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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.08.2019

Ein spannender Thriller mit interessantem Hintergrund

Die letzte Witwe
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Inhalt:
Michelle, eine Wissenschaftlerin und Virenexpertin, wir auf offener Straße vor den Augen ihrer Tochter entführt. Dieser Einstieg scheint zunächst mit den weiteren Ereignissen nichts zu tun zu ...

Inhalt:
Michelle, eine Wissenschaftlerin und Virenexpertin, wir auf offener Straße vor den Augen ihrer Tochter entführt. Dieser Einstieg scheint zunächst mit den weiteren Ereignissen nichts zu tun zu haben.
Sara Linton, Gerichtsmedizinerin , und Will Trent, Special Agent, planen ein ruhiges Wochenende bei Saras Familie als eine Explosion die Ruhe zerreißt. Als die beiden zu der Unglücksstellen eilen wollen, werden sie Zeugen eines Unfalls. Ihnen bietet sich ein seltsames Bild, aber bevor sie die Situation durchschauen können, wir Sara entführt und gerät in die Hände der Attentäter.

Meine Meinung:
Der Einstieg in die Handlung braucht etwas bis sie Fahrt aufnimmt. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Entführungsszene wird 3x mal aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Sicherlich handelt es sich hierbei um eine Schlüsselszene und es ist spannend, dass die Ereignisse genau analysiert werden, aber es ist auch eine Geduldsprobe, denn die Spannung ist hoch und man möchte als Leser wissen wie es weitergeht.
Nach diesem Einstieg entwickelt sich eine sehr spannende Handlung rund um eine rassistische Gruppierung, die für ihre Überzeugung bereit ist, viele Menschen zu töten, um ihre Ideale durchzusetzen.
Die Handlung ist zum Teil nur schwer zu ertragen, denn das Vorgehen des Sektenführers ist radikal und er schreckt auch nicht davor zurück, seine Familie mit in das Geschehen hinein zu ziehen.
Während Sara bei der Sekte gefangen ist, versucht Will Wege zu finden, seine Partnerin zu befreien.
Die Spannung ist hoch und besonders die Perspektivwechsel zwischen Will und Sara geben dem Ganzen eine gewisse Würze. So weiß man als Leser immer schon mehr, als die beiden Protagonisten und kann nur hoffen, dass die Ereignisse so laufen, wie geplant.
Sehr gut hat mir auch der Blick hinter die Kulissen von Will und Sara gefallen. Mir ist es immer sehr wichtig auch die Protagonisten als Menschen kennen zu lernen.
Der Schreibstil ist schön flüssig und angenehm zu lesen, die Charaktere sind gut gezeichnet und gefallen mir als Persönlichkeiten sehr gut.
Dieses Buch ist eine Leseempfehlung und ein Garant für einige spannende Lesestunden.

Veröffentlicht am 01.08.2019

Eine spannende Lebensgeschichte

Als der Wagen nicht kam
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Inhalt:

In diesem Buch erzählt der Autor die Lebensgeschichte seine Großonkels Paulus van Husen. Geboren 1891 erlebt er die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts, vom 1. Weltkrieg, die Weimarer Republik, ...

Inhalt:

In diesem Buch erzählt der Autor die Lebensgeschichte seine Großonkels Paulus van Husen. Geboren 1891 erlebt er die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts, vom 1. Weltkrieg, die Weimarer Republik, das Naziregime mit dem 2. Weltkrieg und die Nachkriegszeit. 1944 geriet er in den Kreis der Attentäter des 20. Juli und obwohl er zu den Mittverschwörern gehörte, konnte ihm von der Nazijustiz nichts nachgewiesen werden.

Nach dem Krieg gehörte er zu den Mitgründern der CDU.

Meine Meinung:


Dieses Buch beginnt recht trocken mit der Einleitung durch den Autor, die zu lang ist und dem Buch nicht gerecht wird. Nach diesem Kapitel entwickelt sich das Buch zu einem spannenden Hörgenuß. Paulus von Husen hatte ein bewegtes Leben und so spiegelt sich in seinem Lebensweg ein gutes Stück deutscher Geschichte des 20. Jahrhunderts wieder.

Er gehörte als Jurist und Richter zum gebildeten Bürgertum und hatte viele politische Entwicklungen aus erster Hand miterlebt und zum Teil auch mitgestaltet, ohne dabei wirklich in der erste Reihe zu stehen. Es ist einfach spannend, anhand eines konkreten Biografie die Entwicklungen zu erleben.
Besonders spannend sind natürlich die Ereignisse rund um das Attentat vom 20. Juli 1944. Paulus van Husen gehörte zu den Mitverschwörern und war auch für ein Regierungsamt vorgesehen, wenn das Attentat erfolgreich gewesen wäre. Besonders bewegend war die Zeit nach dem Attentat, als Paulus nicht direkt mit dem Attentat in Verbindung gebracht werden konnte, aber die Angst vor einer Verhaftung doch immer zu seinem Lebe gehörte.

Etwas negativ ist mir die sehr starke Betonung der positiven Wirkung der Kirche aufgefallen. Paulus war wohl stark von christlichen Werten geprägt und daher sollte das auch erwähnt werden. Aber das Loblied auf die Kirche und ihre Vertreter wird in einigen Teilen doch übertrieben.

Insgesamt handelt es sich aber um einen sehr spannenden Lebensbericht, der sich angenehm hören läßt und ein gutes Bild der Zeit zeichnet.

Veröffentlicht am 31.07.2019

Eine Familiengeschichte in der UDSSR

Roter Herbst in Chortitza
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Inhalt:



1919 in der Sowjetunion: Ein Bürgerkrieg tobt über das Land. Die Freunde Maxim und Willi wachsen gemeinsam in Ostwick auf, ein Ort, in dem hauptsächlich deutschstämmig Mennoniten leben. Willi ...

Inhalt:



1919 in der Sowjetunion: Ein Bürgerkrieg tobt über das Land. Die Freunde Maxim und Willi wachsen gemeinsam in Ostwick auf, ein Ort, in dem hauptsächlich deutschstämmig Mennoniten leben. Willi lehnt aufgrund seines Glaubens jede Gewalt ab, Maxim schlägt sich auf die Seite des Sowjetregimes, das der Bevölkerung mit Gewalt das Leben schwer macht. Wir begleiten die beiden Freunde durch die Zeit des sowjetischen Terrors, des 2. Weltkriegs und in die Nachkriegszeit.



Meine Meinung:



Dieses Buch zeigt anhand der Figur Willis die Unmenschlichkeit des Sowjetsystems. Eigentlich bedeutet der Zeitraum von 1919 bis 1946 für Willi und seine Familie eine einzige Zeit der Verfolgung und der Unmenschlichkeit. Dieses Buch ist im eigentlichen Sinne nicht schön, aber sehr eindrücklich und sollte gelesen werden, um anhand des Schicksals von Willis Familie verstehen zu können, was es bedeutet hat, als Minderheit unter diesem Regime zu leben.



Mich haben die Personen sehr beeindruckt, die es geschafft haben, trotz der fruchtbaren Zustände zu überleben und immer wieder Kraft zu finden, weiterzumachen. Erschreckend ist aber auch, wozu die Vertreter des Regimes fähig waren. Es gab immer wieder Stellen in diesem Buch, in denen ich dachte jetzt kann es nicht mehr schlimmer kommen, aber es ging noch schlimmer. Immer wieder erlebt die Familie neue Rückschläge.



Die Geschichte ist sehr eindrücklich geschrieben, was auch daran liegt, dass sie auf einer wahren Geschichte beruht. Die Ereignisse werden von einem Nachfahren Willis beschrieben.



Dieses Buch ist eine klare Hör- oder auch Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 30.07.2019

Ein absolut fesselnder Thriller

Opfer
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Inhalt:

In einer Scheune in der Nähe von Stockholm wird ein grausam zugerichteter Körper gefunden, er zeigt deutliche Folterspuren. Überraschend stellt Carl Edson, der zuständige Hauptkommissar, fest ...

Inhalt:

In einer Scheune in der Nähe von Stockholm wird ein grausam zugerichteter Körper gefunden, er zeigt deutliche Folterspuren. Überraschend stellt Carl Edson, der zuständige Hauptkommissar, fest , dass das Opfer noch lebt.
Bevor er das Opfer jedoch vernehmen kann, stirbt es im Krankenhaus. Kaum hat Carl die Ermittlungen aufgenommen, als die Presse von dem Fall Wind bekommt, besonders die Reporterin Alexandra Bengtsson ist bei den Recherchen sehr engagiert. Handelt es sich bei dem Opfer um ein Rachefeldzug im kriminellen Milieu?
Als es zu weiteren Morden kommt tappt Carl zunächst im Dunkeln. Dann entdeckt er eine Spur, die in die Vergangenheit führt.

Meine Meinung:

Die Ermittlungen die sich dann entwickeln sind absolut fesselnd. Auch wenn ich ein Zeit lang das Gefühl hatte, hier wird nur Mord über Mord abgewickelt, entwickelt sich das Buch dann zu einer spannenden Geschichte über Trauer, Wut und Rache, die tief in dem menschlichen Gefühle blicken läßt.
Das Buch verändert zur Mitte hin komplett seine Charakter und beschäftigt sich sehr intensiv mit der Geschichte von Alexandra und ihrer Beziehung zu den Opfern. Hier bekommen wir eine tiefen Einblick in ihre Gefühle und den schlimmen Erlebnissen in ihrem Leben. Mehr soll hier nicht verraten werden, da ansonsten zuviel von der Handlung offengelegt wird.
Carl zeigt sich als engagierter Ermittler, der aber zu Beginn etwas ratlos vor den Ereignissen sehr, die Ermittlungen laufen in viele verschiedene Richtungen, zeigen aber keinen Erfolg und immer wieder gibt es neue Opfer.
Die Reporterin Alexandra bleibt zu beginn als Charakter etwas unklar, das ändert sich aber, wenn der Leser ihre Geschichte erfährt.
Die Thriller ist absolut fesselnd, ich konnte das Buch auf den letzten 200 Seiten gar nicht mehr aus der Hand legen. Sehr interessant ist auch das Privatleben der Protagonisten, was mir in guten Thrillern immer sehr wichtig ist.
Ein sehr gelungenes Debüt mit angenehmem Schreibstil. Die Handlung ist von Anfang sehr spannend und nimmt einige überraschende Wendungen, die bis zur letzten Seite für Überraschungen sorgen.

Veröffentlicht am 30.07.2019

Dieses Buch ist schwer zu ertragen

Harz
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Inhalt:

Die kleine Liv lebt mit ihrem Zwillingsbruder Carl und ihren Eltern auf einer einsamen Halbinsel in Schweden. Als ihr Bruder bei einem Unfall im Säuglingsalter ums Leben kommt, wir Livs Vater ...

Inhalt:

Die kleine Liv lebt mit ihrem Zwillingsbruder Carl und ihren Eltern auf einer einsamen Halbinsel in Schweden. Als ihr Bruder bei einem Unfall im Säuglingsalter ums Leben kommt, wir Livs Vater immer sonderlicher, ihn plage große Verlustängste um seine verbleibende Tochter. Er geht so weit, als vermißt nach einem Bootsausflug zu melden, damit sie nicht die örtliche Schule besuchen muß. Auch seine Mutter bringt er um, da sie versucht hat „Ordnung“ in das Leben der Familie zu bringen. Liv führt ab diesem Zeitpunkt ein Leben im Verborgenen, ihr leben spielt sich hauptsächlich nachts ab …… bis es irgendwann zum großen Showdown kommt.


Meine Meinung:

Auf mich hat das Buch in weiten Teilen verstörend gewirkt, erleben wir die Handlung doch zu weiten Teilen direkt aus der Sicht von Liv und für sie ist das Leben das sie führt vollkommen normal, für den Leser aber hoffentlich nicht. Schon der erste Satz gibt einen passenden Geschmack auf das ganze Buch „Im weissen Zimmer war es dunkel, als mein Vater meine Großmutter umbrache“, ein erschreckend emotionsloser Satz für so ein Ereignis.
Liv lebt in einem Container, abgeschlossen von der Welt, auch ihre Mutter kann das Schlafzimmer aufgrund ihrer Fettleibigkeit nicht verlassen. Zusammen mit ihrem Vater sammelt sie Harz, um die neugeborene Schwester einzubalsamieren. Alls diese Dinge scheinen für Liv normal zu sein. Ich fand diese Beschreibungen schwer zu ertragen und habe mehrmals überlegt, dieses Buch nicht weiterzulesen. Aber es hat mich immer wieder gepackt. Irgendwann wurde mir klar, dass man in diesem Buch erleben konnte, wie ein Vater an dem Verlust seines Kindes zerbrach, sich mit einem Schutzwall von Dingen umgibt und immer weiter in seine Welt verschwindet.
Der Charakter des Vater wird sehr gut entwickelt, von dem jungen, attraktiven Mann hin zu dem Verrückten, zu dem er sich entwickelt. Liv erstaunt mit ihrer Bereitschaft, das Handeln des Vaters für normal zu halten. Aber woher soll sie auch wissen, dass sein Verhalten nicht normal ist?
Dieses Buch ist schwer zu ertragen, aber auch sehr fesselnd und zeigt, wohin ein Verlust einen Menschen bringen kann. Ein etwas anderer Thriller, die Handlung wird gut entwickelt und ist auf seine Art einfach anders. Man muß sich als Leser auf dieses Buch einlassen, um es ertragen zu können