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Veröffentlicht am 02.05.2020

Wunderbar beschwingter Frauenroman mit Hochzeitsflair und ernsten Lebensfragen

Die Mitte ist ein guter Anfang
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Franka Blooms Roman "Die Mitte ist ein guter Anfang" erscheint im Rowohlt Verlag.

Eva und Arne sind seit über 20 Jahren ein Paar, sie haben eine gemeinsame Tochter und führen auch unverheiratet eine ...

Franka Blooms Roman "Die Mitte ist ein guter Anfang" erscheint im Rowohlt Verlag.

Eva und Arne sind seit über 20 Jahren ein Paar, sie haben eine gemeinsame Tochter und führen auch unverheiratet eine glückliche Beziehung. Als Arne Eva einen Heiratsantrag macht, fragt sie sich nach dem plötzlichen Sinneswandel, steckt etwa eine Affäre dahinter? Und warum sollte sie jetzt mit fast 50 noch heiraten, nur für einen schicken Ring? Sie beginnt ihr ganzes Leben zu hinterfragen. Was will sie wirklich?



Dieser Roman führt uns sehr lebendig und realistisch das Leben von Mittvierzigerinnen vor Augen, er umfasst all die Problemen von Menopause, Beziehungsstress, Trennungen. Liebesfragen und Sorgen um Kinder und Eltern. Die liebenswürdige Protagonistin Eva nimmt uns mit in ihr Leben und in einen wahren Organisationswahnsinn einer Hochzeit, ja, sie nimmt den Antrag von Arne an. Und um die Kompliziertheit der Situation zu verdeutlichen, sie sagt auch wieder ab. Wie es am Ende des Buches um den Beziehungsstand steht, verrate ich mal lieber nicht.



Auf alle Fälle bringt Franka Bloom mit ihrem flotten Erzählstil und lebensnahen Figuren frischen Wind und jede Menge Trubel und Widrigkeiten in ihre Geschichte, die sich als wunderbare Unterhaltung leicht und beschwingt wegliest. Ich habe die zahlreichen Ausflüge in die Brautsalons genossen, habe die Planung der Feier miterlebt und konnte mitfühlen, wie die Sorgen um die Eltern Eva umtreiben und habe verstanden, warum sie sich so unsicher in dieser Ehefrage ist.

Das Buch regt mich dazu an, auch mein Leben mit seinen Facetten zu überdenken. Was braucht man wirklich im Leben, welche Ziele gilt es zu hinterfragen und wie findet man zu sich selbst? Franka Bloom gibt mit ihren lebensnah geschilderten Charakteren einige Beispiele an die Hand und man erkennt dabei auch die Erwartungen, die diese Personen an Eva stellen oder aber ihre Unterstützung in manchen Lebensfragen. Dies ist eine abwechslungsreiche Story, in der Eva einiges Unvorhergesehene erlebt, ausprobiert und sich über ihre Gefühle klar wird. Wenn man auch nach langer Partnerschaft noch heiraten will, warum nicht? Es muss nur passen.


Neben einem eindeutigen Unterhaltungswert zeigt der Roman auch Frauenthemen auf, die tiefer gehen und damit spricht die Autorin vielen Frauen über 40 aus der Seele.

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Veröffentlicht am 01.05.2020

Wie gewohnt heiter, mörderisch und herrlich skurril!

Leichen, die auf Kühe starren
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"Leichen, die auf Kühe starren" ist ein Alpenkrimi von Tatjana Kruse, der im Haymon Verlag erscheint.

Fünf absolut unspektakuläre Kleinstadtpiefkes mischen das Tiroler Ambiente in Kitzbühel auf, sie ...

"Leichen, die auf Kühe starren" ist ein Alpenkrimi von Tatjana Kruse, der im Haymon Verlag erscheint.

Fünf absolut unspektakuläre Kleinstadtpiefkes mischen das Tiroler Ambiente in Kitzbühel auf, sie sind Fans von Hansi Hinterseer und machen einen Männerausflug. Sie nehmen Irina, eine zufällige Frauenbekanntschaft aus menschlichem Mitgefühl mit in ihre Ferienwohnung, es ist allerdings eine Frau, die mit allen kriminellen Wasser gewaschen ist, weil Witwe eines russischen Oligarchen. Genau sie gibt dem Zimmermädchen Leo einen sattlich bezahlten Job, doch warum? Hat sie etwas mit den Leichen in Kitzbühel zu tun?

"Alles Gute kommt von oben. Heißt es. Ist aber gelogen. Und das betrifft nicht nur Vogelkot..." Zitat Seite 220

Dieser Alpenkrimi führt uns in die Idylle der Kitzbüheler Alpen oder das, was man darunter versteht. Denn genauer betrachtet gibt es hier Reiche, Schöne, Tote und Ganoven, Idylle ist anders. Der schwarze Humor und die kleinen Seitenhiebe von Tatjana Kruse sind schon eine besondere schreibtechnische Gabe, die die Autorin perfekt beherrscht. In diesem Fall findet die Gabe als eine regelrechte Kitzbüheler Gaudi statt, die mich amüsiert und gut unterhalten hat. Gut gelungen sind auch die Kapitelüberschriften, die Wortspielchen und vielen Einfälle, wie man Worte in andere Zusammenhänge bringen kann. Schon mal etwas von Schildkrötentollwut gehört oder von einer weiblichen Version von James Bond? Gibt es alles hier im Buch.

Außergewöhnlich ist auch, wie hier verschiedene Leichenteile Stück für Stück und gut verteilt in der Handlung auftauchen, da kann man schon mal an eine Schnitzeljagd denken. Apropos Schnitzel, auch eine Kuh namens Barbarella hat hier ihren großen Auftritt. Ja, auch in der Namenswahl zeigt sich die Autorin wie immer sehr flexibel und einfallsreich.

Die Ermittlungen durch Inspektor Hugo Köttel und die betagte, aber topfitte Agentin Grizelda Obermoser sind zielgerichtet und laufen erkennbar als roter Faden der Rahmenhandlung ab. Viel mehr interessieren aber die unterschiedlichen Figuren mit ihren skurrilen Eigenarten und davon gibt es eine Menge. Die Schlagermusik von Hansi H. empfinde ich persönlich als etwas grenzwertig, glücklicherweise ist das Buch aber kein musikalisches Hörbuch und so kann ich munter der Fangruppe und ihrem merkwürdigen Auftrag folgen. Zum Flair der Gegend passt die Musik ja auch und

Dieser Krimi ist anders als alle Alpenkrimis und außergewöhnlich dadurch, dass Tatjana Kruse mal wieder ihren Spitzfindigkeiten und mörderischen Gedanken freien Lauf gelassen und hier eine besondere Story gezaubert hat.

Wer die Alpenländische Region und schwarzen Humor mag und keine Angst vor gesägten Leichenteilen hat, findet hier eine mörderische Lektüre vor. Heiter, skurril und gewohnt mörderisch schießt Tatjana Kruse ihre Spitzen ab, es ist fast wie eine Schnitzeljagd.

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Veröffentlicht am 30.04.2020

Ein echter Vorlesespaß mit Abenteuern im Fabelwald

Max und Mux und der Riesenwunschpilz
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Im Boje Verlag erscheint das Kinderbuch "Max und Mux und der Riesenwunschpilz" von Sven Maria Schröder. Die Altersempfehlung liegt bei vier bis sechs Jahren.

Am Rand des Fabelwaldes, in dem es auch Riesen ...

Im Boje Verlag erscheint das Kinderbuch "Max und Mux und der Riesenwunschpilz" von Sven Maria Schröder. Die Altersempfehlung liegt bei vier bis sechs Jahren.

Am Rand des Fabelwaldes, in dem es auch Riesen gibt, wohnen die Freunde Max und Mux nebeneinander in ihren Baumhäusern. Sie sind beste Freunde und verbringen viel Zeit miteinander, sie spielen Federball, gehen Angeln oder kochen gemeinsam. Als ihnen ein geheimnisvolles Pilzbuch in die Hände fällt, packen sie ihre Rucksäcke und machen sie sich auf die Suche nach einem ganz besonderen Wunschpilz.


