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Veröffentlicht am 03.07.2021

Ein wissenswerter Buchschatz über die Bienen

Das Bienenbuch vom Apfelmann
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"Das Bienenbuch vom Apfelmann" Eckart Brandt erscheint im KJM Verlag.

Eckart Brandt, auch bekannt als Apfelmann, weil er sich um den Erhalt von alten Apfelsorten bemüht, liegt die Imkerei einfach am Herzen ...

"Das Bienenbuch vom Apfelmann" Eckart Brandt erscheint im KJM Verlag.

Eckart Brandt, auch bekannt als Apfelmann, weil er sich um den Erhalt von alten Apfelsorten bemüht, liegt die Imkerei einfach am Herzen und im Blut, denn er wurde in einem Imkerhaushalt groß. Auch gibt es auf seinen Streuobstwiesen für Bienen die besten Möglichkeiten Blütenstaub oder besser gesagt Pollen zu sammeln. Er möchte seinen Lesern vermitteln, wie lange die Bienen schon die Erde bevölkern und wie wichtig ihr Erhalt für künftige Generationen ist. Es ist an der Zeit, das Insektensterben und besonders das der Bienen aufzuhalten.

In seinem Buch geht er folgenden Themen nach: Geschichte & Mythos, Tradition & aktuelle Trends, sowie Haltung & Tipps. Anhand verschiedener Fotos kann man das Gelesene gut einordnen und bekommt ein umfassendes Wissen über Bienen präsentiert.

Es gibt viele Arten unterschiedlicher Bienen, Brandt konzentriert sich auf die in Deutschland lebenden Rassen und erklärt anschaulich und verständlich all sein Fachwissen. Dabei kommt er auch auf eigene Erfahrungen mit der Haltung von Bienen zu sprechen, er berichtet über Misserfolge und Probleme.

Welche die Geschlechter und die Fortpflanzung zu sprechen. Welchen Stellenwert hatte die Biene in der Mythologie, in Religion oder in der Kultur? Wie läuft die Imkerei heute und wie sieht es um den heutigen Bestand von Bienen bestellt? Warum ist eine Agrarwende notwendig?

Anhand dieser Fragen nähert man sich dem Thema immer mehr an und erkennt unweigerlich, es ist an der Zeit diese Jahrtausende alte Tierart zu schützen und ihr Möglichkeiten zu bieten, sich anzusiedeln und fortzupflanzen.

Am Ende des Buches zeigen wichtige Tipps angehenden Hobbyimkern, was sie bei der Haltung von eigenen Völkern beachten sollten. Wer dieses Buch liest, wird automatisch von der Leidenschaft des Autors gepackt.


Dieses Buch geht sehr in die Tiefe, es gibt verständlich erklärtes Hintergrundwissen und Tipps für Hobby-Imker. Ein wissenswerter Buchschatz über die Bienen. Wir sollten uns alle darum bemühen, bienenfreundliche Gewächse anzupflanzen.

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Veröffentlicht am 03.07.2021

Etwas ausschweifend erzählter Krimi

Ostfriesenschwur
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"Ostfriesenschwur" ist Ann Kathrin Klaasens zehnter Fall von Klaus-Peter Wolf, die Reihe erscheint im Fischerverlag.

Ann Kathrin Klaasens Ex-Chef Ubbo Heide erhält auf seiner Ferieninsel Wangerooge ...

"Ostfriesenschwur" ist Ann Kathrin Klaasens zehnter Fall von Klaus-Peter Wolf, die Reihe erscheint im Fischerverlag.

Ann Kathrin Klaasens Ex-Chef Ubbo Heide erhält auf seiner Ferieninsel Wangerooge ein Paket mit einem abgetrennten Kopf. Ubbo kennt den Toten, er hat vergeblich versucht, ihn eines Verbrechens zu überführen. Als der Rumpf eines freigesprochenen Täters gefunden wird, spitzt sich die Lage zu. Sollte es sich bei dem Mörder um einen Maulwurf aus den Reihen der Polizei handeln, Ann Kathrin Klassen stellt ihm eine Falle.

Ein abgetrennter Kopf und ein Rumpf eines Toten bringten Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen auf die beiden ostfriesischen Inseln Wangerooge und Langeoog. Beide Körperteile gehören nicht zu einem Opfer, aber beide waren aus der Sicht von Ubbo Heide Tatverdächtige, die vom Gericht freigesprochen wurden. Wer übt hier Selbstjustiz aus und warum gerade die Personen aus Ubbos Buch?

Ubbo Heide hat über seine ungelösten Fälle ein Buch verfasst, dieses nutzt der Täter, ein intelligenter Psychopath mit Gerechtigkeitswahn, offenbar als Anleitung, um die vermeintlichen Täter ihrer Strafe zuzuführen und ermordet sie kaltblütig.

Es ist der besondere Clou dieses Krimis, das hier die Grenzen zwischen Täter und Opfer verschwimmen und hinterfragt werden. Inwieweit geht man mit falschen Verdächtigungen um und kann man Menschen verstehen, die Selbstjustiz für die fehlende Gerechtigkeit von Seiten der Justiz ausüben? Diese Frage macht nachdenklich und lässt Zweifel aufkommen, die aber wegen der Schwere der neu verübten Taten schnell von mir weggewischt wurden.

Was mich ziemlich gestört hat, sind die recht ausführlich beschriebenen und manchmal schon langatmigen Vorgänge. Das hemmt den Lesefluß und die Spannung leider ungemein. Wer den Erzählstil des Autors kennt, weiß, er neigt zum weitschweifigen Beschreiben der Situationen und Vorgänge. Dafür muss man ihm aber zugute halten, dass einige skurrile Szenen auch für unterhaltsame Leseüberraschungen sorgen.

Die Charaktere sind klar umrissen und skurril gezeichnet. Rubert treibt wie immer sein Spiel mit unglaubwürdigen Besonderheiten, die ich für sehr merkwürdig halte. Der neue Kripochef aus Bremerhaven kann machen was er will, er wird von seinen Untergebenen überhaupt nicht akzeptiert, sie stehen hinter Ann Kathrin Klaasen und der Täter lässt uns in seine kranke Seele schauen, die auf der Suche ist nach Gerechtigkeit für Justizirrtümer und Fehlurteile.

Thematisch konnte der Krimi durchaus überzeugen, doch mich haben die Längen sehr gestört. So kann man Spannung auch wieder zunichte machen.


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Veröffentlicht am 02.07.2021

Wunderschöne Wohlfühlgeschichte über Lebensglück mit 60 Plus

Hier wohnt das Glück
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Im Rowohlt Verlag erscheint der Roman "Hier wohnt das Glück" von Dagmar Hansen.

Die Berlinerin Sylvi (61) ist nach dem Tod ihrer Mutter, die sie einige Jahre gepflegt hat, in Frührente gegangen und möchte ...

Im Rowohlt Verlag erscheint der Roman "Hier wohnt das Glück" von Dagmar Hansen.

Die Berlinerin Sylvi (61) ist nach dem Tod ihrer Mutter, die sie einige Jahre gepflegt hat, in Frührente gegangen und möchte einfach nur zur Ruhe kommen. Angeregt durch eine Haustauschbörse findet sie schnell im Internet ihr Traumdomizil, einen hübschen Zirkuswagen in Angelsby an der Flensburger Förde. Dort möchte sie Waldbaden, Achtsamkeit praktizieren und sich gesund ernähren. Der Besitzer des Wagens, Arne, ist mit dem Wohnungstausch einverstanden und zieht für drei Wochen in Sylvis Berliner Stadtwohnung. Doch mit der geplanten Ruhe ist es schnell vorbei, denn Arnes Nichte Jördis wohnt mit zwei Kindern, Hund, Katzen und Ziegen direkt nebenan. Doch Sylvi gefällt diese schöne Gegend, sie mag die Ablenkung und lebt förmlich auf. Kann sie nicht immer im beschaulichen Angelsby bleiben?

"Ich würde es schon schaffen, neue Wurzeln zu schlagen und Blüten zu treiben. Weil ich auf meine Kraft vertrauen konnte." Zitat Seite 268

Ein wunderbar flüssiger und lebendiger Erzählstil lässt die Leserin sofort in die Szenerie eintauchen und alles miterleben. Man kann sich an Sylvis Seite in Angelsby einfach nur wohlfühlen. Sylvie muss nach dem Verlust und der anstrengenden Pflege ihrer Mutter erst einmal wieder zu sich kommen. Der Plan aus dem lauten Berlin an die ruhige Flensburger Förde zu reisen, erfüllt sie mit großer Vorfreude. Von Anfang an ziehen die sympathischen Charaktere mich in ihren Bann und die warmherzig geschilderten Figuren wuchsen mir immer mehr ans Herz. Sylvi erlebt den Familienanschluß mit Jördis und ihren Kindern und auch wenn sie es nie für möglich gehalten hätte, sie fühlt sich mit der Zeit immer mehr mit ihnen verbunden. Die Kleinen hängen an ihr wie an ihrer Oma und auch im Ort wird sie schnell wie eine Einheimische aufgenommen.

Auch wenn Sylvi sich die Zeit im Wohnwagen ganz anders vorgestellt hat, wächst sie in die Planänderungen hinein. Einige Szenen sorgen für unterhaltsame Momente, es gibt unerwartete Zwischenfälle und Missgeschicke, die komisch anmuten und auch einige Problemchen, die der Geschichte einen lebensnahen Charakter verleihen. Sylvi wächst an ihren Aufgaben und gewinnt neue Freunde.

Bei diesem Roman habe ich gemeinsam mit Sylvi einige Glücksmomente erleben können und mit ihr gefühlt, gefreut und gelacht. Man wird unweigerlich in die Geschichte hineingezogen und sehnt sich nach einem Aufenthalt im Zirkuswagen und an die schöne Flensburger Förde. Die Beschreibung des Landschaftsbildes ist Dagmar Hansen sehr authentisch und bildhaft gelungen.

Ein wunderschön unterhaltendes Buch mit Glücksmomenten und Wohlfühlsituationen zum Entspannen und Abschalten. Wunderbar warmherzig geschrieben und mit charmanten Figuren versehen.

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Veröffentlicht am 29.06.2021

Gute Fortführung der Reihe

Die Insel der Wünsche - Gezeiten des Glücks
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"Die Insel der Wünsche - Gezeiten des Glücks" ist der zweite Band der Reihe der Helgoland Saga von Anna Jessen aus dem Goldmann Verlag.

Helgoland 1899: Tine Tiedkens steht nach dem Tod ihres Mannes und ...

"Die Insel der Wünsche - Gezeiten des Glücks" ist der zweite Band der Reihe der Helgoland Saga von Anna Jessen aus dem Goldmann Verlag.

Helgoland 1899: Tine Tiedkens steht nach dem Tod ihres Mannes und dem Bankrott des Hotels vor ungeahnten Schwierigkeiten. Für ihre Tochter Jette (Henriette) nimmt sie alle Kraft zusammen und findet bei ihrer Schwester Friderike ein Zuhause und im Blumenladen Arbeit. Aber Helgolands Glanz als Urlaubsinsel schwindet, denn die Insel gilt militärisch als strategisch wichtig und wird zu einer Seefestung. Die Schwierigkeiten gehen weiter.

Nachdem ich den ersten Band der Reihe überschwänglich gelobt habe, bin ich von der Fortsetzung nicht ganz so überzeugt. Die persönliche Entwicklung der Figuren ist Anna Jessen weiterhin gut gelungen, sie müssen sich alle mit den Veränderungen auf Helgoland arrangieren. Das Setting der Insel wird glaubhaft beschrieben, genau so stellt man sich die Insel in dieser Zeit mit militärischer Präsenz vor. Mit dem Ersten Weltkrieg verändert sich das Leben der Insulaner auf viele Weise, die Zeit wird entbehrungsreich und mit einschneidenden Veränderungen. Der Glanz als Urlaubsinsel ist vorbei.

Rein vom Erzählstil her liest sich der Roman wunderbar flüssig und mit vielen bildhaften Beschreibungen, insgesamt gibt es aber einige sehr ausführlich beschriebene Szenen, die etwas langatmig wirken und meinen Lesefluß gestört haben.
Tine ist eine starke Person, die ihr Leben trotz einiger Schicksalsschläge gemeistert hat. Bei ihr wechseln sich ständig Glück und Leid ab, sodaß man den Eindruck hat, hier schlägt das Schicksal besonders grausam zu. Es liegt eine gewisse Melancholie über dieser Geschichte, die zusätzlich noch durch die Gräuel des Ersten Weltkriegs aufkommen.

Insgesamt gab es einige Phasen, die zeitlich übersprungen wurden und die Entwicklung wurde ziemlich vorangetrieben. Dafür gab es aber auch Szenen, die sehr ausführlich abgehandelt wurden und diese Diskrepanz hat mich gestört. Dafür behält der Roman aber seinen unterhaltsamen Charakter und ich habe die Figuren gerne bei ihren Erlebnissen begleitet. Ein wenig mehr Spannungsmomente und emotionale Tiefe hätte ich mir aber gewünscht.

An den starken Auftakt kann dieser Band nicht heranreichen, er zeigt einige Schwächen und kommt auch etwas düster daher. Für Fans der Reihe aber durchaus eine interessante Weiterentwicklung.

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Veröffentlicht am 28.06.2021

Eine prickelnde Liebesgeschichte unter der Mitternachtssonne

Sommernachtssehnsucht - Eine Islandliebe
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"Sommernachtssehnsucht" ist der neue Roman von Autorin Karin Lindberg/Karin Baldvinsson, er erscheint im Zeilenfluß Verlag.

Die Isländerin Violetta kehrt zur Hochzeit ihrer Schwester in ihre Heimat ...

"Sommernachtssehnsucht" ist der neue Roman von Autorin Karin Lindberg/Karin Baldvinsson, er erscheint im Zeilenfluß Verlag.

Die Isländerin Violetta kehrt zur Hochzeit ihrer Schwester in ihre Heimat zurück. Dort läuft ihr immer wieder der attraktive Hákon über den Weg, der sie anfangs mit seiner arroganten Art aufregt und für den sie dann aber immer mehr Gefühle entwickelt.

In diesem Liebesroman geht vor der isländischen Kulisse hauptsächlich um die Gedanken und Gefühlsdarstellung von Vio und Hákon, zwischen ihnen knistert es gewaltig, doch beide haben noch einige Geheimnisse voreinander, die erst geklärt werden müssen. Besonders das gegenseitige Vertrauen muss sich zunächst einmal entwickeln.

Zum Erzählstil muss ich sagen, er ist einfach, locker und flüssig und lässt sich schnell weglesen. Die Figuren sind von ihrem Äußeren her erkennbar beschrieben, sie wirken normal und die Dialoge sind alltagstauglich, gehen aber nicht sehr in die Tiefe. Doch das will dieses Buch wohl auch gar nicht, es zeigt viel eher die Entwicklung einer (vorhersehbaren) Liebesbeziehung, die nach einigem Hin und Her und mit in allen Einzelheiten beschriebenen verschiedenen Liebesszenen auch glücklich endet. Wer so eine leichte Lektüre mit Gefühlsszenen sucht, dem rate ich zu, es ist genau das Passende für einen warmen Sommertag im Liegestuhl. Ich hatte mir etwas mehr Tiefgang erwartet oder wenigstens ein paar aufregende Erlebnisse, die dem Ganzen etwas mehr Spannung verliehen hätten.

Als Hintergrundkulisse hat mir das isländische Setting gut gefallen, die Atmosphäre der Landschaft ist spürbar und man stellt sich das Whalewatching gerne vor und träumt sich dorthin.


Eine prickelnde Liebesgeschichte mit Islandflair zum Weglesen.

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