Profilbild von Wordworld_Sophia

Wordworld_Sophia

aktives Lesejury-Mitglied
offline

Wordworld_Sophia ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Wordworld_Sophia über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.08.2017

Eine süße kleine Reihe

Keylam
0 0

Allgemeines:

Titel: Keylam - Die Ankunft / Keylam und der Stachel des Bösen
Autor: Anne Schmitz
Verlag: neobooks (1. März 2016)
Genre: Kinder-Fantasy
ASIN: B01BL125S6 / B01N7COT9W
Seitenzahl: 49 Seiten ...

Allgemeines:

Titel: Keylam - Die Ankunft / Keylam und der Stachel des Bösen
Autor: Anne Schmitz
Verlag: neobooks (1. März 2016)
Genre: Kinder-Fantasy
ASIN: B01BL125S6 / B01N7COT9W
Seitenzahl: 49 Seiten / 67 Seiten
Preis: 1,99€ (Kindle-Edition)



Inhalt Teil 1:

Es ist stockfinster. Romi die Fledermaus saust durch einen Tunnel und gelangt in eine große Höhle.
„Ah! Romi!“, donnert plötzlich eine tiefe, grollende Stimme. „Kommst du, um mir von den Ereignisse draußen im Tallingtal zu erzählen?“
Zustimmend gibt Romi einige piepsende Laute von sich. Gut, dass das Felsenwesen die Sprache der Fledermäuse versteht.
„Was war denn heute los? Den Neuen habe ich schon kennengelernt. Er scheint ein mutiger Talling zu sein,“ meint das Felsenwesen.
Romi fliegt zur Decke der Höhle und hängt sich kopfüber an einen Felsvorsprung. Dann berichtet sie von fremden Kreaturen und magischen Kristallen, vom bösen Zauberling Skarkorok und seinem ebenso bösen Drachen Feuersturm und von zwei mutigen Tallingen, die gemeinsam in ein spannendes Abenteuer geraten.


Inhalt Teil 2:

Das prasselnde Kaminfeuer taucht die Wohnhöhle des Zauberers in ein geheimnisvolles Licht.
„Dann erzählt mal!“, Zauberer Nu lehnt sich in seinem Ohrensessel zurück und deutet auf zwei große, weiche Sitzkissen, die vor dem Kamin liegen. Die Tallinge Keylam und Saomi machen es sich bequem.
„Eigentlich wollten wir zu den Elfen, um ein magisches Band aus Elfenhaar zu besorgen …“, beginnt Keylam.
„Doch wir gerieten in eine Falle …“, unterbricht ihn Saomi aufgeregt.
„Eigentlich waren es zwei Fallen!“, verbessert Keylam sie.
„Ein oder zwei, das macht doch keinen Unterschied. Es war auf jeden Fall sehr gefährlich!“
„Gefährlich? Nachher wurde es erst richtig gefährlich, als wir den Drachen …!“
„Stop, Stop, Stop! Ich verstehe kein Wort!“, Zauberer Nu hebt abwährend die Hände. „Jetzt mal langsam und bitte immer der Reihe nach.“
Lachend nickt Saomi Keylam zu: „Fang du an!“
„Also, alles begann damit, dass wir auf der Klippe den Steingong geschlagen haben …!“


Bewertung:


Nur ein Kinderbuch? Dieses "nur" in diesem typischen Satz hat mich schon immer aufgeregt. Meiner Meinung nach müssen gerade Kinderbücher besonders gut sein, um schon die kleinsten begeistern und ihnen ein gutes Gefühl für Sprache vermitteln zu können. Außerdem - an Kinderbüchern müssen auch Erwachsene Spaß haben können - beim Vorlesen, Testlesen oder Familienlesen - deshalb reicht es nicht, den kleinen eine einfach gestrickte, oberflächliche Geschichte hinzuklatschen, stattdessen ist es nötig, sich niveauvoll eine Story zu überlegen, die Kinder verstehen. Besonders gut ist es, wenn für die Leser verschiedener Generationen die Geschichte anders wirkt, Anspielungen versteckt sind und eine stimmige Grundaussage erzeugt wird. Ab und zu lese ich deshalb sehr gerne aktuelle Kinderbücher, um auch diese ein bisschen auf die Probe zu stellen. Da mich das letzte Kinderbuch, dass ich meinem kleinen Cousin vorgelesen habe, ziemlich angekotzt hat, bin ich mit einem etwas kritischeren Gefühl an diese Geschichte gegangen - wurde aber wunderbar unterhalten. Deshalb eine kurze Vorstellung dieser wunderbaren Story.

"Keylam- Die Ankunft" ist der erste Teil einer Kinder Fantasy Reihe, die von aufgeweckten Tallingen in ihrem Kampf gegen den bösen Zauberling Skarkorok erzählt. Mit "Keylam und der Stachel des Bösen" wird diese Reihe fortgesetzt. Ein weiterer Teil wird bald erwartet. Da die Geschichten beide sehr kurz sind und meine Gedanken dazu sich überschneiden, habe ich mich dazu entschlossen, eine zusammenfassende Rezension zu schreiben. Ein wenig wurde ich von dieser Idee an die Schlümpfe erinnert, so müssen auch die Tallinge ihre Lebeliapflanzen beschützen, leben in einer kleinen Siedlung - Tallingheim - und werden von Skarkorok durch böse Listen ständig auf die Probe gestellt. Süß ist, dass die Tallinge alles nach verschiedeneren "Lingen" kategorisieren, so wie es bei den Schlümpfen den "Leckerschlumpf" und den "Gammelschlumpf" gibt, so gibt es hier "Bäckerlinge", "Häuptlinge", "Gärtnerlinge", "Wächterlinge", "Freilinge" und so weiter.


Erster Satz: "Pst, so seid doch bitte leiser!" Verzweifelt bemühte sich Häuptling Romwald, die Tallinge zu beruhigen, die auf der Dorfwiese beisammen standen und sich aufgeregt unterhielten."


In Tallingheim herrscht große Aufregung, denn die Ankunft eines neuen Tallings steht kurz bevor. Seit zehn Jahren, haben sie keinen Nachwuchs bekommen, so versammeln sich alle gespannt um den Lebensbaum und spekulieren auf den Neuen. Sie hoffen auf einen starken Neuankömmling, der ihnen im Kampf gegen den bösen Skarkorok und seinem Drachen helfen kann! Ein Kämpferling oder ein Wächterling vielleicht? Doch der Junge Keylam weiß nicht, was er für eine Aufgabe übernehmen wird. Ein Dümmling, pah, so was brauchen die Tallinge nicht. So begibt sich Keylam mit der jungen Saomi auf eine Reise, um seine Bestimmung herauszufinden. Auf die beiden jungen Tallinge wartet ein fantastisches Abenteuer voller guter und böser Magie, denn der böse Zauberling Skarkorok hat einen fiesen Plan ausgeheckt ...

Das erste Buch hat in der Kindle-Version zwar nur 56 Seiten und das zweite 65 Seiten, es passiert aber so einiges in Tallingheim. Viele innovativen Ideen, liebenswürdige Wesen, schöne Beschreibungen und viele Abenteuer reißen uns mit in die kleine Welt der Tallinge. Die Geschichte wechselt seine Schauplätze ständig, sodass wir einen guten Überblick über die Fantasy-Welt bekommt. Wir lernen neben Tallingheim zum Beispiel noch die Insel der Elfen, den Wächterwald und den einsamen Berg kennen.
Der Schreibstil der Autorin ist kindgerecht aber dennoch niveauvoll. Sehr einladend, beschreibend und flüssig leitet sie uns durch das kurze Abenteuer und kreiert dabei kurz und bündig eine eigenen Welt. Das Buch ist zum Vorlesen geeignet sowie zum Abtauchen aus dem Alltag.

Die Charaktere sind allesamt liebenswürdig dargestellt. Keylam ist der junge Protagonist, welcher durch Standhaftigkeit und viele schlaue Ideen beeindruckt. An seiner Seite steht die Baumling Saomi, die Keylam tatkräftig unterstützt und in ihre Welt einweist. Die beiden sind ein tolles Team, gegen die der böse Zauberling Skarkorok keine Chance hat.
Die Handlung ist durch die Kürze ein wenig oberflächlich, aber auch flott und spannend. Als kurze Gute-Nacht-Geschichte eignet sich das Buch also, ist aber eher weniger für Schmöker-Nachmittage gedacht.

Die Covergestaltung ist noch einmal extra hervorzuheben. Beide Cover sind absolut passend und strahlen eine kindliche Mystik aus, die fesselt und begeistert. Auf dem Cover zu Band 1 ist der Lebensbaum bei Nacht zu sehen, somit ist der Grundton ein schönes, dunkles Blau. Im Hintergrund schimmert der Mond groß und silbern, wovon sich die dunkle Silhouette eines Drachen abhebt. Im Mittelpunkt steht ein Mädchen mit einer Lampe - vermutlich Saomi mit ihrer Kristalllampe - welches erwartungsvoll auf den Baum blickt. Wirklich sehr treffend und wunderschön. Das Cover des zweiten Bandes zeigt Keylams violetten Freilingskristall, den er am Ende des ersten Teiles erhält, gegen einen grauen, brüchigen Steinhintergrund. Der Kristall leuchtet in der Spitze und lässt geheimnisvolle Funken aufsteigen. Beide Male schwebt der Titel in einem warmen Orange darüber.

Ich bin gespannt, wohin diese Reihe weiter führen wird. Der zweite Teil endet mit einem spannenden Cliffhanger, also kann man gespannt sein...


Fazit:

Eine süße kleine Reihe, die den Leser auf eine spannende Reise durch eine gut durchdachte Fantasy-Welt nimmt. Empfehlenswert zum Vorlesen, aber auch zum selbst lesen und dabei Abtauchen in eine Kinderwelt.

Veröffentlicht am 03.08.2017

Ein sommerlicher Liebesroman mit Tiefgang

Verlieb dich nie in einen Herzensbrecher
0 0

Allgemeines:

Titel: Verlieb dich nie in einen Herzensbrecher
Autor: Sarah Ockler
Genre: Roman
ISBN-10: 3570309703
ISBN-13: 978-3570309704
ASIN: B00D1S9BY4
Originaltitel: "The Book Of Broken Hearts"
Preis: ...

Allgemeines:

Titel: Verlieb dich nie in einen Herzensbrecher
Autor: Sarah Ockler
Genre: Roman
ISBN-10: 3570309703
ISBN-13: 978-3570309704
ASIN: B00D1S9BY4
Originaltitel: "The Book Of Broken Hearts"
Preis: 8,99€ (Kindle-Edition)
9,99€ (Taschenbuch)
12,99€ (gebundene Ausgabe)
Link: Hier klicken!


Inhalt:

Wenn dein Glück den falschen Namen trägt:
"Ich, Jude Hernandez, schwöre, mich niemals, nie, unter gar keinen Umständen, egal ob sie sich meiner Kontrolle entziehen oder nicht, selbst wenn das Schicksal der Menschheit davon abhängen sollte, selbst wenn mein eigenes Leben in Gefahr wäre, mit einem Vargas einzulassen."

Jude Hernandez hat eine Menge von ihren Schwestern gelernt, aber die wichtigste Regel lautet: Verlieb dich nie in einen Vargas! Sogar einen Blutseid hat sie darauf geschworen. Jetzt lebt Jude als einzige der Schwestern noch bei ihren Eltern, es ist der letzte Sommer vor dem College. Um ihren kranken Vater aufzuheitern, hat sie einen jungen Mechaniker angeheuert, der das Vintage-Motorrad ihres Vaters reparieren soll. Kann sie etwas dafür, wenn er gut aussieht? Und unerwartet süß ist? Und Emilio Vargas heißt? Schließlich handelt es sich um eine reine Geschäftsbeziehung und von einer Vargas-Flirtattacke lässt sie sich schon mal gar nicht durcheinander bringen. Aber Judes eiserne Abwehr erhält erste Risse. Wird zum dritten Mal ein Vargas das Herz einer Hernandez brechen?



Bewertung:


Erster Satz: "Das Gesetz der Wahrscheinlichkeit sieht vor, dass ein Mädchen mit drei älteren Schwestern wenigstens ein Paar süße Shorts erben sollte, die ihm tatsächlich passen."


"Verlieb dich nie in einen Herzensbrecher", hatte ich mir irgendwann mal auf meinen E-Reader gezogen, wo es langsam vor sich hin gammelte, bis ich vor einiger Zeit wieder darauf gestoßen bin und mich erbarmt habe, es zu lesen. Zuerst habe ich genau das erhalten, was mir Cover und Klapptext versprochen haben: eine nette und unterhaltsame Teenie-Geschichte. Zwei verfeindete Familien à la "Romeo und Julia", ein junges Mädchen, das sich ausgerechnet in ein Mitglied dieser anderen Familie verliebt, doch dann ... dann hat es mich positiv überrascht. Denn nach einem mittelmäßigen Einstieg entpuppt sich das Buch als eine bittersüße Geschichte über Verluste und den Umgang damit, verpackt in einer liebenswerten Teenagergeschichte um die erste große Liebe und Allem, was dazu gehört.

