Cover-Bild Das Gedächtnis von Babel
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12,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Der Hörverlag
  • Themenbereich: Belletristik - Fantasy: Episch
  • Genre: Fantasy & Science Fiction / Fantasy
  • Ersterscheinung: 25.11.2019
  • ISBN: 9783844535709
Christelle Dabos

Das Gedächtnis von Babel

Band drei der Spiegelreisenden-Saga
Laura Maire (Sprecher), Amelie Thoma (Übersetzer)

In Band 3 der Spiegelreisenden-Saga kommt Ophelia der Wahrheit gefährlich nahe

Fast drei Jahre hat Ophelia ihren Mann Thorn nicht mehr gesehen. Doch eines Tages macht sie sich heimlich auf den Weg zur Arche Babel, um sich auf die Suche nach ihm zu begeben. In Babel angekommen, schleicht sich Ophelia in eine Schule ein, wo sie schnell zu einer der wenigen »Auserwählten« wird. Als eine Zensorin tot aufgefunden wird, die kurz vor ihrem Tod die Werke eines Kinderbuchautors verbrannt hat, erkennt Ophelia fassungslos, wie sehr sie selbst in diese tödliche Geschichte verstrickt ist.

Die Verbindung aus Christelle Dabos' Erzählkraft und Laura Maires Lesekunst macht dieses Hörbuch zu einem hochklassigen Hörvergnügen für Fantasyfans.

Gekürzte Lesung mit Laura Maire
2 MP3-CDs, 13h 19min

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.03.2020

Hören, hören und weiterhören!

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Allgemeines:

Am 25.11.2019 ist das dritte Hörbuch der Spiegelreisenden-Saga erschienen: Das Gedächtnis von Babel. Es handelt sich erneut um eine leicht gekürzte Version des ursprünglichen, gleichnamigen ...

Allgemeines:

Am 25.11.2019 ist das dritte Hörbuch der Spiegelreisenden-Saga erschienen: Das Gedächtnis von Babel. Es handelt sich erneut um eine leicht gekürzte Version des ursprünglichen, gleichnamigen Romans der Autorin Christelle Dabos. Nichtsdestotrotz kann sich die Laufzeit des Hörbuches mehr als sehen lassen: 799 Minuten, erneut gesprochen von Laure Maire, erschienen im Hörverlag.

Meine Rezensionen zu Teil 1 und Teil 2 sind farbig hinterlegt (einfach klicken!).

Inhalt:

„Fast drei Jahre hat Ophelia ihren Mann Thorn nicht mehr gesehen. Doch eines Tages macht sie sich heimlich auf den Weg zur Arche Babel, um sich auf die Suche nach ihm zu begeben. In Babel angekommen, schleicht sich Ophelia in eine Schule ein, wo sie schnell zu einer der wenigen »Auserwählten« wird. Als eine Zensorin tot aufgefunden wird, die kurz vor ihrem Tod die Werke eines Kinderbuchautors verbrannt hat, erkennt Ophelia fassungslos, wie sehr sie selbst in diese tödliche Geschichte verstrickt ist.“ (Quelle: Verlagsgruppe Random House)

Meine Meinung:

Dieses Hörbuch eignet sich für alle, die momentan auf der Suche nach einer wirklich fesselnden Reihe sind, die sie noch lange begleiten wird. Es handelt sich um den dritten Band einer Reihe, es empfiehlt sich daher zunächst die anderen Bände zu lesen, da sie chronologisch aufeinander aufbauen.

Das Hörbuch wird erneut von Laure Maire gesprochen. Maire hat eine so angenehme Stimme wie ich sie selten bei einer Hörbuchsprecherin erlebt habe. Ihr gelingt es, die Stimmung des Buches zu jedem Zeitpunkt zu transportieren und uns als Hörer mit in die Welt des Buches zu nehmen.

