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Veröffentlicht am 10.12.2017

00-Klufti agiert mit viel Spannung, aber in seiner gewohnten Art! Lachsalven sind vorprogrammiert!

Laienspiel
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In Kluftingers Einsatzgebiet hat sich ein unbekannter Mann auf der Flucht vor der österreichischen Polizei erschossen. Er wurde verdächtigt, einen terroristischen Anschlag an noch unbekannter Stelle zu ...

In Kluftingers Einsatzgebiet hat sich ein unbekannter Mann auf der Flucht vor der österreichischen Polizei erschossen. Er wurde verdächtigt, einen terroristischen Anschlag an noch unbekannter Stelle zu planen. Kluftinger muss sein gewohntes Arbeitsumfeld verlassen und mit Kollegen aus Österreich und dem BKA zusammenarbeiten. Privat soll er mit dem Ehepaar Langhammer und seiner Frau Erika an einem Tanzkurs teilnehmen, obwohl er wegen der Generalproben für die Freilichtinszenierung von "Wilhelm Tell" gar keine Zeit hat.
Gelingt es der Ermittlungstruppe, die zwei geplanten Bombenanschläge zu verhindern?

Dieser Krimi hat mich wieder restlos begeistert. Sowohl der Plot mit spannenden Situationen um das aktuelle Thema der Terrorbekämpfung, als auch die humoristisch wirkenden Aktivitäten des schrulligen Kommissars bringen frischen Wind in die Krimilandschaft und sorgen für Lachanfälle.

Kluftinger wird von seinem Chef Lodenbacher vom eigentlichen Tagesgeschäft freigestellt, denn die internationale Terrorszene erreicht das eher beschauliche Allgäu. Klufti wird einer Task Force zugeteilt und arbeitet mit dem BKA zusammen. Das ist gar nicht Kluftis Fachgebiet, er ist absoluter Laie in der Terrorbekämpfung. Doch als Einheimischer verfügt er über die nötige Ortskenntnis und da der Countdown der Bombendrohung läuft, fügt er sich in das Vermeintliche.
Es ist dem Autorenteam gelungen, die Hintergründe für islamistisch geprägte Anschläge sowie die Beweggründe der Ausführenden näher zu erläutern. Dieses brisante Thema wird auch durch einige gewagte Actionszenen spannend ausgearbeitet.

Doch die Krone wird diesem Krimi durch die unvergleichliche Art von Kluftinger aufgesetzt. Sein Handeln und seine einzigartige Schrulligkeit sind wieder unvergleichlich lustig.
Natürlich spielt Kluftis Privatleben auch gerade verrückt. Einerseits wirkt er als Laienschauspieler bei einer Wilhelm Tell Inszenierung im Altusrieder Freilichttheater mit, gleichzeitig soll er mit Erika und den Langhammers aber auch noch einen Tanzkurs absolvieren. Das passt ihm natürlich gar nicht und er benötigt dazu erst einmal die passenden Schuhe. Schon die Kaufszene rechtfertigt den Kauf des Buches! Ich habe Tränen gelacht, wie dieser Mann zwar beruflich mit einer schwierigen Terrorgeschichte befasst ist, aber nicht mal allein Schuhe kaufen kann. Doch das ist typisch für Klufti und genau so mag ich ihn.
Wenn ich schon mal den Humor anspreche, kann ich auch gleich einige andere Szenen aufzählen, die bei mir Lachsalven hervorgerufen haben. Da gibt es natürlich die Tanzszenen, bei denen mal wieder Dr. Langhammer brilliert, dann die Aktion mit dem neuen Gasgrill und nicht zu vergessen, Kluftis Besuch im Internetcafe, zwecks Observierung eines Verdächtigen. Seine dilletantischen Versuche am PC bringen ihn nicht nur auf Pornoseiten, sondern sogar in Verdacht.

Den Autoren dieses Krimis ist ein richtig guter Spagat zwischen fesselnder Krimihandlung und jeder Menge Humor dank Kluftis eigenwilligen Ermittlungsmethoden bzw. seinem schrulligen Privatleben gelungen.

Einen James Bond mit Haferlschuhen und Kniebundhosen gibt es nur einmal. A.I. Kluftinger als 00-Klufti!

Der Krimi lässt mich begeistert zurück. Auch dieses Mal ist den Autoren ein sensationelles Buch gelungen und sie haben das deutsche Pendant zu James Bond geschaffen: 00-Kluftinger.

Veröffentlicht am 09.12.2017

Mit Psychospielchen und Zeitsprüngen wird dieses Buch zum Pageturner

Das Paket
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Hier hat der Autor ein echtes Paket für seine Leser bereitet, das mich mit einer irren Story, ordentlich Gruseleffekt, aber auch zeitlichen Sprüngen bis zum Schluss gepackt hat.

Bei Thrillern hängt meine ...

Hier hat der Autor ein echtes Paket für seine Leser bereitet, das mich mit einer irren Story, ordentlich Gruseleffekt, aber auch zeitlichen Sprüngen bis zum Schluss gepackt hat.

Bei Thrillern hängt meine Meinung immer an der Glaubwürdigkeit und Realitätsnähe der Handlung. Bei diesem Thriller musste ich erst über einen zweifelnden Ansatz hinweglesen, bis ich dem Pageturner verfallen war.
Denn so manches konnte mich nicht mit der Protagonistin Emma warm werden lassen. Sie hat durch ihre Erlebnisse natürlich psychische Schäden, die ihr ein normales Erleben von Alltagsereignissen erschweren. Sie fühlt sich weiterhin von ihrem Peiniger verfolgt und lebt in ständiger Angst und voller Selbstzweifel. Das zeigt Sebastian Fitzek wirklich sehr authentisch und auch ich konnte die Angst zeitweilig spüren. Allerdings finde ich einige Szenen bei aller Spannung doch etwas übertrieben und ich konnte nicht immer Emmas Verhalten nachvollziehen.

Fitzek schafft es, mit ordentlich Psychothrill, seine Leser zu verwirren und mit seinen Cliffhangern an das Buch zu fesseln. Seine Wendungen und die nervliche Anspannung der Protagonistin lassen einen kaum los.

Ich hatte schon früh einen Täterverdacht, denn es gab eine bestimmte Profiler gestütze Analyse, die das Täterprofil deutlich machte. Aber am Ende lag ich doch daneben.
Die Charaktere werden überzeugend dargestellt, nur Emmas Mann Philipp erschien recht blass und undurchsichtig.
Gestört haben mich die zeitlichen Sprünge und persönlichen Verstrickungen, die die Geschichte zu einem Ratespiel machen. Hier wäre ein eindeutigerer Ablauf sicherlich positiver gewesen.

Auch wenn ich so meine realistischen Zweifel an dieser Geschichte habe, hat mich das Buch mitgerissen und es wurde mit meinen Gefühlen gespielt. Daher vergebe ich 4 Sterne und hoffe auf weitere Thriller unseres bekanntesten deutschen Thrillerautors.

Veröffentlicht am 09.12.2017

Faszinierend erzähltes Buch vom isländischen Leben vor 100 Jahren

Die Eismalerin
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Von Baldursdóttir habe ich bereits "Kühl graut der Morgen" und "Sterneneis" gelesen und war gefangen genommen von ihrer wunderbaren Sprache und der einzigartigen isländischen Landschaft.

Dieser Roman ...

Von Baldursdóttir habe ich bereits "Kühl graut der Morgen" und "Sterneneis" gelesen und war gefangen genommen von ihrer wunderbaren Sprache und der einzigartigen isländischen Landschaft.

Dieser Roman ist durch den historischen Hintergrund besondersauthentisch und schön zu lesen. Man taucht durch die realitätsnahen Beschreibungen direkt in die Handlung ein und erlebt das harte isländische Leben dieser Zeit direkt mit.

Steinnun und ihre sechs Kinder leben nahe am stürmischen Meer in
einfachsten Verhältnissen und ihr Lebensalltag ist geprägt von harter Arbeit in der Heringsfabrik und so alltäglichen Arbeiten wie Wäsche waschen, Gemüse anbauen und für den Wintervorrathaltbar machen. Im
Mittelpunkt der Geschichte steht die künstlerisch talentierte Karitas.
Ihr Leben wird sehr eindruchsvoll gezeichnet und auch wenn in diese ärmliche Welt augenscheinlich kein Künstlerleben passt, so verliert Karitas ihren Lebenstraum nie aus den Augen, auch wenn sie sich den äußeren Umständen beugt und zunächst darauf verzichtet, ihr Leben als Malerin zu führen. Nach ihrem Studium in Kopenhagen lernt sie Sigmar kennen und lieben. Sie bekommen ein Kind und ziehen in ein einfaches Torfhaus in der Einöde Islands am Fusse eines Gletschers. Die Männer verschwinden immer lange Zeit zum Fischfang, die Frauensolidarität ist hier besonders wichtig. Karitas erleidet einen Zusammenbruch, ist völlig entkräftet und kommt bei Audur, einer kinderreichen Frau ohne Mann unter und lebt mit ihr unter einem Dach. Sie ist die neue Familie und auch Karitas Kinder kommen hier zur Welt.

Audur sticht besonders mit ihren klugen Lebensweisheiten heraus und ersetzt Karitas die Mutter und den Lebensgefährten. Sie gibt ihr
letztendlich den Mut, zu ihrer Selbstverwirklichung zu stehen.

Die Autorin erzählt so wunderbar, man findet sich inmitten der Szenerie wieder und erlebt die Sonnenaufgänge, die dunklen Wintertage und langen Sommertage authentisch mit. Aber man sieht auch die harten Lebensumstände der Menschen zu dieser Zeit, die teilweise ohne Strom und Wasserleitung leben. Vorherrschend ist hier derFischfang, aber auch die brutal wirkende Robben- und Raubmöwenjagd bringt den Menschen ihre Nahrungsgrundlage. Aber auch interessante Einblicke in die isländische Sagen- und Glaubenswelt machen den Roman zu einer atmosphärischen Lektüre.

Mit diesem Roman taucht man tief ein in die isländische Welt vor 100 Jahren. Man erlebt starke Frauenschicksale und eine große Liebe vor der landschaftlich wunderschön geschilderten Kulisse Islands. Ein einzigartiger Roman!

Veröffentlicht am 09.12.2017

Vielschichtiges Buchdebüt

Die Frau, die nie fror
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"Möge die Strasse uns zusammenführen und der Wind in deinem Rücken sein; /Und halte Gott dich fest in seiner Hand." Zitat vom Irischen Segen S. 149

Dieses Buch trifft sicherlich nicht jeden Geschmack, ...

"Möge die Strasse uns zusammenführen und der Wind in deinem Rücken sein; /Und halte Gott dich fest in seiner Hand." Zitat vom Irischen Segen S. 149

Dieses Buch trifft sicherlich nicht jeden Geschmack, denn es bietet
einen vielfältigen Genremix und springt zwischen Roman, Krimi und
Abenteuerbuch mit Ökothrill hin und her. Man hat zuweilen das Gefühl,
die Autorin wollte sich nicht festlegen.

Ich finde besonders den sprachlichen Ausdruck und die kriminalistische Suche nach den Verursachern des Schiffsunglücks gelungen und die Privatgeschichte Pirios hat mir auch gut gefallen.

Was als "Fahrerflucht auf See" beginnt, steigert sich allmählich zu
einer fesselnden Verfolgung der Verursacher, zu einem Thriller weiter und dabei nimmt Pirio eine wichtige Schlüsselrolle ein. Sie sucht nach der Wahrheit, weil sie auch ihr eigenes traumatisches Erlebnis verarbeiten muss. Dabei kommt man ihr als Person sehr nahe. Ihre nicht immer einfache Kindheit wird intensiv durchleuchtet, sie lernt im Zuge der Ermittlungen Personen kennen, die ihr ans Herz wachsen, aber auch einige, die sie abstossen und ihr gefährlich werden.

Als Leser taucht man ein in die Welt der Fischer, der Geschäftsleute und der Menschen, die Pirios Gefühle gehören. Dazu gehört in erster Linie der zehnjährige Noah, ihr Patenkind und Sohn von Ned und Thomasina, die Alkoholikerin ist und immer wieder rückfällig wird. Für ihn fühlt sich Pirio nach dem Unglück immer mehr verantwortlich und liebt ihn wie ein eigenes Kind.

Diese Inhalte sind äußerst vielschichtig und sie werden mit lebendiger Atmosphäre geschildert, in einer Sprache, der man unweigerlich folgt bis zum spektakulären Ende. Es werden Emotionen gezeigt und kriminelle Machenschaften aufgedeckt. Elisabeth Elo nimmt den Leser mit aufeine Reise.

Woran ich eigentlich nicht glauben kann, ist die Tatsache wie Pirio
angeblich vier Stunden in eiskaltem Wasser überleben konnte. Diese
Sensation macht sie im Grunde zu einer Ausnahmeheldin und damit auch zu einer Retterin im weiteren Verlauf des Buches. Für mich ist diese Fähigkeit unglaubwürdig, deshalb ziehe ich einen Stern ab.



Ein Buch mit vielen Seiten, unterhaltsam, emotional und mit fesselnden Situationen spannend geschrieben.

Veröffentlicht am 09.12.2017

Gemeinsam mit Sarah Pauli auf Symbol- und Tätersuche in Wien unterwegs!

Mord in Schönbrunn
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Mitten im Wiener Schlosspark von Schönbrunn wird die Leiche einer seit fünf Jahren verschwundenen Frau gefunden. Sie wurde auf Rosen gebettet und in ein Brautkleid gehüllt und war die Exverlobte des reichen ...

Mitten im Wiener Schlosspark von Schönbrunn wird die Leiche einer seit fünf Jahren verschwundenen Frau gefunden. Sie wurde auf Rosen gebettet und in ein Brautkleid gehüllt und war die Exverlobte des reichen Hoteliers Felix Beermann, der gerade wieder vorhat, zu heiraten. Die Journalistin Sarah Pauli, die für eine Sonderausgabe gerade über Hochzeitsbräuche recherchiert, wird auf den Fall aufmerksam.


Wie in Beate Maxians Büchern üblich, baut sie auch im vorliegenden Krimi Einflüsse aus der Märchenwelt, sowie mystische und symbolische Zeichen in die Handlung mit ein. Das erinnert ein wenig an Dan Browns "Illuminati", die Hintergrundsymbolik ist aber leichter zu verstehen und die Nachforschungen entwickeln sich zu einer spannenden Rallye.

"Mord in Schönbrunn" ist mein zweiter Krimi der Autorin und er gefällt mir um Längen besser als Teil Vier. Denn hier gefallen mir die dargestellte Mystik und die Hochzeitsbräuche sehr, alles wird anschaulich gezeigt und man kann den Ausführungen gut folgen und munter mitraten, wer denn nun der Täter ist. Das Buch ist auch ohne Vorkenntnisse der vorangegangen Krimis zu lesen. Für die Weiterentwicklung der dargestellten Charaktere sollte man allerdings die Reihenfolge einhalten.

Die Protagonistin Sarah Pauli ist Journalistin und von Grund auf neugierig. Sie beschäftigt sind intensiv mit Aberglauben, Mystik, Symbolen und Geheimzeichen und wird daher in ihrer Redaktion auch schon mal die "Hexe vom Dienst" genannt. Dieses Mal stösst sie bei ihrer Recherche über Hochzeitsbräuche über den aktuellen Fall einer Toten, die wie Schneewittchen aufgebahrt gefunden wird. Als sie der Sache nachgeht, wird sie mit Rosen überhäuft, ein Unbekannter lässt ihr jeweils 108 rote Rosen überbringen. Wie hängt das mit dem Fall zusammen?

Mit Sarah Pauli tauchen wir in die Welt der Hochzeitsplaner, Zeitungswelt und der Geschäftsleute ein und erkennen, wie wichtig hier Selbstdarstellung und Geschäftssinn sind. Aber auch die geltenden Werte für Freundschaften hinterfragt man nach dieser Lektüre sicher noch einmal ganz genau. Hier gibt es einige Unstimmigkeiten, die den dargestellten Charakteren ihr Leben gegenseitig schwer machen.

Der Schreibstil Beate Maxians ist klar und präzise, gut zu lesen und man wird durch die kurzen Kapitel schnell durch das Buch getragen. Spannungsfördernd wirken die Cliffhanger am Ende der Kapitel und so gewinnt der Krimi seine eigene Sogwirkung bis zum Ende.

Bei den Wiener Schauplätzen fühlt man sich direkt dorthin versetzt, die Wiener Cafés üben stets ein besonderes Flair aus. Vom Schloss Schönbrunn sieht man allerdings nur die Gartenanlage, denn dort wurde die Leiche gefunden.


Beate Maxian ist hier ein überzeugender Wien-Krimi mit konstanter Spannung und guter Unterhaltung gelungen, der mich mitgerissen hat.