Das Cover ist furchtbar! Ich finde es im Prinzip gar nicht so schlecht, da es sehr schön sommerlich und fröhlich aussieht. Ein hübsches Pärchen, das mitten im Sommer auf einer grünen Wiese sitzt. Aber nur im Prinzip - denn zu dieser Geschichte passt es mit dieser 0815-Liebes-Manier absolut nicht! Genau wie der Klapptext, der auch nur die Oberfläche streift, hat es mich in gewisser Weise lange Zeit davon abgehalten, es zu lesen, da man einfach eine nette Sommerromanze erwartet. Das finde ich sehr schade, da das Buch doch viel mehr als das beinhaltet. Auch der Titel ist mir ein Dorn im Auge. Der Originaltitel "The Book of Broken Hearts" passt da meiner Meinung nach viel besser, da er auf das Buch anspielt, in das die Hernandez Schwestern ihren Liebeskummer aufschreiben und es dann immer an die jüngere Schwester weitergeben. Eben "das Buch der gebrochenen Herzen". Dieses Buch spielt noch eine Rolle in der Handlung und hat außerdem auch eine aussagekräftige, symbolische Wirkung, die an Jugend und Kindheit erinnert. Wer das Buch gelesen hat, versteht, was ich meine.

"Papi hatte alle Monster unter meinem Bett verjagt, mich über jeden Schmerz hinweggetröstet, und jetzt schloss ich die Augen und gestattete mir, so zu tun - nur eine Minute lang -, als würde er wider zu seiner alten Stärke zurückfinden. Als wäre er da, um meine Tränen zu trocknen, Mond und Sterne wieder aufhängen, wenn sie vom Himmel gefallen waren. Als würde er stets der Kluge sein, derjenige mit den richtigen Worten und Versprechen.
Als würden wir niemals die Plätze auf dieser Bank tauschen müssen."


Nun aber wirklich zum Inhalt:
Jude ist die jüngste von vier Schwestern und die letzte, die noch zuhause bei ihren Eltern wohnt. Diesen Sommer verbringt sie weder mit ihren Freundinnen im Schwimmbad noch nimmt sie an der Aufführung der Theatergruppe teil: bei ihrem Vater wurde, mit gerade mal 52 Jahren, früheinsetzende Alzheimer festgestellt, und da ihre Schwestern weit von ihrem Elternhaus entfernt wohnen und die Mutter arbeiten geht, kümmert sich Jude um ihren Vater, den sie bloß liebevoll Papi nennt.
Eines Tages entdeckt sie in der Garage ein altes Motorrad, das es schafft bei ihrem Vater die Erinnerungen an längst vergangene Zeiten wachzurufen, als er in Argentinien Mitglied einer Motorradgang war. Um ihrem Vater näher zu kommen und mit der Hoffnung, seine Krankheit durch die Erinnerungen an die Vergangenheit aufhalten zu können, sucht sie gemeinsam mit ihrem Vater nach einem Mechaniker, der die alte Harley ihres Vaters kostengünstig wieder in Stand setzen könnte.
Dabei lernt sie Emilio kennen. Gutaussehend, nett, ein begabter und günstiger Mechaniker und das Beste: im Gegensatz zu ihren Freundinnen meidet er Judes Vater nicht, sondern akzeptiert ihn so wie er ist, -in seinen guten, aber auch in seinen hilflosen Momentan. Jude täte der zuverlässige Anker gut, nachdem die Last der Krankheit ihres Vaters alleine auf ihren Schultern liegt. Es gibt nur ein Problem: Emilio ist ein Vargas, und nachdem zwei seiner Brüder zwei ihrer Schwestern in der Vergangenheit das Herz gebrochen haben, haben die Hernandez-Schwestern einen Blutschwur auf das Buch der gebrochenen Herzen (The Book of Broken Hearts) geschworen, sich nie wieder mit einem Vargas einzulassen...

"Der Knallertag, den ich bis dato gehabt hatte?
Ging. In. Flammen. Auf.
Der einzige Mensch in ganz Blackfeather, der uns helfen konnte – der Kerl, den wir gerade unbedingt hatten anheuern müssen –, war ausgerechnet der, den zu ignorieren ich den weiblichen Mitgliedern der Hernandez-Familie bei meinem Blut, bei meiner Ehre und unter Androhung des Verlustes sämtlicher Gliedmaßen geschworen hatte."


Die Romeo-und-Julia-Thematik nimmt dabei auf angenehme Weise eine sehr moderate Rolle ein und lässt einem anderen Aspekt vortritt: Judes Umgang mit der Krankheit ihres Vaters. Sarah Ockler hat ein sehr trauriges aber realistisches Bild der Krankheit "Alzheimer" gezeichnet, welche in Jugendbüchern ja eher selten eine große Rolle spielt. Dabei kann man einiges lernen, besonders spannend ist es aber zu sehen, wie Jude den ständigen Spagat zwischen Fürsorge für ihren Vater und der Gestaltung ihres eigenen Lebens meistern muss.
Statt unbeschwert das College beginnen zu können, wie andere in ihrem Alter, sich vielleicht fröhlich zu verlieben und ihre Zukunft zu gestalten, muss sie sich mit Krankheit, Sterben und Tod auseinander setzen, sich um den Haushalt kümmern, organisieren und vor allem stark sein. Für ihren Vater da sein. Erleben, wie seine Persönlichkeit vor ihren Augen verschwindet, während sie um letzte gemeinsame Erlebnisse mit ihm kämpft.

Die 17 jährige Jude Hernandez ist ein sehr wechselhaftes Mädchen, was es einen manchmal schwer macht sie zu mögen. Zu Beginn erschien sie mir ein kleines bisschen zu Girly-mäßig, bis wir verstehen konnten, dass das alles bloß eine Fassade war und sie eigentlich leidet und überfordert ist. Sie ist wirklich ein unglaublich selbstloser Familienmensch, der alles dafür geben würde, ihren Papi wieder gesund zu sehen und kümmert sich rührend um ihn. Erst dachte ich, dass Jude deshalb total furchtlos und stark sein muss, so etwas durchzuziehen, aber das ist sie nicht. In dem ganzen Wirrwarr leidet sie aber sehr unter ihrem fehlenden Selbstbewusstsein und fühlt sich oft einsam und nicht beachtet, als vierte Tochter, die immer nur die Klamotten ihrer Schwestern trägt und viele Erinnerungen bloß erzählt bekommen hat. Da sie immer versucht es jeden recht zu machen, geschehen ihr immer wieder Fehler die so unnötig sind, dass es schon schmerzt. Ihre eigene Meinung wird sehr stark von ihren älteren Schwestern geprägt. Jedes Mal, wenn Jude drüber nachdenkt, ob der Junge vielleicht doch der Richtige ist, kommen doch schnell die Worte des Schwurs in ihren Kopf und sagt gleich „Nein das geht nicht, meine Schwestern würden es nicht wollen". Dadurch macht es umso mehr Spaß zu sehen, wie sie lernt, sich selbst zu finden und ihre entdeckte Meinung dann auch durchzusetzen. Als sie das dann schafft, habe ich sie immer mehr gemocht.


"Es gab kein Zurück zu dem, was gewesen war, weil alles, was man bekam, stets das war, was ist.
Ein Augenblick. Dann noch einer. Was man mit dem Augenblick anfing, lag ganz bei einem selbst.
Bereue nichts."


Emilio Vargas ist einfach klasse. Er hat zwei ältere Brüder und seine Eltern kommen auch aus Argentinien, wo sein Vater auch lebt. Seine beiden Brüder sind aus dem Haus und er ist damals von der Highschool abgegangen und arbeitet inzwischen als Mechaniker in einer Motorradwerkstatt. Er hat ein Faible für Oldtimermotorräder und sagt natürlich sofort zu, als er gefragt wird, ob er die Harley von Judes Vater reparieren soll.
Auf den ersten Blick wirkt er, genau wie seine Brüder, wie ein Herzensbrecher, der nur mit den Frauen spielt, entpuppt sich aber als ehrlicher Kerl. Er ist charmant, lustig, verführerisch und gibt wunderbare Ratschläge, die einen wahren Kern haben. Er kann zwar manchmal ein ganz schön nerviger Angeber sein, aber man kann sich seinem Charme als Leserin trotzdem nicht entziehen und schließt ihn sofort ins Herz.


"Emilio und seine Brüder waren zu Mittelstufenzeiten öfter Gegenstand von Jude-und-Zoe-Schmachtorgien gewesen als die Cullens, die Lightwoods oder irgendwelche anderen geheimnisvollen, wenngleich erfundenen bösen Jungs, für die wir damals geschwärmt hatten, und sie wäre ausgeflippt, wenn sie gewusst hätte, dass er wieder aufgetaucht war. Bei mir zu Hause. Und den ganzen Sommer bleiben würde."

Dann gibt es da noch Zoe, eine von Judes Freundinnen. Zuerst lernen wir die beiden als Pech und Schwefel kennen, aber im laufe der Geschichte, zieht sich Zoe immer mehr zurück. Anders als Emilio kann sie nicht mit der Krankheit von Judes Vater umgehen, fühlt sich in seiner Gegenwart unwohl und versteht Judes Probleme nicht. Es ist sehr schade zu sehen, wie die beiden oft aneinander geraten und die Freundschaft immer mehr bröckelt.

Judes Vater war aber mein Lieblingscharakter. Es tat mir wirklich unfassbar leid, dass er in seinem Alter schon mit dieser verdammten Krankheit zu kämpfen hat. Er kommt überhaupt nicht damit klar und rastet immer öfter aus, weil er etwas vergisst und ist nur wirklich klar, wenn er von seiner Zeit in Argentinien spricht, als er noch mit seiner Harley Valentina die Straßen unsicher gemacht hat. Eigentlich ist er ein wirklich lieber Vater, doch er kann den Kampf gegen den Schwund seines Gedächtnisses nicht gewinnen. Früher oder später muss es und seine Familie das akzeptieren. Als das Ende des Buches kam, brachten mich seine Worte fast zum Weinen, ich hätte ihm am liebsten in den Arm genommen.

"Ich erinnere mich an alles, was mit diesem Motorrad zusammenhängt. Wir werden El Demonio schon zeigen, wer hier der Boss ist, he, Juju?" So nannte er es - den Dämon. Das teuflische Ding, das sich durch sein Gehirn fraß und seine Erinnerungen verschlang."


Doch natürlich ist die Geschichte nicht nur traurig, sondern auch romantisch und schön. Das sie Geschichte in ihrem Zwiespalt an keiner Stelle kitschig wird, sondern immer authentisch und realistisch bleibt, fand ich wirklich bemerkenswert. Die Beziehung zwischen Emilio und Jude wirken so zerbrechlich und wackelig, was sehr gut zur Gesamtsituation passt.
Erwähnenswert ist an dieser Stelle außerdem der Einwanderungs-Hintergrund der Charaktere, der der Geschichte noch ein bisschen Pepp verleiht: Judes Familie hat argentinische Wurzeln, Emilios Familie stammt aus Puerto Rico. Ein gewisses Feuer merkt man dem schwungvollen Stil durchaus an! Spanische Wörter, scharfe Essenskreationen und kulturelle Eigenheiten finden sich immer wieder.


'"Bilder erzählen einem sowieso nicht die ganze Geschichte. Das war eine andere Sache an ihnen - sie waren stets ein sorgfältig ausgewählter flüchtiger Eindruck, eine Momentaufnahme, die man aus dem Zusammenhang gerissen hatte. Meine Bilder von Papi und Emilio und ihrer Arbeit am Motorrad fingen die Erfolge ein, die guten Tage, aber Papis Anfall in der Drogerie hatte ich nicht dokumentiert. Die Arzttermine. Die Sorgenfalten, die sich im Zuge der vielen schlechten Nachrichten in Moms Gesicht gruben."


Nun noch ein paar Worte zum Schreibstil, den ich wirklich super gelungen finde! Die Geschichte wird aus Judes Perspektive erzählt und ist entsprechend jugendlich locker geschrieben. Dabei tritt immer mal wieder ihr sarkastischer Humor zu Tage, aber auch die ernsthaft beschriebenen Situationen mit ihrem Vater klingen authentisch. Dabei entwickelt sich der Stil eindeutig mit Jude mit - weniger luftig, immer ernster und auch tiefgründiger.
Eine schöne Mischung, die gut zur Geschichte passt und sich gut lesen lässt. Die Kapitel sind außerdem nicht zu lang, aber auch nicht zu kurz - haben also die perfekte Länge, was für mich als typische Kapitelleserin von Vorteil ist.


"Ist das der Mechaniker?" Mari bildete die Worte stumm mit den Lippen. "Heiß!" Ich versuchte auf meinem Stuhl tiefer zu rutschen, aber es gab kein Entkommen, daher grinste ich bloß und hoffte, Pancake würde anfangen, Französisch zu sprechen, damit ich erstaunt tun und 'Oh Mein Gott, Leute! Der Hund hat Bonjour gesagt!' rufen konnte."


Das Ende ist dann bittersüß. Zum einen traurig, zum anderen aber schön. Eigentlich genau, wie das restliche Buch auch: Jugendbuch mit einer bittersüßen Note.

So... zum Abschluss noch mein Lieblingszitat:

"So war das mit Bildern. Egal wie wunderschön sie waren, es gelang ihnen nicht, den Teil des Augenblicks einzufangen, der sich aus tief empfundenen Gefühlen speiste. Das Leben war durch eine Linse betrachtet ein anderes, die Farben leuchteten weniger, die Schönheit besaß weniger Glanz."


Fazit:

Ein sommerlicher Liebesroman mit Tiefgang. Insgesamt sehr empfehlenswert, also nicht von Klapptext, Cover und Titel täuschen lassen!!!

