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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.04.2026

Ein intensiver, atmosphärischer und emotional aufgeladener Krimi!

Not Quite Dead Yet
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"Not Quite Dead Yet" ist mein siebtes Buch von Holly Jackson, nach der "A Good Girl´s Guide to Murder"-Reihe und ihren Einzelbänden wie "The Reappearance of Rachel Price" oder "Five Survive". Mittlerweile ...

"Not Quite Dead Yet" ist mein siebtes Buch von Holly Jackson, nach der "A Good Girl´s Guide to Murder"-Reihe und ihren Einzelbänden wie "The Reappearance of Rachel Price" oder "Five Survive". Mittlerweile stelle ich mich schon vorab auf eine atmosphärische, emotional mitreißende und undurchsichtige Geschichte ein, trotzdem war "Not Quite Dead Yet" nochmal eine ganze Schippe besser als erhofft.

“That final week, not quite long enough, not quite dead yet.”

Auf knapp 400 Seiten erzählt Holly Jackson abermals eine komplexe, hochspannende und atmosphärische Krimigeschichte mit Psychothriller-Elementen, die man kaum aus der Hand legen kann und die bis zur letzten Seite zum Miträtseln einlädt. Die gesamte Handlung spielt mit absurd hohem Erzähltempo innerhalb weniger Tage und ist dabei so intensiv wie herrlich unvorhersehbar. Mit jedem Kapiteln tun sich neue Abgründe im scheinbar heimeligen, geordneten Umfeld von Jet auf, sodass ich trotz grober Idee die Auflösung als solche niemals erraten hätte. Intensiviert wird die Suche nach Jets Mörder durch die fortschreitende Verschlechterung von Jets Zustand, ihrem mit jeder Stunde unweigerlich näher rückenden Tod und der leisen Hoffnung im Hintergrund, ob sie es nicht doch irgendwie überleben wird, jetzt, wo sie gerade beginnt ihr Leben in die Hand zu nehmen...

"I think I’ve spent so long waiting for it all to begin, for life to really start, that I missed out on what it was really all about.”


Toll unterstrichen wird die spannende Atmosphäre der Geschichte wieder durch die abwechslungsreiche, temporeiche Erzählweise von Holly Jackson. Die Autorin erzählt aus Jets Perspektive und nutzt dafür einen personalen Er-Erzähler, bindet im weiteren Verlauf der Geschichte aber auch weitere Perspektiven und Briefe mit ein. Mit den medizinischen Schilderungen von Jets Aneurysma, spannender Action und teilweise auch Gewalt ist auch dieser Roman wieder recht düster und blutig. Wer sich auf diese herz- und halsbrecherische Achterbahnfahrt einlassen kann, bekommt aber eine Geschichte vorgesetzt, die nicht nur wegen ihrer außergewöhnlichen Idee - eine Frau, die ihren eigenen Mord aufklärt - im Gedächtnis bleibt.

“She wanted what she'd always wanted. To do something, achieve something big, something undeniably great, to prove that she could."


Denn für mich war es vor allem Jet selbst, die diese Geschichte zu einem Herzensbuch gemacht hat. Interessanterweise trägt Holly Jacksons erster Krimi mit einer erwachsenen Figur erstaunlich viele YA-Elemente und Coming-of-Age Themen in sich, während ihre YA-Thriller bisher immer deutlich erwachsener waren als gedacht. Denn Jet ist mit Ende 20 noch nicht wirklich in ihr Leben gestartet, wohnt zu Hause bei ihren Eltern und weiß noch nicht, was sie tun möchte, bis es zu spät ist und ihre Zeit davon läuft. Mit ihrer vorgeschobenen Abgeklärtheit und der naiven Ziellosigkeit ist sie zu Beginn keine klare Identifikationsfigur, mit der man von Seite eins an mitfiebert. Allerdings macht sie innerhalb der wenigen Erzähltage eine enorme Entwicklung durch und schleicht sich heimlich doch ins Leserherz. Ob sie es am Ende schafft, ihren eigenen Mordfall aufzuklären und gegen alle Wahrscheinlichkeit zu überleben... lest selbst!