Am dritten Teil der Reihe habe ich als besonders spannend empfunden, dass die Ereignisse drei Jahre nach dem letzten Band einsetzen. Als Leser weiß man zunächst nicht, was man in den drei Jahren verpasst hat, und wo die Charaktere nun stehen. Nach und nach entdeckt man während des Lesens bzw. Hörens, was passiert ist. Dadurch entsteht bereits eine Grundspannung, die wirklich fesselnd ist.

Im Gedächtnis von Babel lernen wir eine völlig neue Ophelia kennen und lieben. Eine Ophelia, die sich im Laufe der Handlung der ersten drei Bände beständig und authentisch weiterentwickelt hat. Keine Angst, sie ist weiterhin so tollpatschig wie eh und je. Zu ihren Eigenschaften kommt aber eine gesunde Portion Eigenständigkeit hinzu. Sie lernt, sich alleine zu behaupten und begegnet auf diesem Weg unvergleichlichen neuen Charakteren. Nicht alle meinen es gut mit ihr und auch das lernt sie im Laufe der Handlung besser einzuschätzen.

Zudem spielt Viktoria und im Zuge dessen auch Archibald eine interessante Rolle. Viktoria hat Talente, von denen niemand wusste, dass es sie überhaupt geben könnte. Diese Talente bleiben auch weiterhin unentdeckt, was viel Raum für spannende Entwicklung im nächsten Band schafft.

Die von Dabos entworfene Welt wird erneut größer. Während des Hörens entdeckt man dabei so vieles, Babel unterscheidet sich stark von den Archen, die wir bisher kennenlernen durften. Dabos‘ Archen wirken einzigartig, keine scheint ein Abklatsch aus einer anderen, bereits existierenden Geschichte zu sein. Dadurch gelingt ihr etwas, das vielen Autoren in der heutigen Zeit schwerfällt: Sie kreiert etwas Neues, dem ein Zauber innewohnt. Im Zuge dessen entsteht beinahe von selbst ein enorm großes Identifikationspotential mit ihren Büchern, Charakteren und der Entwicklung der Handlung.

Im Mai diesen Jahres erscheint der nächste und leider auch abschließende Band mit dem Titel Im Sturm der Echos als Hörbuch. Ursprünglich habe ich vielfach beworben gelesen, dass die Reihe 7-teilig angelegt sein wird. Nun wird es vermutlich bei vier Bänden bleiben. Schade, da wäre noch ganz viel Potential vorhanden, um noch größer zu denken!

Fazit:

Hören, hören und weiterhören.

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Veröffentlicht am 11.02.2020

Überraschend anders, aber nicht weniger spannend

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Am Anfang des Buches gibt es wieder einen 1,5-seitigen Rückblick auf den vorigen Teil. Darauf folgt eine Karte der Windrosen und ihrer Verbindungen und eine Auflistung der 20 Archen mit ihren Familiengeistern ...

Am Anfang des Buches gibt es wieder einen 1,5-seitigen Rückblick auf den vorigen Teil. Darauf folgt eine Karte der Windrosen und ihrer Verbindungen und eine Auflistung der 20 Archen mit ihren Familiengeistern und -kräften. Die eigentliche Geschichte ist inhaltlich in zwei Teile gegliedert und am Ende gibt es wieder ein Inhaltsverzeichnis.

Der Schreibstil der ersten beiden Bände wurde beibehalten. Er ist an die Zeit und Welt des Buches angepasst und passt hier deshalb auch hervorragend rein. Die Beschreibungen sind allesamt faszinierend, bildhaft und trotzdem noch gut verständlich. Die Geschichte schließt diesmal nicht direkt an den zweiten Band an. Es liegt ca. 1 Jahr dazwischen. Die Gründe dafür erfährt man natürlich im Buch. Der Band ist in sich abgeschlossen, hat aber trotzdem mal wieder einen Cliffhanger.