Veröffentlicht am 03.08.2017

Ein sommerlicher Liebensroman mit Tiefgang

Verlieb dich nie in einen Herzensbrecher
0 0

Allgemeines:

Titel: Verlieb dich nie in einen Herzensbrecher
Autor: Sarah Ockler
Genre: Roman
ISBN-10: 3570309703
ISBN-13: 978-3570309704
ASIN: B00D1S9BY4
Originaltitel: "The Book Of Broken Hearts"
Preis: ...

Allgemeines:

Titel: Verlieb dich nie in einen Herzensbrecher
Autor: Sarah Ockler
Genre: Roman
ISBN-10: 3570309703
ISBN-13: 978-3570309704
ASIN: B00D1S9BY4
Originaltitel: "The Book Of Broken Hearts"
Preis: 8,99€ (Kindle-Edition)
9,99€ (Taschenbuch)
12,99€ (gebundene Ausgabe)



Inhalt:

Wenn dein Glück den falschen Namen trägt:
"Ich, Jude Hernandez, schwöre, mich niemals, nie, unter gar keinen Umständen, egal ob sie sich meiner Kontrolle entziehen oder nicht, selbst wenn das Schicksal der Menschheit davon abhängen sollte, selbst wenn mein eigenes Leben in Gefahr wäre, mit einem Vargas einzulassen."

Jude Hernandez hat eine Menge von ihren Schwestern gelernt, aber die wichtigste Regel lautet: Verlieb dich nie in einen Vargas! Sogar einen Blutseid hat sie darauf geschworen. Jetzt lebt Jude als einzige der Schwestern noch bei ihren Eltern, es ist der letzte Sommer vor dem College. Um ihren kranken Vater aufzuheitern, hat sie einen jungen Mechaniker angeheuert, der das Vintage-Motorrad ihres Vaters reparieren soll. Kann sie etwas dafür, wenn er gut aussieht? Und unerwartet süß ist? Und Emilio Vargas heißt? Schließlich handelt es sich um eine reine Geschäftsbeziehung und von einer Vargas-Flirtattacke lässt sie sich schon mal gar nicht durcheinander bringen. Aber Judes eiserne Abwehr erhält erste Risse. Wird zum dritten Mal ein Vargas das Herz einer Hernandez brechen?



Bewertung:


Erster Satz: "Das Gesetz der Wahrscheinlichkeit sieht vor, dass ein Mädchen mit drei älteren Schwestern wenigstens ein Paar süße Shorts erben sollte, die ihm tatsächlich passen."


"Verlieb dich nie in einen Herzensbrecher", hatte ich mir irgendwann mal auf meinen E-Reader gezogen, wo es langsam vor sich hin gammelte, bis ich vor einiger Zeit wieder darauf gestoßen bin und mich erbarmt habe, es zu lesen. Zuerst habe ich genau das erhalten, was mir Cover und Klapptext versprochen haben: eine nette und unterhaltsame Teenie-Geschichte. Zwei verfeindete Familien à la "Romeo und Julia", ein junges Mädchen, das sich ausgerechnet in ein Mitglied dieser anderen Familie verliebt, doch dann ... dann hat es mich positiv überrascht. Denn nach einem mittelmäßigen Einstieg entpuppt sich das Buch als eine bittersüße Geschichte über Verluste und den Umgang damit, verpackt in einer liebenswerten Teenagergeschichte um die erste große Liebe und Allem, was dazu gehört.

Das Cover ist furchtbar! Ich finde es im Prinzip gar nicht so schlecht, da es sehr schön sommerlich und fröhlich aussieht. Ein hübsches Pärchen, das mitten im Sommer auf einer grünen Wiese sitzt. Aber nur im Prinzip - denn zu dieser Geschichte passt es mit dieser 0815-Liebes-Manier absolut nicht! Genau wie der Klapptext, der auch nur die Oberfläche streift, hat es mich in gewisser Weise lange Zeit davon abgehalten, es zu lesen, da man einfach eine nette Sommerromanze erwartet. Das finde ich sehr schade, da das Buch doch viel mehr als das beinhaltet. Auch der Titel ist mir ein Dorn im Auge. Der Originaltitel "The Book of Broken Hearts" passt da meiner Meinung nach viel besser, da er auf das Buch anspielt, in das die Hernandez Schwestern ihren Liebeskummer aufschreiben und es dann immer an die jüngere Schwester weitergeben. Eben "das Buch der gebrochenen Herzen". Dieses Buch spielt noch eine Rolle in der Handlung und hat außerdem auch eine aussagekräftige, symbolische Wirkung, die an Jugend und Kindheit erinnert. Wer das Buch gelesen hat, versteht, was ich meine.

"Papi hatte alle Monster unter meinem Bett verjagt, mich über jeden Schmerz hinweggetröstet, und jetzt schloss ich die Augen und gestattete mir, so zu tun - nur eine Minute lang -, als würde er wider zu seiner alten Stärke zurückfinden. Als wäre er da, um meine Tränen zu trocknen, Mond und Sterne wieder aufhängen, wenn sie vom Himmel gefallen waren. Als würde er stets der Kluge sein, derjenige mit den richtigen Worten und Versprechen.
Als würden wir niemals die Plätze auf dieser Bank tauschen müssen."


Nun aber wirklich zum Inhalt:
Jude ist die jüngste von vier Schwestern und die letzte, die noch zuhause bei ihren Eltern wohnt. Diesen Sommer verbringt sie weder mit ihren Freundinnen im Schwimmbad noch nimmt sie an der Aufführung der Theatergruppe teil: bei ihrem Vater wurde, mit gerade mal 52 Jahren, früheinsetzende Alzheimer festgestellt, und da ihre Schwestern weit von ihrem Elternhaus entfernt wohnen und die Mutter arbeiten geht, kümmert sich Jude um ihren Vater, den sie bloß liebevoll Papi nennt.
Eines Tages entdeckt sie in der Garage ein altes Motorrad, das es schafft bei ihrem Vater die Erinnerungen an längst vergangene Zeiten wachzurufen, als er in Argentinien Mitglied einer Motorradgang war. Um ihrem Vater näher zu kommen und mit der Hoffnung, seine Krankheit durch die Erinnerungen an die Vergangenheit aufhalten zu können, sucht sie gemeinsam mit ihrem Vater nach einem Mechaniker, der die alte Harley ihres Vaters kostengünstig wieder in Stand setzen könnte.
Dabei lernt sie Emilio kennen. Gutaussehend, nett, ein begabter und günstiger Mechaniker und das Beste: im Gegensatz zu ihren Freundinnen meidet er Judes Vater nicht, sondern akzeptiert ihn so wie er ist, -in seinen guten, aber auch in seinen hilflosen Momentan. Jude täte der zuverlässige Anker gut, nachdem die Last der Krankheit ihres Vaters alleine auf ihren Schultern liegt. Es gibt nur ein Problem: Emilio ist ein Vargas, und nachdem zwei seiner Brüder zwei ihrer Schwestern in der Vergangenheit das Herz gebrochen haben, haben die Hernandez-Schwestern einen Blutschwur auf das Buch der gebrochenen Herzen (The Book of Broken Hearts) geschworen, sich nie wieder mit einem Vargas einzulassen...

