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Veröffentlicht am 04.04.2026

Ein kluges, urkomisches und überraschend aktuelles Comeback!

Die Känguru-Rebellion (Die Känguru-Werke 5)
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"Die Känguru-Rebellion" zählte schon seit der Ankündigung zu meiner am neugierigsten erwarteten Neuerscheinung 2026. Neue Geschichten vom Känguru und Marc-Uwe in this economy?!? Es gibt wohl kaum einen ...

"Die Känguru-Rebellion" zählte schon seit der Ankündigung zu meiner am neugierigsten erwarteten Neuerscheinung 2026. Neue Geschichten vom Känguru und Marc-Uwe in this economy?!? Es gibt wohl kaum einen passenderen Zeitpunkt für ein Comeback des Traumduos als eine Zeit, in der das aktuelle Weltgeschehen die Realsatire fast selbst schreibt. Wie also am Ende der Känguru-Comics angekündigt: Das Känguru ist zurückgekehrt, als die Welt es am meisten gebraucht hat.

Auf 224 Seiten nimmt sich der Autor Zeit, fachmännisch aufzuarbeiten, was in letzter Zeit passiert ist, schlägt dabei aber einen etwas anderen Stil ein, als in den vorherigen Känguru-Büchern. Statt sich auf Klamauk und absurde Rahmenhandlung zu stützen, stehen hier vor allem brandaktuelle Themen, Gesellschafts- und Politikkritik im Vordergrund. Damit ist dieser Band ernster, inhaltlicher, aktueller und auch desillusionierter. Das unschlagbare Duo aus Känguru und seinem Sidekick nimmt in den einzelnen Kapiteln Bezug zu politischen Akteuren sowie Krisen und argumentiert gewohnt schlagfertig gegen Rechte, Konservative und Neoliberale (das Pink des Covers ist hier politisch definitiv wieder Programm!). Es geht um Migrationspolitikkritik, KI und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft, Fake News im Social Media Zeitalter, Klimaschutz, Elektroautos und fossile Verbrenner, Kapitalismus, Sprachverbote und Sprachneuerungen, Feminismus, Trumpismus und Rechtsruck.

Trotz der klaren politischen Ausrichtung, liest "Die Känguru-Rebellion" sich aber wie bereits gesagt etwas desillusionierter und müder als zuvor. Ob dies mit den multiplen Krisen, dem fortschreitenden Alter des Autors oder dem fünften Teil zusammenhängt, es schwingt eine neue Tonlage mit weniger anarchische Lust an der Eskalation und mehr Müdigkeit gegenüber einer Realität, die sich kaum noch überzeichnen lässt. Statt anarchistischen Anschlägen des asozialen Netzwerks, kommunistischer Satire, Provokation und geboxten Nazis, ist bei Marc-Uwe ein wenig die Verzweiflung und Ernüchterung eingetreten. Das fühle ich zwar sehr, legt für 5 Sekunden den Kopf auf den Tisch, aber macht diese Fortsetzung doch etwas weniger bissig als erhofft.

Auch die Einbettung in eine Rahmenhandlung ist etwas sparsamer als in den vorherigen Bänden. Zwar ist die Handlung weniger episodisch als beispielsweise in den "Apokryphen" und folgt durchaus einem roten Faden, die Weiterentwicklung der Handlung sowie das Wiedersehen mit bekannten Figuren wird aber eher sparsam eingesetzt. So gibt es zwar neue Entwicklungen wie Herta, die einen Podcast startet, die geplante Vernissage des Kängurus und natürlich die titelgebende Rebellion gegen die Zustände, die Marc-Uwe und das Känguru anzetteln, andere Nebenfiguren wie Krapotke, Friedrich Wilhelm oder Otto Von kommen allerdings kaum vor. Auch Fan-Lieblinge wie der Pinguin, der Schredder oder das asoziale Netzwerk fehlen komplett. Hier bleibt die ursprüngliche Trilogie, insbesondere ihr überaus gelungenen Abschluss in "Die Känguru Offenbarung", weiterhin unerreicht.

"Die Känguru Rebellion" war also inhaltlich ein wenig anders als erwartet - weniger bissig, weniger handlungsgestützt, politisch expliziter. Davon kann man halten, was man möchte. Was sich allerdings nicht geändert hat, ist der großartige Humor, der die Geschichte abermals zu einem Highlight gemacht hat. Denn natürlich gibt es auch hier die gewohnten Wortspiele, spaßige Situationskomik, wortgewandte Kleinkunst-Monologe und Dialog-Abtausche zum Schreien. Auch Fans der üblichen Insider-Witze, Fußnoten, Anspielungen und falsch zu geordneten Zitaten werden hier voll auf ihre Kosten kommen, wenn Unsinn und Intelligenz wieder in genau richtigem Maß gemischt werden. Erfrischend sind zudem die erzählerischen Variationen wie Perspektivwechsel, der spielerische Umgang mit Zeit und Struktur, Gleichnisse des Beuteltiers sowie erstmals auch Passagen aus der Sicht des Kängurus selbst (was genauso kurzweilig ist, wie ihr es euch vermutlich gerade vorstellt.)

Zum Abschluss möchte ich noch wie jedes Mal hervorheben, dass es sich wirklich lohnt, das Hörbuch zu hören. Marc-Uwe Kling liest hier wie gewohnt selbst live vor Publikum vor und überzeugt mit den verstellten Stimmen, wohlüberlegten Pausen und Betonungen und seinem humoristischen Timing. Die kleinen Lacher im Hintergrund verstärken dabei sogar noch das Gefühl, mitten in einer Lesung zu sitzen. Auch gerade deshalb sind die Känguru-Bände längst mehr als eine Sammlung von Witzen, sondern ein fortlaufender Running Gag über Politik, Popkultur, Gesellschaft und Literatur, der auch Jahre später noch den Nerv trifft.


Fazit


Trotz kleiner Abstriche bei Biss und Handlung bleibt „Die Känguru-Rebellion“ ein kluges, urkomisches und überraschend aktuelles Comeback, das genau zur richtigen Zeit kommt. Für Fans ein absolutes Muss, oder in Känguru-Kategorien "WITZIG!"

Veröffentlicht am 19.03.2026

"Gewalt hat keine Ethnie, Klasse, Religion oder Nationalität, aber ein Geschlecht."

Wenn Männer mir die Welt erklären
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In "Wenn Männer mir die Welt erklären" seziert die feministische Ikone Rebecca Solnit in neun Essays was es bedeutet, als Frau im Patriarchat zu leben. Sie schreibt von alltäglicher männlicher Überheblichkeit, ...

In "Wenn Männer mir die Welt erklären" seziert die feministische Ikone Rebecca Solnit in neun Essays was es bedeutet, als Frau im Patriarchat zu leben. Sie schreibt von alltäglicher männlicher Überheblichkeit, der Kernfamilie als Institution, Gewalt gegenüber Frauen, dem Kassandra-Syndrom und postkolonialen Machtverhältnissen. Ihr titelgebender Essay über Mainsplaining ist damit also nur der Einstieg in ein Buch, das ganz verschiedene Aspekte feministischer Theorie und Realität aufgreift. Die Autorin steigt tief in die Gräben feministischer Debatten hinab und legt eine Vielzahl von Ungleichheiten offen, mit denen Frauen nach wie vor konfrontiert sind.

"Gewalt hat keine Ethnie, Klasse, Religion oder Nationalität, aber ein Geschlecht."


Besonders eindrücklich ist das Kapitel, das sich mit Zahlen und Fakten zu Gewalt gegen Frauen beschäftigt. Auch wenn sich viele Beispiele auf die USA beziehen, ist die dargestellte Realität erschreckend universell und wirkt weit über den konkreten Kontext hinaus. Was der Autorin ebenfalls sehr gut gelingt, ist das Sichtbarmachen subtiler Machtstrukturen. Sie zeigt, wie Unterdrückung sich als vermeintliche Ohnmacht, als „Natur der Dinge“, als gesellschaftliche Normalität tarnt und dadurch umso schwerer zu benennen ist. Dafür verbindet sie stilistisch Schärfe mit Witz und analytischer Klarheit. Die einzelnen Essays unterscheiden sich leicht im Ton, sind aber alle zugänglich geschrieben und als Einstieg in das Thema gut geeignet. Besonders im letzten Drittel, in dem sie den Bogen über kulturelle Narrative bis hin zu literarischen Bezügen, etwa zu Virginia Woolf, spannt, wird es aber gelegentlich etwas trocken. Nichtsdestotrotz entsteht ein vielschichtiges Bild, das sowohl intellektuell anregt als auch emotional nachhallt.

