manchmal können einem die Frauen in der Story ein wenig leidtun. Aber das muss auch jeder Leser selber entscheiden. Und so nimmt der Krimi Tempo auf bis zum Ende, wenn man von Tempo hier reden kann, in dem recht gemütlichen Dorfleben, mit all seinem Sodom und Gomorrha. In diesem Verständnis ist der Krimi schon sehr amüsant zu lesen. Der Spannungsbogen ist auf jeden Fall gut entwickelt bis zum Ende.
Mein Fazit fällt sehr unheitlich aus, denn ich mag die Krimis von Thomas Raab, aber er ist halt keine leichte Kost, sondern durch die manchmal verschwurbelten Gedanken etwas gewöhnungsbedürftig. Das ist was mich ein wenig stört, aber trotzdem gibt es Freunde dieses Genres und für die ist er wirklich lesenswert.

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Veröffentlicht am 17.10.2025

Mord in der Kirche

Salute - Das letzte Gebet
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Paul Zeitler macht sich gerade fertig um an der Beerdigung seiner Vermieterin, Sofia Barone, die plötzlich verstorben ist, teilzunehmen. Er ist traurig über ihren Tod und weiß nun auch nicht, wie es mit ...

Paul Zeitler macht sich gerade fertig um an der Beerdigung seiner Vermieterin, Sofia Barone, die plötzlich verstorben ist, teilzunehmen. Er ist traurig über ihren Tod und weiß nun auch nicht, wie es mit ihm und seinem Café weitergeht. Vor der Beerdigung möchte er allerdings noch in die Kirche, um eine Kerze anzuzünden und findet natürlich wieder einen Toten. Doch bevor die Polizei kommt, verlässt er den Tatort. Doch Commissario Lanza hat ihn wahrgenommen und ist natürlich nicht erfreut über Pauls Anwesenheit. Der Tote ist Teil eines Start Ups das eine neue Technik für die Säuberung des Gardasees anbieten möchte. Das war nicht über all gut angekommen. Lanza und sein Team tappen lange im >Dunkeln, doch vielleicht kann Paul ja wieder helfen.
„Salute – das letzte Gebet“ von Friedrich Kalpenstein ist bereits der dritte Krimi mit den Ermittlern Lanza und Zeitler in Bardolino am Gardasee. Ein einfaches, aber treffendes Cover ziert diesen neuen Fall vom Gardasee. Diesmal wird die Ermittlungsarbeit von Commissario Lanza mehr in den Mittelpunkt gerückt, denn Paul Zeitler treiben eigene Sorgen um. Es geht um seine Existenz, denn seine Vermieterin, die ihn sehr unterstützte ist, plötzlich gestorben. Also kümmert er sich eher um seine Bar und einen Mitarbeiter, natürlich einen Studenten aus Deutschland. Da wächst ein neues Dreamteam heran. Natürlich war auch wieder die Journalistin von der örtlichen Zeitung, mit der er immer wieder ein wenig flirtet, und natürlich auch Lisa aus der Boutique von gegenüber, die ihm auch wohl gefällt. Aber Liebe ist noch kein Thema in dieser Reihe. Die Story ist sehr gut und plausibel angelegt und wird auch sehr bildhaft erzählt. Ich kann mich immer wieder gut in den Ort einfinden. Diesmal finde ich gut, dass sich Lanza und Zeitler immer mehr annähern, da ist noch Luft nach oben, aber immerhin. Der Spannungsbogen ist wieder sehr gut bis zum Ende aufgebaut und lässt den Leser lange Zeit im Dunkeln.
Ich mag die Reihe sehr, weil sie neben der Krimihandlung mich auch immer wieder in eine Urlaubsstimmung am Gardasee versetzt. Ich muss dieses Buch einfach empfehlen.

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