“Was this what it felt like to be a man? Walking on this creepy dark bridge, not scared for a second that she wouldn't make it out the other side, because it didn't really make a difference whether she did or not. The night belonged to her now too. A dead woman walking. And dead women had no use for fear.”



Fazit


„Not Quite Dead Yet“ ist ein intensiver, atmosphärischer und emotional aufgeladener Krimi, der mit hohem Tempo, cleverer Konstruktion und einer außergewöhnlichen Prämisse bis zur letzten Seite fesselt. Besonders Jet als vielschichtige, verletzliche und zugleich kämpferische Hauptfigur macht die Geschichte zu einem echten 5-Sterne-Highlight, das lange nachhallt.

Veröffentlicht am 25.04.2026

Ein solider, aber sehr unorigineller Romantasy-Roman

Light and Flame – Eine Liebe im Schatten
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Bereits vor 4 Jahren habe ich den ersten Band dieser Spin-off-Reihe gelesen. Meine Erfahrung mit der Hauptreihe "From Blood and Ash" liegt sogar noch weiter zurück, die ich nach vier Bänden schließlich ...

Bereits vor 4 Jahren habe ich den ersten Band dieser Spin-off-Reihe gelesen. Meine Erfahrung mit der Hauptreihe "From Blood and Ash" liegt sogar noch weiter zurück, die ich nach vier Bänden schließlich nicht weiterverfolgt habe. Wieso habe ich "Light & Flame", also der zweite Band der Spinn-Off-Reihe rund um Sera und Nyktos, jetzt nochmal ausgegraben? Das ist eine sehr gute Frage, die ich leider nicht viel besser beantworten kann als mit "es lag schon so lange auf dem SuB, ich hatte spontan Lust auf Romantasy und dachte mir, warum eigentlich nicht". Leider entpuppte sich das Buch für mich als klassischer Fall von "zu lange gewartet" und rückblickend kann ich nicht wirklich sagen, dass es sich gelohnt hätte, dem Buch nochmal eine Chance zu geben. Kurz gesagt: Ich habe mehrfach darüber nachgedacht, das Buch abzubrechen, weil es mich einfach nicht richtig packen konnte. Gleichzeitig war es aber auch nicht langweilig oder schwach genug, um es wirklich zur Seite zu legen.

Mein größtes Problem ist weiterhin die zur Hauptreihe redundante Handlung, die sich viel zu sehr auf der Anziehung zwischen den Figuren ausruht. Wieder begegnet man einer jungen, unerfahrenen Auserwählten, die ungeliebt und vernachlässigt in einem Palast lebt, von einer Vaterfigur im Kämpfen ausgebildet wird und sich in einen geheimnisvollen Fremden verliebt, der sich schließlich als mächtiger Anführer entpuppt und sie in eine neue Welt einführt. So wirken viele Szenen repetitiv, ohne dass die eigentliche Geschichte spürbar vorankam. Erschwerend kommt dazu, dass die Reihe immer wieder neue Enthüllungen und zusätzliche Elemente ins Worldbuilding einführt, statt offene Fäden sinnvoll zusammenzuführen.

Dadurch fehlte mir oft das Gefühl von echter Entwicklung oder erzählerischem Fortschritt und teilweise fühlte es sich eher wie ein ungekürzter Rohentwurf an als wie ein straff ausgearbeiteter Roman. Auch das Ende konnte mich nur teilweise überzeugen: Zwar sorgt der Cliffhanger für Spannung, insgesamt wirkte der Abschluss aber eher vorhersehbar und etwas unspektakulär. Kombiniert man das bekannte Konzept, das langsame Erzähltempo, das teilweise verwirrenden Worldbuilding und die vielen, sehr langen Dialogen, bekommt man also leider einen etwas zähen Eindruck der Geschichte. Je weiter ich lese, desto mehr bekomme ich den Eindruck, als hätten es eine bündige Trilogie und einen Einzelband als Spin-Off für diese Geschichte wunderbar getan.

