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Veröffentlicht am 19.11.2017

Schreckliche Thematik, jedoch am Ende zu viele offene Fragen!

Kalte Brandung
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Dieser Krimi ist der zweite Band einer Reihe, ich kenne den Vorgänger nicht.
Neben der polizeilichen Ermittlung unter der Führung von Polizistin Maud Mertens, kann die zufällig involvierte Studentin der ...

Dieser Krimi ist der zweite Band einer Reihe, ich kenne den Vorgänger nicht.
Neben der polizeilichen Ermittlung unter der Führung von Polizistin Maud Mertens, kann die zufällig involvierte Studentin der Kriminalistik, Kyra, nicht die Finger von dem Fall lassen. Zu sehr wird sie an ihre von vier Jahren verschwundene Schwester erinnert. Gemeinsam mit ihren Kommilitonen denkt sie über die möglichen Zusammenhänge nach.

Der Krimi wird in verschiedenen Handlungssträngen erzählt, einerseits die Suche der Polizei nach den verschwundenen Kindern, die man gleichzeitig aus ihrer leidensvollen Perspektive miterlebt, dann geht es um ein stark verwirrtes Mädchen namens Jane in London und außerdem kommt noch der Fall der vermissten Schwester Kyras hinzu. Auch hierzu erleben wir die Situation in Kyras Familie mit.

Ich kann nur vermuten, dass Jane und Sarina schon inhaltlich im ersten Band thematisiert wurden. Mir fehlen hierzu die Vorkenntnisse. Man sollte also wohl lieber den ersten Band lesen.


Die Hauptgeschichte um die verschwundenen Kinder ist beklemmend und schrecklich, besonders die Situation aus der Sicht der Kinder ist schlimm. Man erlebt hautnah mit, wie sie den Entführern begegnen und wie sie eingepfercht in Metallkäfige wie Tiere gehalten werden.
Dabei finde ich, die Kinder werden recht altklug geschildert und erscheinen zwar verzweifelt, aber doch nicht altersgerecht denkend. Ihre Emotionen gehen mir jedoch sehr nahe. Aber auch der enorme Zeitdruck, unter dem die Ermittler stehen und lange keine eindeutige Spur verfolgen, ist deutlich spürbar und macht die Hauptspannung aus.


Die Autorin wechselt gekonnt zwischen den Perspektiven hin und her und auch der Erzählstil hat mir gefallen. Besonders die Gewissensbisse von Maud und die intensive Suche Kyras sind sehr authentisch und interessant gezeigt und stellen die beiden Personen intensiv vor, sodass man sie sich gut vorstellen kann.

Auch wenn die Schicksale der entführten Kinder emotional geschildert werden und den Leser mitleiden lassen, gestaltet sich die Suche nach den Entführern und den wahren Gründen dahinter sehr schwerfällig. Die Fahnder stochern lange im Dunkeln und für mich bleibt hier die Spannung etwas auf der Stecke. Was mich am meisten gestört hat, ist die Tatsache, dass die Fälle von Jane und Sarina zu keiner Auflösung im Buch geführt hat. Lange habe ich versucht, die Zusammenhänge dieser Fälle mit den akuten Entführungen zu finden, doch es gab keine ersichtlichen. Wenn man als Leser in die Irre geführt wird, ist das genau der fesselnde Effekt, den man sich für einen Thriller wünscht, gibt es aber offene, ungelöste Inhalte, die vielleicht erst im Nachfolgeband geklärt werden, dann führt das nicht dazu, das Buch am Ende zufrieden zuzuklappen und sacken zu lassen. Man muss also dranbleiben und den kommenden Band weiter lesen.


Eine interessante Krimireihe aus den Niederlanden, bei der ich mir gern mehr Aufklärung der eingebrachten Fälle gewünscht hätte. So kann ich keine allgemeine Empfehlung aussprechen, Reihenverfolger mal ausgenommen. Ich würde dem dritten Band aber durchaus eine Chance geben.

Veröffentlicht am 19.11.2017

Leider ein Krimi zum Abgewöhnen

Der Leuchtturmwärter (Ein Falck-Hedström-Krimi 7)
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Auf diese Krimireihe bin ich durch den 9. Band "Die Schneelöwin" aufmerksam geworden, der mir sehr gut gefallen hat. Leider muss ich feststellen, dass ich sehr enttäuscht bin, so umständlich und langatmig ...

