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Veröffentlicht am 28.02.2021

Witzige Geschichte mit tollen Illustrationen

Und dann kam Juli
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Cover:
Das Cover ist sehr schön gestaltet und lässt erahnen, was sich innerhalb der Seiten abspielt. Auch die Illustrationen sind sehr zauberhaft gestaltet, welche die Autorin selbst in die Hand genommen ...

Cover:
Das Cover ist sehr schön gestaltet und lässt erahnen, was sich innerhalb der Seiten abspielt. Auch die Illustrationen sind sehr zauberhaft gestaltet, welche die Autorin selbst in die Hand genommen hat. Ich mag es, dass der Titel so verspielt dargestellt wird. Das ‚U‘ wurde durch eine Hufe ersetzt und auch der Name Juli sticht einem durch die rote Farbe und der großen Schrift sofort ins Auge.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist leicht und verständlich. Auch dass zwischen den Zeilen Wörter, oder ganze Sätze fett gedrückt und durch verschiedene Illustrationen hervorgehoben werden, fand ich klasse. Das gibt dem ganzen Leseerlebnis den perfekten Reiz und man hat vielleicht so als junger Leser einen größeren Ansporn ein Buch zu lesen, da es so ansprechender ist.

Meinung:
Die Idee stammt aus dem persönlichen Leben der Autorin, auch wenn es nicht ganz identisch ist, was die Geschichte noch aufregender macht. Paul habe ich als einen sehr aufgeweckten Jungen kennengelernt, der jedoch in der Geschichte leider eher negativ auffällt. Er ist von Juli gar nicht begeistert und das lässt er den Leser durchweg spüren. Leider scheinen die Eltern dies nicht zu sehen, da sie begeistert von Juli sind. Selbst als das Pferd den das geliebte Gemüsebeet zerstört und die Blumen der Mutter gefressen hat, scheinen die Eltern gar keine Probleme damit zuhaben, dass sie ein fremdes Pferd im Garten stehen haben. Dies lässt Paul nur noch wütender werden und er überlegt sich mit seinem besten Freund Max und der Nachbarin Anna einige Ideen, wie sie das Pferd loswerden können. Jedoch haben die beiden eigentlich keine Lust ihm dabei zu helfen, da sie auch etwas für Juli abgewinnen können. Dadurch entstehen auch zwischen den Freunden Konflikten und mir tat es auch für Paul leid, dass ihm anscheinend keiner zuhören mag. Immerhin hat sich seit Juli alles verändert und er verrennt sich in diesen Zorn, dass er an nichts anderes mehr denken kann.

Ich persönlich fand das Verhalten von den Eltern etwas fragwürdig, besonders gegenüber Paul. Wieso sucht man nicht das Gespräch? Immerhin sollte es offensichtlich sein, dass er mit Juli nicht glücklich ist. Dass auch von ihm aktiv immer nach dem Besitzer gesucht wird, finde ich nicht gut gelöst. Man hätte gemeinsam nach einer Lösung suchen können, dann wäre mir Paul als Protagonist auch nicht so unsympathisch gewesen.

Das Ende hat mir jedoch wiederum gut gefallen, da es ein positives Gefühl hinterlässt und das wünsche ich mir für ein Kinderbuch. Auch Paul scheint endlich wieder glücklich zu sein und verbringt wieder Zeit mit seinen Freunden und der Familie.

Fazit: Eine witzige Geschichte mit zauberhaften Illustrationen, die für Kinder sicherlich spannend und aufregend sein kann. Für mich persönlich waren die Illustrationen von Petra Eimer das Highlight.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.02.2021

Realitätsnahe Geschichte, die unter die Haut geht

Nach dem Schauspiel
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Cover:
Das Cover passt sehr gut zu der Geschichte. Verschiedene Elemente spiegeln sich hier wider. Einmal die Theaterbühne, die Silhouette des Pärchens und letztendlich auch der Frosch, der sich oben links ...

Cover:
Das Cover passt sehr gut zu der Geschichte. Verschiedene Elemente spiegeln sich hier wider. Einmal die Theaterbühne, die Silhouette des Pärchens und letztendlich auch der Frosch, der sich oben links versteckt. Auch dieser findet zwischen den Seiten eine wichtige Bedeutung für Sofie. Wirklich sehr gut umgesetzt, da man sich Gedanken gemacht hat. Solche Cover mag ich am liebsten. Es wirkt für mich nicht überladen, sondern eher noch dezent.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig. Man kommt schnell und ohne Schwierigkeiten in die Handlung rein.

