Profilbild von sjule

sjule

Lesejury Star
offline

sjule ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit sjule über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.01.2020

Gute Idee, aber an der Umsetzung hapert es

Der Hof der Wunder
0

Ich hatte so meine Schwierigkeiten mit dem Hörbuch.
Marie Bierstedt macht ihren Job als Sprecherin super. Daran lag es nicht.
Es lag an der Geschichte und den ganzen französischen Namen. Ich hatte nie ...

Ich hatte so meine Schwierigkeiten mit dem Hörbuch.
Marie Bierstedt macht ihren Job als Sprecherin super. Daran lag es nicht.
Es lag an der Geschichte und den ganzen französischen Namen. Ich hatte nie französisch und habe dann häufig Probleme mir diese vorzustellen. Gut, dass ist dann ja mein Problem, aber es gibt so viele Charaktere.

Wir hören die Geschichte aus Ninas Sicht und zu Beginn startet es auch sehr spannend und wir merken, es geht darum, dass Nina ihre Schwester retten will. Doch irgendwie gerät das später in Vergessenheit und es geht nur noch um Ettie.
Es geht um den Hof der Wunder in Paris, welcher in verschieden Gilden eingeteilt ist. Nina kommt zu der Gilde der Diebe und macht sich durch ihre Taten einen Namen. Und zu diesem Zeitpunkt tut sie alles für ihre Schwester und ihr Überleben. Dann gibt es einen Zeitsprung und ihr Fokus verändert sich stark.

Mir hat die Sprache und der Schreibstil sehr gefallen, da dieser wirklich perfekt zu der Zeit passt. Es ist dreckig und zu Zeiten der französischen Revolution (zumindest in diesem Paris) . Wir befinden uns in der Schicht der Armen und erleben mit, wie diese sich aufbegehren. Zwischendurch erleben wir auch die obere Schicht.

Gestört haben mich aber die Zeitsprünge und dass ich mich dann jedes Mal neu orientieren musste. Ich weiß nicht, ob es an der Kürzung des Hörbuches lag, aber ich habe häufig den Faden verloren. Zudem birgt es auch einige Längen, die wahrscheinlich daher kommen, dass es der 1. Teil einer Trilogie ist und etwas für die nächsten Bände aufgebaut werden muss.
Das mit den Namen habe ich schon erwähnt, aber allgemein gab es wirklich viele Mitspieler, die mich teilweise verwirrten. Zudem war es zwar witzig, dass die Namen aus Les Miserable auftauchen, verwirrten mich aber auch teilweise etwas mehr.

Der Fantasy Aspekt liegt eher darin, dass es ein alternatives Paris ist und es dort diesen Hof des Wunders gibt. Die einzelnen Gilden haben besondere Fähigkeiten oder Funktionen, aber in dem Sinne keine fantastischen Kräfte.

Mir fehlte zwischendurch etwas mehr Beschreibung der Umgebung. Vieles blieb im Dunkeln, auch wenn Kersten Grant nicht vor Beschreibung von Elend oder Gewalt zurückschreckt. So blieben auch die Charaktere sehr blass, obwohl sie meist vom Äußeren gut beschrieben wurden. Aber auch dies kann einer Kürzung des Hörbuches verschuldest sein. Aber dieses bewerte ich hier nun ein Mal.

Die Aufmachung des Hörbuches mit dem Cover und der Innengestaltung ist aber super schön.

Fazit:
An sich war die Idee von einem alternativen Paris zu Zeiten einer Revolution mit den Namen (und teilweise auch Funktionen) aus Les Miserable als Nebenfiguren und dem Hof der Wunder sehr interessant. Die Atmosphäre wird zwar durch den Schreibstil gut unterstrichen, verläuft sich aber wegen der fehlenden Beschreibungen etwas. Zudem sind es viele Charaktere, die gerne in der Masse untergehen und blass bleiben.
Marie Bierstedt ist eine tolle Erzählerin, aber trotzdem hat mich das Hörbuch zum Ende etwas verloren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.12.2019

Wieder eine schöne Geschichte der Autorin um die Ureinwohner

Schneetänzer
0

Dies ist nicht das erste Hörbuch, welches ich von Antje Barbendererde höre. Ich mag die Liebesromanzen, die sich zwischen Deutschem Jugendlichen und Ureinwohner Amerikas bilden. Doch erwarte ich mittlerweile ...