Trotzdem war „Das Gedächtnis von Babel“ irgendwie anders. Die Figuren aus den vorigen Bänden kommen nur sehr sporadisch vor und Ophelia wird von der Autorin quasi komplett allein in eine andere Welt „geschmissen“. Es hatte schon fast was von einer Alternate Universe Story. Teilweise war es sehr dramatisch und ohne Lichtblicke. Es gab aber auch positives und insgesamt wurde wieder die gesamte Gefühlspalette bedient. Mitten im Buch war ich nicht ganz so begeistert, aber nachdem ich den Band beendet hatte, fand ich ihn richtig gut. Dadurch, dass die einzelnen Bände so verschieden sind, lassen sie sich auch sehr schwer vergleichen, daher habe ich gar keinen Favoriten. Jeder ist auf seine Weise toll.

Das Cover ist an das Design des 1. und 2. Bandes angepasst, jedoch ist das, was im ersten Teil blau bzw. im 2. Teil gelb/gold war, hier grün. Ich finde es passend und ansprechend gestaltet.

Ich bin sehr gespannt und in freudiger Erwartung auf den vierten Teil der Saga.

Der 4. Band - „Im Sturm der Echos“ (rotes Cover) - erscheint am 18. Mai 2020.

Fazit:
Der 3. Band „Das Gedächtnis von Babel“ ist überraschend anders, aber nicht weniger spannend. Wieder mal eine gelungene Reise durch diese unglaublich vielfältige Fantasywelt.

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Veröffentlicht am 16.01.2020

Endlich geht es weiter, jetzt in Babel

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Endlich ist der dritte Band da, von der tolle Fantasygeschichte die ich empfehlen kann. Am Anfang dieses Bandes ist Ophelia wieder in der alter Heimat bei ihrer Familie. Aber das ist nicht mehr ihre Welt ...

Endlich ist der dritte Band da, von der tolle Fantasygeschichte die ich empfehlen kann. Am Anfang dieses Bandes ist Ophelia wieder in der alter Heimat bei ihrer Familie. Aber das ist nicht mehr ihre Welt und sie begibt sich auf die Suche nach Thorn und landet dabei aufder Arche Babel. Wird sie ihn dort jetzt wieder finden. Wo soll sie nach ihm Suchen. Aber zu erst muss sie sich auf Babel zurechtfinden, deshalb sie sich in der Schule einschreibt. Wobei es immer wieder Probleme kommt, begibt sie sich dabei selber in Gefahr? Das natürlich gut für die Spannung der Geschichte ist. So dass man immer weiter lesen will und das Buch nicht aus den Händen legen kann.

Der Schreibstil ist einfach nur gut und flüssig. Die Charaktere sind wieder gut beschrieben. Auch die ganze Story ist spannend, so dass man am Ende schon neugierig ist wie die Geschichte weiter geht. Denn es gibt mindestens noch einen weiteren Band dieses tollen Fantasygeschichte.

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Veröffentlicht am 01.12.2019

Wo ist Thorn?

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Fast drei Jahre ist es her seit Ophelia Thorn gesehen hat. Als sie dann plötzlich einen Hinweis bekommt wo er sein könnte, macht sie sich sofort auf den Weg. Doch Babel ist groß und bei ihrer Suche stößt ...

Fast drei Jahre ist es her seit Ophelia Thorn gesehen hat. Als sie dann plötzlich einen Hinweis bekommt wo er sein könnte, macht sie sich sofort auf den Weg. Doch Babel ist groß und bei ihrer Suche stößt sie auf unglaubliche Geheimnisse.

Ich habe schon den ersten und zweiten Teil dieser Reihe geliebt, aber mit diesem Buch habe ich mich komplett in die Spiegelreisende verliebt.
Das Worldbuilding ist einfach unglaublich. Immer wenn ich denke die Autorin kann nicht noch mehr Details einbauen, werde ich wieder überrascht. Diese Welt ist einfach magisch, komplex und atemberaubend. Es wird nie langweilig sie weiter kennenzulernen und beim Lesen abzutauchen.

