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Veröffentlicht am 17.09.2022

Fesselnder Urlaubskrimi und Reihenauftakt mit Nordseeflair

Halligmord (Ein Minke-van-Hoorn-Krimi 1)
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"Halligmord" ist der Auftakt der Minke-van-Hoorn-Krimi-Reihe von Greta Henning, die im Ullstein Verlag erscheint.

Auf der kleinen Hallig Nekpen wird nach einem Herbststurm ein Skelett freigelegt und Minke, ...

"Halligmord" ist der Auftakt der Minke-van-Hoorn-Krimi-Reihe von Greta Henning, die im Ullstein Verlag erscheint.

Auf der kleinen Hallig Nekpen wird nach einem Herbststurm ein Skelett freigelegt und Minke, die gerade neu als Kommissarin nach Friesland gekommen ist, soll den über dreißig Jahre zurückliegenden Fall aufklären. Was ist damals geschehen? Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn zusätzlich zu dem Mordfall hält Minke eine Entführung in Atem.



Mit "Halligmord" startet Greta Henning ihre neue Krimireihe um die Kommissarin Minke van Hoorn, die in die Fußstapfen ihres verstorbenen Vaters tritt. Angesiedelt auf den Halligen in der Nordsee ist dieses Buch ein Handlungsort mit besonderem Flair und der ständigen Gefahr von Sturmfluten.

Minke ist eine entschlossene, zielstrebige Person, sie engagiert sich in ihrer Freizeit als Watt-Rangerin und Robbenretterin und hat bei ihrem neuen Fall mit den alteingesessenen Familien auf Nekpen zu kämpfen, die die Ermittlung behindern und wohl etwas zu verbergen haben. Als der Sohn des alten Deichgrafen verschwindet, gewinnt die Ermittlung an Brisanz.

Leider ist ihr Kollege Klaus, ein waschechter Friese, der bald pensioniert wird, Minke keine große Hilfe, er möchte die letzten Arbeitstage lieber mit der Vorbereitung seines Ausstandes verbringen als die Aufklärung des Verbrechens zu unterstützen. Doch Minke kämpft sich wacker durch alle Hindernisse und bringt immer mehr Zusammenhängs ans Licht, die das Verbrechen vor über 30 Jahren erklären können.

Der Krimi liest sich durch den flüssigen und situationsbeschreibenden Stil sehr lebendig, die Charaktere werden mit ihren besonderen Eigenheiten erkennbar dargestellt und der mysteriöse alte Fall, sowie der aufkommende Sturm sorgen für düstere Szenen, die der Handlung eine bedrohliche Stimmung verleihen. Außerdem würde eine Sturmflut auch alle Spuren beseitigen, die Minke jetzt noch zu dem Vermissten führen könnte.

Greta Henning legt bei diesem undurchsichtigen Fall immer wieder falsche Fährten, die etwaige Schlussfolgerungen über den Haufen werfen. Wer verschweigt hier etwas und warum wurde der Tote ermordet? In Rückblenden erfahren wir einzelne Puzzleteile, die am Ende sehr schlüssig aufgeklärt werden und deutlich machen, wieso Menschen zu Mördern werden können.

Ein atmosphärischer und fesselnder Nordseekrimi mit Hallig-Atmosphäre, der mich gut unterhalten hat.

Veröffentlicht am 16.09.2022

Fesselnd, atmosphärisch und wieder recht brutal

Blinde Furcht
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"Blinde Furcht" ist der 13. Band der Amish-Thriller-Reihe von Linda Castillo der Fischer Verlage.

Als Kate Burkholder zu einem Tatort in Painters Mill gerufen wird, wartet die übel zugerichtete Leiche ...

"Blinde Furcht" ist der 13. Band der Amish-Thriller-Reihe von Linda Castillo der Fischer Verlage.

Als Kate Burkholder zu einem Tatort in Painters Mill gerufen wird, wartet die übel zugerichtete Leiche einer jungen Frau auf sie, Kate ist geschockt, denn sie kennt das Opfer von früher. Es ist Rachael Schwartz, eine unbeugsame und rebellische junge Frau, die sich vor zehn Jahren von ihrer Familie und der Amish-Gemeinde abgewandt hat. Warum ist sie nun in ihre Heimat zurückgekehrt und wer wollte sie aus dem Weg räumen?