Dies ist nicht das erste Hörbuch, welches ich von Antje Barbendererde höre. Ich mag die Liebesromanzen, die sich zwischen Deutschem Jugendlichen und Ureinwohner Amerikas bilden. Doch erwarte ich mittlerweile auch kein großes Aha mehr.

Dieses Mal haben wir einen männlichen deutschen Jugendlichen (was schon seltener ist) Jacob. Gerade im Abitur und durch Zufall an die Info gekommen, dass sein Vater zu einem Stamm in Amerika gehört. Also macht er sich auf dem Weg um diesen zu treffen. Das ist natürlich nicht so einfach getan, sondern es kommen Umstände dazwischen, so dass er in der Wildnis bei der jungen Kimi und ihrem Großvater landet und dort, dank dem Schnee, nicht so schnell wegkommt.

Währenddessen entwickelt sich eine Liebesgeschichte zwischen den beiden , die ich nicht immer nachvollziehen konnte. Gerade zu Beginn ging es mir bei Kimi zu schnell, als sie von Gefühlen sprach. Das könnte aber auch an der Kürzung des Hörbuches liegen.

Davon mal abgesehen, dass sich vom Grundgerüst der Geschichten bei Antje Barbendererdens Ureinwohnern nicht groß abgewichen wird, kommen aber immer wieder aktuelle sozialkritische Themen auf dem Tisch.

Hier wird das Thema Vegetarismus und Massentierhaltung im Vergleich zur Jagd auf Tiere nach alten Bräuchen hauptsächlich aufgearbeitet und schafft es wieder den Leser zum nachdenken anzuregen.

Fazit:

Mittlerweile weiß ich, was mich bei Antje Barbendererdes Büchern erwartet und ich erwarte nicht, dass die Romanzen um die Ureinwohner Amerikas und andere Kulturen neu erfindet. Ich freue mich einmal im Jahr auf solch eine Geschichte, bräuchte aber für 5 Sterne wirklich mal wieder eine Überraschung. Die angeschnittenen Themen und Lebensweisen regen immer wieder zum Nachdenken an. Ob die Entwicklung der Gefühle der Kürzungsschere zum Opfer gefallen sind oder nicht, kann ich nicht abschätzen. Zumindest ist es mir im Hörbuch zu abrupt.



Daher 4 von 5 für eine schöne kurzweilige Geschichte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.12.2019

Düster und Witzig

Der Tannenbaum des Todes
0

Genau das was ich erwartet habe.

Viele schwarzhumorige und teilweise recht blutige Geschichten rund um Weihnachten und die Bräuche.

Habe nicht erwartet, dass es so viele Punkte zu Weihnachten gibt, ...

Genau das was ich erwartet habe.

Viele schwarzhumorige und teilweise recht blutige Geschichten rund um Weihnachten und die Bräuche.

Habe nicht erwartet, dass es so viele Punkte zu Weihnachten gibt, die man veräppeln kann. Hab gerne mal laut aufgelacht beim Lesen und man merkt den typischen Heitz Humor.
Eine etwas andere Art von Kurzgeschichtensammlung und Weihnachtsbuch. :D

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.12.2019

Neue Arche , neue Ophelia

Das Gedächtnis von Babel
0

Wie auch schon die Bänder davor hat Christelle Dabos eine besonders ruhige Art Geschichten zu erzählen. Doch muss sie dabei aufpassen, den Leser nicht zu verlieren. Stellenweise ist es mir trotz gekürzten ...

Wie auch schon die Bänder davor hat Christelle Dabos eine besonders ruhige Art Geschichten zu erzählen. Doch muss sie dabei aufpassen, den Leser nicht zu verlieren. Stellenweise ist es mir trotz gekürzten Hörbuches doch etwas abgeschwiffen. Aber auch das kenne ich ja schon von ihr.



