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Veröffentlicht am 24.09.2018

Dieser Roman verbreitet schon jetzt weihnachtliche Vorfreude

Das wunderbare Wollparadies
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Mit der Forsetzung dieser Reihe geht es weiter mit den liebgewonnenen Charakteren aus der Valerie Lane, wir lernen in diesem Band Susan näher kennen. Bisher war auch sie stets bei den gemütlichen Mittwochtreffen ...

Mit der Forsetzung dieser Reihe geht es weiter mit den liebgewonnenen Charakteren aus der Valerie Lane, wir lernen in diesem Band Susan näher kennen. Bisher war auch sie stets bei den gemütlichen Mittwochtreffen dabei, wo die Freundinnen gemeinsam handarbeiten und sich austauschen, wenn Laurie ihre besonderen Tees ausschenkt und Keira mit ihren köstlichen Pralinen überrascht.

Der Winter hält Einzug in der Valerie Lane, der Verkauf von Wolle und Selbstgestricktem läuft gut und man fühlt selbst eine wohlige Wärme beim Lesen der Geschichte. Denn Susan hat ein großes Herz, hilft Bedürftigen, spendet und bringt sich ein, wo sie nur kann. So gibt sie auch Charlotte eine berufliche Chance, sie möchte endlich die Trennung von ihrem Mann hinter sich bringen und braucht dazu ein Einkommen, um ihre Kinder versorgen zu können.

Dieser Roman versprüht neben etwas Romantik und weihnachtlicher Stimmung einen besonderen Charme, der gut in diese Zeit passt. Hier geht es um Hilfsbedürftige, die sich in Suppenküchen aufwärmen und versorgen und um Menschen, die für die Sicherung ihrer Existenz wieder beruflich Fuss fassen müssen.

Susan ist ein ausgesprochener Gutmensch, man gewinnt sie einfach lieb. Ihre Vergangenheit birgt ein trauriges Ereignis, das ihr auch heute noch stark zusetzt. Doch sie lässt sich nicht unterkriegen, sieht ihren kleinen Wollladen als glückliche Fügung an und wird im Verlauf der Geschichte auch offener für eine neue Beziehung. Dabei geht es nicht ohne Probleme und Susans Geheimnis sorgt für traurige Momente, dennoch gibt es ein glückliches Ende.

Wir erleben den wunderschönen Weihnachtsmarkt in der Valerie Lane, erhalten auch ein paar weihnachtlich anmutende Rezepte und erfahren wie es den Freundinnen inzwischen ergangen ist. Laurie erwartet ihr erstes Kind und entwickelt Nestbautriebe, sie und Barry haben sich im ersten Band gefunden und auch Keira und Ruby sind glücklich mit ihren Partnern.

Ich konnte wieder mit den Freundinnen gemeinsam in ihre Straße abtauchen und habe mich dort schon etwas in weihnachtlicher Vorfreude gefühlt. Diese Romanreihe sorgt mit ihrem Wohlfühleffekt für unterhaltsame Lesezeit und passt wunderbar als weihnachtlicher Stimmungsmacher.

Einen kleinen Kritikpunkt muss ich dennoch aufführen. Es ist schön, wie hier Wohltätigkeit mit vollen Händen verschenkt wird, das macht auch den Leser zufrieden. Realistisch betrachtet wird ein Handarbeitsladen aber kaum genügend Geld abwerfen, um Spenden und eine zusätzliche Arbeitskraft finanzierbar zu machen.

Auch dieses Mal hat mir Manuela Inusas neuer Roman wieder gut gefallen und ich wurde einfach gut unterhalten.



Dieser Roman ist wieder ein echtes Wohlfühlbuch, macht Lust auf ein neues Strickzeug und lässt Weihnachten näher rücken. Hier wird jetzt schon winterliche Vorfreude verbreitet.

Veröffentlicht am 23.09.2018

Ein ganz besonderes Schatzkästlein für die Winterzeit

Winter
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Wenn die ersten Herbststürme über das Land gehen, die Blätter fallen und sogar die ersten Schneeflocken herniederschweben, ist die richtige Zeit für gemeinsame Lesenachmittage mit der ganzen Familie auf ...

Wenn die ersten Herbststürme über das Land gehen, die Blätter fallen und sogar die ersten Schneeflocken herniederschweben, ist die richtige Zeit für gemeinsame Lesenachmittage mit der ganzen Familie auf dem Sofa. Dieses Buch bringt ein Menge an unterhaltsamen alten und neuen Märchen und Geschichten mit, sowie Gedichte und Rezepte, die auf diese Jahreszeit einstimmen. So macht die stille Zeit des Jahres Spaß und die Vorfreude auf das Weihnachtsfest wächst.


Dieses Hausbuch ist ein wahrer Schatz für die ganze Familie. Neben bekannten klassischen Geschichten und Märchen enthält es auch moderne Erzählungen. Man darf sich in die eisige Welt von "Die Schneekönigin" und "Väterchen Frost" entführen lassen oder die Märchenklassiker von den Gebrüdern Grimm (Frau Holle) oder Hans Christian Andersen (Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern) verfolgen. Auch namhafte Dichter wie Christian Morgenstern, Erich Kästner und Goethe sind mit Gedichten vertreten, sie wechseln sich mit zeitgenössischen Autoren wie Tilde Michels und Ursula Wölfel ab.


Es ist ein bezaubend illustriertes Schatzkästlein mit großem Unterhaltungswert für die schönste Zeit des Jahres. Hiermit kann man stimmungsvoll die Winterzeit bis Weihnachten füllen und die Vorfreude täglich ein wenig steigern. Die Bilder von Lisa Manneh passen wunderbar zu den einzelnen Beiträgen und sind von ausdruckstarker, besonders schöner Wirkung, die man gerne betrachtet.


Lieder zur Weihnachteszeit animieren zum gemeinsamen Singen und allerlei Brauchtum wird vorgestellt und zeigt die Möglichkeiten zur eigenen Freizeitgestaltung mit der Familie auf.




Außergewöhnlich schönes Buch und ein vielseitiger Stimmungsmacher für die ganze Familie in der Winterzeit.


Veröffentlicht am 21.09.2018

Ein fesselnder historischer Roman über Fotografie und Weberhandwerk

Die Fotografin - Am Anfang des Weges
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Württemberg 1911: Minna Reventlow, genannt Mimi, ist nicht wie die Frauen ihrer Zeit. Mimi reist als Fotografin durch das Land und möchte mit ihren Fotografien Menschen erfreuen und ihnen Schönheit schenken. ...

Württemberg 1911: Minna Reventlow, genannt Mimi, ist nicht wie die Frauen ihrer Zeit. Mimi reist als Fotografin durch das Land und möchte mit ihren Fotografien Menschen erfreuen und ihnen Schönheit schenken. Durch ihren Onkel Josef hat sie Gefallen an der Fotografie gefunden. Als er sehr krank ist, bleibt sie bei ihm, um ihn zu pflegen. Im kleinen Leinenweberdorf Laichingen übernimmt sie sein Fotoatelier. Die Dorfbewohner können mit ihrem Freigeist nicht viel anfangen und sie missbilligen Frauen im Berufsleben und lehnen ihre künstlerische Darstellung von Personen regelrecht ab. Wird Mimi ihren Weg machen, wird sie Freunde finden und im Dorf akzeptiert werden?


In diesem Roman führt uns Petra Durst-Benning in die Geschichte der Fotografie zurück. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gehörte das Familienbild als Erinnerung an die Taufe oder Konfirmation in vielen Familien dazu. Erst danach entwickelte sich ein anderes Verständnis für künstlerische Darstellungen oder normales Alltagsgeschehen. Die Postkarten kamen auf und auch für Werbezweicke wurde die Fotografie ein entscheidender Faktor.


Mit Mimi begleiten wir eine kluge, mutige junge Frau durch die Geschichte, sie ist eine Vorreiterin der emanzipierten Frau, denn sie entscheidet sich gegen eine Heirat und für ihre Selbstverwirklichung als Fotografin. Zu ihrer Zeit eine ungängige Rolle, Frauen waren im Berufsleben eher Handlanger und durften allenfalls Heimarbeiten als Näherin erstellen oder andersweitig zuarbeiten.

Ansonsten war die Frau für Haushalt, Landwirtschaft und Kinder zuständig, was bei den armen Weberhaushalten aber zusätzlich mit reichlich Stickereiarbeiten als Zubrot mindestens für einen 18-Stunden-Tag sorgte. Die aufkommende Industrialisierung mit Webstühlen war harte Arbeit, brachte nicht viel Geld ein und so war Armut vorprogrammiert. Wer aus einer Weberfamilie kam, wurde ebenfalls Weber, viele andere Verdienstmöglichkeiten gab es nicht.

An historischen Romanen schätze ich es besonders, wenn die zeitlichen Hintergründe gelebt werden, die Story glaubwürdig erscheint und ich mit den Figuren regelrecht mitfiebern kann. All das bringt die Autorin in diesem Roman gekonnt zusammen und sorgt für fesselndes Kopfkino. Es ist bei der Geschichte selbstverständlich, dass böse Figuren auftreten, die den Guten ihr Leben schwer machen. Insgesamt sind die Charaktere sehr vielschichtig gezeichnet, die Lebenssituation der armen Weber wird deutlich gezeigt und das haucht der Geschichte echtes Leben ein.

Der Auftaktroman endet mit einigen Hoffnungen auf Veränderung der menschlichen Schicksale in der Leinenweberstadt.


"Die Fotografin" hat mich von Anfang bis zum Ende gefesselt. Wer historische Romane liebt, gern etwas über die Entwicklung der Fotografie erfahren möchte, der sollte dieses Buch lesen. Ich habe es verschlungen und freue mich schon auf die Weiterführung der Geschichte.

Veröffentlicht am 18.09.2018

Ein kriminell lohnenswertes Lesevergnügen mit Humor und Bayernfeeling.

Gschlamperte Verhältnisse
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In München gibt es gerade einige neue Kriminalfälle zu lösen. Eine männliche Leiche schwimmt in der Isar und drei Frauen verschwinden spurlos.
Die kühle Elke König befindet sich auf der Suche nach einem ...

In München gibt es gerade einige neue Kriminalfälle zu lösen. Eine männliche Leiche schwimmt in der Isar und drei Frauen verschwinden spurlos.
Die kühle Elke König befindet sich auf der Suche nach einem passenden Mann, doch wird das mit dem Online-Dating klappen?
Außerdem gibt es Funde von beinernen Schädelreliquien, die zugeordnet werden müssen und bei Charly Loessls neuem Haus sorgt ein Fund im Keller ebenfalls für Aufregung. Das sorgt bei Sofie für reichlich Arbeit und auch ihr Ex Kriminalhauptkommissar Joe Lederer ermittelt fleißig mit.

Auch in diesem Band gibt es ein Wiedersehen mit lieb gewonnen Figuren und es geht wie gewohnt unterhaltsam, lustig und recht spannend weiter. Der Humor kommt wie immer nicht zu kurz, die Handlung bringt kriminalistische Ermittlungen ein, die sich gewaschen haben. Hier werden Hintergründe aufgedeckt, die mit religiösen Reliquien, einer Vergiftung und anderen Überraschungen in Verbindung stehen und so für ungewöhnliche Themen sorgen.


Es ist Frühsommer und deswegen liegt Liebe in der Luft. Sofie ist hin und hergerissen zwischen ihrem Ex Joe und Charly. Wird sie sich nun für einen von beiden entscheiden oder gibt es einfach keine feste Beziehung für sie? Sogar die sonst so kühle Elke Falk hat Sehnsucht nach einem Partner. Es gibt jemanden, der ihr Herz höher schlagen lässt, mehr möchte ich dazu nicht sagen.

Sofie hat reichlich Arbeit und der Konkurrenzkampf zwischen Joe und Charly bricht von neuem los. Es gibt eine Wohnungssituation, die beide Männer vor einige Schwierigkeiten stellt, denn sie müssen miteinander auskommen. Das ist gar nicht so leicht, wenn die Eifersucht beide umtreibt.


Der Spannungsbogen wird durch die unterhaltsamen Elemente etwas abgeschwächt, man ist trotzdem bis zum Schluss auf die Auflösung gespannt. Die Tatverdächtigen gibt es gleich mehrfach, man kann munter mitraten, wer hier sein kriminelles Spiel treibt.

Mal wieder hat mich der Sprachstil des Autorenduos regelrecht mitgerissen. Sie schreiben wie aus einem Guss und sorgen nicht nur für betroffene Gefühle bei den grausigen Leichenfunden, sondern auch für absolute Situationskomik, wenn man Sofies und Elkes Sichtweise und Gedanken folgt oder andere Bemerkungen in Dialogen liest. Hier wird gelästert, das es eine wahre Freude ist. Und schlampig geht es auch zu.


Durch die Beschreibung der landschaftlich schönen Umgebung und auch die Einbindung des ziemlich verständlichen bairischen Dialektes fühlt man sich als Leser mitten in Bayern und die gute Küche von Tante Vroni unterstützt diesen Eindruck noch zusätzlich. So fühlt man sich den Figuren sehr nahe und ist bei den Ermittlungen und Vorkommnissen gleich mittendrin.

Als Fan dieser Reihe kann ich meine volle Empfehlung für diesen locker geschriebenen und humorvollen Krimi geben. Wer die Reihe noch nicht kennt, wird auch als Quereinsteiger keine großen Probleme haben.


Dieser 5. Fall bietet ein sehr angenehmes Lesevergnügen mit sympathischen Charakteren und fesselt mit logisch aufgezogener Krimispannung.

Veröffentlicht am 17.09.2018

Der vorläufige Abschluss einer Reihe

Vergebung
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Auch in diesem Band lässt der Autor politische und gesellschaftskritische Themen in seine Geschichte einfließen und sorgt damit für Aktualität und Tiefgang seines Thrillers. Man wird unweigerlich an Probleme ...

Auch in diesem Band lässt der Autor politische und gesellschaftskritische Themen in seine Geschichte einfließen und sorgt damit für Aktualität und Tiefgang seines Thrillers. Man wird unweigerlich an Probleme herangeführt, die weit über die eigentliche Handlung hinausgehen.

Es ist ein Thriller, bei dem man hinter die Fassade von Gut und Böse schauen kann. Salander wird als Tatverdächtige in einem Mordfall von der Ermittlerin zur Angeklagten. Nun liegt es an Mikael, ihre Verteidigung zu übernehmen. Es wird spannend und zuweilen verwischen die Grenzen zwischen Schuld und Unschuld.

Stieg Larsson lässt sich Zeit, Dinge zu beschreiben. Immerhin hat das Werk insgesamt 847 Seiten, da muss nichts übereilt erzählt werden. Es geht auch um das Alltägliche, das jeder Leser kennt, deshalb bekommt der Thriller auch einen realistischen Anstrich. Es geht um politische Machtkämpfe, um Korruption und um paranoide Personen, die Gewalt ausüben. Dieser Mix ist gefährlich und es wundert kaum, dass gerade Lisbeth hier im Mittelpunkt steht.

Die Einblicke in die Psyche des erbarmungslosen Mörders gelingt dem Autor auf beunruhigende, aber damit auch überzeugende Weise. Man erfährt von Lisbeths Vergangenheit, von ihrem Geheimnis, das sie zu der Person gemacht hat, die sie jetzt ist. Jetzt erst versteht man die Gründe für ihre unfreundliche, abweisende und unsoziale Art. Wie sie durch die erlittenen seelischen wie körperlichen Verletzungen innerlich reifte und zu einer mutigen Frau wurde, wird erst jetzt richtig klar. Sie ist ein ganz besonderer Charakter, den man nicht wirklich mögen, aber auch nicht komplett hassen kann.


Mikael ist in diesem Band der kompromisslose Retter, denn er hält zu Lisbeth und kämpft für ihre Freiheit und für die Gerechtigkeit. Und das obwohl sich Lisbeth mit aller Kraft dagegen wehrt. Das außergewöhnlichste Ermittlerpaar steht hier vor ihrer größten Aufgabe.

Die Spannung ist wie immer gewohnt fesselnd und auf typischen Stieg-Larsson-Niveau. Es ist das besondere Etwas, das in Larssons Thrillern anzieht und verstört.
Der dritte Teil dieser Reihe sollte kein Abschluß sein, der Autor verstarb leider im Jahre 2004 und dieses Werk wurde posthum veröffentlicht.


Stieg Larsson ist einer der ganz großen Thrillerautoren und hat sich auch in diesem Buch wieder bewiesen.