Auf diese Krimireihe bin ich durch den 9. Band "Die Schneelöwin" aufmerksam geworden, der mir sehr gut gefallen hat. Leider muss ich feststellen, dass ich sehr enttäuscht bin, so umständlich und langatmig hatte ich mir ein Buch von Camilla Läckberg nicht vorgestellt.

Daher fehlen mir bei diesem Buch fast die Worte für eine klare, aussagefähige Rezension.

Ich habe das Gefühl, dass die Autorin hier nicht eine Geschichte erzählen will, sondern von vielen schicksalshaften Beispielen berichten möchte. Es geht um häusliche Gewalt, traumatische Erlebnisse von Müttern, deren Kinder krank sind oder auch gestorben sind. Dabei sind viele Geschichten, die mich sehr berührt haben und deren Schicksale mich sehr betroffen machen. Doch passt das in einen Krimi? Als Nebenhandlung sicherlich, aber in der ausufernden Menge stört so etwas gewaltig.

Anerkennend finde ich, dass die Autorin dabei großen Wert auf das Seelenleben der einzelnen Charakter und die jeweiligen Beziehungen untereinander legt. Doch mich erschlägt die Fülle von negativen Erlebnissen, traumatisierten Personen und deren Verknüpfungen untereinander, sodass es für mich ein beschwerlicher Einstieg in das Buch war. Ich kann nicht sagen, ob man durch die Vorgängerbände soviel Vorwissen besitzt, um dieses Buch ohne große Probleme verfolgen zu können. Ich hatte auf jeden Fall nicht alle Personen und deren Verbindungen immer genau auf dem Schirm.


Es gibt vier verschiedene grobe Handlungsstränge, die man noch weiter unterteilen kann. Diese Aufstellung hätte ich vor der Lektüre haben müssen, dann wäre manches verständlicher erschienen.

- Das Ehepaar Patrik und Erica mit ihren drei Kindern und Ericas Schwester Anna, die bei einem Autounfall eine Frühgeburt erlitten hat.

- Ericas Jugendfreundin Annie, die mit ihrem Sohn auf die Leuchtturminsel geflüchtet ist und ihren toten Ehemann zurückgelassen hat.

- Erlebnisse aus der Perspektive Viviannes, von ihrem Lebensgefährten und ihrem Bruder Anders.

- Die historische Erzählung von Emelie und ihrem Mann Karl, der um 1870 Leuchtturmwärter auf der Geisterinseln war.

Jedenfalls gerät der eigentliche Krimifall, der Leichenfund, vor lauter Personenklüngel fast zur Nebensache. Von Spannung und eifrigem Mitraten nach dem Täter kann keine große Rede sein. Einige Sackgassen lassen nicht nur die Ermittler ratlos zurück. Bis zum Ende habe ich mich durch das Buch und die Personen gekämpft, schliesslich wollte ich den Ausgang der Geschichte unbedingt wissen. Leider blieb nicht einmal das Rätsel um den alten Leuchtturmwärter eine echte Überraschung. Dabei hat mich diese alte Geschichte um Emelie von allen am meisten interessiert.

Dieses Buch hat mich maßlos enttäuscht, mir fehlt eine solide Grundspannung und die vielen Geschichten über misshandelte und unterdrückte Frauen und deren Kinder erschlagen mich fast.
Über allem bringen noch die Geister, die auf der Schäreninsel spuken, unrealistische Effekte in den Krimi. Den Leuchtturm sieht man vor nebulösem Handlungswirrwarr kaum noch, den Krimi erst am Ende wieder. Schade!

Veröffentlicht am 19.11.2017

Mia macht mit ihrem Pasta-Kochbuch richtig Appetit auf Nudeln in jeder Art!

Mia liebt Pasta
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Mia ist gelernte Fotografin und besitzt seit Anfang 2012 ihren Blog »Kuechenchaotin«, auf dem sie viele kulinarische Ideen vorstellt.
Sie liebt Pasta und hat ihre Vorliebe in diesem Buch mit sehr viel ...

