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Veröffentlicht am 23.01.2018

Fesselnde historische Story

Der Turm der Ketzerin
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Dieser Roman führt hinein in die Zeit der Glaubenskämpfe der Katholiken und Hugenotten in Frankreich. Damals wurden die Hugenotten von den Katholiken unterdrückt, alle Anhänger der Religion wurden verfolgt ...

Dieser Roman führt hinein in die Zeit der Glaubenskämpfe der Katholiken und Hugenotten in Frankreich. Damals wurden die Hugenotten von den Katholiken unterdrückt, alle Anhänger der Religion wurden verfolgt und sie landeten in Kerkern. Ihre protestantische Lehre beruht auf Grundsätzen von Johannes Calvin.


In diesem Buch gibt es zwei Handlungsstränge, die später ineinander verwoben werden. Einmal die Geschichte von Pierre, Kaufmann und Sohn des Glasmachers Jacon und Florence, Tochter eines Salzhändlers, die sich ineinander verlieben, aber beide verschiedenen Glaubensrichtungen angehören und damit keine Aussicht auf eine eheliche Verbindung haben. Pierre wurde als Hugenotte geboren, aber auch Gründen der Sicherheit katholisch erzogen. Nun strebt er danach, ein echter Hugenotte zu werden und nimmt das Studium der Schrift auf.

Daneben geht es um die Glasmacherfamilie von Jacon Desgranges, speziell um seine Tochter Magali und ihren Mann Olivier, die den Betrieb weiterführen. Magali hat das Talent zum Glasblasen von ihrem Vater geerbt, als Frau ist es ihr jedoch nicht erlaubt, das Handwerk auszuüben.

Sie kommen im Verlauf der Handlung von einer Reise und werden Opfer von üblen Widersachern.


Mich hat der flüssige, bildhaft beschreibende und gut zu verfolgende Schreibstil wunderbar durch das Buch getragen. Die Darstellung von alltäglichem Leben, Informationen über das Glasmachen, die düstere und tragische Einkerkerung von Frauen wegen ihres Glaubens ist der Autorin gut gelungen und sie sorgen für unterhaltsame Lesezeit. Ich war bis zum Schluss gefesselt und wollte sehen, wie es meinen Lieblingscharakteren ergeht.
Natürlich spielen hier die Gegensätze von Guten und Bösen eine große Rolle und lassen den Spannungsbogen auch kontinuierlich steigen.

Besonders die Informationen über die bescheiden lebenden Calvinisten haben mich sehr interessiert. Ihr Leben wird anders als bei den Katholiken ohne Prunk gelebt, sie halten sich an viele Regeln, sind in schlichte schwarze Gewänder gekleidet und verzichten auf Feste, Wein und Wohlstandsannehmlichkeiten.

Wie es um die eingekerkerten Hugenottenfrauen im Ketzerturm bestellt ist, erfährt man anschaulich erzählt. Die Frauen mussten ohne Sonnenlicht und schlechter Versorgung mit ihren Kindern im Halbdunkel vor sich hinvegetieren. Diese Schicksale berühren und stellen in Frage, ob die Katholiken wirklich christliche Grundsätze gelebt haben.
Der Turm der Ketzerin hat mich von Beginn an mitgerissen und ich konnte tief eintauchen in diese Zeit. Auch die beschriebenen Schauplätze in Paris, La Rochelle und Aigues-Mortes erscheinen lebendig, anschaulich und wirken glaubwürdig. Man wird beim Lesen Teil der Handlung und ist überall bildhaft mit dabei. Auch die emotionale Ebene kommt nicht zu kurz, hier wird die Liebe in feinen Tönen skizziert und nicht in derben Szenen gezeigt wie so oft in mittelalterlichen Romanen.

Über besondere Themen wie das Glasmachen, die Salzgewinnung und die theologischen Dispute bringt Deana Zinßmeister nähere Informationen an ihre Leser, ohne sich darin zu verlieren. Die Menge ist angenehm wohltuend und man bekommt auch historisch einige Fakten an die Hand, wird aber nicht von Informationen erschlagen.
Mich hat der Roman begeistert und mitgerissen und ich bin gespannt auf den dritten Teil der Reihe.
Ein anschauliches Buch über die Glaubenskriege in Frankeich und ein spannender Schmöker für alle Historienleser.

Veröffentlicht am 23.01.2018

Etwas schwächerer Band der Reihe

Pettersson und Findus. Pettersson zeltet
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Eigentlich sucht Pettersson auf dem Dachboden nur sein Angelzeug, dabei stolpert er über eine grüne Rolle, sein Zelt. Das kennt Findus nicht und wird neugierig, bis Pettersson mit ihm auf eine Zelttour ...

Eigentlich sucht Pettersson auf dem Dachboden nur sein Angelzeug, dabei stolpert er über eine grüne Rolle, sein Zelt. Das kennt Findus nicht und wird neugierig, bis Pettersson mit ihm auf eine Zelttour mit Wandern und Angeln geht. Und dann wollen auch noch alle 10 Hühner mitkommen. Na, das kann ja was werden!

Dieses Buch ist wieder sehr lustig aufgemacht ist, die Tour der Buchhelden wird doch nicht so abenteuerlich wie geplant und man hat hier seinen Spaß an den aufdringlichen Hühnern, die unbedingt mitzelten möchten. Aber es geht in diesem Band auch um Angst und böse Träume im Dunklen. Da taucht zum Beispiel ein riesengroßer Hecht auf und Findus denkt, das Zelt sei ein Monster. Gerade kleine Kinder werden danach nicht unbedingt zelten wollen.

Am lustigsten sind die verrückten Hühner, sie sind wieder mit liebevollen Details illustriert und die vielen kleinen Mucklas erinnern an Wimmelbilder und bringen Kindern viel Anschauungsmaterial zum Entdecken und Lachen.

Bei dieser Geschichte werden Kinder merken, das nicht immer alles so läuft wie es geplant ist.
Petterssons Hühner wollen unbedingt mit auf den Ausflug, daher wird eben nur geangelt und Findus zeltet im eigenen Garten. Das erinnert mich an kleine Geschwister, die auch immer das wollen was den Großen versprochen wird. Rücksichtnahme unter Geschwistern ist auch ein Lernprozeß.

Auch wenn dies einer der schwächeren Bände der Reihe ist, so machen die Bilder mit den lustigen Hühnern wieder Spaß. Man sollte jedoch mit den Kindern über ihre Angst oder Rücksichtnahme auf andere sprechen.

Veröffentlicht am 22.01.2018

Ein tolles Bilderbuch

Pettersson und Findus. Ein Feuerwerk für den Fuchs
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Pettersson wird von seinem Nachbarn Gustavsson gewarnt, ein Fuchs treibt in der Gegend sein Unwesen und um ihm den Appetit auf Hühner zu verderben, basteln Petterson und Findus ein ganz besonderes Hühnermodell. ...

Pettersson wird von seinem Nachbarn Gustavsson gewarnt, ein Fuchs treibt in der Gegend sein Unwesen und um ihm den Appetit auf Hühner zu verderben, basteln Petterson und Findus ein ganz besonderes Hühnermodell. Der Fuchs soll mit knallenden Feuerwerkskörpern erschreckt werden und den Hühnern nie wieder nahe kommen. Aber klappt dieser Plan wirklich?


Wer die Bücher mit Pettersson und Findus kennt, weiß, wie gern die beiden basteln und werkeln.

Für den Fuchs denken sie sich etwas besonderes aus, denn Henni und die anderen Hühner wollen sie natürlich vor ihm schützen. Sie erfinden ein Feuerwerk als Abschreckung und ein falsches Huhn als Lockmittel. Außerdem bauen sie eine Spukseilbahn, die Findus richtig toll findet. Denn so wie Gustavsson mit Waffe und Hund den Fuchs jagt, das ist nichts für den friedliebenden Pettersson.

Man darf sich auf eine ganz spannende Geschichte freuen, die Bilder sind wieder voller witziger Details, die es zu entdecken gilt und die Sache endet ganz anders als geplant. Außerdem beweisen Pettersson und Findus doch ein Herz für den Fuchs.


Die raffinierte Konstruktion der Abschreckungsobjekte sind der Clou in diesem Buch. Meinem Sohn haben die Basteleien und Pläne besonders imponiert und das Feuerwerk war der spannende Höhepunkt.


Sven Nordqvists Illustrationen sind auch dieses Mal wieder gelungen und schön bunt, die Nachtbilder sind natürlich in dunklem Grau gehalten. Angst braucht man aber dadurch keine zu haben.

Es geht spannend zu und es gibt am Ende noch eine unerwartete Überraschung.



Ein weiterer Hit aus der Bilderbuchreihe um den alten Pettersson und seinen Kater Findus. Wie man auch ohne Gewalt einen Fuchs verjagen kann, wird hier in Bild und Text gezeigt.

Veröffentlicht am 22.01.2018

Liebenswerte Helden

Pettersson und Findus. Eine Geburtstagstorte für die Katze
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Wenn Findus Geburtstag hat, backt Pettersson ihm eine Pfannkuchentorte. Und weil Findus so gerne feiert, hat er einfach mehrmals im Jahr Geburtstag. Aber dieses Mal fehlt das Mehl für die Torte. Also beschliesst ...

Wenn Findus Geburtstag hat, backt Pettersson ihm eine Pfannkuchentorte. Und weil Findus so gerne feiert, hat er einfach mehrmals im Jahr Geburtstag. Aber dieses Mal fehlt das Mehl für die Torte. Also beschliesst Pettersson das Mehl im Dorfladen zu kaufen und will das Fahrrad nehmen. Aber das Fahrrad hat einen platten Reifen, also muss das Werkzeug aus dem Schuppen geholt werden. Doch der Schuppen ist abgeschlossen und sie finden den Schlüssel nicht. Als dann auch noch ein Stier ins Spiel kommt, wird es richtig aufregend. Kein Wunder, wenn die Nachbarn denken, dass Pettersson echt verrückt ist.

Die Geschichten von Sven Nordqvist mit Pettersson und Findus erfreuen mich immer wieder. Dieses Bilderbuch bekam mein Sohn vor langer Zeit zum Geburtstag und auch heute noch kann ich immer wieder neue Einzelheiten entdecken und mich an der Handlung erfreuen.

Die Bilderbücher sind voller Humor und für jung und alt, hier passieren ungewöhnliche Dinge und es geht immer etwas schief. In diesem Fall dauert es recht lange, bis die Zutaten für die Pfannkuchentorte alle zusammengesucht sind. Das sorgt für gute Unterhaltung und lässt Kinder die speziellen Ideen von Findus und seinem kauzigen Pettersson näher betrachten und die Besonderheiten entdecken.


Sven Nordqvist illustriert seine Bilderbücher richtig liebevoll und voller lustiger Einfälle.
Dadurch wirken die Geschichten einzigartig und unglaublich originell. Nordquist tobt sich so richtig mit seinen besonderen Ideen aus. Mal lässt er kleine Tierchen auf Sofas in Miniform sitzen, dann lässt er Pilze und Himbeeren in Riesenformat anwachsen und es kommt vor, dass sich Hühner und Mäuse unterhalten. Dabei kann man als Betrachter nur Gefallen finden und für Kinder ist es eine bunte Welt, die sich ein wenig von der Normalität unterscheidet. Diese Unterschiede zu entdecken bringt nicht nur den Kleinen Spaß.


Für Eltern und Kinder, die das Besondere lieben und Schabernack und witzige Geschichten mögen, genau das richtige Bilderbuch.


Veröffentlicht am 21.01.2018

So richtig was fürs Herz und wunderschön geschrieben

Die Blumenschwestern
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In diesem Roman geht es um die große Bedeutung von Familie, um die Liebe und das Zusammengehörigkeitsgefühl unter Schwestern. Iris Parker hat ihren größten Wunsch in ihr Testament eingebracht. Da sich ...

In diesem Roman geht es um die große Bedeutung von Familie, um die Liebe und das Zusammengehörigkeitsgefühl unter Schwestern. Iris Parker hat ihren größten Wunsch in ihr Testament eingebracht. Da sich ihre Töchter im Laufe der Zeit immer weiter voneinander entfernt haben, möchte sie das nach ihrem Tod in Ordnung bringen. Deshalb entwickelt mit ihren Freundinnen einen Plan, bei dem die Töchter Zeit miteinander verbringen sollen.


Die Schwestern könnten unterschiedlicher gar nicht sein. Daisy ist eine sensible Künstlerseele, die ihr Leben nicht groß plant. Rose ist elegant, sehr bestimmt und ehrgeizig und die älteste der Schwestern. Sie steht voll im Leben, hat einen Job, Familie und wenig Zeit. Fleur ist eine schöne Erscheinung, wickelt die Männer um ihre Finger und ist ein echter Freigeist. Das kann sie sich leisten, Geldsorgen plagen sie nicht, während Daisy mit ihrer Kunst gerade so leben kann.



Wie gehen die Schwestern mit dem letzten Willen ihrer Mutter um? Wollen sie überhaupt wieder eine engere Beziehung zueinander knüpfen oder nur erben? Bringen sie diese Botschaften aus dem Jenseits ihrer Mutter näher oder wird das die Trauer nur verlängern?


Iris Parker hat den einen Wunsch, dass sich ihre Töchter nach ihrem Tod wieder besser verstehen und ihren persönlichen Weg zum Glück finden.

In Videobotschaften teilt sie ihnen an das Erbe geknüpfte Aufgaben ihrer Bucket-Liste mit. Diese habe ich gerne mit verfolgt. Es sind einige schöne Vorhaben dabei wie Meditation, angenehme Wellnessanwendungen, kreative Kurse oder eine Stilberatung mit Kleidungskauf, aber auch kleine Arbeitseinsätze und die gegenseitigen Besuche im eigenen Heim sollen die Schwestern wieder näher bringen.

Ich habe auch die durch die Zeilen duftenden Parfumwolken genossen und kam beim Lesen automatisch in Wohlfühlstimmung. In diesem Roman konnte ich dank der schön geschilderten Figuren richtig eintauchen.


Aber es gibt natürlich auch einige Probleme und Meinungsverschiedenheiten zwischen den Frauen, die sich aus ihren verschiedenen Charakteren und Lebensgewohnheiten begründen lässt. Sie kennen sich sehr genau, wissen wie die anderen ticken und müssen langsam lernen, damit positiv umzugehen und sich gegenseitig besser zu akzeptieren. Es kommt zu Schuldzuweisungen für die Seniorentage der Mutter, aber auch zu humorvollen und traurigen Erinnerungen an die gemeinsame Jugend. Diese Zeit verbindet die Schwestern wie ein unsichtbares Band.

Auch die Liebe spielt eine Rolle, denn Daniel, der die Aufgaben der Mutter überwacht, ist ein attraktiver Mann, dem alle Schwestern zugetan sind.


Bei diesem Buch konnte ich bis zum Ende völlig eintauchen und ich habe es sehr genossen.

Der wunderschöne, sehr flüssige und emotionale Schreibstil der Autorin ließ mich durch das Buch fliegen.

Die persönlichen Werdegänge und Entwicklungen der Schwestern haben mich sehr interessiert, man hatte zu Beginn so seine Vorstellungen, die sich dann aber doch in manche andere Richtung entwickelten. Das gibt der Story einen ganz speziellen Reiz.


Einige Bemerkungen und besonderen Zitate sorgen für ein Innehalten und Genießen beim Lesen.


"Nur die Liebe zählt, nichts ist mächtiger als sie.... Die Liebe ist nichts Nebulöses. Sie ist mehr als eine Idee und ein Gefühl. Liebe muss praktiziert werden." Zitat Seite 389


Cathy Hopkins bringt sehr viel Gefühl und Herzenswärme in ihre Geschichte, die unweigerlich auf den Leser überschwappt. Bis zum Ende konnte mich die Story fesseln und sie hallt noch länger nach.


Als kleine hilfreiche Anweisung findet sich am Ende des Buches eine Auflistung für die "Zehn Schritte zum Glück". Durchaus ein toller Ratgeber und gut für den eigenen Gebrauch nutzbar.


Cathy Hopkins hat mich mit ihrem Roman völlig überzeugt. Ich empfehle ihr Buch sehr gerne als Wohlfühlroman.