Inhalt:
Seit ihrer Kindheit muss Sofie beweisen, dass sie allen Anforderungen ihrer Eltern gewachsen ist, dass sie nicht „schwach“ oder eine Versagerin ist. Nur durch Disziplin und Leistung erhält sie die ersehnte Anerkennung. Und dies zieht sich durch ihr ganzes Leben, durch verschiedene Beziehungen, sei es im Beruf oder privat mit ihrem Ehemann. Sie selbst hat diesen Druck, der auf sie ausgeübt wird, verinnerlicht. Ständig drehen sich ihre Gedanken darüber wie sie andere glücklich und zufrieden machen kann. Sie handelt nach dem Ermessen ihrer Familie und vergisst sich dadurch komplett selbst. Sie spielt eine Rolle, in der sie sich eigentlich nicht wohlfühlt und nicht sieht. Aber zu groß ist die Angst zu versagen, denn ihre Familie schafft alles. So wie ihr Vater immer zu pflegen sagte: Es gibt für jedes Problem eine Lösung – koste es, was es wolle.
Als sie auf den charmanten Schauspieler Nick trifft, scheint er ihr Lichtblick in die Freiheit zu sein. Doch wird sie es wagen aus den Fängen ihrer Rolle zu entfliehen und ganz sie selbst zu sein? Oder endet das Theaterstück namens Leben in einer Katastrophe?

„Manchmal sind die Dinge in Wahrheit nicht so endgültig wie wir manchmal glauben.“ (S.87)

Rezension:
Anfangs habe ich mich mit den Protagonisten sehr schwergetan. Nick war für mich sehr lange distanziert und ich konnte ihn nie wirklich einschätzen, da man nur sehr wenig über ihn und seine Vergangenheit erfährt. Sofie war mir leider auch nicht sofort sympathisch. Aber sie tat mir sehr leid, da sie ihr Leben nie selbst in der Hand hatte, Entscheidungen nie selbst getroffen hat und sie deswegen so in ein unzufriedenes Leben gerutscht ist. Diesbezüglich kann ich nachvollziehen, dass ihr vieles über den Kopf wächst. Dass sie Zuflucht sucht und sich ihren Kummer mit Alkohol ertrinken mag – das ist menschlich und wir alle sind mal zerbrechlich und schwach. Besonders, wenn man keinen Ausweg mehr sieht.
Was ich jedoch nicht nachvollziehen kann ist die Art wie sie auf Nick reagiert und zugeht. Sie argumentiert z.B, dass ihr Kuss nur als ein erweiterter Flirt zu verstehen ist. Das sehe ich persönlich leider anders und auch auf den nächsten Seiten finde ich ihr Verhalten diesbezüglich nicht in Ordnung, da es sich mit meinen Moralvorstellungen einfach nicht vereinbart. Man merkt sehr stark, wie sehr Sofie sich eigentlich quält und dass dies nicht das Leben ist, welches sie gerne führen möchte. Die Ehe ist in meinen Augen nur eine Bequemlichkeit und es schmerzt zu sehen, wie sie immer und immer wieder versucht es sich schönzureden. Dabei spielt sie sich nur etwas vor. Aber auch ihr Mann Paul war für mich kein Charakter, den ich nicht ans Herz gewinnen konnte. Für ihn zählte nur der Status und die Anerkennung der Leute, das war so traurig. Besser als alle anderen zu sein, immer gut dazustehen. Und ein absolutes Arschloch ist er auch. Er war neben dem Vater mein größtes Problem. Mir zog sich immer wieder Magen zusammen, als ich lesen musste wie sie mit ihrer Tochter umgehen. Wie eine Marionette, die es sich nicht erlauben durfte zu versagen. Das gibt es in ihrer Familie schließlich nicht.
Was mir gut gefallen hat, war ihr Bruder David. Er war ihr vielleicht einen Schritt voraus und lebte sicherlich „freier“ als sie, aber dennoch hatte er dieselben Probleme in der Familie und dass er es gewagt hat sich gegen die Eltern aufzulehnen, empfand ich für Sofie auch wichtig. Damit sie sieht, dass auch mit Protest das Leben weitergeht und sie dies nicht zu einem schwachen Menschen macht.
Zum Ende hin wurde es sehr emotional und dies war für mich auch die beste Stelle im Buch. Sofie reflektiert ihr Leben und beginnt den Prozess in Richtung Heilung und Veränderung. Den Schritt, vor dem sie sich so lange gesträubt hat. Ich teilte zwar nicht immer dieselben Ansichten wie Sofie, aber in meinen Augen ist sie ein sehr authentischerer Charakter und das trug stark dazu bei, dass mir ihre Geschichte so nah ging. Und ich hätte mir auch kein besseres Ende vorstellen können.

Mit „Nach dem Schauspiel“ hat der Leser eine Realitätsnahe Geschichte bekommen, die wehtut und dennoch Hoffnung bietet. Für mich war dieses Buch mehr als nur eine Liebesgeschichte, es war die Suche nach sich selbst und wie man seine Ängste und den Druck anderer verarbeiten bzw. umgehen kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.02.2021

Ganz nett, trifft aber nicht meinem Geschmack

365 Tage
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Ich denke es gibt kein Buch bzw. Film, welches 2020 so im Gespräch war wie „365 Tage“ Da ich den Film nicht gesehen habe, kann ich hier keine vergleiche ziehen – wobei ich der Meinung bin, dass man dies ...

Ich denke es gibt kein Buch bzw. Film, welches 2020 so im Gespräch war wie „365 Tage“ Da ich den Film nicht gesehen habe, kann ich hier keine vergleiche ziehen – wobei ich der Meinung bin, dass man dies sowieso trennen sollte.