"Wir sind entweder gemeinsam frei oder gemeinsam unfrei. Wer glaubt, er müsse gewinnen, dominieren, bestrafen und uneingeschränkt herrschen, ist mit Sicherheit alles andere als frei."


Bemerkenswert ist zudem, wie aktuell das Buch trotz seines Alters wirkt. Auch mehr als ein Jahrzehnt nach Veröffentlichung treffen viele Beobachtungen noch immer ins Schwarze. Eine traurige Bilanz der Entwicklungen der letzten Jahre! Rebecca Solnit zeigt also auch, dass Fortschritte im Feminismus keineswegs linear verlaufen und bereits Erkämpftes immer wieder infrage gestellt werden kann. Umso wichtiger ist der beharrliche Aufruf, jetzt nicht stehen zu bleiben, sich auf Veränderungen auszuruhen, sondern weiterzukämpfen!


Fazit


"Wenn Männer mir die Welt erklären" ist auch zehn Jahre nach Erscheinen ein wichtiges und leider nach wie vor hochaktuelles Buch. Rebecca Solnit gelingt es in neun Essays, komplexe feministische Themen klug, eindringlich und leicht greifbar zu machen – auch wenn einzelne Passagen dabei etwas trocken ausfallen.

Veröffentlicht am 19.03.2026

"Gewalt hat keine Ethnie, Klasse, Religion oder Nationalität, aber ein Geschlecht."

Wenn Männer mir die Welt erklären
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In "Wenn Männer mir die Welt erklären" seziert die feministische Ikone Rebecca Solnit in neun Essays was es bedeutet, als Frau im Patriarchat zu leben. Sie schreibt von alltäglicher männlicher Überheblichkeit, ...

In "Wenn Männer mir die Welt erklären" seziert die feministische Ikone Rebecca Solnit in neun Essays was es bedeutet, als Frau im Patriarchat zu leben. Sie schreibt von alltäglicher männlicher Überheblichkeit, der Kernfamilie als Institution, Gewalt gegenüber Frauen, dem Kassandra-Syndrom und postkolonialen Machtverhältnissen. Ihr titelgebender Essay über Mainsplaining ist damit also nur der Einstieg in ein Buch, das ganz verschiedene Aspekte feministischer Theorie und Realität aufgreift. Die Autorin steigt tief in die Gräben feministischer Debatten hinab und legt eine Vielzahl von Ungleichheiten offen, mit denen Frauen nach wie vor konfrontiert sind.

"Gewalt hat keine Ethnie, Klasse, Religion oder Nationalität, aber ein Geschlecht."


Besonders eindrücklich ist das Kapitel, das sich mit Zahlen und Fakten zu Gewalt gegen Frauen beschäftigt. Auch wenn sich viele Beispiele auf die USA beziehen, ist die dargestellte Realität erschreckend universell und wirkt weit über den konkreten Kontext hinaus. Was der Autorin ebenfalls sehr gut gelingt, ist das Sichtbarmachen subtiler Machtstrukturen. Sie zeigt, wie Unterdrückung sich als vermeintliche Ohnmacht, als „Natur der Dinge“, als gesellschaftliche Normalität tarnt und dadurch umso schwerer zu benennen ist. Dafür verbindet sie stilistisch Schärfe mit Witz und analytischer Klarheit. Die einzelnen Essays unterscheiden sich leicht im Ton, sind aber alle zugänglich geschrieben und als Einstieg in das Thema gut geeignet. Besonders im letzten Drittel, in dem sie den Bogen über kulturelle Narrative bis hin zu literarischen Bezügen, etwa zu Virginia Woolf, spannt, wird es aber gelegentlich etwas trocken. Nichtsdestotrotz entsteht ein vielschichtiges Bild, das sowohl intellektuell anregt als auch emotional nachhallt.