Genauso ist es mit den Charakteren. Mittlerweile weiß man immer mer von ihnen und lernt noch ganz andere Abgründe ihrer Persönlichkeit kennen, sodass es mir teilweise echt vorkommt als ob ich über echte Personen lese, anstatt über Buchcharaktere. Und dennoch haben sie auch alle etwas Besonderes an sich, dass sie so interessant und individuell macht.

Was die Handlung angeht so ist sie so interessant wie ein spannender Krimi mit magischen Elementen. Ich konnte die ganze Zeit mitfiebern und war fast schon süchtig danach weiterzulesen. Es passiert ständig etwas Unerwartetes, sodass es nie langweilig wird. Außerdem hat die Geschichte mittlerweile etwas episches bekommen, dass teilweise sogar etwas philosophisch wirkt.

Letztendlich ist dieser Teil fast sogar noch besser als der letzte Teil, falls das überhaupt möglich ist. Denn die Buchreihe ist einfach unglaublich und ich kann es kaum abwarten wie das Finale wird. Die Autorin hat hier wirklich etwas Großartiges geschaffen, das sich wirklich lohnt zu lesen.

Veröffentlicht am 10.05.2025

"Wer Wind sät, wird Sturm ernten."

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Seitdem ich mit der "Spiegelreisende"-Reihe begonnen habe, bereue ich wirklich, sie so lange auf meinem SuB habe schmoren lassen. Denn Christelle Dabos entführt hier in vier Bänden in eine faszinierende, ...

Seitdem ich mit der "Spiegelreisende"-Reihe begonnen habe, bereue ich wirklich, sie so lange auf meinem SuB habe schmoren lassen. Denn Christelle Dabos entführt hier in vier Bänden in eine faszinierende, fremdartige Welt voller Geheimnisse, Intrigen und Magie, die mit undurchsichtiger Handlung, interessanten Figuren und originellen Ideen überzeugt. Auch "Das Gedächtnis von Babel" ist eine wendungs- und aufschlussreiche Ergänzung der Reihe, die einige Fragen beantwortet und weitere 515 Seiten voller Fantasie, Abenteuer und Rätsel zum Entdecken bereithält!

"Es wird einmal in nicht allzu ferner Zeit die Welt endlich in Frieden leben. In jenen tagen wird es neue Männer geben und es wird neue Frauen geben. Dies wird das Zeitalter der Wunder sein."


Optisch ist "Das Gedächtnis von Babel" nahe an der Gestaltung von Band 1 und 2 gehalten. Während wir zuvor jeweils die Handlungsorte am Pol in blau und gelb gesehen haben, ist hier nun die Metropole Babels in mintgrün abgebildet. Die wunderschöne Illustration fängt wieder die geheimnisvolle, verträumte Stimmung des Romans ein und macht das Buch zu einem echten Hingucker im Regal. Auch innen überzeugt die Gestaltung abermals mit einer stilvollen Kapitelgestaltung und einer Weltkarte der Archen, die für einen Überblick über alle bereits vorgestellten Welten sehr hilfreich ist.

Erster Satz: "Die Uhr näherte sich in beachtlichem Tempo."

Spätestens seit dem turbulenten Ende von Band 2 war ich endgültig in Christelle Dabos´ Erzählkosmos angekommen und mehr als gespannt, wie es mit Ophelia, Thorn, Faruk, Gott und der Welt weitergeht. Dementsprechend entsetzt war ich zu sehen, dass "Das Gedächtnis von Babel" nach einem dreijährigen (!!!) Zeitsprung beinahe neu ansetzt und zunächst alle perfekt aufgereihten Anknüpfungspunkte von Band 2 zu vernachlässigen scheint. So beobachten wir, wie Ophelia auf Anima Trübsal bläst und versucht, aus ihrem Exil heraus, Spuren ihres Ehemanns Thorn zu finden. Als sie mithilfe von Archibald, Reineke und Gwenael auf eine Windrose stößt, führt sie eine vielversprechende Spur auf die Arche Babel. An der Akademie der "Guten Familie" im Memorial, das den Anspruch erhebt, "Das Gedächtnis der Welt" zu sein, hofft sie nicht nur Thorn wiederzufinden, sondern auch neues über "Gott" und den rätselhaften "Anderen" zu erfahren, den sie bei ihrer ersten Spiegelreise befreit zu haben scheint.

