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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.11.2017

Ein umfangreiches und sehr informatives Buch für alle Liebhaber von Meisen.

Das verborgene Leben der Meisen
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Vögel faszinieren mich auf besondere Weise, gerade die kleinen Meisen sind mir ans Herz gewachsen. Denn sie bleiben im Winter und ich kann sie an meinem Futterhaus dann täglich beobachten. Und gerade ihr ...

Vögel faszinieren mich auf besondere Weise, gerade die kleinen Meisen sind mir ans Herz gewachsen. Denn sie bleiben im Winter und ich kann sie an meinem Futterhaus dann täglich beobachten. Und gerade ihr ausgeprägtes Familienleben macht sie den Menschen sympathisch.

Warum sollen wir uns für diese Tiere interessieren? Ganz einfach: Heimische Vögel sind unsere wichtigsten Bioindikatoren. Immer mehr Arten verschwinden, ein Grund mehr, sich mit ihrem Verhalten zu beschäftigen und zu versuchen, ihren Lebensraum und ihre Art zu erhalten.

Fogende Meisenarten gibt es:

Die auch hierzulande bekannten Blau- und Kohlmeisen, seltener die Tannen- und Haubenmeisen und dann die nordischen Arten der Weiden-, Sumpf- und Lapplandmeisen.

Andreas Tjernshaugen zeichnet auf lebendige Weise ein großartiges Bild aus der Welt der Meisen. Sie sind einzigartig und beeindruckend und ihr Verhalten wird meisterhaft gezeigt. Er hat eine bunte Mischung aus persönlichen Erlebnissen, Beobachtungen und den Erkenntnissen von anderen Forschern zusammengetragen und bringt dem Leser diese kleinen Vögel unterhaltsam näher. Dabei orientiert er sich hauptsächlich an den Gegebenheiten seiner Heimat, Norwegens.

Wenn Sachbücher so unterhaltsam erzählt werden, sind sie genau nach meinem Geschmack. Auf diese lockere Art kann man auch viel interessierter das Erzählte verfolgen als es bei richtig "drögen" Sachbüchern der Fall ist.
Die Intelligenz und Anpassungsfähigkeit dieser kleinen Vögel ist bemerkenswert und anhand dieses Buches kommt man immer wieder zu neuen Erkenntnissen und wird damit zum staunenden Beobachter gemacht.

Es gibt auch Tipps zur Fütterung und den Bau und die Aufhängung von Nistkästen, ferner zur Vogelbeobachtung und die Erkennung von Vogelrufen und Gesängen.

In einer Zeit, in der man den dramatischen Rückgang der Vogelbestände befürchtet, macht dieses Buch Hoffnung auf ein Weiterleben dieser kleinen gefiederten Freunde. Vögel sind intelligent und anpassungsfähig und ich hoffe, sie werden es schaffen, sich auch weiterhin in ihrem Lebensraum zu behaupten.

Dieses Sachbuch bietet einen unterhaltsamen und interessanten Einblick in das Leben der Meisen. Hobbyornithologen werden hiermit ihre Freude haben.

Veröffentlicht am 06.11.2017

Krimi mit Slapstickcharakter auffällt!

Grätenschlank
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"Mit dem richtigen Trommelfeuer an Marketing lässt sich eben alles verkaufen. Auch ein Fettzellenkillergel mit integriertem Hautstraffungsmodul für die jung gebliebene Frau im allerbesten Alter." Zitat ...

"Mit dem richtigen Trommelfeuer an Marketing lässt sich eben alles verkaufen. Auch ein Fettzellenkillergel mit integriertem Hautstraffungsmodul für die jung gebliebene Frau im allerbesten Alter." Zitat Seite 64

Dieser Krimi hat mich anfangs mit seinen kauzigen Figuren, vielen humorvoll bissigen Sprüchen und lockeren Wortspielen sehr für sich eingenommen. Miss Private Eye Hanna Hemlokk ist eine ganz besondere Frau, deren Gedanken man dank innerer Monologe gut mitverfolgen kann. Sie ist häufig ironisch und zeigt ihre Sicht auf hormongesteuerte Männer, diätsüchtige Frauen und andere Unsympathen.

Hinter der Story steckt die ausgefallene Idee, ein weibliches Opfer auf einer Betriebsfeier des FKK durch einen Champagnersäbel umbringen zu lassen. Ob Unfall oder Mord, das muss erst noch geprüft werden.
Die Ermittlungen führen Hanna in das Herrenhaus Hollbakken, in dem sich die FettKillerKompagnie getroffen hat. Es geht jedoch nicht nur um Gewichtsprobleme, sondern auch um andere Vorlieben, die die Teilnehmer hier ausüben.
Ich musste häufig schmunzeln, denn die Autorin legt ihren Figuren schon sehr amüsante Worte in den Mund. Im Ganzen wurde das aber schliesslich auch ermüdend und einfach zuviel des Guten. Ein paar weniger Geschwätzigkeiten bei den Befragungen hätten der Handlung gut getan.

Bei den Charakteren ist eine breite Palette aller Wesenszüge vertreten, ob Dandy, Callboy, blonde Hausfrau oder fürsorgliche Eltern, alles ist vertreten.
Die Krimiermittlung glänzt nicht durch hohe Spannung oder schwierige Täterfindung, dafür erlebt man aber die Schleswig-Holsteinische Gegend aus nächster Nähe mit, Ostsee, Fischbrötchen, Tee und Bootstour inbegriffen.

Mir haben die unnötigen Nebenhandlungen in Form von Schildkrötenentführung oder Mordversuch durch eine Gräte in einer Fischbulette ein wenig die Lust am Buch genommen, auch wenn ich es eigentlich gern gelesen habe.

Als Strandkorblektüre kann ich dieses Buch mit hohen Unterhaltungswert und reichlich Humor empfehlen, als reiner Krimi jedoch eher zu schräg.

Veröffentlicht am 06.11.2017

Gemächliche Ermittlung vor schöner Ostseeatmosphäre, dafür humorvoll ausgearbeitet.

Fisch und fertig
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"Natürlich hatte es einen Höllenärger gegeben. Der Reiseleiter hatte getobt wie Rumpelstilzchen auf Droge, während die Diebin bleich wie ein Grottenolm in sich zusammengesackt war." Zitat Seite 160

Nachdem ...

"Natürlich hatte es einen Höllenärger gegeben. Der Reiseleiter hatte getobt wie Rumpelstilzchen auf Droge, während die Diebin bleich wie ein Grottenolm in sich zusammengesackt war." Zitat Seite 160

Nachdem ich gerade den vierten Band dieser Krimireihe gelesen habe, waren mir die Personen inzwischen sehr vertraut. Es ist jedoch ein eigenständiger Band, für Neueinsteiger werden die personellen Verknüpfungen im Buch gut deutlich.

Wieder sind es die humorvoll bissigen Sprüche und die lockeren Wortspiele, die mir gut gefallen haben. Auch wenn ich die sehr gemächliche Ermittlung der Detektivin als zu kostenintensiv ansehe, so steht doch das Zwischenmenschliche eher im Fokus der Handlung. Miss Private Eye Hanna Hemlokk ist schon etwas speziell, aber sehr sympathisch. Auch ihre Schildkröten sorgen wieder für unterhaltsame Neuigkeiten.

Hanna Hemlokk ist nicht gerade eine Ermittlerin, die man auf gefährliche Fälle ansetzen würde. Sie beschäftigt sich auch eher mit kleinen Delikten. Doch mit diesem Todesfall geht sie sogar auf Mörderjagd. Dabei hat sie schon so ihre eigenen, etwas speziellen Methoden, bei denen man als Leser die Augen verdreht und auf guten Erfolg hofft. Ihre Internetrecherche hätte jedes Kind mit PC ebenso erledigen können. Auch schiebt sie ihre Nachforschungen immer wieder auf und verfängt sich in Nebensächlichkeiten oder geht erstmal einer Mahlzeit nach. Doch am Ende findet sie des Rätsels Lösung und enttarnt den Täter. Ein wenig Glück und Mithilfe ihrer Freunde ist da auf jeden Fall hilfreich.

Deswegen ist die Ermittlung auch eher unspektakulär und schon fast nebengleisig. Die Handlung führt durch die schöne Gegend nahe der Ostsee und zeigt die Essleidenschaft der Protagonistin. Dorsch, Aal und Maräne sind die schmackhaften Ergebnisse der Küstennähe und auch sonst ist der Tisch bei Hanna immer reich gedeckt. Das wissen auch ihre Freunde, die ebenso nette Typen sind und genauso zur Beschaulichkeit der Situation beitragen.