"Wir sind entweder gemeinsam frei oder gemeinsam unfrei. Wer glaubt, er müsse gewinnen, dominieren, bestrafen und uneingeschränkt herrschen, ist mit Sicherheit alles andere als frei."


Bemerkenswert ist zudem, wie aktuell das Buch trotz seines Alters wirkt. Auch mehr als ein Jahrzehnt nach Veröffentlichung treffen viele Beobachtungen noch immer ins Schwarze. Eine traurige Bilanz der Entwicklungen der letzten Jahre! Rebecca Solnit zeigt also auch, dass Fortschritte im Feminismus keineswegs linear verlaufen und bereits Erkämpftes immer wieder infrage gestellt werden kann. Umso wichtiger ist der beharrliche Aufruf, jetzt nicht stehen zu bleiben, sich auf Veränderungen auszuruhen, sondern weiterzukämpfen!


Fazit


"Wenn Männer mir die Welt erklären" ist auch zehn Jahre nach Erscheinen ein wichtiges und leider nach wie vor hochaktuelles Buch. Rebecca Solnit gelingt es in neun Essays, komplexe feministische Themen klug, eindringlich und leicht greifbar zu machen – auch wenn einzelne Passagen dabei etwas trocken ausfallen.

Veröffentlicht am 19.03.2026

"Gewalt hat keine Ethnie, Klasse, Religion oder Nationalität, aber ein Geschlecht."

Wenn Männer mir die Welt erklären
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In "Wenn Männer mir die Welt erklären" seziert die feministische Ikone Rebecca Solnit in neun Essays was es bedeutet, als Frau im Patriarchat zu leben. Sie schreibt von alltäglicher männlicher Überheblichkeit, ...

In "Wenn Männer mir die Welt erklären" seziert die feministische Ikone Rebecca Solnit in neun Essays was es bedeutet, als Frau im Patriarchat zu leben. Sie schreibt von alltäglicher männlicher Überheblichkeit, der Kernfamilie als Institution, Gewalt gegenüber Frauen, dem Kassandra-Syndrom und postkolonialen Machtverhältnissen. Ihr titelgebender Essay über Mainsplaining ist damit also nur der Einstieg in ein Buch, das ganz verschiedene Aspekte feministischer Theorie und Realität aufgreift. Die Autorin steigt tief in die Gräben feministischer Debatten hinab und legt eine Vielzahl von Ungleichheiten offen, mit denen Frauen nach wie vor konfrontiert sind.

"Gewalt hat keine Ethnie, Klasse, Religion oder Nationalität, aber ein Geschlecht."


Besonders eindrücklich ist das Kapitel, das sich mit Zahlen und Fakten zu Gewalt gegen Frauen beschäftigt. Auch wenn sich viele Beispiele auf die USA beziehen, ist die dargestellte Realität erschreckend universell und wirkt weit über den konkreten Kontext hinaus. Was der Autorin ebenfalls sehr gut gelingt, ist das Sichtbarmachen subtiler Machtstrukturen. Sie zeigt, wie Unterdrückung sich als vermeintliche Ohnmacht, als „Natur der Dinge“, als gesellschaftliche Normalität tarnt und dadurch umso schwerer zu benennen ist. Dafür verbindet sie stilistisch Schärfe mit Witz und analytischer Klarheit. Die einzelnen Essays unterscheiden sich leicht im Ton, sind aber alle zugänglich geschrieben und als Einstieg in das Thema gut geeignet. Besonders im letzten Drittel, in dem sie den Bogen über kulturelle Narrative bis hin zu literarischen Bezügen, etwa zu Virginia Woolf, spannt, wird es aber gelegentlich etwas trocken. Nichtsdestotrotz entsteht ein vielschichtiges Bild, das sowohl intellektuell anregt als auch emotional nachhallt.

"Wir sind entweder gemeinsam frei oder gemeinsam unfrei. Wer glaubt, er müsse gewinnen, dominieren, bestrafen und uneingeschränkt herrschen, ist mit Sicherheit alles andere als frei."


Bemerkenswert ist zudem, wie aktuell das Buch trotz seines Alters wirkt. Auch mehr als ein Jahrzehnt nach Veröffentlichung treffen viele Beobachtungen noch immer ins Schwarze. Eine traurige Bilanz der Entwicklungen der letzten Jahre! Rebecca Solnit zeigt also auch, dass Fortschritte im Feminismus keineswegs linear verlaufen und bereits Erkämpftes immer wieder infrage gestellt werden kann. Umso wichtiger ist der beharrliche Aufruf, jetzt nicht stehen zu bleiben, sich auf Veränderungen auszuruhen, sondern weiterzukämpfen!


Fazit


"Wenn Männer mir die Welt erklären" ist auch zehn Jahre nach Erscheinen ein wichtiges und leider nach wie vor hochaktuelles Buch. Rebecca Solnit gelingt es in neun Essays, komplexe feministische Themen klug, eindringlich und leicht greifbar zu machen – auch wenn einzelne Passagen dabei etwas trocken ausfallen.

Veröffentlicht am 14.03.2026

Völlig absurd und auf tragische Weise zum totlachen!

Darwin gefällt das
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"Darwin gefällt das" habe ich auf Bookbeat beim Stöbern entdeckt und direkt spontan mit dem Hören begonnen. Da ich kein großer Podcast-Fan bin, habe ich von Anna Bühlers und Christian Alts gleichnamigem ...

"Darwin gefällt das" habe ich auf Bookbeat beim Stöbern entdeckt und direkt spontan mit dem Hören begonnen. Da ich kein großer Podcast-Fan bin, habe ich von Anna Bühlers und Christian Alts gleichnamigem Podcast-Format bisher noch nichts gehört. Die Idee, in einem Buch 21 der verrücktesten, unbekannten Geschichten der Menschheit zu sammeln, hat mich aber sofort überzeugt. 208 hoch unterhaltsame Seiten später, bin ich nun ein Fan der beiden und überlege tatsächlich doch mal in den Podcast reinzuhören...

Egal ob es um einen Flug mit einem Gartenstuhl und 42 Heliumballons in die Stratosphäre, wahnwitzigen selbstgebastelten Reaktoren im Gartenschuppen oder absolut vermeidbare Tode durch misslungene Zaubertricks geht - alle vorgestellten Geschichten sind völlig absurd und auf tragische Weise zum totlachen. Mit einer guten Portion Schadenfreude, aber auch immer ausreichend Bewunderung für die verrückten und teils mutigen Unterfangen, die den Menschen nicht selten einen vermeidbaren und verfrühten Tod beschert haben, berichten die beiden Autoren, wie es zu den abenteuerlichen Vorkommnissen kam. Dabei werden gerade so viele Hintergrundinformationen eingebunden, dass man sich die jeweiligen Unterfangen gut vorstellen kann, jedoch nicht überfrachtet wird.

Nicht alles ist dabei wissenschaftlich und historisch zu 100% korrekt dargestellt. Wenn vom "Überleben des Stärksten" nach Darwin gesprochen wird, radioaktive Kontamination durcheinander geworfen wird oder mal eine Jahreszahl nicht ganz sitzt, kann man das dem Buch aber gerne verzeihen, da "Darwin gefällt das" in erster Linie unterhalten und nicht belehren möchte. Besonders hervorheben möchte ich auch das Gespür der beiden, hinter dem Irrsinn die großen menschlichen Sehnsüchte hervorzuheben und ein Loblied auf die unerschütterliche Kreativität und den Erfindergeist der Menschen zu singen. Auch wenn ich häufiger den Kopf darüber schütteln musste, wie unsere Spezies es bis an die Spitze der Evolution geschafft haben kann und manche Geschichten auch ethisch sehr fragwürdig fand, so war ich nach sehr unterhaltsamen 200 Seiten traurig, dass das Buch nur so kurz war und kann diese historische Pleite-, Pech und Pannenshow nur weiterempfehlen!


Fazit


"Darwin gefällt das" ist eine Sachbuchsammlung, die einen größeren Wert auf den Unterhaltungswert als die Detailrichtigkeit des Inhalts legt. Mit 21 irrwitzigen Vorkommnissen gelingt es den beiden Autoren allerdings, den Blick auf unerzählte Perspektiven zu lenken und uns LeserInnen gleichzeitig an der Intelligenz der Menschheit zweifeln und ihre absurde Widerstandsfähigkeit bewundern zu lassen.