Natürlich wusste ich von einigen Stimmen, worauf ich mich ein lassen würde und habe auch die Meinungen zu dem Film gehört. Umso gespannter war ich natürlich, als ich das Buch in den Händen halten konnte und die ersten Zeilen gelesen habe.

Cover:
Das Cover ist sehr simple, eigentlich mag ich keine Personen auf Covern, aber hier ist es sehr schlicht und zeigt den jungen Italiener Massimo. Kein Schnickschnack, was meinem Persönlichen empfinden entspricht. Weniger ist mehr, so meine Devise.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig. Auch das Buch ist nicht mit ‚dreckigen‘ und ‚widerlichen‘ Wörtern gefüllt, was mich erleichtert aufatmen ließ. Zwar spielt hier Dominanz, häufiger Sex.. eine große Rolle, aber zu meiner Überraschung mit einer normalen Aussprache und Ausdrucksweise. Alles andere empfinde ich nämlich als unerotisch und gar nicht attraktiv.

Was konnte ich den Charakteren abgewinnen? Dass Massimo ein attraktiver Kerl ist, dem keine Frau widerstehen kann, bemerkt man schon ab den ersten Seiten. Die Stewardess verschwindet sofort mit ihm in eine Kabine. Kein „Hallo“, kein „Wie geht es dir“ – ab geht die Post. Aber gut, wie schon gesagt, er wickelt wohl jede Frau um den Finger. Auch unsere Protagonistin Laura wird bei ihm schwach, die von ihm „entführt“ wurde. Das Wort steht bewusst in Anführungszeichen, da dies (für mich) nicht gut gelöst wurde. Einer Entführung gleicht es für mich jedenfalls nicht und dann stellt sich mir die Frage, ob dies überhaupt nötig war? Hätte er sie nicht einfach auf altmodische Art und Weise verführen können? Ihr Italien zeigen, die schönen Ecken.. Sehenswürdigkeiten, das hätte mich s(m)ehr interessiert. Zu mal.. seien wir ehrlich: Denn auch das bleibt im Buch zu kurz. Auch von Massimos Geschäften bekommt man leider nicht viel mit, dabei wäre es sehr aufregend gewesen mehr über die Mafia etc. zu erfahren! Bietet es sich doch hier perfekt an.

Laura ist leider als Protagonistin sehr anstrengend. Sie trinkt viel zu viel, wobei ich das Gefühl habe, dass dort jeder viel zu viel trinkt. Es gibt kein Tag, an dem nicht getrunken wird. Nun.. sie trinkt ständig und am Ende geriet sie dadurch in Not und man(n) muss ihr helfen, weil sie mal wieder zu tief ins Glas geguckt hat. Was für eine Message wird damit vermittelt? Dass ihr Konsum nicht unterbunden wurde, konnte ich nie verstehen. Massimo möchte doch seine Zeit nicht immer mit einer betrunkenen Frau verbringen, die am Ende immer (und wirklich IMMER) wie ein trotziges Kind reagiert. Das passierte eigentlich ständig, wenn sie mal Zeit zusammen verbringen. Irgendwann war es nur noch anstrengend.
Sie ist sehr ichbezogen. Sie darf alles, aber andere nicht. Sie darf eifersüchtig sein, aber Massimo soll sich bloß nicht so anstellen. Einfach nur ermüdend.
Fragwürdig fand ich auch, ihre Erkrankung. Man wurde erst sehr später darüber aufgeklärt, ob sie von dieser wusste, oder diese erst entdeckt wurde. Aber auch ihr desinteressiertes Verhalten diesbezüglich fand ich nur fragwürdig. Jede Person mit einem normalen Menschenverstand würde doch darauf reagieren und agieren. Und wieso.. wieso betrinkt man sich ständig, obwohl man aufgrund der Folgen immer wieder eine Tablette nehmen muss? Geht man nicht etwas achtsamer um? Alles sehr schwammig.

Da war mir Massimo letztendlich sogar sympathisch. Man merkte, dass er sie liebte und sich um ihre Sicherheit Sorgen machte. (Seien seine fragwürdigen Handlungen mal dahingestellt) Was ich aber ganz und gar nicht unterstütze und das sollte auch erwähnt werden, ist der unerlaubte Eingriff an Laura’s Körper/Gesundheit. DAS sollte jedem bewusst und klar sein, dass dies ganz und gar nicht geht!

Positiv empfand ich den Nebencharaktere Domenico und Olga, ich habe die beiden sofort ins Herz geschlossen. Ehrlich, direkt und sympathische Personen! Was ich vergeblich in Laura gesucht habe, wurde mir wenigstens hier geboten.

Fazit: Ich fand die Protagonistin Laura überhaupt nicht sympathisch und auch einige Handlungen wurden von der Autorin in den Raum geworfen, aber nie erläutert, oder man wurde direkt in die nächste Szene geschmissen. Das hinterließ bei mir einige Fragezeichen. Dennoch habe ich das Buch ab der Hälfte gerne gelesen, auch wenn ich wohl nicht mehr nochmal dazu greifen würde.

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