Der Schreibstil von Jennifer L. Armentrout bietet eigentlich wie gewohnt wieder alles, was Fans des Romantasy-Genres verzückt: humorvolle Spitzen, romantische und prickelnde Szenen, epische Kämpfe und schockierende Wendungen samt Cliffhangern. So blieb das Buch trotz seiner Länge und der eher wenig berauschenden Handlung kurzweilig lesbar. Allerdings hat diese Mischung anders als noch vor einigen Jahren bei mir nicht mehr richtig gezündet. Das liegt vor allem daran, dass sich diese Vertreter des Romantasy-Genre für mich zu wenig weiterentwickelt haben, vieles inzwischen sehr vertraut und unoriginell wirkt und ich beim Lesen dauerhaft das Gefühl hatte, das da eigentlich deutlich mehr drin wäre.

Dasselbe Gefühl hatte ich auch bei den Figuren, die ebenfalls stark auf Tropes, Klischees und Bekanntes setzen. Nyktos und Sera erinnern mich in ihrer Dynamik und ihrer Rollenverteilung weiterhin stark an die Charaktere der Hauptreihe. Vor allem Nyktos entspricht wieder sehr dem gleichen männlichen Archetyp, den die Autorin häufig verwendet: geheimnisvoll, mächtig, beschützerisch, dunkelhaarig und gottgleich (im wahrsten Sinne des Wortes). Auch die Insta-Love, bei der schon sehr früh viel körperliche Nähe zwischen den Hauptfiguren besteht, fand ich etwas ermüdend, da sie den beiden Figuren einfach nicht gerecht wird. Besonders enttäuschend fand ich, dass die Missverständnisse zwischen ihnen weiterhin einen so großen Teil ihrer Interaktionen bestimmen und sie sich gefühlt mehrfach im Kreis um dieselben Konflikte drehen.

Was für mich jedoch weiterhin gut funktioniert hat, waren die Nebenfiguren. Charaktere wie Nektas, Rhain, Bele, Jadis oder Raegar bringen immer wieder genau die Auflockerung und den Humor in die Geschichte, die sie dringend braucht. Besonders die Draken sind für mich echte Highlights der Reihe und sorgen für einige der unterhaltsamsten Momente. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass sie noch mehr Raum bekommen und eine größere Rolle innerhalb der Handlung spielen. Ob ich diese Reihe weiterverfolgen werde, ist also auch fraglich. Sie ist nicht schlecht, nur eben nicht gut genug, um mich weiterhin durch die etlichen, extrem umfangreichen Bände zu tragen.


"Die Liebe ist das Einzige, gegen das nicht einmal das Schicksal ankommt."


Fazit


Insgesamt ist "Light and Flame" ein solider, aber sehr unorigineller Romantasy-Roman, der vor allem durch seine bekannten Muster und sein langsames Erzähltempo an Spannung verliert. Trotz unterhaltsamer Momente und liebenswerter Nebenfiguren reicht es am Ende für mich zu 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 25.04.2026

Ein solider, aber sehr unorigineller Romantasy-Roman

Light and Flame – Eine Liebe im Schatten
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Bereits vor 4 Jahren habe ich den ersten Band dieser Spin-off-Reihe gelesen. Meine Erfahrung mit der Hauptreihe "From Blood and Ash" liegt sogar noch weiter zurück, die ich nach vier Bänden schließlich ...

Bereits vor 4 Jahren habe ich den ersten Band dieser Spin-off-Reihe gelesen. Meine Erfahrung mit der Hauptreihe "From Blood and Ash" liegt sogar noch weiter zurück, die ich nach vier Bänden schließlich nicht weiterverfolgt habe. Wieso habe ich "Light & Flame", also der zweite Band der Spinn-Off-Reihe rund um Sera und Nyktos, jetzt nochmal ausgegraben? Das ist eine sehr gute Frage, die ich leider nicht viel besser beantworten kann als mit "es lag schon so lange auf dem SuB, ich hatte spontan Lust auf Romantasy und dachte mir, warum eigentlich nicht". Leider entpuppte sich das Buch für mich als klassischer Fall von "zu lange gewartet" und rückblickend kann ich nicht wirklich sagen, dass es sich gelohnt hätte, dem Buch nochmal eine Chance zu geben. Kurz gesagt: Ich habe mehrfach darüber nachgedacht, das Buch abzubrechen, weil es mich einfach nicht richtig packen konnte. Gleichzeitig war es aber auch nicht langweilig oder schwach genug, um es wirklich zur Seite zu legen.

Mein größtes Problem ist weiterhin die zur Hauptreihe redundante Handlung, die sich viel zu sehr auf der Anziehung zwischen den Figuren ausruht. Wieder begegnet man einer jungen, unerfahrenen Auserwählten, die ungeliebt und vernachlässigt in einem Palast lebt, von einer Vaterfigur im Kämpfen ausgebildet wird und sich in einen geheimnisvollen Fremden verliebt, der sich schließlich als mächtiger Anführer entpuppt und sie in eine neue Welt einführt. So wirken viele Szenen repetitiv, ohne dass die eigentliche Geschichte spürbar vorankam. Erschwerend kommt dazu, dass die Reihe immer wieder neue Enthüllungen und zusätzliche Elemente ins Worldbuilding einführt, statt offene Fäden sinnvoll zusammenzuführen.

Dadurch fehlte mir oft das Gefühl von echter Entwicklung oder erzählerischem Fortschritt und teilweise fühlte es sich eher wie ein ungekürzter Rohentwurf an als wie ein straff ausgearbeiteter Roman. Auch das Ende konnte mich nur teilweise überzeugen: Zwar sorgt der Cliffhanger für Spannung, insgesamt wirkte der Abschluss aber eher vorhersehbar und etwas unspektakulär. Kombiniert man das bekannte Konzept, das langsame Erzähltempo, das teilweise verwirrenden Worldbuilding und die vielen, sehr langen Dialogen, bekommt man also leider einen etwas zähen Eindruck der Geschichte. Je weiter ich lese, desto mehr bekomme ich den Eindruck, als hätten es eine bündige Trilogie und einen Einzelband als Spin-Off für diese Geschichte wunderbar getan.

Der Schreibstil von Jennifer L. Armentrout bietet eigentlich wie gewohnt wieder alles, was Fans des Romantasy-Genres verzückt: humorvolle Spitzen, romantische und prickelnde Szenen, epische Kämpfe und schockierende Wendungen samt Cliffhangern. So blieb das Buch trotz seiner Länge und der eher wenig berauschenden Handlung kurzweilig lesbar. Allerdings hat diese Mischung anders als noch vor einigen Jahren bei mir nicht mehr richtig gezündet. Das liegt vor allem daran, dass sich diese Vertreter des Romantasy-Genre für mich zu wenig weiterentwickelt haben, vieles inzwischen sehr vertraut und unoriginell wirkt und ich beim Lesen dauerhaft das Gefühl hatte, das da eigentlich deutlich mehr drin wäre.

Dasselbe Gefühl hatte ich auch bei den Figuren, die ebenfalls stark auf Tropes, Klischees und Bekanntes setzen. Nyktos und Sera erinnern mich in ihrer Dynamik und ihrer Rollenverteilung weiterhin stark an die Charaktere der Hauptreihe. Vor allem Nyktos entspricht wieder sehr dem gleichen männlichen Archetyp, den die Autorin häufig verwendet: geheimnisvoll, mächtig, beschützerisch, dunkelhaarig und gottgleich (im wahrsten Sinne des Wortes). Auch die Insta-Love, bei der schon sehr früh viel körperliche Nähe zwischen den Hauptfiguren besteht, fand ich etwas ermüdend, da sie den beiden Figuren einfach nicht gerecht wird. Besonders enttäuschend fand ich, dass die Missverständnisse zwischen ihnen weiterhin einen so großen Teil ihrer Interaktionen bestimmen und sie sich gefühlt mehrfach im Kreis um dieselben Konflikte drehen.

Was für mich jedoch weiterhin gut funktioniert hat, waren die Nebenfiguren. Charaktere wie Nektas, Rhain, Bele, Jadis oder Raegar bringen immer wieder genau die Auflockerung und den Humor in die Geschichte, die sie dringend braucht. Besonders die Draken sind für mich echte Highlights der Reihe und sorgen für einige der unterhaltsamsten Momente. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass sie noch mehr Raum bekommen und eine größere Rolle innerhalb der Handlung spielen. Ob ich diese Reihe weiterverfolgen werde, ist also auch fraglich. Sie ist nicht schlecht, nur eben nicht gut genug, um mich weiterhin durch die etlichen, extrem umfangreichen Bände zu tragen.