Diese Reihe ist immer wieder spannend, weil sie uns neben einer Mordaufklärung das Leben der Amischen und deren Werte und Lebensvorstellungen näher bringt. Rachael hat sich gegen diese Lebensweise entschieden, aber warum kehrt sie jetzt zurück? Kates Ermittlungen gestalten sich schwierig, denn es gibt etwas in Rachaels Vergangenheit, über dass die Bewohner von Painters Mill schweigen. Es dauert eine Weile bis Kate erfährt, dass Rachael ein Enthüllungsbuch über das Leben in einer Amish-Gemeinde geschrieben hat. Wollte sich der Mörder für eine bestimmte Äußerung darin rächen?

Die flüssig erzählte Story wird aus verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen gezeigt, in Rückblenden erleben wir Vorgänge aus Rachaels Jugend. Das schafft einen gelungenen Spannungsaufbau, dem man sich nicht entziehen kann. Die Ermittlungen sind mit Befragungen und neuen Erkenntnissen gespickt, einige Wendungen sorgen für fesselnde Momente. Immer wieder erfahren wir interessante Fakten aus dem Leben der Amishen, die diese Lebensweise und ihre Einschränkungen deutlich machen. Kate kommt dem Geheimnis Rachaels auf die Schliche und bringt sich damit selbst in Gefahr. Es gibt eine sehr dramatische Schlusshandlung, in der es ziemlich brutal zugeht und bei der ich mich wirklich gefragt habe, wieso Kate bisher schon so viele Übergriffe ohne bleibende Schäden überlebt hat.

Das Motiv für den Täter erklärt die Absicht, aber für mich war das in ihrer Brutalität ein völlig überdimensionierter Mord. Diese Gewalt und das überdramatisiert dargestellte Ende war in meinen Augen absolut übertrieben, weshalb ich einen Stern abziehe.

Linda Castillo hat mit ihrem Einsatz für die Gerechtigkeit gekämpft, ihr Partner John Tomasetti taucht in diesem Band nur am Rande auf und es wird mehr Augenmerk auf den neuen Fall gelenkt. Das Privatleben wird dieses Mal nicht näher beleuchtet, was aber auch nicht unbedingt der Fall sein muss.

Dieses Buch zeigt sehr brutale Szenen, ich konnte gut nachvollziehen, dass Kate diesen Fall unbedingt aufklären wollte. Die überraschenden Wendungen haben mich ans Buch gefesselt und der geschickt konstruierte Plot hat mir Gänsehaut beschert und mich gepackt.

Ein toller Fall der Reihe, der Einblick in das besondere Leben der Amishen gewährt und mit einer spannenden Handlung fesseln kann.

Veröffentlicht am 15.09.2022

Vom Alltagstrott in ein neues Leben

Dolce Vita ohne Dieter
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Cristina Externest ist die Autorin des heiteren Romans "Dolce Vita ohne Dieter" aus dem Goldmann Verlag.

Susanne Klein hat die Nase voll von ihrem öden Alltag mit ihrem Mann Dieter, der Steuerberater ...

Cristina Externest ist die Autorin des heiteren Romans "Dolce Vita ohne Dieter" aus dem Goldmann Verlag.

Susanne Klein hat die Nase voll von ihrem öden Alltag mit ihrem Mann Dieter, der Steuerberater ist und für den Susanne die Hemden bügelt. Sie ist das Heimchen am Herd und darf auch noch Hund und Kinder ihrer Schwägerin ertragen. Das Maß ist voll, als Dieter ihr zum vierzigsten Geburtstag eine Küchenmaschine schenkt. Sie hatte sich eine Kurzreise gewünscht, leider ist Dieter auf dem Ohr taub. Als Dieter sie mit der jungen Vanessa betrügt, zieht Susanne die Reißleine, sie schnappt sich Dieters Kreditkarte und reist nach Florenz, wo sie ihr Leben mal so richtig genießt. Denn Shoppen, Luxushotel und Vergnügungen gehen am besten ohne Dieter!



