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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.12.2019

Krempel loswerden – Glück finden

Mein Leben in drei Kisten
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Wir können uns nicht aussuchen, welche Karten uns das Schicksal austeilt, nur, wie wir sie ausspielen. S.153
Als Anne Weiß unerwartet die Kündigung von ihrem Arbeitgeber erhält geht sie erstmal auf Indien-Reise, ...

Wir können uns nicht aussuchen, welche Karten uns das Schicksal austeilt, nur, wie wir sie ausspielen. S.153
Als Anne Weiß unerwartet die Kündigung von ihrem Arbeitgeber erhält geht sie erstmal auf Indien-Reise, bekommt etwas Abstand und die Krise bei ihrer Rückkehr. Sie entscheidet sich von unnötigem Ballast zu befreien und startet eine Diät der besonderen Art. Aber wie fängt man am besten an? Wie kann man sich von Sachen trennen? Was braucht man, was nicht?
Anschaulich, ehrlich und mit einer Portion Humor schildert sie ihren Weg vom Alles-Sammler zum Minimalisten. Dabei ist es ihr wichtig, aussortiertem eine Bewährungsstrafe zu organisieren (nicht mehr bei ihr, aber bei anderen, die das Teil tatsächlich gebrauchen können), es ggf. zu reparieren und zu nutzen oder es tatsächlich dem Weg des Lebens, der Tonne, zu zuführen, so es eben anders nicht geht. Unterstützung erhält sie dadurch von unerwarteter Seite (Francesco, Mr. Spock). Dagegen stehen Personen, auf die sie vertraut hat, leider nicht zur Verfügung (Dirk). Das Entrümpelungs-Experiment benötigt eine gehörige Portion Mut, verschafft aber auch neue, ungeahnte Chancen.
Anne ist Veganerin und Zero Waste-Anhängerin und wartet am Ende eines jeden Kapitels mit Tipps zum Entrümpeln, befreien und Müll vermeiden auf. Manches hat man sicherlich schon gelesen, anderes war mir neu. Ein paar Tricks und Ideen habe ich für mich schon rausgefischt und werde diese demnächst ausprobieren. Dabei kommt es nicht darauf an, es perfekt zu machen:
„Wir brauchen nicht wenige Leute, die Zero Waste perfekt machen, […], wir brauchen Millionen von Leuten, die es unperfekt machen.“ S. 107
Perfekt ist auf jeden Fall das Cover. Man sieht es erst, wenn man das Buch selbst in den Händen hält und nicht nur auf dem Bildschirm. Es ist eine Foto-Illustration und sieht tatsächlich wie gezeichnet aus. Die Abbildung zeigt die Autorin und einen Karton, ein wesentliches Bestandteil dieses Buches.
Der Schreibstil ist sehr gut zu lesen. Als ehemalige Mitarbeiterin eines Buchverlages u.a. als Lektorin weiß sie wie man schreibt und Bilder in den Kopf des Lesers zaubert.
Fazit:
Wer ein starres System erwartet, wie er seinen Klimbim loswird, ist bei diesem Buch falsch. Es regt vielmehr zum Nachdenken an, warum man Krempel ansammelt und wie man ihn auf seine eigene Art und Weise los wird, ohne Druck auf sich selbst auszuüben und nur soweit, wie man selbst es für richtig erachtet. Sehr entspannend und inspirierend.
„Der Mann ist nur die Kirsche auf der Torte,[…], aber ich bin die Torte und auch ohne Kirsche großartig“ S. 278
Tolle Frau, tolles Buch und – wie ich meine- die richtige Entscheidung, liebe Anne! Du bist Torte und Kirsche zusammen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.12.2019

Manchmal ist keine Botschaft die bessere Nachricht

Dunkle Botschaft
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Teil 4 der Julia Schwarz Reihe deckt dunkle Geheimnisse auf.
Wie immer kann Julia ihre Nase nicht aus den Ermittlungen raushalten. Seit neuestem ist sie die Leiterin der Gerichtsmedizin und von den Aktenbergen ...

Teil 4 der Julia Schwarz Reihe deckt dunkle Geheimnisse auf.
Wie immer kann Julia ihre Nase nicht aus den Ermittlungen raushalten. Seit neuestem ist sie die Leiterin der Gerichtsmedizin und von den Aktenbergen angeödet, so dass sie sich darauf freut, wieder in die laufenden Ermittlungen eingreifen zu können. Der Fall, eine Tote in der Badewanne, scheint erst ein normaler Tod durch einen Stromschlag zu sein. Also Unfall oder vielleicht auch Suizid. Bis ein mysteriöses Tattoo auftaucht, das anderes vermuten lässt. Dieses und viele andere Rätsel müssen nun gelöst werden.
Im Wesentlichen gibt es zwei Erzählstränge. Einblicke in das Leben des Täters und die aktuellen Ermittlungen. Das macht die Story spannend und man kann als Leser/Hörer gut mitfiebern und rätseln, wer denn der Täter sein könnte. Allerdings fand ich die Morde schon recht inszeniert. Natürlich ist es ein Buch, aber etwas mehr Realität hätte ich besser gefunden. Dieses Hörbuch kann wie auch seine Vorgänger unabhängig voneinander gelesen werden. Die wichtigsten Infos zu den Personen fließen immer wieder in die Story ein, so dass man auch als Reihen-Neuling gut folgen kann.
Das Hörbuch spricht Svenja Pages, eine erfahrene Sprecherin, die häufigen Hörbuch Geniessern namentlich bekannt sein dürfte. Sie hat eine angenehme Stimme, der man gut folgen kann. Sprechtempo, Betonung, Aussprache – passt alles. Mir gefällt sie tatsächlich als Thriller-Leserin am besten.
Fazit:
Spannender und manchmal auch grausamer Thriller, der im Großen und Ganzen keine Wünsche offen läßt. Meine Botschaft lautet demnach: gut zu hören, gehört in den Einkaufswagen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.12.2019

Der ganz normale Wahnsinn

Kriegt das Papa, oder kann das weg?
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Tillmann Prüfer gibt dem Leser einen Einblick in sein Familienleben, wie es so ist, als Vater von vier Töchtern im Alter von 5 – 19 Jahren. In vielen Situationen wurde ich an meine eigene Kindheit und ...

Tillmann Prüfer gibt dem Leser einen Einblick in sein Familienleben, wie es so ist, als Vater von vier Töchtern im Alter von 5 – 19 Jahren. In vielen Situationen wurde ich an meine eigene Kindheit und Familie erinnert und habe festgestellt, dass wir gar nicht so schräg sind, sondern es Familien gibt (wie Prüfers), die noch einen Ticken schräger sind, als wir. Mit viel Humor und mal mehr, mal weniger Geduld kämpft er sich durch und stellt mal eben so nebenbei Unterschiede zu früher fest:
„Rechtschreibung ist für Kinder heute so etwas wie Altgriechisch. Eine Kunst, die Menschen beherrscht haben, die schon lange tot sind. Man kann es in der Schule üben, und es gibt Noten dafür. Man kann sich im Leben aber keine Situation vorstellen, in der man dieses Wissen einmal anwenden könnte.“ (.63/64)
Auch seine Erfahrungen zum Thema Autofahren, Bürsten, Musik und Geburtstage sind köstlich zu lesen. Und manchmal ist man vielleicht sogar froh, dass man „nur“ ein oder zwei der kleinen Terroristen zu Hause sitzen hat.
Fazit:
Ein kurzer Blick durch die angelehnte Tür in des Autoren Heim gibt ein paar schöne Stunden auf dem Sofa inklusive schmunzeln. Es ist zudem eine schönes Erbe an seine Kinder, die dieses Buch eines Tages vielleicht mal lesen und sich mit Freude an die Zeit zurückerinnern werden. Eine tolle Familie, ein tolles Buch!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.12.2019

Lecker-leichte Gerichte der „englischen“ Küche

Pinch of Nom
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Und? Nach den Festtagen etwas zugelegt? Könnte daran liegen, dass ihr Pinch of Nom nicht im Bücherschrank hattet. Denn die enthaltenen Rezepte sind saulecker und – wer es 1:1 umsetzt- auch kalorienleicht. ...

Und? Nach den Festtagen etwas zugelegt? Könnte daran liegen, dass ihr Pinch of Nom nicht im Bücherschrank hattet. Denn die enthaltenen Rezepte sind saulecker und – wer es 1:1 umsetzt- auch kalorienleicht. Ich habe das jetzt nicht so genau gesehen und magere Sachen durch fettige ersetzt. Mir persönlich schmeckt es dann einfach besser.
Die Rezepte sind alltagstauglich, haben viele unterschiedlich Einflüsse – manchmal auch den englischen der Autorinnen. Sowohl Frühstück, Suppen und Eintöpfe, Snacks als auch Fakeaways sind enthalten. Die Lebensmittel können in einem gut sortierten Supermarkt oder Wochenmarkt gekauft werden. Die Zubereitung wird kurz und prägnant geschildert, was absolut ausreichend ist. Auch die Portionsgrößen finde ich in Ordnung. Einzig die Menge von Soßen war mir persönlich zu wenig. Ich ertränke meine Gerichte aber auch gerne….
Die optische Aufbereitung ist sehr schön. Poppig bunt, übersichtlich und liebevoll gestaltet und für mich auch immer ganz wichtig: farbig bebildert. Auch die Größe des Buches passt. Sowohl im Bücherregal als auch in Verwendung eine gute Größe.
Fazit:
Schlemmen ohne Reue, ohne etwas zu vermissen. Eine Bereicherung für jedes Bücherregal und zu schade zum verstauben. Aufgrund der fröhlichen Aufmachung eignet sich das Buch auch gut als Geschenk für jüngere kochfreudige Menschen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.12.2019

Liebe, Freundschaft, Zusammenhalt

Sinking Ships
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„Siehst Du? Es könnte alles einfacher sein. Wenn du sie nur läßt.“ (S.361)
In Band zwei der Fletcher-University-Reihe von Tami Tischer geht es um die Kolumbianerin Carla, die auch schon im ersten Teil ...

„Siehst Du? Es könnte alles einfacher sein. Wenn du sie nur läßt.“ (S.361)
In Band zwei der Fletcher-University-Reihe von Tami Tischer geht es um die Kolumbianerin Carla, die auch schon im ersten Teil „Burning Bridges“ einen kleinen Part hatte. Carla hatte es bisher nicht leicht in ihrem Leben. Der Weg bis zum Studium war steinig und hart und ist auch nicht leichter geworden, seitdem ihr Bruder Mateo sich in der Pubertät befindet. Sie wirkt auf alle immer tough und als wenn sie nichts umhauen könnte. Dabei ist sie kurz vor dem verzweifeln. Als sie dann auch noch unfreiwillig bei einer Party im Pool landet bricht sie zusammen. Denn Carla hat panische Angst vor Wasser. Gerettet wird sie von dem netten Kapitän des Schwimmteams der Universität, den sie nicht ausstehen kann. Mitchell ist einfach unausstehlich…..nett. Er rettet Carla nicht nur vor dem Ertrinken, sondern macht ihr auch einen Vorschlag, den sie nicht ablehnen kann. Und so kommt eins zum anderen…
„Sinking Ships“ hat mir tatsächlich besser gefallen als „Burning Bridges“. Auch wenn es ein Roman ist und damit ein Stück künstlerische Freiheit war mir der erste Teil zu konstruiert. Das ist hier anders. Er ist realistischer und passt besser in ein Universitäts-Setting. Auch Carla und Mitchell sind mir durchweg sympathisch. Jede hat so seine Macken und Marotten, aber Carla als starke junge Frau und Mitch als nett anzusehender, gut gebauter und netter Kerl passen einfach gut zusammen. Es heißt ja: Gegensätze ziehen sich an. Toll an dem Buch ist auch der Zusammenhalt der Freunde und Familienmitglieder.
Der Schreibstil ist gewohnt gut und flüssig zu lesen und läßt bei mir keine Wünsche offen. Die Wortwahl ist passend und passt sowohl zum Buch als auch zur Story.
Das Cover ist im gleichen Stil wie der erste Band gestaltet, hat jedoch eine andere Farbe. Das blau-grün passt gut zum Thema Wasser/Swimmigpool. Man erkennt im Buchladen auf jeden Fall, dass es sich um eine Reihe handeln muss.
Fazit:
Tolle Unterhaltung für dunkle Tage die Lust auf mehr Geschichten der Fletcher-University und ihrer Studenten macht. Ich kann das Buch (und die Reihe nach kleinen Startschwierigkeiten im ersten Band) nur empfehlen und freue mich auf das unscheinbare Mäuschen Lenny mit ihrem abgefahrenen Job. Kann gar nicht schnell genug herauskommen…

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere