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Veröffentlicht am 13.04.2018

Nicht mein Fall

Britt-Marie war hier
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Auch wenn dieser Roman als Sonnenscheingeschichte ausgelobt wird, kann ich mich dem nicht anschließen.

Fredrik Backman schreibt in seinen Büchern stets über spezielle Charaktere, die ein wenig seltsam ...

Auch wenn dieser Roman als Sonnenscheingeschichte ausgelobt wird, kann ich mich dem nicht anschließen.

Fredrik Backman schreibt in seinen Büchern stets über spezielle Charaktere, die ein wenig seltsam anmuten und so ihre besonderen Macken haben. So erfindet er mit Britt-Marie eine pingelige, korrekte ältere Dame, die einem Putzteufel gleich durch das Buch geistert.
Auch wenn ich von ihr im wahren Leben doch genervt wäre, konnte ich mich ihr im Buch etwas annähern. Denn ich fühlte, wie sehr sie in ihrem Leben eine eigenverantwortliche Selbstverwirklichung vermisst hat. Als ihr die Traineraufgabe angeboten wird, greift sie zu. Mutig, denn von Fussball hat sie absolut keine Ahnung und so schlüpft sie in eine schwierige Rolle.
Nicht nur, dass ihr Fussball überhaupt nicht liegt, sondern auch die für sie fremde Umgebung mit lauten Kindern, unsauberen Verhältnissen und einer ungewohnten Mitbewohnerin stellt sie auf eine harte Probe.

Doch sie erkennt, dass in Borg durch die Finanzkrise den Bewohnern nicht mehr viel geblieben ist, außer ihrer Begeisterung für den Fussball. Langsam findet auch Britt-Marie Gefallen am Fussball und ihre bemutternde Art, wird ihr Rettungsanker. Sie wurschtelt sich mit Hilfe ihrer neuen Bekannten so durch, verliert auch ihre Putzwütigkeit etwas und man spürt den Wandel in ihr. Sie erkennt, was sie bisher im Leben vermisst hat und ist doch gefangen in alten gewohnten Mustern.

So weit, so gut!

Wenn mich die Geschichte auch interessiert hat, so fühlte ich mich durch den sehr einfachen Erzählstil an ein Jugendbuch erinnert. Die ewige Putzerei kam einer Zwangsneurose gleich und hat mich genervt, die Sprache ist mir zu sehr schlicht gefasst, die Dialoge klingen anspruchslos. Es gibt witzige Szenen und zum Ende versucht der Autor dem Ganzen z. B. durch die Erwähnung der Maslow´schen Bedürfnispyramide etwas mehr Tiefgang zu geben. Für mich hat dieser Roman 3 Sterne verdient.



Mit Britt-Marie erlebt man unerwartete Freundschaften, die sie auf ihrem Weg begleiten und etwas Schwung in ihr Leben bringen. Wie Menschen in ihren gewohnten Zwängen und Gewohnheiten gefangen sind, kann man hier gut nachempfinden.

Veröffentlicht am 13.04.2018

Rittergeschichte mit Sagenursprung modern und unterhaltsam umgesetzt!

König Laurin
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Theodor, der Sohn des großen Königs Dietrich, ist viel zu klein für sein Alter. Trotz Streckbank wird er nicht größer, das macht seinem Vater großen Kummer, denn so kann Theo kein echter Ritter werden.
Als ...

Theodor, der Sohn des großen Königs Dietrich, ist viel zu klein für sein Alter. Trotz Streckbank wird er nicht größer, das macht seinem Vater großen Kummer, denn so kann Theo kein echter Ritter werden.
Als Theo dem geheimnisvollen Zwergenkönig Laurin begegnet, merkt er bald, dass auch Kleine Großes vollbringen können. Als das Königreich in großer Gefahr ist, beweist Theodor Stärke...


"Unheil lag in der Luft. Es war tiefste Nacht. Blau-schwarze Gewitterwolken hatten sich an den Spitzen der Berge verfangen und immer weiter aufgetürmt. Der Wind heulte durch die Täler."


Was mit einen richtigen Gewitter beginnt, wird schliesslich ein tolles Kinderbuch, ein Heldenepos für Kinder, wo die Kleinen am Ende die Gewinner sind.

Ewig hört Theodor von seinem Vater, König Dietrich, wie klein er ist und dass nur Großes gut ist.
Auch sein Vetter Wittich ärgert ihn damit und deswegen nimmt Theodor die Toutur der Streckbank auf sich, doch trotz dieser Qualen wird er einfach nicht größer. Als er auf den in die bleichen Berge verbannten Zwergenkönig Laurin trifft, beginnt für ihn ein großes Abenteuer und Theo tritt zu seinem ersten Ritterturnier an.



Die Grundlage dieses tollen Kinderbuchs ist die Südtiroler Sage um den Zwergenkönig Laurin, der einst einen echten Rosengarten versteinert haben soll.

Das Buch liest sich locker und sehr unterhaltsam, es enthält kurze Kapitel in großer Schrift und eignet sich dadurch gut zum selber lesen. Der Text ist bildhaft und sehr lebendig und spricht die heutigen Kinder an, dazu werden einige Dinge, wie z. B. Container, Flyer und Allergie die keinesfalls zur Ritterzeit existierten, mit eingebaut.

Man kann als Kind sich gut in die Rolle des kleinen Theo einfühlen und wird so beim Lesen zum Held.
Die hintergründige Botschaft gefällt mir gut. Hier wird deutlich gezeigt, wie auch im Kleinen die größte Kraft liegen kann und es nicht immer auf Körpergröße und Kraft ankommt.

Ein unterhaltsames Kinderbuch auf der Grundlage einer Südtiroler Sagenfigur, das auch Kleine groß rauskommen lässt.

Veröffentlicht am 13.04.2018

Unterhaltsam geschriebener Amrumkrimi mit Inselflair

Jaspers letzter Flirt
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"Jaspers letzter Flirt" ist mal wieder ein Fall für die Kripo Wattenmeer. Dabei unterstützt Arne Zander seinen Kollegen Kuno Knudsen und ihre Zusammenarbeit passt perfekt. Gemeinsam machen sie sich auf ...

"Jaspers letzter Flirt" ist mal wieder ein Fall für die Kripo Wattenmeer. Dabei unterstützt Arne Zander seinen Kollegen Kuno Knudsen und ihre Zusammenarbeit passt perfekt. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem unbekannten Attentäter, der hinter dem notorischen Frauenhelden Jasper Erikson her ist. Dabei entdecken sie, dass Jasper die Steuerfahndung auf dem Hals hat und erfahren von seinen Frauengeschichten, die den ein oder anderen Ehemann verärgert haben könnten.

Ich bin seit Pfauenfedernmord Fan der Autorin und wieder schnell in die Geschichte eingetaucht. Die Handlung ist mit anschaulich beschriebenem Lokalkolorit untermalt, so bekommt man das Inselleben auf Amrum lebendig präsentiert und der Urlaubsneid wächst.

Die Charaktere sind vielfältig und der Erzählstil ist schön und sehr flüssig zu lesen. Besonders die Dialoge wirken sehr authentisch und gelungen. Die Frage nach dem Täter stellt sich schon früh, denn in einzelnen Szenen wird aus seiner Sicht erzählt. Man fragt sich die ganze Zeit, um wen es sich dabei wohl handeln könnte.



Der Spannungsbogen steigt mit jeder neuen kriminellen Tat, es gibt geschickt eingebaute Wechsel von Handlungsorten und Figuren, die die Situation der betroffenen Personen näher erklären und die unterschiedliche Motivlage darstellen. Leider hatte ich schon früh einen bestimmten Täter in Verdacht und lag richtig. Das hat mir etwas die Spannung genommen, die Lesefreude aber nicht wirklich getrübt.


Wer sich gern gedanklich auf die Urlaubsinsel Amrum in der Nordsee entführen lassen möchte und dabei einen unterhaltsamem Krimi folgen möchte, dem kann ich dieses Buch nur ans Herz legen.

Veröffentlicht am 13.04.2018

Ein absolut gelungener Thriller

Der Traummacher
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Bei diesem Thriller hat Max Bentow alle Register der Thrillerkunst gezogen. Im Prolog lässt er den Leser teilhaben an einem irren Ritt auf einer fahrenden S-Bahn zu dem Simona ihren Bekannten Luis überredet. ...

Bei diesem Thriller hat Max Bentow alle Register der Thrillerkunst gezogen. Im Prolog lässt er den Leser teilhaben an einem irren Ritt auf einer fahrenden S-Bahn zu dem Simona ihren Bekannten Luis überredet. Was geht in ihnen vor, dieses Wagnis erleben zu wollen? Dieses riskante Unterfangen überleben sie, kurz darauf stirbt die junge Frau jedoch an einem Herzfehler.
Für ihre Mutter ist dieser Tod ein Trauma und sie wird verfolgt von Simonas Bild und Stimme, begleitet von einem gräßlichen Höllenhund. Ist sie verrückt geworden oder sind das die Folgen ihres Traumas? Auch im weiteren Verlauf erscheint Simona ihrer Freundin Alina und Freund Luis. Was wird hier gespielt? Gibt es eine Doppelgängerin oder erliegt der Leser hier seiner Phantasie? Max Bentow versteht es zu verwirren und man irrt durch die erschaffene Traumwelt und liest gespannt weiter, um endlich die Lösung zu wissen.


Nils Trojan kann sich keinen Reim auf die schrecklichen Vorkommnisse machen. Es sind Drogen im Spiel, so viel ist schnell klar. Da der Leser durch die Beschreibungen der Personen und die verstörenden Situationen allerdings immer ein wenig mehr weiß als Trojan, macht man sich auf die Suche nach den verbindenden und erklärenden Elementen. Doch hier hat der Autor mit geschickten Andeutungen und das Auslassen von Informationen an den entscheidenden Stellen einen raffinierten Handlungsverlauf geschaffen, der wirklich beeindruckt.

Um welche Art von Täter handelt es sich hier und warum werden an den Opfern grausame Bissspuren gefunden?

Trojan hat gerade auch private Probleme, seine Tochter Emily und seine Freundin Jana haben sich von ihm zurückgezogen und das macht ihm sehr zu schaffen.

Man befindet sich beim Lesen in einer traumatischen, unwirklichen Blase, einem Albtraum mit rätselhaften Ursachen und hat Mühe, Wahrheit und Traumwelt auseinanderzuhalten. Das hält den Spannungsbogen dauerhaft hoch angesetzt und macht für mich einen genialen Thriller aus.
Die Charaktere werden nicht zu intensiv erklärt, das vordergründige Anliegen legt der Autor auf die traumatischen Handlungsvorgänge. Was geschieht hier wirklich und was ist nur ein Traum?
Man ist hier gefangen in einer Welt, die in dunkle Abgründe führt und jenseits der normalen Vorstellungskraft zu liegen scheint.


Ein absolut gelungener Thriller, der mich gespannt lesen lies und bei dem ich erst am Ende wieder erleichtert aufatmen konnte. So muss ein Thriller sein!

Veröffentlicht am 13.04.2018

Hat mich zwar gut unterhalten, aber es kommt nicht an die Vorgänger heran.

Der Palast der Meere
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Nachdem die Waringham-Reihe im Mittelalter begonnen hat, spielt das Geschehen des 5. Bandes im Höhepunkt der Renaissance, dem goldenen elisabethanischen Zeitalter. Dadurch verlassen wir die Gegend um Waringham ...

Nachdem die Waringham-Reihe im Mittelalter begonnen hat, spielt das Geschehen des 5. Bandes im Höhepunkt der Renaissance, dem goldenen elisabethanischen Zeitalter. Dadurch verlassen wir die Gegend um Waringham und erkunden die weite Welt. Die Seefahrerära hat jetzt ihre Hochzeit und macht sich zu neuen Ufern auf.
Wir tauchen ein in den Religionskonflikt zwischen Papisten und Reformierten, sehen das Leben bei Hofe Elisabeths mit kulturellen Höhepunkten, erleben die neue Welt mit ihren beeindruckenden Ansichten, erfahren Schreckliches über Sklaverei und Ausbeutung und begleiten die Protagonisten auf ihren abwechslungsreichen Lebenswegen mit ihren persönlichen Gedanken und Emotionen.
So kennt und liebt man die Romane von Rebecca Gablé.

Was ich aber kritisieren möchte, ist das Fehlen eines diese vielfältigen Figuren, Handlungen und Schauplätze mit einem übergeordneten Stranges. Es werden viele berühmte Persönlichkeiten der damaligen Zeit in den Roman eingebaut. Nicht alle werden so glorreich beschrieben, wie man sie kennt.
Daneben führen diverse Nebenhandlungen und Figuren durch den Roman. Diese haben mich zwar eindrucksvoll begleitet, aber vor lauter Wendungen der Geschehnisse und Verbindungen der Personen fühlte ich mich etwas verloren. Hier fehlte mir definitiv der rote Faden.


Mir hat der mitreißende Schreibstil von Rebecca Gablé wieder ausgesprochen gut gefallen, ihr gelingt es einfach, eine Atmosphäre zu erstellen, die zeitgemäß erscheint.
Mich erstaunt immer wieder, wie es ihr gelingt, hervorragend recherchierte historische Fakten mit Leben zu füllen und Fiktion und Realität lebendig zu vermischen.

Aufgrund der bisherigen Erfolgsromane liegt die Messlatte allerdings sehr hoch, gegen andere historische Romane gehört die Autorin immer noch zur Spitze und daher gebe ich diesem, auch unabhängig von den anderen Bänden der Reihe zu lesenden Roman, volle 4 Punkte.


"Der Palast der Meere" steht für großartige Erzählkraft und Unterhaltung, für Fans der Reihe ist es ein Muss. Andere finden einen bunten historischen Roman mit vielfältigen Figuren und Ereignissen vor, die diese Autorin immer wieder zum Leben erweckt.