"Der Knallertag, den ich bis dato gehabt hatte?
Ging. In. Flammen. Auf.
Der einzige Mensch in ganz Blackfeather, der uns helfen konnte – der Kerl, den wir gerade unbedingt hatten anheuern müssen –, war ausgerechnet der, den zu ignorieren ich den weiblichen Mitgliedern der Hernandez-Familie bei meinem Blut, bei meiner Ehre und unter Androhung des Verlustes sämtlicher Gliedmaßen geschworen hatte."


Die Romeo-und-Julia-Thematik nimmt dabei auf angenehme Weise eine sehr moderate Rolle ein und lässt einem anderen Aspekt vortritt: Judes Umgang mit der Krankheit ihres Vaters. Sarah Ockler hat ein sehr trauriges aber realistisches Bild der Krankheit "Alzheimer" gezeichnet, welche in Jugendbüchern ja eher selten eine große Rolle spielt. Dabei kann man einiges lernen, besonders spannend ist es aber zu sehen, wie Jude den ständigen Spagat zwischen Fürsorge für ihren Vater und der Gestaltung ihres eigenen Lebens meistern muss.
Statt unbeschwert das College beginnen zu können, wie andere in ihrem Alter, sich vielleicht fröhlich zu verlieben und ihre Zukunft zu gestalten, muss sie sich mit Krankheit, Sterben und Tod auseinander setzen, sich um den Haushalt kümmern, organisieren und vor allem stark sein. Für ihren Vater da sein. Erleben, wie seine Persönlichkeit vor ihren Augen verschwindet, während sie um letzte gemeinsame Erlebnisse mit ihm kämpft.

Die 17 jährige Jude Hernandez ist ein sehr wechselhaftes Mädchen, was es einen manchmal schwer macht sie zu mögen. Zu Beginn erschien sie mir ein kleines bisschen zu Girly-mäßig, bis wir verstehen konnten, dass das alles bloß eine Fassade war und sie eigentlich leidet und überfordert ist. Sie ist wirklich ein unglaublich selbstloser Familienmensch, der alles dafür geben würde, ihren Papi wieder gesund zu sehen und kümmert sich rührend um ihn. Erst dachte ich, dass Jude deshalb total furchtlos und stark sein muss, so etwas durchzuziehen, aber das ist sie nicht. In dem ganzen Wirrwarr leidet sie aber sehr unter ihrem fehlenden Selbstbewusstsein und fühlt sich oft einsam und nicht beachtet, als vierte Tochter, die immer nur die Klamotten ihrer Schwestern trägt und viele Erinnerungen bloß erzählt bekommen hat. Da sie immer versucht es jeden recht zu machen, geschehen ihr immer wieder Fehler die so unnötig sind, dass es schon schmerzt. Ihre eigene Meinung wird sehr stark von ihren älteren Schwestern geprägt. Jedes Mal, wenn Jude drüber nachdenkt, ob der Junge vielleicht doch der Richtige ist, kommen doch schnell die Worte des Schwurs in ihren Kopf und sagt gleich „Nein das geht nicht, meine Schwestern würden es nicht wollen". Dadurch macht es umso mehr Spaß zu sehen, wie sie lernt, sich selbst zu finden und ihre entdeckte Meinung dann auch durchzusetzen. Als sie das dann schafft, habe ich sie immer mehr gemocht.


"Es gab kein Zurück zu dem, was gewesen war, weil alles, was man bekam, stets das war, was ist.
Ein Augenblick. Dann noch einer. Was man mit dem Augenblick anfing, lag ganz bei einem selbst.
Bereue nichts."


Emilio Vargas ist einfach klasse. Er hat zwei ältere Brüder und seine Eltern kommen auch aus Argentinien, wo sein Vater auch lebt. Seine beiden Brüder sind aus dem Haus und er ist damals von der Highschool abgegangen und arbeitet inzwischen als Mechaniker in einer Motorradwerkstatt. Er hat ein Faible für Oldtimermotorräder und sagt natürlich sofort zu, als er gefragt wird, ob er die Harley von Judes Vater reparieren soll.
Auf den ersten Blick wirkt er, genau wie seine Brüder, wie ein Herzensbrecher, der nur mit den Frauen spielt, entpuppt sich aber als ehrlicher Kerl. Er ist charmant, lustig, verführerisch und gibt wunderbare Ratschläge, die einen wahren Kern haben. Er kann zwar manchmal ein ganz schön nerviger Angeber sein, aber man kann sich seinem Charme als Leserin trotzdem nicht entziehen und schließt ihn sofort ins Herz.


"Emilio und seine Brüder waren zu Mittelstufenzeiten öfter Gegenstand von Jude-und-Zoe-Schmachtorgien gewesen als die Cullens, die Lightwoods oder irgendwelche anderen geheimnisvollen, wenngleich erfundenen bösen Jungs, für die wir damals geschwärmt hatten, und sie wäre ausgeflippt, wenn sie gewusst hätte, dass er wieder aufgetaucht war. Bei mir zu Hause. Und den ganzen Sommer bleiben würde."

Dann gibt es da noch Zoe, eine von Judes Freundinnen. Zuerst lernen wir die beiden als Pech und Schwefel kennen, aber im laufe der Geschichte, zieht sich Zoe immer mehr zurück. Anders als Emilio kann sie nicht mit der Krankheit von Judes Vater umgehen, fühlt sich in seiner Gegenwart unwohl und versteht Judes Probleme nicht. Es ist sehr schade zu sehen, wie die beiden oft aneinander geraten und die Freundschaft immer mehr bröckelt.

Judes Vater war aber mein Lieblingscharakter. Es tat mir wirklich unfassbar leid, dass er in seinem Alter schon mit dieser verdammten Krankheit zu kämpfen hat. Er kommt überhaupt nicht damit klar und rastet immer öfter aus, weil er etwas vergisst und ist nur wirklich klar, wenn er von seiner Zeit in Argentinien spricht, als er noch mit seiner Harley Valentina die Straßen unsicher gemacht hat. Eigentlich ist er ein wirklich lieber Vater, doch er kann den Kampf gegen den Schwund seines Gedächtnisses nicht gewinnen. Früher oder später muss es und seine Familie das akzeptieren. Als das Ende des Buches kam, brachten mich seine Worte fast zum Weinen, ich hätte ihm am liebsten in den Arm genommen.

"Ich erinnere mich an alles, was mit diesem Motorrad zusammenhängt. Wir werden El Demonio schon zeigen, wer hier der Boss ist, he, Juju?" So nannte er es - den Dämon. Das teuflische Ding, das sich durch sein Gehirn fraß und seine Erinnerungen verschlang."


Doch natürlich ist die Geschichte nicht nur traurig, sondern auch romantisch und schön. Das sie Geschichte in ihrem Zwiespalt an keiner Stelle kitschig wird, sondern immer authentisch und realistisch bleibt, fand ich wirklich bemerkenswert. Die Beziehung zwischen Emilio und Jude wirken so zerbrechlich und wackelig, was sehr gut zur Gesamtsituation passt.
Erwähnenswert ist an dieser Stelle außerdem der Einwanderungs-Hintergrund der Charaktere, der der Geschichte noch ein bisschen Pepp verleiht: Judes Familie hat argentinische Wurzeln, Emilios Familie stammt aus Puerto Rico. Ein gewisses Feuer merkt man dem schwungvollen Stil durchaus an! Spanische Wörter, scharfe Essenskreationen und kulturelle Eigenheiten finden sich immer wieder.


'"Bilder erzählen einem sowieso nicht die ganze Geschichte. Das war eine andere Sache an ihnen - sie waren stets ein sorgfältig ausgewählter flüchtiger Eindruck, eine Momentaufnahme, die man aus dem Zusammenhang gerissen hatte. Meine Bilder von Papi und Emilio und ihrer Arbeit am Motorrad fingen die Erfolge ein, die guten Tage, aber Papis Anfall in der Drogerie hatte ich nicht dokumentiert. Die Arzttermine. Die Sorgenfalten, die sich im Zuge der vielen schlechten Nachrichten in Moms Gesicht gruben."


Nun noch ein paar Worte zum Schreibstil, den ich wirklich super gelungen finde! Die Geschichte wird aus Judes Perspektive erzählt und ist entsprechend jugendlich locker geschrieben. Dabei tritt immer mal wieder ihr sarkastischer Humor zu Tage, aber auch die ernsthaft beschriebenen Situationen mit ihrem Vater klingen authentisch. Dabei entwickelt sich der Stil eindeutig mit Jude mit - weniger luftig, immer ernster und auch tiefgründiger.
Eine schöne Mischung, die gut zur Geschichte passt und sich gut lesen lässt. Die Kapitel sind außerdem nicht zu lang, aber auch nicht zu kurz - haben also die perfekte Länge, was für mich als typische Kapitelleserin von Vorteil ist.


"Ist das der Mechaniker?" Mari bildete die Worte stumm mit den Lippen. "Heiß!" Ich versuchte auf meinem Stuhl tiefer zu rutschen, aber es gab kein Entkommen, daher grinste ich bloß und hoffte, Pancake würde anfangen, Französisch zu sprechen, damit ich erstaunt tun und 'Oh Mein Gott, Leute! Der Hund hat Bonjour gesagt!' rufen konnte."


Das Ende ist dann bittersüß. Zum einen traurig, zum anderen aber schön. Eigentlich genau, wie das restliche Buch auch: Jugendbuch mit einer bittersüßen Note.

So... zum Abschluss noch mein Lieblingszitat:

"So war das mit Bildern. Egal wie wunderschön sie waren, es gelang ihnen nicht, den Teil des Augenblicks einzufangen, der sich aus tief empfundenen Gefühlen speiste. Das Leben war durch eine Linse betrachtet ein anderes, die Farben leuchteten weniger, die Schönheit besaß weniger Glanz."


Fazit:

Ein sommerlicher Liebesroman mit Tiefgang. Insgesamt sehr empfehlenswert, also nicht von Klapptext, Cover und Titel täuschen lassen!!!

Veröffentlicht am 03.08.2017

Für Märchenliebhaber

Der Prinz der Elfen (2 mp3-CD)
0 0

Allgemeines:

Titel: Der Prinz der Elfen
Autorin: Holly Black
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3570164099
Preis: 16,99€ (gebunden)


Inhalt:

Die Geschwister Hazel und Ben leben in dem Ort Fairfold, der an das ...

Allgemeines:

Titel: Der Prinz der Elfen
Autorin: Holly Black
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3570164099
Preis: 16,99€ (gebunden)


Inhalt:

Die Geschwister Hazel und Ben leben in dem Ort Fairfold, der an das magische Elfenreich grenzt. Seit Jahrzehnten steht dort, mitten im Wald von Fairfold, ein gläserner Sarg, in dem ein Elfenprinz schläft – von Touristen begafft und von der Bevölkerung argwöhnisch beäugt, auch wenn Hazel und Ben die alten Geschichten nicht glauben. Seit Kindertagen fühlen sie sich zu dem schlafenden Jungen magisch hingezogen, ihm vertrauen sie alle ihre Geheimnisse an. Inzwischen ist Hazel 16 und küsst immer neue Jungs, um die Leere in ihrem Herzen zu füllen. Doch als eines Tages der Sarg leer ist und der Prinz erwacht, werden die Geschwister in einen Machtkampf der Elfen gezogen. Hazel muss die Rolle annehmen, in die sie sich als Kind immer geträumt hat: als Ritter gegen ein dunkles Monster kämpfen …


Meine Meinung:

DISCLAIMER: Vielen Dank an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

Fairfold ist definitiv kein gewöhnlicher Ort, denn er grenzt direkt an das Elfenreich und zudem schläft mitten im Wald seit hunderten von Jahren ein Elfenprinz in einem gläsernen Sarg. Schon als Kinder haben Hazel und ihr Zwillingsbruder Ben sich in den wunderschönen Jungen verliebt. Als der Prinz allerdings plötzlich verschwindet und seltsame Dinge vor sich gehen, weiß Hazel, dass sie etwas unternehmen muss. Mit Hilfe ihres Bruders und dessen besten Freundes Jack macht sich Hazel auf die suche nach dem verschwundenen Prinzen und merkt schon bald, dass sie schon mehr in die Geschichte verwickelt ist, als sie jemals geglaubt hätte.



Die Protagonistin Hazel fand ich schon von Anfang an recht cool. Sie hat feuerrote Haare und sehr viel Temperament. Schon als sie jünger war, ist sie mit ihrem Bruder losgezogen um auf Monsterjagt zu gehen. Jetzt, da sie älter ist, haben sie und ihr Bruder sich allerdings immer mehr entfremdet und sie vertreibt sich lieber die Zeit damit Jungs zu küssen, als Abendteuer zu erleben. Sie beweist im Laufe der Geschichte sehr viel Mut und an Selbstbewusstsein und Fantasie fehlt es ihr auch nicht.