Der Roman beschreibt das langweilige Leben von Susanne, die mit dem Langweiler Dieter verheiratet ist und ihm den Haushalt führt. Sie erledigt die Einkäufe, kocht, putzt und bügelt seine Hemden und bekommt zum Dank eine Brotbackmaschine zum vierzigsten Geburtstag. Dabei hat sie immer mal wieder den Wunsch nach einer Italienreise erwähnt. Sie lernt Vanessa kennen, der Dieter scheinbar nicht widerstehen kann. Susanne will mehr von ihrem Leben und fliegt nach Florenz. Ihre Reisebegleitung hat mich wirklich überrascht, mit der Widersacherin gemeinsame Sache zu machen ist äußerst ungewöhnlich, aber in diesem Fall sehr, sehr lustig. Die Frauen lassen die Kreditkarte glühen, bis Dieter es schließlich auch bemerkt und... Mehr möchte ich nicht verraten.

Ich wurde von dem locker-leichten Schreibstil und der amüsanten Geschichte mitgerissen und habe für Susanne gehofft, dass sie noch ihre persönliche zweite Chance finden würde. Und ich habe mich richtig gut amüsiert.

Die Autorin hat mit den etwas übertriebenen Aktionen ihrer Protagonistinnen immer wieder humorvolle Szenen eingebaut, bei denen man aus Schadenfreude mitlacht und gleichzeitig hat sie ein gewisses Spannungslevel aufgebaut, bei dem man mitfiebert und auf einen guten Ausgang der Geschichte hofft.



Eine kurzweilige und sehr amüsante Story für den Urlaub oder zum Abschalten vom Alltag!

Veröffentlicht am 13.09.2022

Der Tod geht um

Kieler Kriminalitäten
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Der Küsten Krimi "Kieler Kriminalitäten" von Cornelia Leymann erscheint im Emons Verlag.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, Ellen führt ein schönes Leben. Sie arbeitet halbtags und wohnt mit Mann ...

Der Küsten Krimi "Kieler Kriminalitäten" von Cornelia Leymann erscheint im Emons Verlag.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, Ellen führt ein schönes Leben. Sie arbeitet halbtags und wohnt mit Mann und zwei Kindern im großen Haus ihrer Schwiegermutter. Doch die friedliche Idyle täuscht, denn das Zusammenleben mit der Schwiegermutter hat auch seine Schattenseiten. Ein tragischer Unfall bringt das Familiengefüge ins Wanken und löst eine Kettenreaktion an tragischen Ereignissen aus, die sogar Kommissar Janssen hellhörig werden lassen. Noch nie hatte er es mit solch kniffligen Fällen zu tun und ist bemüht, den Durchblick zwischen den Fällen zu behalten.


Bei diesem Krimi darf trotz einiger Toter gelacht werden!

In gewohnt humorvoll lockerer Art lässt uns Cornelia Leymann an ihrer besonderen Krimigeschichte teilhaben, die auf spezielle Weise tragisch, aber auch sehr ironisch erzählt wird. In einer harmlosen und normalen Familie aus Kiel wird kriminelle Energie freigesetzt, die man so nicht vermutet hätte und hat seine liebe Mühe, um die unterschiedlichen Motive, Tatvorgänge und Tatverdächtigen richtig einschätzen zu können. Damit hat auch Kommissar Janssen seine Probleme, so ein abgebrühter Kriminaler ist er ja eigentlich nicht. Aber er hat schon den richtigen Riecher und löst nach und nach das mörderische Durcheinander auf seine Weise.

Diesen Krimi habe ich verschlungen und mich über die vielen humorigen und spitzen Bemerkungen amüsiert! Natürlich sorgen die Todesfälle auch für traurige Momente und ich habe munter mitgerätselt, wer aus der Familie sie denn wohl auf dem Gewissen haben könnte.

Das Alltagsleben der Familie wird treffend geschildert und auch die Charaktere sind nachvollziehbar und in ihren speziellen Eigenarten lebendig und individuell gezeichnet, sodaß ich sie alle gut vor Augen hatte. Die bestimmten Vorstellungen der Großmutter sorgen für einigen Mismut, der angepasste Ehemann gibt kaum Kontra, Ellen soll zu ihrem eigenen Haushalt auch noch den der Schwiegermutter erledigen und ihr Shopping-Wahn und das dadurch verspätete Heimkommen nach der Arbeit sorgt immer wieder für Ärger und Verdruss. Und als dann auch noch ein Geliebter und eine ausgebremste Geliebte auf das Parkett treten, ist in der Story soviel los, dass man sich vor ungebremster Lesefreude kaum noch zügeln kann.

Ich habe für die Situationen der Ehefrau und Mutter Verständnis gehabt, konnte mich in die Gefühlswelt der Kinder einfühlen und war von der ins Groteske abgleitenden friedlichen Familienidylle und den unerwarteten Todesfällen immer wieder überrascht. Trotz all der Tragik der Morde sorgt der ironische Erzählton ständig für strapazierte Lachmuskeln.

Wer einen Krimi mit interessanter Personenlage sucht und witziger Erzählweise nicht abgeneigt ist, wird dieses Buch lieben.


Herrlich ironischer Humor mit kriminellem Charme! In dieser Familie geht es echt mörderisch zu! Wieder ein großer Lesespaß von Cornelia Leymann.

Veröffentlicht am 09.09.2022

Glaubt an eure Träume

Die Köchin - Lebe deinen Traum
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Der historische Roman "Die Köchin - Lebe deinen Traum" ist der Auftakt der Köchinnen-Trilogie von Petra Durst-Benning aus dem Blanvalet Verlag.

Südfrankreich, 1880: Monsieur Durant ist Schleusenwärter, ...

Der historische Roman "Die Köchin - Lebe deinen Traum" ist der Auftakt der Köchinnen-Trilogie von Petra Durst-Benning aus dem Blanvalet Verlag.

Südfrankreich, 1880: Monsieur Durant ist Schleusenwärter, seine 16-jährige Tochter Fabienne hilft ihrer Mutter im Schleusenwärterhaus für die vorbeikommenden Schiffer zu kochen und ihnen eine schmackhafte Mahlzeit zu servieren. Die Liebe zum Kochen ist für Fabienne ein Lebenglück, doch als ihre Mutter unerwartet stirbt und ihr Vater eine neue Frau nimmt, brennt Fabienne mit ihrem Freund Eric durch. Doch schon bald ist Fabienne auf sich allein gestellt und findet Arbeit auf einem Weingut als Küchenhilfe. Die verwöhnte Tochter des Hauses, Stéphanie Morel, freundet sich mit Fabienne an. Aber von ihrem großen Traum eines eigenen Restaurants ist Fabienne noch weit entfernt.

Fabienne lebt in einem kleinen Städtchen nahe Carcassonne am Canal du Midi. Sie ist stolz darauf, dass ihre Mutter so hervorragend kocht und lernt von ihr die Grundlagen des Kochens und der Küchenarbeit. Nach dem Tod ihrer Mutter zieht eine neue Frau ein, sie macht Fabienne das Leben schwer und so sucht Fabienne das Weite. Ihren Traum von einem eigenen Restaurant immer vor Augen, nimmt sie alle Mühe auf sich, hadert zwar mal mit ihrem Schicksal, aber gibt nie auf, sondern kämpft um dieses Ziel.

Petra Durst-Benning ist geübt im Schreiben historischer Romane und sie hat ein Händchen dafür, ihren Figuren reichlich Leben einzuhauchen und ihre Story mit etwas Liebe, der nötigen Portion Drama und kleinen Intrigen spannend und unterhaltsam zu gestalten, sodaß man einfach nur weiterlesen möchte. Geübte Histo-Romanleser:innen werden vielleicht die Wirrungen vorhersehen, doch das Entscheidende ist am Ende, auf welche Weise sich die Lebenswege entwickeln. Da darf man sich auf eine fiktive Geschichte mit geschichtlichem Hintergrund freuen.

In diesem Roman lässt sie noch andere entscheidende Facetten einfließen, die der Geschichte einen besonderen Anstrich verleihen. Interessant sind die eingefügten historischen Fakten über die Bedeutung des Canal du Midi und besonders stimmungsvoll wirkt die bildhafte Ausgestaltung der Schauplätze im Süden Frankreichs und der kulinarischen Hauptstadt Lyons. Beim Lesen fühlte ich mich direkt dorthin versetzt.

Und dann geht es in der Story um Genuss, Kochen und die Küche Frankreichs. Denn es war der Autorin ein Herzenswunsch, die Frauen zu ehren, die sich als Köchin in der Männerdomäne einen Namen gemacht haben, rankt sich ihr Buch um die historisch verbrieften "Mütter Lyons", die als erste Frauen ihre eigenen Restaurants eröffneten. Die Kochszenen habe ich genossen und dabei wurde schnell deutlich, wie sehr die Autorin die französische Küche liebt.

Ein unterhaltsamer und genussvoller Romanauftakt, der eine junge Frau auf dem Weg zu ihrem Traum begleitet, die für ihre Leidenschaft des Kochen brennt. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!