"Die Liebe ist das Einzige, gegen das nicht einmal das Schicksal ankommt."


Fazit


Insgesamt ist "Light and Flame" ein solider, aber sehr unorigineller Romantasy-Roman, der vor allem durch seine bekannten Muster und sein langsames Erzähltempo an Spannung verliert. Trotz unterhaltsamer Momente und liebenswerter Nebenfiguren reicht es am Ende für mich zu 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 13.04.2026

"See you in the story past the story."

Bücher und Barbaren
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Handlung: Nachdem mir "Legends & Lattes" so gut gefallen hat und mich in die gemütlichen Fänge des Cozy Fantasy Genres gezogen hat, wanderten die anderen Bücher von Travis Baldree natürlich auch sofort ...

Handlung: Nachdem mir "Legends & Lattes" so gut gefallen hat und mich in die gemütlichen Fänge des Cozy Fantasy Genres gezogen hat, wanderten die anderen Bücher von Travis Baldree natürlich auch sofort auf meine Leseliste für 2026. "Bookshops & Bonedust" ist ein Prequel, das einige Jahre vor "Legends & Lattes" spielt und das man theoretisch unabhängig davon lesen kann. Leider hat sich mein Buddyread mit Sofia (yk, @sofiasworldofbooks) etwas gezogen (was total an unseren vollen Zeitplänen und weniger am Buch selbst lag), wodurch ich mich mit diesem Prequel etwas schwerer getan habe als mit "Legends & Lattes". Denn obwohl das Setting in der kleinen Küstenstadt und der Buchhandlung einfach hinreißend war und ich Viv schon so ans Herz geschlossen hatte, zog sich die sehr langsame Handlung Charme hin und her im Mittelteil etwas für mich. Dennoch habe ich das Lesen natürlich wieder sehr genossen. Denn der einfache, gemütliche Plot hält genügend Konflikte und Überraschungen bereit, strotz nur von Atmosphäre, süßem Humor und liebevollen Figuren, um über die knapp 330 Seiten am Ball bleiben zu wollen.

"Well,” breathed Fern, surveying the interior with both brows raised. “Fuck me.” Satchel drew back from her in alarm, and his eyes seemed to widen as the flames within them burned brighter. Viv leaned down near his skull and whispered, “It’s just a figure of speech, not a request."


Schreibstil:
Frischer Küstenwind, Freundschaft, staubige Bücher, Süßgebäck, zweite Chancen, neue Liebe und ein bestechendes Abenteuer mit wandelnden Toten - aus diesen Zutaten ist "Bookshops & Bonedust" gebaut und damit wieder der Inbegriff der aufregenden Gemütlichkeit. Dem Autor gelingt es erneut, in eine D&D-inspirierte Welt zu entführen und trotz minimalem Worldbuilding ein lebendiges Setting für seine Geschichte zu erschaffen. Dabei ist Travis Baldrees Erzählton wieder locker und herrlich alltäglich, was wunderbar zu der Geschichte passt und dafür sorgt, dass man sie am liebsten an einem Nachmittag lesen würde.

"See you in the story past the story."

Figuren:
Am besten gefallen haben mir wieder die Figuren, die sich auch hier in bester Found-Family-Manier im Verlauf der Geschichte um Viv scharen. Die Ork-Kriegerin selbst, habe ich schon in "Legends & Lattes" als ungewöhnliche Heldin, die mit ihrem imposanten Erscheinungsbild, ihrem weichen Herzen und ihrem Traum für einen Neuanfang überrascht und überzeugt, kennen und lieben gelernt. Hier sehen wir sie zu einem etwas früheren Zeitpunkt, als sie sich zwangsweise eine kurze Pause von ihrem Abenteurerleben nehmen muss. Ganz bereit das Schwert niederzulegen ist sie hier noch nicht, aber man merkt schon, dass sich in ihr langsam der Wunsch formt, sesshaft zu werden. Auch hier gibt es eine zarte Liebesgeschichte, die allerdings wieder stark im Hintergrund bleibt und in keiner Konkurrenz zum Hauptband steht. Neben Viv am besten gefallen haben mir die Buchhändlerin Fern und der Homunkulus Satchel, aber auch über das Wiedersehen mit Gallina habe ich mich sehr gefreut! So ging mir spätestens im Epilog mir das Herz weit auf!

