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Veröffentlicht am 10.05.2023

Ein berührender Roman mit Liebe, Trauer und ganz viel Italienflair

Ein Sommer in Italien
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Der Roman "Ein Sommer in Italien" von Autorin Rebecca Serle erscheint im

Der Tod ihrer Mutter Carol lässt die Amerikanerin Katy in ein tiefes Loch fallen, für sie war ihre Mutter engste Vertraute und ...

Der Roman "Ein Sommer in Italien" von Autorin Rebecca Serle erscheint im

Der Tod ihrer Mutter Carol lässt die Amerikanerin Katy in ein tiefes Loch fallen, für sie war ihre Mutter engste Vertraute und Ratgeberin im Leben. Gerade jetzt hätte Katy den Rat ihrer Mutter so nötig, denn in ihrer Ehe mit Eric kriselt es. Außerdem hatten Mutter und Tochter eine Reise nach Positano geplant, die sie nun nicht mehr gemeinsam erleben können. Carol wollte Katy den Ort zeigen, wo sie einen magischen Sommer vor ihrer Ehe erleben durfte. Katy entschliesst sich, nun allein an die Amalfiküste zu reisen und den Zauber der Gegend und ein Gefühl für die glückliche Jugendzeit ihrer Mutter zu erleben. Im Urlaub geschieht ein Wunder, Katy fühlt sich in die Zeit zurückversetzt und erlebt die Zeit mit der jungen Carol, die sie bei ihrer Reise begleitet und ihr neue Einblicke in ihr Leben gewährt.

Dieser Roman hat mich mit der Story einfach bezaubert, denn in die Jugendzeit der Mutter eintauchen zu können, ist eine ganz wunderbare Idee, um sie auch besser verstehen zu können. Ich habe den Roman an einem Tag ausgelesen, nur weil ich wissen wollte, wie er ausgeht. Und obwohl ich keine Freundin von mystischen Momenten und Erlebnissen bin, konnte ich mich mit dieser zauberhaften Idee anfreunden. Man muss sich allerdings erst einmal darauf einlassen.

Gemeinsam mit Katy lernen wir die junge Carol kennen, wie sie lebenshungrig und voller Elan als Architektin die Pläne für ein Hotel erstellt. In der Geschichte kann Katy ihre Mutter als junge Frau miterleben und als Freundin gewinnen und wird selbst von dem Zauber der Gegend und dem Lebensgefühl mitgerissen. Gleichzeitig weiß sie aber auch, dass ihre Mutter bereits tot ist und versucht, die neu gewonnene Zeit zu genießen. Sie hat aber auch an ihrer kriselnden Ehe zu knabbern, lernt einen interessanten Mann kennen und überdenkt ihr Leben und ihre Entscheidungen.

In diesem Roman setzt man sich auf eine schöne Weise mit der Trauer auseinander und erlebt an Katys Seite, wie man diese Gefühle heilen kann. Das Gefühl, hier in Positano ihrer Mutter wieder näher zu sein und die gemeinsam geplante Reise nun doch erleben zu können, macht zufrieden und glücklich.

Die Autorin hat in "Ein Sommer in Italien" ganz wunderbar den Zauber Italiens eingefangen. Bei den vielen leckeren mediteranen Speisen, die Katy hier probieren darf, kommen bei mir sofort Erinnerungen an die Geschmacksexplosion der italienischen Küche hoch, die ich dort auf dem Teller hatte und die für unvergleichlichen Genuss gesorgt haben. Diese kulinarischen Momente hat die Autorin ihren Protagonisten sehr häufig angedeihen lassen, es wurde viel und gut gegessen und getrunken und ich hatte diese Gerichte auch bildhaft vor Augen. Und dank der wunderschönen Landschaftsbilder rund um Positano kann man das italienische Flair fühlen und intensiv miterleben, das weckt Urlaubssehnsucht und macht den Roman so stimmungsvoll.

Die Erzählweise wirkt gefühlvoll, frisch und lebendig, sie umschreibt die Szenerie sehr bildhaft und lässt uns in das Lebensgefühl der jungen Carol eintauchen. Was wäre in ihrem Leben anders gelaufen, wäre sie hier in Positano geblieben? Eine Frage, die sich ihre Tochter nun auch stellt und sich fragt, ob sie ihre Mutter überhaupt richtig gekannt hat. In dieser Reise nähert sie sich ihrer Mutter an und lässt sie gehen, aber doch immer noch ein Teil von sich sein. Ein schöner Gedanke, der mich glücklich gestimmt hat.


Dieser zauberhafte Roman wartet mit einer ganz besonderen Liebesgeschichte auf und lässt uns an einer wunderbaren Reise teilhaben, die das Leben feiert.

Veröffentlicht am 09.05.2023

Ein inspririerendes Buch mit der faszinierenden Wirkung von Aquarell-Effekten

Aquarell-Effekte
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Im EMF Verlag erscheint das Lexikon "Aquarell-Effekte" von Urte Zimmermann, darin stellt sie in Step bei Step Anleitungen 44 Techniken für alle Motivwelten der Aquarell-Malerei vor.

Die Künstlerin Urte ...

Im EMF Verlag erscheint das Lexikon "Aquarell-Effekte" von Urte Zimmermann, darin stellt sie in Step bei Step Anleitungen 44 Techniken für alle Motivwelten der Aquarell-Malerei vor.

Die Künstlerin Urte Zimmermann alias @elfenrosengarten begeistert mit ihren wunderschönen und jahreszeitlichen Aquarellen seit Jahren ihre Community. In ihrem Buch zeigt sie Interessierten, wie man die Aquarell-Malerei lernen und dank 44 unterschiedlicher Effekte und Techniken variationsreich darstellen kann.
Schon länger verfolge ich den Blog von Urte Zimmermann und bewundere dort ihre wunderschönen Aquarelle, deren Motive sie als Blumenliebhaberin überwiegend in der Natur findet. Auf ihren Gemälden stellt sie Blumen, Blüten, Landschafts- und Gartenansichten in farbgetreuen, harmonischen Ansichten dar, die man gerne betrachtet und Lust bekommt, selbst mal zu Pinsel und Farbe zu greifen. In diesem Buch erklärt sie die wichtigsten Grundlagen zur Aquarell-Malerei und regt mit ihren besonderen Effekten dazu an, zauberhafte Motive selbst zu malen.

Urte Zimmermann verwendet für besondere Effekte ihrer Kunstwerke Dinge wie Kaffee, Folie, Blattgold oder Maskierflüssigkeit und sie zeigt, wie man damit bereits bei einfachen Aquarellbildern beeindruckende Kunstwerke entstehen lassen kann.

Angesprochen fühlen dürfen sich Anfänger oder Fortgeschrittene, denn es werden Grundkenntnisse vermittelt und für Könner werden die vielen Tipps für besondere Effekte ein Quell zahlreicher Malideen sein.

Lehrreich werden die 44 Effekte anhand praktischer Übungen in insgesamt 18 Step-by-Step Anleitungen vorgestellt. Damit bekommt man die wesentlichen Schritte auf einfachste Weise beigebracht und erzielt schnell die schönsten Effekte und aussagekräftige Bilder. Was man als Material benötigt, wird ebenfalls aufgeführt und so steht der eigenen Anfertigung wunderschöner Aquarellbilder nichts mehr im Wege.

Das Buch ist folgendermaßen aufgebaut:

- Arbeitsplatz und Material (Farben, Stifte, Papier, Pinsel...)

- Grundlagen und Theorie (Motivsuche, Bildkomposition wie Form, Linien, Haptik, Raum und Farbe)

- Grundtechniken (Kolorieren, Lavieren, Nass-in-Nass-Technik) und Effekte (Ausblühungen, Maskierungen, Strukturen), außerdem interessante Mixtechniken mit Bleistift, Kohle oder Kreide.

- Ideen und Motive (dazu stellt die Künstlerin 18 ihrer Bilder vor, die in drei Schwierigkeitsstufen als Inspiration dienen sollen)

Durch die wunderschönen Bilder wird man angeregt, selbst kreativ zu werden und kann sich mithilfe der Anleitungen auch an schwierige Gemälde heranwagen. Mit etwas Übung und Geschick entstehen so eigene Kunstwerke, von deren Umsetzung man vorher nicht zu träumen gewagt hätte.
Dieses wunderschön bebilderte Buch zeigt die Basics zum Selbermalen, erklärt die Motive Schritt für Schritt und so kann man die eigene Aquarell-Malerei je nach Voraussetzung mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden langsam steigern. Lass dich von diesen Aquarell-Effekten verzaubern und inspirieren!

Veröffentlicht am 08.05.2023

Eine tragische Heldin, die mich leider nicht überzeugt hat

Die unglaubliche Grace Adams
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Im Ullstein Verlag erscheint Fran Littlewoods Roman "Die unglaubliche Grace Adams".

Grace Adams ist an einem heißen Sommertag mit dem Auto auf dem Weg zur Geburtstagsfeier ihrer Tochter Lotte, doch sie ...

Im Ullstein Verlag erscheint Fran Littlewoods Roman "Die unglaubliche Grace Adams".

Grace Adams ist an einem heißen Sommertag mit dem Auto auf dem Weg zur Geburtstagsfeier ihrer Tochter Lotte, doch sie kommt einfach nicht weiter, lange Staus halten sie auf und so schlägt sie sich zu Fuß durch. Dabei läuft sie sich nicht nur Blasen, sie lässt auch die vergangenen Lebensjahre Revue passieren. Und diese Zeit war nicht sehr einfach, deshalb ist die Familie auch daran zerbrochen.

Bei diesem Roman war ich gespannt, was ich über die "unglaubliche" Grace Adams erfahren würde. Die Handlung fängt schon sehr interessant an, in Rückblenden wird man über Vorgänge und Erlebnisse in der Vergangenheit informiert und kann sich im Lauf der Handlung allmählich ein Bild über Graces Leben machen.

Als sensationelles Sprachtalent hatte Grace Adams eine unglaubliche Karriere vor sich, sie hatte eine Stelle als Moderatorin in einer Fernseh-Show. Wenn man so will, war sie ein Shooting-Star, aber dann verliebte sie sich und eine ungewollte Schwangerschaft lenkte ihr Leben in eine andere Richtung. Inszwischen ist Grace 45 Jahre alt, unglücklich mit ihrem Äußeren, sie steht vor den Wechseljahren und lebt verlassen von Mann und Tochter und fühlt sich schrecklich allein. Sie wünscht sich ihr altes Leben zurück.

Die Geschichte wird sehr locker mit absurden Situationen und umgangssprachlichen Dialogen erzählt, die Sätze wirken kurz und dadurch etwas abgehackt und der Erzählstil ist recht einfach gehalten.

Die inhaltliche Ausarbeitung bringt tiefer gehende Themen mit sich und lässt Einblicke in Graces Leben zu, die ihr Verhalten besser verstehen lassen. Aber trotzdem konnte mich die Geschichte stellenweise nicht richtig fesseln und die vielen nicht immer klar einzuordnenden Zeitsprünge haben es mir zusätzlich schwer gemacht.

Da die Gründe für die Risse in der Familie erst zum Ende der Geschichte richtig aufgelöst werden, konnte ich auch nicht so richtig mit Grace mitfühlen. Und ich habe es nicht verstanden, dass in der Familie so wenig über die Probleme gesprochen wurde.

Was mich berührt hat, ist die Tatsache, wie Grace versucht, sich durch die Schwierigkeiten mit ihrem Mann, ihrer zerbrochenen Ehe, der Beziehung zu ihrer Tochter und der verpatzten Karriere hindurch zu kämpfen. Aber wenn man dabei die eigene Trauer und Gefühle ignoriert, kann das einfach nicht gut gehen. Und man erfährt auch, was sie selbst getan hat, dass die familiäre Situation nicht mehr funktionierte.

Der Roman spricht wichtige Themen an, die mich nachdenklich gemacht haben. Doch die zeitlichen Sprünge und die vielen Nichtigkeiten haben es mir sehr schwer gemacht, bis zum Ende an Grace Adams Seite zu bleiben.


Ein turbulenter Roman, der mit einem Mix aus Tiefgründigkeit, Humor, Alltagsleben und Trauer aufwarten kann. Leider wirkt er durch die zeitlichen Sprünge manchmal etwas verworren.

Veröffentlicht am 06.05.2023

War mir ein bißchen zuviel Drama

Die Frauen der Villa Sommerwind. Das Glück am Horizont.
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Der historische Roman "Die Frauen der Villa Sommerwind - Das Glück am Horizont" ist das Debüt von Anna Husen und erscheint im Knaur Verlag.

Timmendorf 1903: Henriette ist 22 Jahre alt und hat einen Abschluss ...

Der historische Roman "Die Frauen der Villa Sommerwind - Das Glück am Horizont" ist das Debüt von Anna Husen und erscheint im Knaur Verlag.

Timmendorf 1903: Henriette ist 22 Jahre alt und hat einen Abschluss an der Hotelfachschule, der sie befähigt, ihrem Vater in Timmendort bei der Führung des Hotels Villa Sommerwind zu helfen. Hennies Mutter starb bei der Geburt ihres jüngeren Bruders und seitdem haben die Geschwister ein enges Verhältnis. Henriette verliebt sich in den Fischersohn Ole, doch es ist eine Liebe, die Hennies Vater nicht für sie vorgesehen hat. Sie soll den standesgemäßen Eduard Graf heiraten.

Die Geschichte wird mit bildhaften Beschreibungen erzählt, es gibt emotionale und spannungsgeladene Momente, schicksalshafte Wendungen und einige dramatische Szenen, die aus Eifersucht, Sehnsucht und Einsamkeit heraus erwachsen.

In diesem Roman ist Hennie die Hauptfigur, ich konnte mit ihr mitfühlen und leiden. Aber ich habe ihr auch nicht ganz abnehmen können, dass sie eine emanzipierte junge Frau ist, die sie aufgrund ihrer damals unüblichen Ausbildung ja sein sollte. Trotz aller Verantwortung, die sie für ihre Familie übernimmt, fand ich sie nicht so tatkräftig, das Thema Liebe stand meistens im Vordergrund. Meine Sympathieträgerin war ihre Freundin Mareike, die immer besonnen, einfühlsam und hilfsbereit auftritt und stets die rettende Kraft im Trösten und Unterstützen einnimmt.

Passend zu der Handlungszeit wird der Ausbruch des 1. Weltkriegs in der Handlung thematisiert, die historischen Hintergründe werden aber nur kurz gestreift. Von den Kriegserlebnissen zeugen die Gefallenen und verletzten Heimkehrer, die erahnen lassen, wie schrecklich der Krieg für alle Beteiligten war.

Leider bekommt man von Timmendort als Schauplatz des Geschehen nicht sehr viel mit, da habe ich mir schon etwas mehr Ostseeflair erhofft. Und auch der Hotelbetrieb läuft fast unsichtbar nebenher, es wird nicht ersichtlich, wie engagiert Hennie dort während der Kriegsjahre den Betrieb leitet. Das hätte man etwas mehr herausstellen können.

Insgesamt gesehen geht es im Roman um Höhen und Tiefen der Gefühle. Vor allem um eine unerfüllte, sehnsüchtige Liebe, um Verantwortung für die Familie, um Hoffnung, Zuversicht und leider auch um Streitigkeiten und verletzte Gefühle. Das Ende war für mich ziemlich vorhersehbar und wird dann ziemlich schnell abgehandelt. Außerdem kommt es in dieser sehr dramatisch angelegten Story dann doch ein wenig zu harmonisch und positiv daher. Aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache!

Der unterhaltsame, emotionsreiche Roman bietet eine schicksalshafte Geschichte, die eine Familie in Timmendorf in Trauer und Freude, in Schmerz und Glück begleitet.

  • Einzelne Kategorien
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.05.2023

Gute Unterhaltung, hat aber noch Luft nach oben

Sehnsucht nach dem Dünenhof
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"Sehnsucht nach dem Dünenhof" spielt auf Föhr und ist der erste Teil der historischen Familien-Saga von Anke Petersen, die im Knaur Verlag erscheint.

Anni ist Kinderkrankenschwester in der Charité ...

"Sehnsucht nach dem Dünenhof" spielt auf Föhr und ist der erste Teil der historischen Familien-Saga von Anke Petersen, die im Knaur Verlag erscheint.

Anni ist Kinderkrankenschwester in der Charité und begleitet eine Kindergruppe zur Erhohlung auf die Insel Föhr. Auf Föhr hat sie ihre Kindheit verbracht und freut sich nun auf das Inselleben. Kaum ist sie angekommen, stirbt ihr Großvater, zu dem sie seit ihrem Wegzug keinen Kontakt mehr hatte. Er vererbt ihr seinen alten Friesenhof und sie möchte Stadtkindern dort die Möglichkeit zur Erholung bieten. Der Hof mit Garten liegt in Strandnähe und wäre perfekt für so ein Heim. Ihre Idee findet praktische Unterstützung durch die Dorfbewohner. Und Anni verliebt sich in den Dorflehrer Martin. Es könnte alles so schön sein, doch dann bricht einiges auf sie herein.

Nachdem mir "Hotel Inselblick" von Anke Petersen so gut gefallen hatte, wollte ich auch ihre neue historische Reihe lesen, die auf Föhr spielt. Das Interesse für manche Geschichten hängt immer sehr von den Protagonisten ab, wird man mit ihnen nicht gleich warm, hat es das Buch schwer, sich beliebt zu machen. Leider war das auch bei "Sehnsucht nach den Dünenhof" so.

Der Schreibstil von Anke Petersen lässt sich gut lesen, bei der Beschreibung der Handlung geht sie meiner Meinung nach aber dann doch etwas zu detailverliebt vor. Das hemmt die Spannung und sorgt für unnötige Längen, die in einem Roman gut austariert sein müssen. Dafür hat mich die Atmosphäre auf Föhr ganz wunderbar mitgenommen und lockte mich mit dieser Inselliebe.

Die Charaktere der Insulander Föhrs sind vielseitig gezeichnet, man kann sie sich gut vorstellen und erlebt, wie tatkräftig sie Anni bei der Umsetzung ihres Traums vom Kindererholungsheim unterstützen. Diese Hilfe fand ich schon fast zu übertrieben, denn trotz aller dramatischen Schwierigkeiten und Hürden, ging alles immer glatt, dabei hatte jeder zu der damaligen Zeit genug daran, sein eigenes Päckchen zu tragen.

Annis Traum passt nicht so recht mit ihren Fähigkeiten zusammen, sie ist zwar als Kinderkrankenschwester den Umgang mit Kindern gewöhnt, aber ein Heim zu führen, ist eine ganz andere Aufgabe und bedeutet viel Verantwortung. Deshalb wirkt sie recht naiv auf mich und ich hatte das Gefühl, das Vorhaben hat sie auch überfordert. Irgendwie geht hier vieles zu glatt, es gibt einige Schwierigkeiten, die dann aber doch immer wieder gibt. Als Anni Martin kennenlernt, deutet sich schon eine Liebesgeschichte an, die dem Roman noch eine emotionale Note verleiht.

Bei diesem Roman wurde ich mit der Protagonistin nicht ganz warm, dafür überzeugte mich aber das wunderbare Inselflair und die Idee von der Errichtung eines Kinderheims.