Einige Szenen erschienen mir etwas langatmig, die Spannung ist nicht sehr ausgeprägt, doch bei dieser Reihe darf das den Leser nicht stören.

"Fisch und fertig" hat mich humorvoll unterhalten und daher vergebe ich gute 3 Sterne. Für eine Strandkorblektüre an der See eine geeignete Lektüre, die Appetit auf diverse Fischgerichte macht.

Veröffentlicht am 06.11.2017

So koche ich am liebsten, schnell und ohne großen Aufwand mit wenig Zutaten! Mein neues Lieblingskochbuch!

Björn Freitag – Smart Cooking
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Björn Freitag kenne ich von seinen Kochauftritten im TV. Obwohl er ein Sternekoch ist, so finden sich in seinen Beiträge doch immer bodenständige Gerichte und er wirkt als Typ immer sehr natürlich und ...

Björn Freitag kenne ich von seinen Kochauftritten im TV. Obwohl er ein Sternekoch ist, so finden sich in seinen Beiträge doch immer bodenständige Gerichte und er wirkt als Typ immer sehr natürlich und normal. Umso gespannter war ich auf sein neues Kochbuch "Smart Cooking", denn auch wenn ich gern koche, so mag ich keine großen Experimente und eher die einfache Landhausküche. Einfach Kochen, geht das? Wir werden sehen!

Mit "Smart Cooking" trifft er genau meinen Kochgeschmack. Einfache Zutaten, wenige Handgriffe und Kochutensilien und dennoch schmackhafte Küche wird hier geboten. Zwar gibt es einige sehr einfache Gerichte, wie Toast und Würstchen im Schlafrock, die kann aber auch der blutigste Anfängerkoch zubereiten. Ansonsten findet sich unter einer große Vielfalt an Gerichten für jeden Geschmack etwas. Die Gerichte sind hübsch angerichtet, die Fotos überzeugen schon allein vom Anblick und machen Appetit. Auch die Anleitungen sind gut verständlich und klar beschrieben und es werden nur bekannte Zutaten verwendet. Hier gibt es kein Chichi, sondern nur bodenständige Küche und einige vorbereitete Produkte aus der Convenience Küche wie Tiefkühlware oder Trockenprodukte.

Es geht los mit einer Basicsliste. Raffiniert erscheint hier die Zutatenaufteilung in Basics und frische Zutaten. Das erleichtert das Einkaufen auf einen Blick.

Einfaches mit Fleisch: Rindergulasch mit Rotwein, Rinderfilet, Bratwurst und Chili. Von fein bis alltäglich ist alles dabei.

Sauerkraut mit Mango und Kassler klingt toll. Würstchen im Schlafrock finde ich etwas abgedroschen. Lamm mit Aubergine ist dagegen moderner. Es fehlen häufig die Beilagen, wie bei den Kalbsrouladen, aber die stellen ja keine großen Anforderungen an die Fähigkeiten eines Kochs.

Einfaches mit Geflügel: Brokkoli, Bergkäse und Hähnchenschinken, das klingt pikant und dennoch simpel. Blumenkohl, Hähnchen mit Cachewkernen in Kokosmilch möchte ich definitiv nachkochen.

Einfaches mit Gemüse: Pilze mit Schupfnudeln

Einfaches mit Fisch und Meeresfrüchten: Zander, Shrimps oder Gambas, geräucherte Forelle, Bananen Curry mit Blumenkohl und Lachs oder aber der gute alte Brathering... Wer hier nichts findet, dem ist nicht zu helfen.

Einfache Suppen und Salate:

Bei der Zitronengras-Curry-Garnelen Suppe zeigt sich der Sternekocheinfluss schon eher. Der Salat aus Nordseekrabben mit Eiern, Avocado und Feldsalat punktet schon allein durch die norddeutschen Krabben.

Grundrezepte:

Nudeln, Pesto, Puffer, Pizzateig, über ein paar Grundkenntnisse sollte jeder Hobbykoch verfügen.

In diesem Kochbuch zeigt der Sternekoch, wie einfach Hausmannskost sein kann, lecker aussehen und schmecken natürlich ebenfalls.

Ohne großen Aufwand kann man schnell, einfach und köstlich kochen. Dieses Buch erhält meine volle (Koch-) Sternezahl! Wer ein neues Lieblingskochbuch sucht, der sollte sich dieses Werk einmal ansehen!

Veröffentlicht am 06.11.2017

Interessantes Debüt: wild, jung und exzessiv, aber ein bittersüßer Nachgeschmack bleibt.

Sweetbitter
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"Bei Geschmack, sagte Chef, geht es immer um Ausgewogenheit.Das Saure, das Salzige, das Süße, das Bittere. Deine Zunge verfügt jetzt über die entsprechenden Codes." Zitat Seite 25

In "Sweetbitter" verarbeitet ...

"Bei Geschmack, sagte Chef, geht es immer um Ausgewogenheit.Das Saure, das Salzige, das Süße, das Bittere. Deine Zunge verfügt jetzt über die entsprechenden Codes." Zitat Seite 25

In "Sweetbitter" verarbeitet Stephanie Danler ihre eigenen Lebenserfahrungen aus der Welt der Gastronomie. Sie führt dem Leser vor Augen, welch rauer Ton in dieser Branche herrscht und wie hart der Job als Kellnerin ist. Gleichzeitig zeigt sie wie Essen in feinen Restaurants zelebriert wird, die Nahrungsaufnahme wird zum Genuss erhoben. Mit ihren köstlich beschriebenen kulinarischen Genüssen schärft sie die Sinne des Geschmacks und erklärt die unterschiedlichen Wirkungen auf die Geschmacksknospen und gibt Einblicke in edle Weine und Servierkunde.
Denn als Gast möchte man verwöhnt werden, dazu gehört neben einem guten Essen mit passenden Weinen auch ein angenehmer Service.

"Die Gastfreundschaft schien ihnen angeboren zu sein. Die Bedürfnisse anderer hatten Vorrang, ihr Service war mehr als bloße Illusion, er ist ein wahrhaftiger Ausdruck von Empathie. Allein für dieses Gefühl, für das Gefühl, dass man sich um sie kümmerte, kamen die Leute immer wieder. " Zitat Seite 130

Tess möchte New York erleben, doch sie ist mittellos und braucht als erstes einen Job. Als Hilfskellnerin taucht sie in die Gastro-Szene ein und gibt sich den Verführungen der Großstadt hin. Sie ist eine Unschuld vom Lande und vieles ist für sie neu, doch sie probiert alle sich ihr bietenden Verlockungen aus: Alkohol, Sex und Drogen. Sie nimmt alles mit. Zu ihren Kollegen, der Kellnerin Simone und Barkeeper Jake, hat sie ein besonderes Verhältnis.

Der Autorin nimmt man ihre persönliche Hommage an den Genuss anhand ihrer bildhaften Darstellung der Austern, Gerichte und Weine authentisch ab. Man merkt ihr diesbezüglich ihr Wissen an und taucht in diese Szene der Edel-Restaurants mit ein. Ich habe die Geschmacksexplosionen von Süß, Sauer, Bitter und Salzig gut mitempfinden können und sie genossen.

So wunderbar die Genussdetails auch auf mich gewirkt haben, das wilde, exzessive Leben der Mitarbeiter konnte mich nicht mitreissen. Ständig war die berufliche Belastung an ihrer Höchstgrenze, Tess hat scheinbar kaum Freizeit und wenn, erlebt sie die im Rausch oder auf Drogen. Ich konnte mich nicht so sehr in sie hinein versetzen, sie blieb mir fremd und auch ihre Beziehung zu Jake entwickelt sich seltsam und reichlich oberflächlich. In diesem Jahr in New York scheint sich Tess nicht sehr viel weiter entwickelt zu haben, sie erlebt, sie geniesst, sie leidet und am Ende ist man froh, dass sie ihre Drogeneskapaden auch überlebt.

Mir erscheint dieser Roman wie ein Blick vor und hinter die Kulissen der Gastronomie. Der zahlende Gast geniesst seinen geregelten Tagesablauf mit einem guten Essen, die dienstbaren Geister leben allerdings mit ihren späten Arbeitszeiten eher neben der Normalität.


Da mich die Handlung nicht ganz überzeugen konnte, bleibt mit diesem Debüt ein bittersüßer Nachgeschmack. Es ist dennoch ein interessantes Buch, dem man die wilde Lust auf das Leben anmerken kann.