Ben ist schon eher eine zurückhaltende Persönlichkeit. Er umgibt sich mit seinen guten Freunden, hat aber nicht mehr das Bedürfnis gegen das Böse zu kämpfen wie Hazel. Bereits geoutet hat auch er sich in den Elfenprinzen verliebt und hofft auf sein Erwachen. Mit zunehmendem Alter glaubt er allerdings immer weniger daran. Er ist sehr darauf bedacht moralisch die richtigen Entscheidungen zu treffen und ist auch bereit sich für seine Liebsten zu opfern. Da sein bester Freund Jack ein Elf ist, der aber bei den Menschen aufgewachsen ist, ist Ben ein sehr toleranter Mensch gegenüber den Elfenwesen, was nicht auf alle Bewohner Fairfolds zutrifft.

Erzählt wird die Geschichte über Hazel, Ben und Jack, die sich auf die Suche nach dem Prinzen machen. Zwischendrin gibt es kleine Rückblicke zu der Zeit, als Hazel und Ben noch klein waren, die zeigen, dass sie sich schon damals sehr mit Elfen und den Schrecken des Waldes auseinandergesetzt haben.
Der Schreibstil der Autorin ist recht flüssig, auch wenn sich die Geschichte im Mittelteil etwas gezogen hat. Umso besser wurde die Story dann gegen Ende, sodass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die Handlung hat mir insgesamt sehr gut gefallen, da sie, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, wirklich originell und einzigartig war. Das Buch hatte eine total märchenhafte Atmosphäre, die mir persönlich sehr gut gefallen hat!

Eine tolle Geschichte mit sehr viel Potential, das vielleicht etwas mehr hätte ausgeschöpft werden können. Außerdem würde ich das Buch eher den jüngeren Lesern unter euch empfehlen. Ansonsten ein tolles Feeling beim Lesen und Protagonisten, die einem sehr ans Herz wachsen :)


Fazit:

Trotz einiger Schwachstellen im Mittelteil ein tolles Buch für alle Märchenliebhaber!

Veröffentlicht am 03.08.2017

Für Märchenliebhaber

Der Prinz der Elfen
0 0

Allgemeines:

Titel: Der Prinz der Elfen
Autorin: Holly Black
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3570164099
Preis: 16,99€ (gebunden)


Inhalt:

Die Geschwister Hazel und Ben leben in dem Ort Fairfold, der an das ...

Allgemeines:

Titel: Der Prinz der Elfen
Autorin: Holly Black
Genre: Fantasy
ISBN: 978-3570164099
Preis: 16,99€ (gebunden)


Inhalt:

Die Geschwister Hazel und Ben leben in dem Ort Fairfold, der an das magische Elfenreich grenzt. Seit Jahrzehnten steht dort, mitten im Wald von Fairfold, ein gläserner Sarg, in dem ein Elfenprinz schläft – von Touristen begafft und von der Bevölkerung argwöhnisch beäugt, auch wenn Hazel und Ben die alten Geschichten nicht glauben. Seit Kindertagen fühlen sie sich zu dem schlafenden Jungen magisch hingezogen, ihm vertrauen sie alle ihre Geheimnisse an. Inzwischen ist Hazel 16 und küsst immer neue Jungs, um die Leere in ihrem Herzen zu füllen. Doch als eines Tages der Sarg leer ist und der Prinz erwacht, werden die Geschwister in einen Machtkampf der Elfen gezogen. Hazel muss die Rolle annehmen, in die sie sich als Kind immer geträumt hat: als Ritter gegen ein dunkles Monster kämpfen …


Meine Meinung:

DISCLAIMER: Vielen Dank an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

Fairfold ist definitiv kein gewöhnlicher Ort, denn er grenzt direkt an das Elfenreich und zudem schläft mitten im Wald seit hunderten von Jahren ein Elfenprinz in einem gläsernen Sarg. Schon als Kinder haben Hazel und ihr Zwillingsbruder Ben sich in den wunderschönen Jungen verliebt. Als der Prinz allerdings plötzlich verschwindet und seltsame Dinge vor sich gehen, weiß Hazel, dass sie etwas unternehmen muss. Mit Hilfe ihres Bruders und dessen besten Freundes Jack macht sich Hazel auf die suche nach dem verschwundenen Prinzen und merkt schon bald, dass sie schon mehr in die Geschichte verwickelt ist, als sie jemals geglaubt hätte.



Die Protagonistin Hazel fand ich schon von Anfang an recht cool. Sie hat feuerrote Haare und sehr viel Temperament. Schon als sie jünger war, ist sie mit ihrem Bruder losgezogen um auf Monsterjagt zu gehen. Jetzt, da sie älter ist, haben sie und ihr Bruder sich allerdings immer mehr entfremdet und sie vertreibt sich lieber die Zeit damit Jungs zu küssen, als Abendteuer zu erleben. Sie beweist im Laufe der Geschichte sehr viel Mut und an Selbstbewusstsein und Fantasie fehlt es ihr auch nicht.

Ben ist schon eher eine zurückhaltende Persönlichkeit. Er umgibt sich mit seinen guten Freunden, hat aber nicht mehr das Bedürfnis gegen das Böse zu kämpfen wie Hazel. Bereits geoutet hat auch er sich in den Elfenprinzen verliebt und hofft auf sein Erwachen. Mit zunehmendem Alter glaubt er allerdings immer weniger daran. Er ist sehr darauf bedacht moralisch die richtigen Entscheidungen zu treffen und ist auch bereit sich für seine Liebsten zu opfern. Da sein bester Freund Jack ein Elf ist, der aber bei den Menschen aufgewachsen ist, ist Ben ein sehr toleranter Mensch gegenüber den Elfenwesen, was nicht auf alle Bewohner Fairfolds zutrifft.

Erzählt wird die Geschichte über Hazel, Ben und Jack, die sich auf die Suche nach dem Prinzen machen. Zwischendrin gibt es kleine Rückblicke zu der Zeit, als Hazel und Ben noch klein waren, die zeigen, dass sie sich schon damals sehr mit Elfen und den Schrecken des Waldes auseinandergesetzt haben.
Der Schreibstil der Autorin ist recht flüssig, auch wenn sich die Geschichte im Mittelteil etwas gezogen hat. Umso besser wurde die Story dann gegen Ende, sodass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die Handlung hat mir insgesamt sehr gut gefallen, da sie, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, wirklich originell und einzigartig war. Das Buch hatte eine total märchenhafte Atmosphäre, die mir persönlich sehr gut gefallen hat!

Eine tolle Geschichte mit sehr viel Potential, das vielleicht etwas mehr hätte ausgeschöpft werden können. Außerdem würde ich das Buch eher den jüngeren Lesern unter euch empfehlen. Ansonsten ein tolles Feeling beim Lesen und Protagonisten, die einem sehr ans Herz wachsen :)


Fazit:

Trotz einiger Schwachstellen im Mittelteil ein tolles Buch für alle Märchenliebhaber!