Wir begleiten Ophelia 3 Jahre nach letzten Band und sie gerät auf der Suche nach Thorn auf die Arche Babel. Der Weltenaufbau und die Unterschiede zwischen den ganzen Archen ist immer wieder interessant zu erleben. Sie schlüpft wieder in eine andere Rolle, da sie verdeckt ermittelt und Thorn sucht. Denn Gott, darf davon nichts mitbekommen. Die Spannung besteht eher darin, dass man lange nicht weiß, ob sie auf dem richtigen Weg ist und ob sie es schaffen wird dort an die obersten zu kommen.



Zu dem sitzt ihr eine unterschwellige Gefahr im Nacken, denn es geschehen Dinge um sie rum.



Es gab überraschende Wendungen und am Ende merkt man, dass auch die kleinen Ausflüge und Nebenfiguren wichtig werden.

Fazit:

Doch auch wenn am Ende die losen Fäden zusammenlaufen, hat man zwischendurch das Gefühl von kleinen Längen. Trotzdem erschafft Christelle Dabos mit der Arche Babel wieder eine interessante Welt mit anderen Sitten und Bräuchen, was das reisen mit Ophelia wieder sehr spannend macht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.12.2019

Hier gibt es kein Gut oder Böse

Vicious - Das Böse in uns
0

Klappentext:
Den werde ich ausnahmsweise mal nicht reinkopieren, da ich finde, dass er zu viel vom Buch wegnimmt. Ich habe nur V.E. Schwab und Superkräfte gehört, habe es gelesen und war wirklich überrascht. ...

Klappentext:
Den werde ich ausnahmsweise mal nicht reinkopieren, da ich finde, dass er zu viel vom Buch wegnimmt. Ich habe nur V.E. Schwab und Superkräfte gehört, habe es gelesen und war wirklich überrascht.
Aber nur soweit einmal: Wir begleiten Victor und Eli in verschiedenen Zeitebenen. Damals, als sie Freunde waren und ganz normale, aber sehr intelligente Medizinstudenten. Doch sie wollten mehr und es gibt da diese EOs. Menschen mit besonderen Kräften = Extra Ordinäre.
Doch wie entstehen diese ?
10 Jahre später schwört Victor Rache an seinen ehemals besten Freund...


Meinung:
>>In diesem Spiel gibt es keine anständigen Menschen<<
Seite 292

Die Geschichte um Vic und Eli ist außergewöhnlich. Schon alleine die Erzählart. Denn wir verfolgen die beiden in der Gegenwart, aber ihre Geschichte von vor 10 Jahren, wird uns dazwischen immer wieder erzählt. Aber auch von den Begleitern von beiden.

Zu Beginn wirkt es etwas sehr wissenschaftlich,das macht aber die späteren Vorgänge sehr verständlich und realistisch.
Victor und Eli sind beide nicht ganz normal, schon von Beginn an. Beide sind sehr intelligent und studieren Medizin. Jeder hat von Anfang an seine Eigenarten. Ich war zwar von Beginn an auf Victors Seite, aber auch Elis Beweggründe konnte ich nachvollziehen. Hinzu kommt, dass es kein wirkliches Gut und Böse in diesem Spiel gibt. Beide gehen über Leichen und das nicht zu knapp. So dass man immer wieder überlegt, auf welcher Seite man eigentlich steht.
Ich fand die Geschichte super spannend und dadurch, dass es eben kein Schwarz und Weiß gab, auch wirklich besonders.

Aber wieso ziehe ich dann einen Stern ab ?
Das liegt am Ende. Denn leider wird auf ein großes Finale hingearbeitet, doch passiert dieses dann sehr kurz und bündig. die folgenden paar Seiten waren dann sehr vorhersehbar und irgendwie denkt man dann auch, dass da noch was kommen muss. Deswegen gibt es ja noch einen 2. Band und ich bin bin sehr gespannt, wie das "Problem" gelöst wird.

Fazit:
Die Geschichte um Vic und Eli konnte mich wirklich fesseln. Erfrischend, wenn es mal keine klare Grenze zwischen Gut und Böse gibt. Leider fehlt das fulminante Finale und ich hoffe, da kommt bei Band 2 noch etwas mehr.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere