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Veröffentlicht am 09.01.2018

Ein Roman zum Wohlfühlen und Hineinversinken

Liebe, Zimt und Zucker
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Mit "Liebe, Zimt und Zucker" hat Julia Hanel einen zauberhaften Liebesroman geschrieben. Man ist sofort in der Handlung gefesselt und verfolgt gespannt das emotionale Auf und Ab der Protagonistin auf ihrer ...

Mit "Liebe, Zimt und Zucker" hat Julia Hanel einen zauberhaften Liebesroman geschrieben. Man ist sofort in der Handlung gefesselt und verfolgt gespannt das emotionale Auf und Ab der Protagonistin auf ihrer Suche nach der großen Liebe.

Hier geht es romantisch, aber auch dramatisch zu, es gibt humorvolle Mail-Wechsel und unterhaltsame Ereignisse, die gefühlvoll sind und manchmal auch überraschen. Die authentisch gezeichneten Figuren der Geschichte sind liebenswert und lassen den Leser an ihren Gefühlen und Reaktionen lebhaft teilhaben.

Besonders Protagonistin Marit ist mir von Anfang an sympathisch und auch wenn sie sich manchmal das Leben selbst schwer macht, begleitet man sie gern bei ihrem Aufenthalt in Altberg. Man möchte doch zu gern wissen, wie sie sich so nach der Trennung schlägt und wer hinter dem gefundenen USB-Stick steckt. Schnell lernt man ihre Männerbekanntschaften Toby, Julian und Moritz kennen und gerade ihre Reibereien mit Moritz lockern die Stimmung ungemein auf. Zwischen den Beiden gibt es immer leichte Missverständnisse und ihre Ansichten scheinen sich selten zu decken. Dagegen helfen Marit die Mails mit Julian ihr über so manches Stimmungstief hinweg. Der wichtigste Mensch im Buch ist jedoch Emil, er zeigt Marit, worauf es wirklich im Leben ankommt. Mehr kann ich hier nicht verraten!

Weil jeder Charakter hier mit so viel Lebensnähe beschrieben ist, fühlt man sich ihnen richtig nahe und in der Handlung wie zu Hause.

Julia Hanels Schreibstil führt locker, flockig durch das Geschehen und ehe man sich versieht, ist man den Zuckerschnittchen des Romans völlig verfangen. Auch wenn es ein Liebesroman ist, hatte ich nie das Gefühl, mit Kitsch und Klischees abgespeist zu werden. Dieses Buch ist einfach ein angenehmer Wohlfühlroman, der mit diversen schmackhaften Kaffeespezialitäten und etwas Zimtaroma abgeschmeckt zu einer unterhaltsamen Lektüre wird, bei der die Seele baumeln kann.


Diesen Roman habe ich gelesen wie ein Weltmeister. Der eingängige, angenehme Schreibstil, die liebenswürdigen Figuren und die Hoffnung auf ein schönes Ende lassen keine Lesepausen zu! Ein echtes Sofa-Kuschelbuch für den Herbst!

Veröffentlicht am 09.01.2018

Überdrehter Liebesroman, der mich emotional überhaupt nicht berührte!

Julie weiß, wo die Liebe wohnt
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Nachdem mir "Monsieur Blake und der Zauber der Liebe" so wunderbar gefallen hat, stand für mich fest, das ich auch dieses Buch ebenfalls wunderbar finden würde. Weit gefehlt! Dabei liegt das nicht etwa ...

Nachdem mir "Monsieur Blake und der Zauber der Liebe" so wunderbar gefallen hat, stand für mich fest, das ich auch dieses Buch ebenfalls wunderbar finden würde. Weit gefehlt! Dabei liegt das nicht etwa am Schreibstil von Gilles Legardinier. Er hat die Gabe, schöne Beschreibungen zu formulieren, die sehr blumig und romantisch sind und den Leser in die Welt der Liebe eintauchen lassen.

Leider fand ich dieses Buch enttäuschend. Das liegt zum Teil an Julie selbst, die mir nicht wie eine erwachsene Frau erscheint, sondern wie ein durchgedrehter, chaotischer Teenie. Sie ist ein wenig verrückt, was man sicher sein muss, um sich in ein Namensschild zu verlieben. Da sie den Unbekannten nicht kennt, lugt sie fast ständig durch ihren Türspion, um ihn endlich zu sehen. Das ist noch verständlich und amüsiert mich, aber sie geht noch weiter und angelt Post aus seinem Briefkasten, leider bleibt sie mit ihrer Hand hängen. Doch Rettung naht, in Person von ihrem Unbekannten, Ricardo Patatras. Bis hierhin war alles noch erträglich, wenn auch sehr übertrieben. Doch dann geht es mit Julie munter so weiter. Sie wechselt sogar ihren Beruf, damit sie ihrer Liebe näher kommt.
Nun bin ich nicht unbedingt sehr romantisch, kann aber durchaus mit einer guten Liebesgeschichte etwas anfangen. Hier wurde aber die Situation auf die Spitze getrieben und selbst die Liebesszenen sind staubtrocken und ohne Leidenschaft.

Was mir gut gefallen hat, ist die authentisch beschriebene Wohngegend von Julies Quartier. Hier merkt man das französische Flair und der Zusammenhalt der Nachbarn untereinander wird sehr gut nachvollziehbar beschrieben. Besonders das Verhältnis von Julie und ihrer kranken Nachbarin ist rührend zu lesen.
Hier hätte man mehr draus machen können, dann wäre Julie mir wohl auch "normaler" erschienen. So aber war der Roman für mich nur eine etwas langweilige, überdrehte Geschichte, die ohne emotionalen Tiefgang keinen positiven bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Ich muss dazu noch anmerken, dass dieser Roman das Debüt des Autors ist.

Wer gern französische Liebesromane liest, sollte lieber zu "Monsieur Blake und der Zauber der Liebe" greifen.

Veröffentlicht am 09.01.2018

Zauberhafte Familiengeschichte

Sommer in St. Ives
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Anne Sanders hat mit ihrem Familienroman direkt ins Schwarze getroffen. Es geht um menschliche Wünsche, wie Liebe, Freundschaft und Vertrauen, aber auch um Hilfsbereitschaft, Verständnis und das Zusammengehörigkeitsgefühl ...

Anne Sanders hat mit ihrem Familienroman direkt ins Schwarze getroffen. Es geht um menschliche Wünsche, wie Liebe, Freundschaft und Vertrauen, aber auch um Hilfsbereitschaft, Verständnis und das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb einer Familie. Das macht Hoffnung auf Glück im Alter und regt zum Nachdenken an, denn hier offenbahrt sich die ganze Bandbreite an menschlichen Emotionen.
Damit hat sie mich sehr berührt, denn sie zeigt die innersten Gefühle und Ängste der Figuren auf intensive Weise. Man nimmt den Personen ihre Rollen ab, taucht ein in ihre Erlebnisse und wird wunderbar unterhalten.



Ihren "Sommer in St. Ives" baut Anne Sanders vor die großartige Sommerkulisse des Fischerdorfes in Cornwall. Die Beschreibungen der Gegend fügt sich authentisch in den Roman und dank des angenehm zu lesenden Schreibstils, fliegt man durch die Handlung und ist bei allen Geschehnissen direkt dabei. Ein wenig Humor und Ironie zeigt sich und macht die Personen dadurch sehr lebendig.

Besonders Protagonistin Lola mochte ich von Anfang an und habe ihren Standpunkt und ihre Reaktionen bei der Lebensbeichte ihrer Großmutter bewundert. Es ist jedoch nicht unbedingt die Liebesgeschichte, die hier im Vordergrund steht, sondern durch die Liebe ihrer Großmutter werden die Familienmitglieder in ihren Reaktionen unterschiedlich gezeigt. Es werden innere, persönliche und familiäre Konflikte ausgetragen und das macht den Roman so vielseitig und realistisch. Diese Familie tickt so normal und ihre Schicksale berühren mich dadurch sehr.

Dieses Buch teilt sich auf in die Gegenwart der Reise, die Lola erzählt, und führt in die Vergangenheit, die sich mit Elvira beschäftigt und die sie berichtet. Es ist sozusagen ein Aufeinandertreffen von dem Leben was die Familie von ihrer Großmutter kennt und ihrer geheimen großen Liebe. Gleichzeitig erlebt Lola auch ihre große Liebe, die Geschichte wiederholt sich auf eine bestimmte Art und Weise.

Hier wagen mehrere Menschen ihre angestammten Wege zu verlassen und neue zu gehen, das macht Mut und zeigt die grenzenlosen Möglichkeiten, sein Leben neu zu orientieren.


Dieser Roman ist wunderbar, etwas romantisch, etwas traurig, etwas verrückt und spielt vor einer tollen sommerlichen Kulisse. Was will man mehr?

Veröffentlicht am 09.01.2018

Ein tragisches Schicksal

Die Spionin
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Coelho schaut hinter die Fassade und zeigt sowohl die Verführerin und Mätresse als auch eine Frau, die sich nach Unabhängigkeit, Ansehen und Erfolg sehnt und als Doppelagentin verschrien war.

Mata Hari ...

Coelho schaut hinter die Fassade und zeigt sowohl die Verführerin und Mätresse als auch eine Frau, die sich nach Unabhängigkeit, Ansehen und Erfolg sehnt und als Doppelagentin verschrien war.

Mata Hari war eine schillernde Femme fatale, die sich gern mit einflussreichen Menschen einließ. Sie wollte im Rampenlicht stehen und gefeiert werden. Wie schmal der Grat zwischen Bewunderung ihrer Tanzkünste und der Ausnutzung ihrer damaligen Schönheit war, wird im Buch nur allzu deutlich.

Coelho lässt im Buch Mata Hari aus dem französischen Gefängnis "Saint-Lazare" einen fiktiven Brief an ihren Anwalt schreiben. Darin hofft sie auf die Begnadigung ihrer Strafe, die als Todesurteil ausgelegt wurde.
Durch ihre Erzählung bekommt man einen wagen Eindruck ihres Wirkens und ihrer Lebensstationen und wird mitgenommen zum vollstreckten Urteil. Ein grausiges Empfinden macht sich breit.
Denn diese Frau war im Sinne der Anklage unschuldig, so viel steht fest. Sie war zu ihrer Zeit sicher nicht allein mit ihren Sehnsüchten nach einem selbstbestimmten Leben, aber sie hat es geschafft, sich gegen die Konventionen ihrer Zeit aufzulehnen. Als Showtänzerin berühmt geworden, ahlte sie sich im Kreis ihrer Bewunderer und ließ sich aushalten, doch später, mit abnehmender Atraktivität wurden ihr ihre Bekanntschaften zum Verhängnis. Als ein Minister politische Erfolge braucht, klagt er sie als gefährliche Spionin an und ihre ehemaligen Bewunderer schweigen.

Selbst wenn ich Anteil nehme am tragischen Schicksal dieser Frau, so kommt sie mir nicht unbedingt nahe. Auch die Lobhymne auf sie als eine der ersten Feministinnen, kann ich nicht nachvollziehen. Der Ruhm als Glamourgirl, das Zeigen von nackten Tatsachen in der Öffentlichkeit und ihre Notwendigkeit als Mätresse ihr Geld zu verdienen, machen sie in meinen Augen noch lange nicht zu einer selbstbewussten Frau. Ganz im Gegenteil, sie spielte die Rolle, die die Männer von ihr erwarteten, sie gab sich gegen Bezahlung hin.

Im Nachwort erklärt Coelho, die Geschichte beruhe auf wahren Begebenheiten, es sei jedoch keine Biographie. Das ist schade, denn es sind nur einzelne Stationen, die hier gezeigt werden. Wer sich für diese Person wirklich interessiert, muss sich an die im Nachwort erwähnten Bücher halten.

Auch wenn Coelho in diesem Buch wieder seinem guten Ruf als sprachbewandter Schriftsteller gerecht wird, lässt mich dieses Buch nicht zufrieden zurück. Er schaut hinter die Kulissen der Mata Hari und spielt mit seinen Lebensweisheiten, die er wie gewohnt in die Handlung einfliessen lässt. Doch das erscheint mir zu wenig, denn hier wird mit diversen Leerseiten und Zusatzmaterial in Form eines abgedruckten Briefes oder Zeitungsartikeln, sowie Fotos der Diva das Buch aufgefüllt. Hier beschleicht mich der Verdacht, dass der Autor mit seinem guten Namen und der sagenumwitterten Person Mata Haris Geld machen will. Unter den gegebenen Umständen sind 20,- Euro für dieses Büchlein schon eine Stange Geld.


Dieses Buch kann man gut lesen, es erhellt die Person Mata Hari ein wenig und zeigt ein tragischen Schicksal seiner Zeit und Lebensart.

Veröffentlicht am 09.01.2018

Ein tolles Kochbuch!

Grill den Henssler - Das Kochbuch
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Steffen Henssler ist vielen als Koch bekannt, denn er moderiert Fernsehshows und er besitzt zwei Restaurants in Hamburg.


In diesem Kochbuch Darin stellt er 70 Lieblingsrezepte aus seiner Sendung vor, ...

Steffen Henssler ist vielen als Koch bekannt, denn er moderiert Fernsehshows und er besitzt zwei Restaurants in Hamburg.


In diesem Kochbuch Darin stellt er 70 Lieblingsrezepte aus seiner Sendung vor, die jeweils maximal 30 Minuten Zubereitungszeit benötigen. Doch nicht nur Schnelligkeit ist gefragt, es geht auch um vielseitige Küche, die mit frischen Zutaten einfach nachgekocht werden kann. Die Rezepte sind zwar mit Gemüse oder Salat kombiniert aber doch sehr fleisch- und fischlastig, Vegetarier sind hier nicht die Zielgruppe.
Wer die Sendung kennt, wird die Rezepte für die Gerichte gern nachkochen wollen.

Nach einer Einleitung werden die nötigen Küchenutensilien vorgestellt. Dann folgen Kräuterübersicht, schnelle Gemüse und die Garzeiten verschiedener Fleisch- und Fischsorten und schon kann es losgehen mit den Rezepten.
Einige witzige Fotos aus der Kochsendung und ein umfangreiches Rezept-Register beschliessen das Buch.

Mir gefallen die Rezepte, die eine Mischung aus bürgerlicher und gehobener Küche darstellen. Weiterhin bewundere ich die wunderbaren farbenfrohen Fotos der Gerichte und die Tatsache, dass hier Zutaten verwendet werden, die leicht erhältlich sind, vorausgesetzt, man hat einen guten Fleischer oder Fischhändler. Hier wird relativ einfach gekocht, ohne aufwendiges und unnötiges Chichi. Der Geschmack kommt durch die besondere Zusammenstellung der Zutaten und das Anrichten der Köstlichheiten gibt den gewünschten Aha-Effekt.

Für Hobbyköche ein tolles Buch und wer die Kochshow gerne verfolgt hat, hat jetzt die Gelegenheit, die vorgeführten Gerichte nachzukochen. Für die Rezepte muss man kein Starkoch sein, es genügt Standard-Küchenhandwerk und viel Spaß bei der Sache! Ein Kochbuch mit Pfiff, die Schnelligkeit wird vielleicht nicht ganz so turbomäßig sein, aber das ist nebensächlich