Mia ist gelernte Fotografin und besitzt seit Anfang 2012 ihren Blog »Kuechenchaotin«, auf dem sie viele kulinarische Ideen vorstellt.
Sie liebt Pasta und hat ihre Vorliebe in diesem Buch mit sehr viel Herzblut ausgetobt.

Dieses Kochbuch ist handlich, gut strukturiert und übersichtlich gemacht und sieht einfach toll aus. Besonders die ganzseitigen Fotos sind sehr gelungen und die Gerichte sind sehr farbenfroh und appetitanregend in Szene gesetzt.

Mia ist Vegetarierin und so finden sich ihrem Buch auch nicht die üblichen Spaghetti-Bolognese wieder, doch sie stellt mehr als 50 kreative Rezeptideen für Nudelliebhaber vor, die für jeden Geschmack auch für Anfänger-Köche etwas bieten.
Als Einführung zählt Mia das allgemein nötige Handwerkszeug für die Nudelküche auf, kommt dann aber schnell zu drei Rezepten für Pastateig, auch ein glutenfreier ist mit dabei, und schlägt dann die Möglichkeiten selbst gefärbter Pasta vor.
Unter dem Titel 4 Grundsaucen stellt sie Tomaten-, Kräuter-Sahne-, Käse- Sauce und Aglio Olio e Pereroncino vor.
Damit hat man eigentlich schon mal einen soliden Grundstock für verschiedenste Gerichte geschaffen. Doch damit nicht genug, es folgen vier Vorschläge für verschiedene Pesto-Varianten (rot, grün, Pilz und Walnuss).
Bei diesem Buch merkt man Mia ihr Herzblut deutlich an, ihre Rezepte klingen nicht nur lecker, sondern scheinen auch leicht nachkochbar zu sein. Die Anweisungen sind klar und einfach und mehr als 5 Arbeitsschritte gibt es selten. Sie macht Mut zum Nachkochen und stellt selbst die Nudelmaschine als ersetzbar durch Armkraft und Nudelholz dar. Damit animiert sie sicherlich auch Anfänger und in erster Linie kleine und große Pasta-Fans.

Es ist eine Sammlung von schönen und einfachen Trendrezepten mit viel Gemüse, die sicherlich auch Anfänger große Freude bereiten und gut schmecken.

Veröffentlicht am 19.11.2017

Krimi im ruhigen Fahrwasser der Spree

Spreewaldtod (Ein-Fall-für-Klaudia-Wagner 2)
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Dies ist mein erstes Buch der Autorin und ich muss sagen, auch wenn mir der Erzählstil und die sehr detailgetreue, bildhaft schöne Beschreibung der Landschaft und Flussansichten absolut gefallen hat, so ...

Dies ist mein erstes Buch der Autorin und ich muss sagen, auch wenn mir der Erzählstil und die sehr detailgetreue, bildhaft schöne Beschreibung der Landschaft und Flussansichten absolut gefallen hat, so hatte ich doch meine Probleme mit den personellen Verknüpfungen der Kommissarin Klaudia. Scheinbar fehlen mir Informationen aus dem Vorgängerband, die Klaudias gesundheitliche Probleme mit Tinnitus und zeitweiligen Angstattacken für mich nachvollziehbar machen.

Dennoch konnte ich schnell in die Handlung eintauchen, die Ermittlungen erfolgen nicht von Schreibtisch aus, sondern bei den Befragungen gehen die Ermittler direkt vor Ort und lernen so das Umfeld der Zeugen und Anwohner kennen. Das ist auch im Sinne des Lesers. Klaudia hat sich nach ihrem Wechsel vom Ruhrpott ins beschauliche Lübbenau langsam an ihr Umfeld gewöhnt, Freunde hat sie nur wenige und so freut man sich, dass sie mit ihrem anfangs verhassten Kollegen Demel zusammen arbeitet und sie sich immer mehr aneinander gewöhnen. Gemeinsam wachsen sie zu einem Team zusammen und unterstützen sich gegenseitig.

Die Handlung verläuft eher ruhig, die Beziehungen der Beteiligten sind ziemlich undurchsichtig, es ist Korruption im Spiel und auch die Situation unter den rumänischen Erntehelfern ist nicht eindeutig.

Als ein weiteres Opfer erschossen wird, wird die Tätersuche immer brisanter. Ein Mitraten wurde für mich erschwert, denn ich hatte lange Zeit die Personen nicht alle vor Augen. Als dann auch noch von oben herab bestimmte Personen polizeilich nicht näher befragt werden durften, konnte ich mir lange keinen Reim darauf machen. Solche Inhalte erschweren das Verständnis und hindern leider den Spannungsaufbau.

Der Krimi lässt inhaltlich gesehen noch offene Ansätze für eine Weiterführung der Reihe auf die man gespannt sein kann. Wer den Spreewald kennt, wird sich in diesem Krimi gut zurechtfinden und besonders die Gurkenverarbeitung wird gut vorgestellt. Ansonsten hätte ein wenig mehr Spannung dem Krimi gut getan.

Veröffentlicht am 19.11.2017

Erneut gute Unterhaltung dieser Bayrischen Krimireihe

Zapfig
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Diese Krimireihe fällt besonders auf durch interessante Einblicke in Sofies pathologische Arbeit, ihr privates vertracktes Liebesleben und den Münchner Lokalkolorit, der dieses Mal auf Wohnungssuche in ...

Diese Krimireihe fällt besonders auf durch interessante Einblicke in Sofies pathologische Arbeit, ihr privates vertracktes Liebesleben und den Münchner Lokalkolorit, der dieses Mal auf Wohnungssuche in einige Münchner Stadtteile führt und diese näher vorstellt.

Sofie kommt auch in diesem Buch wieder als leicht chaotisches Vollweib daher, privat hat sie so ihre Probleme mit der Hausarbeit, auch Kochen ist nicht ihr Ding, dafür isst sie umso lieber. Beruflich jedoch kann man ihr nichts vormachen, dort ist sie bisher noch jedem Verbrechen auf die Schliche gekommen, irgendeine Unstimmigkeit im menschlichen Körper ihrer Leiche gibt ihr den Blick auf den Tathergang frei. Ihre Beziehung zu ihrem früheren Ex Joe ist wieder aufgeflammt, aber auch hier läuft es nicht unbedingt reibungslos.

Zum aktuellen Fall im Braugewerbe wird sozusagen als aktuellen Bezug das Thema Flüchtlinge durch den jungen Syrer Faris eingebaut, dem Gewalt angetan wurde. Er ergänzt die alte Riege an Figuren und eine neue Person.

Die Charaktere sind mal wieder lebensecht und sympathisch beschrieben, ein wenig klischeehaft natürlich besonders Dr. Elke Falk und Sektionsgehilfe Spike, der während seiner Arbeit seiner Musikleidenschaft frönt und die ganze Bandbreite zwischen Klassik und Pop abspielt. Gerade die Einblicke in die rechtsmedizinischen Besonderheiten finde ich immer sehr interessant, hier bringt die fachkundige Beratung durch einen Rechtsmediziner die Autorinnen ins Bild und sie geben im Buch den ungeschönten Blick auf den Seziertisch frei.

Auch dieses Mal sorgen eine Menge Charme von Tante Vroni und Charly, etwas Witz über die eiskalte Falk und ein flotter Erzählstil für gelungene Unterhaltung. Der Lokalkolorit wird dieses Mal durch die Wohnungssuche von Sofie und Joe eingebracht, hier stellen sich einige Münchner Stadtteile vor.
Auch wenn ich die Reihe bisher sehr gern gelesen habe, bin ich von diesem Teil zwar gut unterhalten, aber doch etwas enttäuscht. Die Personen erscheinen immer nach dem gleichen Schema, die humorvollen Einschübe erfolgen stets dank Mops Murmel und der eiskalt dargestellten hochintelligenten Dr. Falk, Sofies Chefin. Auch das Figurproblem Sofies und Joes beziehungsproblematische Art sind erneut Thema des Buches. Hier hatte ich mir doch einige neue Ideen gewünscht und hoffe auf mehr Änderung im Nachfolgeband.

Wer gute Unterhaltung mit einer Bayrischen Krimireihe sucht, findet sie hier mit einer starken Protagonistin!