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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.11.2017

Mia macht mit ihrem Pasta-Kochbuch richtig Appetit auf Nudeln in jeder Art!

Mia liebt Pasta
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Mia ist gelernte Fotografin und besitzt seit Anfang 2012 ihren Blog »Kuechenchaotin«, auf dem sie viele kulinarische Ideen vorstellt.
Sie liebt Pasta und hat ihre Vorliebe in diesem Buch mit sehr viel ...

Mia ist gelernte Fotografin und besitzt seit Anfang 2012 ihren Blog »Kuechenchaotin«, auf dem sie viele kulinarische Ideen vorstellt.
Sie liebt Pasta und hat ihre Vorliebe in diesem Buch mit sehr viel Herzblut ausgetobt.

Dieses Kochbuch ist handlich, gut strukturiert und übersichtlich gemacht und sieht einfach toll aus. Besonders die ganzseitigen Fotos sind sehr gelungen und die Gerichte sind sehr farbenfroh und appetitanregend in Szene gesetzt.

Mia ist Vegetarierin und so finden sich ihrem Buch auch nicht die üblichen Spaghetti-Bolognese wieder, doch sie stellt mehr als 50 kreative Rezeptideen für Nudelliebhaber vor, die für jeden Geschmack auch für Anfänger-Köche etwas bieten.
Als Einführung zählt Mia das allgemein nötige Handwerkszeug für die Nudelküche auf, kommt dann aber schnell zu drei Rezepten für Pastateig, auch ein glutenfreier ist mit dabei, und schlägt dann die Möglichkeiten selbst gefärbter Pasta vor.
Unter dem Titel 4 Grundsaucen stellt sie Tomaten-, Kräuter-Sahne-, Käse- Sauce und Aglio Olio e Pereroncino vor.
Damit hat man eigentlich schon mal einen soliden Grundstock für verschiedenste Gerichte geschaffen. Doch damit nicht genug, es folgen vier Vorschläge für verschiedene Pesto-Varianten (rot, grün, Pilz und Walnuss).
Bei diesem Buch merkt man Mia ihr Herzblut deutlich an, ihre Rezepte klingen nicht nur lecker, sondern scheinen auch leicht nachkochbar zu sein. Die Anweisungen sind klar und einfach und mehr als 5 Arbeitsschritte gibt es selten. Sie macht Mut zum Nachkochen und stellt selbst die Nudelmaschine als ersetzbar durch Armkraft und Nudelholz dar. Damit animiert sie sicherlich auch Anfänger und in erster Linie kleine und große Pasta-Fans.

Es ist eine Sammlung von schönen und einfachen Trendrezepten mit viel Gemüse, die sicherlich auch Anfänger große Freude bereiten und gut schmecken.

Veröffentlicht am 19.11.2017

Krimi im ruhigen Fahrwasser der Spree

Spreewaldtod (Ein-Fall-für-Klaudia-Wagner 2)
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Dies ist mein erstes Buch der Autorin und ich muss sagen, auch wenn mir der Erzählstil und die sehr detailgetreue, bildhaft schöne Beschreibung der Landschaft und Flussansichten absolut gefallen hat, so ...

Dies ist mein erstes Buch der Autorin und ich muss sagen, auch wenn mir der Erzählstil und die sehr detailgetreue, bildhaft schöne Beschreibung der Landschaft und Flussansichten absolut gefallen hat, so hatte ich doch meine Probleme mit den personellen Verknüpfungen der Kommissarin Klaudia. Scheinbar fehlen mir Informationen aus dem Vorgängerband, die Klaudias gesundheitliche Probleme mit Tinnitus und zeitweiligen Angstattacken für mich nachvollziehbar machen.

Dennoch konnte ich schnell in die Handlung eintauchen, die Ermittlungen erfolgen nicht von Schreibtisch aus, sondern bei den Befragungen gehen die Ermittler direkt vor Ort und lernen so das Umfeld der Zeugen und Anwohner kennen. Das ist auch im Sinne des Lesers. Klaudia hat sich nach ihrem Wechsel vom Ruhrpott ins beschauliche Lübbenau langsam an ihr Umfeld gewöhnt, Freunde hat sie nur wenige und so freut man sich, dass sie mit ihrem anfangs verhassten Kollegen Demel zusammen arbeitet und sie sich immer mehr aneinander gewöhnen. Gemeinsam wachsen sie zu einem Team zusammen und unterstützen sich gegenseitig.

Die Handlung verläuft eher ruhig, die Beziehungen der Beteiligten sind ziemlich undurchsichtig, es ist Korruption im Spiel und auch die Situation unter den rumänischen Erntehelfern ist nicht eindeutig.

Als ein weiteres Opfer erschossen wird, wird die Tätersuche immer brisanter. Ein Mitraten wurde für mich erschwert, denn ich hatte lange Zeit die Personen nicht alle vor Augen. Als dann auch noch von oben herab bestimmte Personen polizeilich nicht näher befragt werden durften, konnte ich mir lange keinen Reim darauf machen. Solche Inhalte erschweren das Verständnis und hindern leider den Spannungsaufbau.

Der Krimi lässt inhaltlich gesehen noch offene Ansätze für eine Weiterführung der Reihe auf die man gespannt sein kann. Wer den Spreewald kennt, wird sich in diesem Krimi gut zurechtfinden und besonders die Gurkenverarbeitung wird gut vorgestellt. Ansonsten hätte ein wenig mehr Spannung dem Krimi gut getan.

Veröffentlicht am 19.11.2017

Erneut gute Unterhaltung dieser Bayrischen Krimireihe

Zapfig
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Diese Krimireihe fällt besonders auf durch interessante Einblicke in Sofies pathologische Arbeit, ihr privates vertracktes Liebesleben und den Münchner Lokalkolorit, der dieses Mal auf Wohnungssuche in ...

Diese Krimireihe fällt besonders auf durch interessante Einblicke in Sofies pathologische Arbeit, ihr privates vertracktes Liebesleben und den Münchner Lokalkolorit, der dieses Mal auf Wohnungssuche in einige Münchner Stadtteile führt und diese näher vorstellt.

Sofie kommt auch in diesem Buch wieder als leicht chaotisches Vollweib daher, privat hat sie so ihre Probleme mit der Hausarbeit, auch Kochen ist nicht ihr Ding, dafür isst sie umso lieber. Beruflich jedoch kann man ihr nichts vormachen, dort ist sie bisher noch jedem Verbrechen auf die Schliche gekommen, irgendeine Unstimmigkeit im menschlichen Körper ihrer Leiche gibt ihr den Blick auf den Tathergang frei. Ihre Beziehung zu ihrem früheren Ex Joe ist wieder aufgeflammt, aber auch hier läuft es nicht unbedingt reibungslos.

Zum aktuellen Fall im Braugewerbe wird sozusagen als aktuellen Bezug das Thema Flüchtlinge durch den jungen Syrer Faris eingebaut, dem Gewalt angetan wurde. Er ergänzt die alte Riege an Figuren und eine neue Person.

Die Charaktere sind mal wieder lebensecht und sympathisch beschrieben, ein wenig klischeehaft natürlich besonders Dr. Elke Falk und Sektionsgehilfe Spike, der während seiner Arbeit seiner Musikleidenschaft frönt und die ganze Bandbreite zwischen Klassik und Pop abspielt. Gerade die Einblicke in die rechtsmedizinischen Besonderheiten finde ich immer sehr interessant, hier bringt die fachkundige Beratung durch einen Rechtsmediziner die Autorinnen ins Bild und sie geben im Buch den ungeschönten Blick auf den Seziertisch frei.

Auch dieses Mal sorgen eine Menge Charme von Tante Vroni und Charly, etwas Witz über die eiskalte Falk und ein flotter Erzählstil für gelungene Unterhaltung. Der Lokalkolorit wird dieses Mal durch die Wohnungssuche von Sofie und Joe eingebracht, hier stellen sich einige Münchner Stadtteile vor.
Auch wenn ich die Reihe bisher sehr gern gelesen habe, bin ich von diesem Teil zwar gut unterhalten, aber doch etwas enttäuscht. Die Personen erscheinen immer nach dem gleichen Schema, die humorvollen Einschübe erfolgen stets dank Mops Murmel und der eiskalt dargestellten hochintelligenten Dr. Falk, Sofies Chefin. Auch das Figurproblem Sofies und Joes beziehungsproblematische Art sind erneut Thema des Buches. Hier hatte ich mir doch einige neue Ideen gewünscht und hoffe auf mehr Änderung im Nachfolgeband.

Wer gute Unterhaltung mit einer Bayrischen Krimireihe sucht, findet sie hier mit einer starken Protagonistin!

Veröffentlicht am 19.11.2017

Ein umtriebiger Privatdetektiv, ein mysteriöser Mord und Lokalkolorit machen diesen Krimi besonders

Lesereise in den Tod
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In diesem Krimi ermittelt der Privatdetektiv und das ermöglicht eine Sichtweise, die manchem Polizisten verwehrt ist. Dank Mückes umgänglicher Art, kommt er den Befragten auf Augenhöhe entgegen, trinkt ...

In diesem Krimi ermittelt der Privatdetektiv und das ermöglicht eine Sichtweise, die manchem Polizisten verwehrt ist. Dank Mückes umgänglicher Art, kommt er den Befragten auf Augenhöhe entgegen, trinkt schon mal mit ihnen einen über den Durst und flunkert was das Zeug hält, nur um ihnen Informationen oder die Wahrheit zu entlocken. Hier fehlt die autoritäre Distanz, die sich automatisch Polizeibeamten gegenüber einstellt. Außerdem ist Andreas Mücke ein Mensch, der relativ normal wirkt, dank zwei geschiedener Ehen mit zwei Kindern typische Alltagssorgen hat und hart für sein Geld arbeiten muss. Da kommt ihm dieser Job wie gerufen.
Bei diesem Krimi hat man das Gefühl, gemeinsam mit Mücke den Gegebenheiten auf den Grund zu gehen und ihm beim Ermitteln über die Schulter zu schauen. Man erlebt sein Agieren stets hautnah mit. Ob er nun in eine Prügelei verwickelt wird, auf Sauftour ist oder wie ein Frischverliebter seine Frauenschwärmereien pflegt, die für Privatermittler ja schon fast ein echtes Klischee bedeuten, als Leser ist man einfach mit dabei.

Was er über die "Möchte-gern-Autorin" Mona de la Mare ausgräbt, führt den Leser tief ins Selfpublishing Geschäft und zeigt, wie unbekannte Autoren sich abstrampeln müssen, um in diesem Metier Erfolg zu haben. Auch diese Einblicke geben diesem Krimis einen besonderen Reiz.

Aber auch Mückes Stadtführungswissen hat mich beeindruckt. Wer sich in dieser Gegend auskennt, fühlt sich sicher gleich heimisch. Der Lokalkolorit flammt hier und da wieder auf und man hat die Orte gut vor Augen.

Das einzige Problem hatte ich mit dem Täter, auch ihn begleitet man gedanklich und möchte gern seine Beweggründe nachvollziehen. Er kommt wie ein Phantom daher und hier hätte ich mir am Ende noch ein paar abschließende Erklärungen gewünscht.

Dieser Krimi hat mich mit einigen Wendungen überrascht und bis zum Schluss gut unterhalten. Den unflätigen Männerjargon muss man zuweilen aushalten können, ansonsten siegt hier mal wieder ein Privatdetektiv über die Polizei. Matulla lässt grüßen!

Veröffentlicht am 18.11.2017

Eine mitreißende Familiengeschichte mit historischem Hintergrund sorgt für spannende Unterhaltung!

Die Frau im hellblauen Kleid
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Wien: Vera Altmann führt als Schauspielerin die Tradition ihrer Mutter Marianne und Großmutter Käthe fort. Doch an den großen Erfolg ihrer Mutter Marianne, die einst ein gefeierter UFA Star war, kann sie ...

Wien: Vera Altmann führt als Schauspielerin die Tradition ihrer Mutter Marianne und Großmutter Käthe fort. Doch an den großen Erfolg ihrer Mutter Marianne, die einst ein gefeierter UFA Star war, kann sie nicht anknüpfen. Vera beschliesst, eine Dokumentation über ihre Familie zu drehen und befragt ihre Mutter nach Einzelheiten. Marianne ist schockiert, denn sie befürchtet, es könnten Geheimnisse ans Licht kommen, die sie bisher verbergen konnte. Schließlich willigt sie ein, wenn der Film mit der Lebensgeschichte von Großmutter Käthe Schlögel beginnt.

Mit dieser Familiensaga hat mich Beate Maxian schnell gefesselt, der flüssig geschriebene Roman liest sich einfach wunderbar. Ihre Charaktere sind voller Leidenschaft und authentischer Strahlkraft, sodass man sich kaum vom Lesen abbringen lassen kann. Besonders die historischen Hintergründe habe ich sehr interessiert gelesen und die Schicksale der Familie Altmann lesen sich sehr lebendig. Man taucht tief in die Geschichte ein.


Der Roman wird in zwei Handlungssträngen erzählt. Die Dynastie der Altmanns beginnt 1927 mit Käthe Schlögel und ihren ersten Anfängen am Theater und wird in der Gegenwart 2015 zur Zeit der Dokumentation durch Enkelin Vera aufgearbeitet. Die vierte Generation wird durch Sophie vertreten.


Durch Veras Dokumentation über die Familie kommen einige Informationen ans Tageslicht, die sich mit Nazitum und Verfolgung befassen. Denn Käthe heiratet einen Juden.

Durch Mariannes Erzählungen erfährt der Leser Details über Käthe, sieht wie die Tochter eines einfachen Gemüsehändlers vom Glanz der Theaterwelt beeindruckt ist und gegen den Willen der Eltern ans Theater geht. In Prag gelingt ihr mit "Marianne" der große Durchbruch und von dort geht sie nach Berlin und feiert große Erfolge als Star der Vorkriegszeit bis sie sich in einen Juden verliebt.


Die familiären Einblicke zeigen die deutsch-österreichische Geschichte über 80 Jahre und man taucht tief in die Handlung ein, egal, ob es sich um glamoröses Theaterleben handelt, um Rivalitäten unter Kolleginnen beim Film oder um die aufkommende Bedrohung durch die Nationalsozialisten oder die Problematik des Zweiten Weltkrieges. Beate Maxian lässt die Leser eine Zeitreise miterleben, die berührt, fesselt und ausgesprochen gut unterhält. Besonders ein Zerwürfnis zweier Familien spielt eine große Rolle.


Käthe und ihr Traum vom Theater sind der Hauptangelpunkt des Romans, ihr Leben wird sehr anschaulich und lebendig gezeigt. Dagegen wirkt Marianne eher wie ein unbeschriebenes Blatt, auch wenn sie als Mittlerin zwischen Vergangenheit und Gegenwart fungiert. Vera hat sich ihrer Mutter zu fügen, doch sie glänzt als Mutter und Regisseurin und mit Sophie konnte ich nicht warm werden. Ihre Liebesgeschichte fiel im Verhältnis zum übrigen Roman etwas aus dem Rahmen.


Beate Maxian hat einen flüssigen und wunderbar bildhaften Schreibstil. Gespannt habe ich Kapitel um Kapitel gelesen und war besonders in der Schilderung von Käthes Leben gefangen. Sie lässt Eindrücke der Filmwelt entstehen, die man mit Schwarz-Weiß-Filmen und alten Schauspielern wie Hörbiger, Moser oder Martha Schneider verbindet.
Aber auch in der Gegenwart unterhält die Autorin gekonnt mit einer Menge Lokalkolorit und zeigt mit Sprache und Handlungsorten Wiener Flair.


Die Frauen dieser Familie zeigen ein Frauenbild Die gemeinsame Recherche, Aufarbeitung der Vergangenheit und die Verwirklichung des Films lassen sie noch mehr zusammenwachsen und Beate Maxian hat mit dem Schluss ihres Buches noch ein sehr schönes Finale für sie und den Leser geschaffen.



Dieser Roman begeistert mit einer faszinierenden Familiengeschichte mit historischem Hintergrund und Einblicken in die Welt des Theaters zur Zeit der UFA. Beate Maxian kann nicht nur Krimis, sondern auch unterhaltende Romane mit Tiefgang.