"Because I’m headed down the hill, and you’re headed up it. I’m just glad we chanced to meet on the way."


Das Urteil


"Bookshops & Bonedust" ist genau wie "Legends & Lattes" eine gemütliche D&D-inspirierte Cozy-Fantasy Geschichte mit Found Family Trope und ungewöhnlicher Heldin! Wer den ersten Teil mochte, wird auch von diesem Prequel hin und weg sein!

Veröffentlicht am 12.04.2026

Ein kurzweiliges Buch, das unterhält, inspiriert und neugierig macht.

Ein Ozean voll Fragen
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Ich habe "Ein Ozean voller Fragen" beim Stöbern auf Bookbeat gefunden und ganz spontan begonnen, auch wenn ich weder die Autorin, noch das vorgestellte Projekt kenne und vom Segeln nun wirklich gar keine ...

Ich habe "Ein Ozean voller Fragen" beim Stöbern auf Bookbeat gefunden und ganz spontan begonnen, auch wenn ich weder die Autorin, noch das vorgestellte Projekt kenne und vom Segeln nun wirklich gar keine Ahnung habe. Die Mischung aus autobiografischem Bericht, Reiseerzählung, persönlicher Reflexion und motivierenden Impulsen hat mir aber überraschend gut gefallen, sodass ich mich sehr gerne zusammen mit Leonie Maßmann auf ihre Weltreise von der Nordsee in die Karibik begeben habe.

Auf 255 Seiten schildert die Autorin, die gemeinsam mit ihrem Freund Thilo als @bluehorizon_exploration von ihrer Segel-Weltreise auf YouTube und Instagram berichtet, wie sie von der Idee bis zur Umsetzung, über viele Höhen, Tiefen und Hürden zu ihrem Traum eines eigenen kleinen Segelboots gekommen ist. Dabei vermischen sich Logbucheinträge mit einem lockeren Reisebericht und generellen Perspektiven darüber, was die Autorin auf ihrer Reise gelernt hat. Zwar wird durchaus chronologisch erzählt, es gibt aber viele Sprünge, Vorgriffe und einzelne Passagen der Reise werden schnell zusammengefasst. Man sollte also keinen lückenlosen Reisebericht erwarten. Immer wieder habe ich mich zwischendurch gefragt - ja und wie ging es dann weiter? was haben sie danach gemacht? -, doch wer genau wie ich neugierig geworden ist, muss für diese Antworten wohl den YouTube Kanal verfolgen. Stattdessen greift die Autorin die wichtigsten Meilensteine, Herausforderungen und prägende Ereignisse heraus und erzählt beispielsweise von wichtigen Begegnungen, Entscheidungen oder besonders gefährlichen Situationen.

Auch wenn ich diese Erzählung sehr genossen habe, hätte sie für meinen persönlichen Geschmack fast noch umfangreicher sein können - das spricht also wirklich für die Autorin, die mich mit ihrer Geschichte total abholen konnte. Auch der Ratgeberanteil hat mir überraschend gut gefallen. Natürlich ist er nicht so strukturiert oder theoriegebunden wie in einem klassischen Ratgeber und kann hinsichtlich inhaltlicher Tiefe nicht mit anderen mithalten. Dafür sind die Impulse zu den Themen Mut, Komfortzone, Entscheidungen, Zweifel und Intuition wunderbar authentisch und wirken umso ehrlicher und persönlicher.


Das Urteil

"Ein Ozean voller Fragen" ist ein kurzweiliges Buch, das unterhält, inspiriert und neugierig macht. Die Mischung aus Reisebericht, Autobiografie und Ratgeber weckt Fernweh, macht Lust auf Abenteuer und ermutigt dazu, die eigenen Lebensträume ernster zu nehmen und vielleicht ein kleines Stück mutiger zu verfolgen.