Max und Mux führen ein schönes, angenehmes Leben, sie wohnen in tollen Baumhäusern und jeder hat sein eigenes Haustier. Beim Angeln fällt ihnen auf, dass sie immer nur alten Kram finden und das ist auf Dauer auch langweilig. Ein richtiger Schatz wäre toll! Sie beschließen, den Fund des geheimnisvollen Pilzbuches zum Anlaß zu nehmen, um den Riesenwunschpilz zu suchen. Ein Abenteuer ist das auf jeden Fall, denn sie müssen durch das Gebirge, in dem Riesen leben.

In 8 Kapiteln begleiten wir Max und Mux auf ihrer abenteuerliche Suche durch den Fabelwald. Es ist eine große Freude, die liebevoll gemalten Bilder anzusehen, die farbenfroh und mit vielen kleinen Details versehen sind. Auf dieser Reise gilt es einige Abenteuer zu bestehen, so führt ihr Weg durch ein Waldlabyrinth, in dem der schreckliche Krawuschel lebt. Und am Ende begegnen sie wirklich echten Riesen.


In diesem großformatigen Bilderbuch verlocken die wunderschönen Zeichnungen zum Anschauen und die kurzen Texte erklären kindgerecht eine nette Geschichte. Es geht in die Natur, dreht sich um Pilze, Wald und viele Tiere. Der Inhalt zeigt, wie wichtig echte Freundschaft ist und dass man gemeinsam einiges erreichen kann. Denn zusammen fällt es leichter, seine Angst zu überwinden.

Der Ausflug in den Fabelwald erweckt mit seinen zauberhaften Bildern nicht nur die kindliche Fantasie zum Leben. Viel mehr entdecken Kinder, dass Ängste mit Freunden gar nicht so schlimm sind und man gemeinsam einige Ziele erreichen kann. Auch Erwachsene werden von dieser Geschichte begeistert sein und vielleicht mal wieder mit den Kindern einen Spaziergang im Wald unternehmen.


Dieser tolle Vorlesespaß im Fabelwald ist wie eine kleine Abenteuerreise und sorgt für gute Laune. Die Aussicht auf eine weitere Geschichte dieser beiden Wichte freut uns sehr.

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Veröffentlicht am 24.04.2020

Die spannende Jagd nach dem Dämon geht weiter

Portugiesische Wahrheit
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Der Krimi "Portugiesische Wahrheit" ist der fünfte Band von Autor Luis Sellano um Henrik Falkner, die Reihe erscheint im Heyne Verlag.

Es ist ein heißer Sommer in Lissabon, doch die Gäste des Hotel Oriente ...

Der Krimi "Portugiesische Wahrheit" ist der fünfte Band von Autor Luis Sellano um Henrik Falkner, die Reihe erscheint im Heyne Verlag.

Es ist ein heißer Sommer in Lissabon, doch die Gäste des Hotel Oriente können den Swimmingpool nicht benutzen. Bei Ausbesserungsarbeiten wurde eine vor 25 Jahren einbetonierte Leiche gefunden. Henrik Falkner bekommt Wind von dem Fall als er im Hotel seine Mutter aufsucht. Natürlich beginnt er sofort mit den Ermittlungen und findet Hinweise im Antiquariat.

Die Portugiesische Wahrheit hat mich durch die geschickten Verknüpfungen des Falls und der beteiligten Personen hervorragend unterhalten. Für Neueinsteiger der Reihe könnte es schwer werden, die genauen Personenkonstellationen zu durchschauen, daher empfehle ich beim Lesen das Einhalten der Reihenfolge der Bände.

In jedem Band werden weitere Geheimnisse um den verstorbenen Freund von Henriks Onkel Martin gelüftet, er pflegte Verbindungen zu einem Adeligen, der von Henrik als Dämon oder "Mann ohne Nabel" genannt wird. Ihn macht Henrik für den Tod seines Onkels verantwortlich.

Auch in diesem Buch begleiten wir bekannte Nebenfiguren wie die Polizistin Helena und Pater Bruno, die bei den Ermittlungen involviert sind. Doch auch Henriks Mutter ist dieses Mal in Lissabon, sie steigt im edlen Hotel Oriente ab und befindet sich damit direkt am Fundort einer Leiche, was für Henrik natürlich sofort untersucht wird. Die Beziehung zu seiner Mutter Simone ist nicht die herzlichste, doch wir erleben, wie sich beide annähern. Simone will sogar in das marode Haus Martins investieren, denn ihr wird klar, dass Henrik dieses Erbe weiterführen möchte.

Der Leichenfund hängt mit einem Wasserreservoir in der Westsahara zusammen, nicht nur in Marokko spekuliert man auf diesen Schatz und diese Erkenntnis gewinnt Henrik, wie sollte es anders sein, aus einer alten Karte aus Martins Antiquariat. Er verfolgt die kriminellen Machenschaften, die dahinter stecken und auch aus Profitgier von höherer Ebene heraus beobachtet wird.

Erneut mischt Henrik sich in bestimmte Kreise, deshalb erleidet er auf seinen Verfolgungen auch einige gewalttätige Übergriffe von Arabern und einem Söldner, der eine ganz besondere Rolle spielt. Doch egal wie schwer die Blessuren auch sein mögen, Henrik übersteht alle Angriffe wie Phoenix aus der Asche. Das macht ihn etwas sehr heldenhaft, aber es passt auch zu seiner Figur als Protagonist.

Es wird wieder sehr spannend, wie die Szene beim unerlaubten Zutritt in ein Gebäude mit Pater Bruno beweist. Man darf gespannt sein auf das Zusammensetzen der Puzzlesteinchen, die Henrik dieses Mal in Form von alten Landkarten und Azulejos im Antiquariat findet. Trotzdem besteht weiterhin reichlich Lokalkolorit, das zur Unterhaltung beiträgt und uns Lissabon und die Bewohner näher bringt.

Henrik nähert sich mit jedem Band der Reihe immer mehr der Figur seines Onkels und dessen Freund João an.



Ein interessanter und fesselnder Band der Reihe, der mit gefährlicher Ermittlung und schönem Urlaubsflair glänzen kann.

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Veröffentlicht am 22.04.2020

Spannende Motivation für Leseanfänger

Fünf Freunde erforschen die Schatzinsel
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Dieser Band dient dem ersten Kennenlernen der 5 Freunde. Die Geschwister Anne und ihre Brüder Richard und Julius verbringen ihre Sommerferien bei ihrem Onkel und Tante und ihrer Cousine Georgina. Sie raufen ...

Dieser Band dient dem ersten Kennenlernen der 5 Freunde. Die Geschwister Anne und ihre Brüder Richard und Julius verbringen ihre Sommerferien bei ihrem Onkel und Tante und ihrer Cousine Georgina. Sie raufen sich nach einiger Zeit zusammen und sind beste Freunde. Dazu gehört auch Timmy, der Hund von Georg. Der Familie gehört eine geheimnisvolle Felseninsel mit einer alten Ruine. Die Kinder entdecken auf einem Schiffwrack eine Art Schatzkarte, die zu einem Goldversteck auf der Insel führt. Leider kennen auch zwei Betrüger die Hintergründe des Goldschatzes und versuchen, sich diesen Schatz zu ergaunern. Doch da haben sie die Rechnung ohne die Fünf Freunde gemacht.


In diesem Buch zeigt die Autorin wie Kinder wunderbare und abenteuerliche Sommerferien erleben. Sie lässt sie gemeinsam spielen, rudern und schwimmen und ein altes Verlies und Schiffswrack entdecken, ja sogar nach Schätzen und Geheimgängen suchen. Am Ende begegnen die Kinder auf der Suche nach dem Schatz sogar echten Betrügern und können ohne Hilfe von Erwachsenen und nur dank ihrer guten Zusammenarbeit den Fall am Ende positiv abschließen.

In diesem Abenteuer sind Kinder die wahren Helden, und die Leser haben Spaß daran, sich mit den Figuren im Buch zu identifizieren.
Auch wenn diese Bücher schon so alt sind, packen die Geheimnisse auch heute noch.


Abenteuerliche Sommerferien wünscht sich jedes Kind und hier kommt noch der Zusammenhalt der Clique und der Sieg über die Verbrecher dazu. So träumen sich Kinder gern zu Helden.

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