"Denk selbst nach, kleiner dummer Mensch, anstatt stumpf zu wiederholen, was man dir vorsagt!"

Auch wenn Band 3 anders als seine beiden Vorgänger von Beginn an spannend startet, fiel mir der Einstieg der ersten 100 Seiten eher schwer, da ich einfach etwas ganz anderes von Band 3 erwartet hatte. Über meinen anfänglichen Schock über den großen Zeitsprung kam ich dann aber recht schnell hinweg, da mit einer neuen Arche, neuen Familienkräften, zwei unbekannten Familiengeistern, der besonderen Gesellschaftsstruktur der Metropole, den Intrigen in der Akademie und geheimnisvollen Todesfällen, die es zu ergründen gilt, einiges zu entdecken ist. Bis die Handlung richtig durchstartet, gehen zwar auch wieder einige Seiten ins Land, allerdings besteht kein Vergleich mit den trägen Durststrecken, die es in Band 1 und 2 gegeben hat. Christelle Dabos nimmt sich aber auch hier ohne Frage viel Zeit, ihr neues Setting zu erkunden - nach Anima und dem Pol die dritte der einundzwanzig Archen, in die die Welt nach dem sogenannten "Riss" zerbrochen ist...

"Zu eurer Information, junge Dame, Frieden ist lediglich eine Vision. Es gab und wird stets Konflikte geben, welche Gestalt sie auch immer annehmen. Neutralität ist eine hübsche Art, Feigheit zu sagen."


Hier zeigt sich abermals, wie viel Herzblut die Autorin in die Erstellung ihrer Welten gesteckt hat. So sind das politische Klima sowie die gesellschaftlichen Konventionen Babels genau wie die des Pols oder Animas ein Spiegel der Fähigkeiten der dort lebenden Menschen. Während die Illusionen und das kalte Klima des Pols eine vergnügungssüchtige, ausschweifende High-Society hervorgebracht haben, schlagen sich das reiche, tropische Klima und die gesteigerten Sinne der Nachfahren der Zwillingsgeister Pollux und Helene in einem kosmopolitischen, aufgeklärten Hort des Wissens nieder, das allerdings von strengen Regeln, Konformität und Zensur bestimmt wird. Auch hier gibt es mit den Lords von Lux eine herrschende Elite, die Gott zu dienen scheint. Da in Babel außerdem Menschen aus anderen Archen leben, lernen wir nebenbei auch die Kräfte anderer Familien kennen und können bereits spekulieren, wie das Leben auf den übrigen Archen aussehen könnte. Dabei werden alle neuen Informationen wie gewohnt eher beiläufig gegeben und es bleibt weiterhin vieles offen und angedeutet, sodass es weiterhin noch einiges zu entdecken gibt! So wird das Bild der Welt, das die Autorin in ihren vier Bänden zeichnet, hier nochmal um einiges reicher und abermals wird ganz klar bestätigt: Das Worldbuilding ist zweifellos eine der größten Stärken der gesamten Reihe und eines der kreativsten und originellsten im Fantasy-Genre.

"Ophelia blinzelte geblendet: Sie musste den Kopf in den Nacken legen, um den Turm der Gedenkstätte ganz mit einem Blick zu erfassen. Seine Größe war so kolossal, seine Glaskuppel so strahlend, dass man ihn für einen Leuchtturm halten konnte, der die gesamte Welt erhellen sollte."

Auch wenn auf der neuen Arche ein beinahe neuer Handlungsstrang zu starten scheint, kommt etwa ab der Hälfte einiges in Bewegung und es werden erstmals einige der "großen Fragen" der Reihe beantwortet. Wer ist "Gott", welche Rolle spielen die Hausgeister, wer ist "der andere", wie ist die Welt zerbrochen? Nachdem wir in Band 2 Klarheit zu den Büchern der Hausgeister erhalten haben, deren fehlende Seiten die zwanzig Geister zu schlechtem Gedächtnis und Zerstreutheit verdammt haben, gehen wir nun noch weiter zurück und erfahren, wie sie aufgewachsen sind. Auch wenn sich die Autorin weiterhin durch subtile Andeutungen, undurchsichtige Gegenspieler, überraschende Wendungen und immer wechselnde Fragen bedeckt hält, beginnen sich die ersten Schnipsel des Puzzles langsam zusammenzusetzen. Ganz wird der Schleier des Geheimnisvollen aber natürlich noch nicht gelüftet, sodass ich sehr gespannt bin, welche großen Erkenntnisse in "Im Sturm des Echos" noch auf uns warten.

"Das ist doch mal wieder typisch für dich. Wenn du dich in den Schlamassel reitest, dann richtig. Da gibt es keine halben Sachen."


Neben der Vorstellung der neuen Arche und den Geheimnissen, die im Memorial auf uns warten, steht in diesem dritten Teil aber vor allem Ophelias Entwicklung im Vordergrund. Abermals in einer neuen Umgebung auf sich allein gestellt, muss sie über sich hinauswachsen und sich selbst, ihren Ängsten und auch ihren Wünschen stellen. Auch wenn sie sich im Kern selbst treu bleibt, ist die Ophelia, die wir gegen Ende sehen, sehr weit von dem passiven Mädchen entfernt, die wir zu Beginn in Anima kennengelernt haben. Auch ihre Beziehung zu Thorn entwickelt sich hier wesentlich weiter, auch wenn die beiden weiterhin kaum gemeinsame Szenen, geschweige denn eine offene Kommunikation über ihre Gefühle haben. Ihre seltsamen Interaktionen und das Fehlen jeglicher offensichtlicher Zuneigung, machen sie als Paar aber nur noch charmanter!

"Ophelia hatte schon einige ungewöhnliche Situationen erlebt. Im selben Zimmer mit einem Säbelzahntieger Orchestermusik zu hören war jedoch zweifellos einer der allerungewöhnlichsten."

Christelle Dabos erzählt hier weiterhin aus der personalen Erzählperspektive von Ophelia, wechselt hier aber erstmals auch gelegentlich in eine zweite Erzählperspektive und zwar in die der dreijährigen Viktoria. Ophelias Patentochter, Tochter von Berenilde und Faruk, bildet eine dünne Verbindung zu den restlichen Figuren aus Band 1 und 2 wie Tante Rosaline, Madame Berenilde, Archibald und den restlichen Figuren des Pols, die hier sonst komplett aus dem Fokus rücken, um Platz für Ophelia, Thorn und neue Figuren in Babel wie Elizabeth, Octavius oder Blasius zu machen. In den kurzen Abschnitten aus Viktorias Sicht erfahren wir allerdings nicht nur, wie es den ans Herz gewachsenen Nebenfiguren in der Zwischenzeit ergangen ist, sondern beobachten aus ihrer ganz speziellen Perspektive - sie kann weder gehen noch sprechen, allerdings außerkörperliche Astralreisen unternehmen - Gottes Suche nach einem Zugang zu Erdenbogen... Wie die Autorin nun alle Stränge in Band 4 zusammenführen und die Geschichte zu einem runden Abschluss bringen wird, bin ich nun sehr gespannt!!!

"Wer Wind sät, wird Sturm ernten."


Fazit

"Das Gedächtnis von Babel" ist eine überraschend temporeichere Fortsetzung, die unerwartet an einen neuen Ort entführt, die Figurenentwicklung vorantreibt und einige Fragen beantwortet. Auch wenn ich mir anfangs einen anderen Fortgang der Geschichte erhofft hatte, war Band 3 bisher der stärkste Band für mich!