Profilbild von sommerlese

sommerlese

Lesejury Star
offline

sommerlese ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit sommerlese über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.12.2021

Ein atmospärischer Roman um eine mutige Frau

Die Hafenärztin. Ein Leben für die Freiheit der Frauen (Hafenärztin 1)
0

Im Ullstein Verlag erscheint der historische Roman von Henrike Engel mit dem Titel "Die Hafenärztin - Ein Leben für die Freiheit der Frauen".

Hamburger Hafen, 1910: Anne Fitzpatrick arbeitet in einem ...

Im Ullstein Verlag erscheint der historische Roman von Henrike Engel mit dem Titel "Die Hafenärztin - Ein Leben für die Freiheit der Frauen".

Hamburger Hafen, 1910: Anne Fitzpatrick arbeitet in einem Frauenhaus, dem Verein Frauenwohl. Sie möchte Frauen helfen, denen von Männern Leid angetan wurde. Die mutige Pastorentochter Helene möchte mitarbeiten, die Hauswirtschaftsschule füllt sie nicht aus und sie möchte etwas Sinnvolles tun. Kurz darauf werden in der Nähe im Hafenbecken zwei Frauenleichen entdeckt. Kommissar Berthold Rheydt findet heraus, dass die Opfer Kontakt zur neuen Frauenbewegung hatten, genau wie Anne. Offiziell spielt die Polizei die Verbrechen als Morde im Milieu herunter. Aber Berthold ermittelt weiter und sucht nach den Hintergründen der Taten. Auch Anne sucht gemeinsam mit Helene nach Antworten und gerät dabei immer mehr in Gefahr.

Der Auftaktband der dreiteiligen Reihe um die Ärztin Dr. Anne Fitzpatrick startet im Hamburg der Kaiserzeit damit, dass Anne fluchtartig nach über 10 Jahren aus England in ihre Heimat Hamburg zurückkehrt. Sie sieht ihre Lebensaufgabe darin, Frauen zu helfen und baut im Hamburger Hafen den Verein Frauenwohl auf. Dort sollen hilfsbedürftige und unterdrückte Frauen medizinische und lebensnotwendige Unterstützung finden. Doch damit macht sie sich nicht gerade beliebt, die Männerwelt ist noch nicht bereit für selbständige und emanzipierte Frauen und deshalb droht ihr Projekt zu scheitern.

Die zweite Protagonistin ist die Pastorentochter Helene Curtius, die in einem lieblosen Haushalt groß wird und sich für ihre Zukunft etwas anderes ausmalt, als gut verheiratet einen Haushalt zu führen. Helene interessiert sich für das Frauenwahlrecht, sie ist fasziniert von der selbständigen und emanzipierten Anne und sucht ihre Nähe. Beide verstehen sich gut und Anne unterstützt Helene und macht ihr Mut, ihre Lebensvorstellungen umzusetzen.

Die dritte Hauptfigur im Buch ist Kommissar Berthold Rheydt, der sehr unter dem Verlust seiner Familie leidet und sich als Trainer beim FC St. Pauli engagiert und wie besessen an der Aufklärung der Hafenmorde arbeitet. Er setzt neue Massstäbe bei der Ermittlung an und untersucht den Tatort und sogar Fingerabdrücke. Ihm wird klar, dieser Täter hat nicht zum ersten Mal gemordet und seine Taten scheinen einem Muster zu folgen. Doch wo liegt der Schlüssel zu diesem Muster?

Gepackt hat mich diese bildhaft geschilderte Geschichte von Beginn an und ich habe den herrschenden Zeitgeist mit den Unterschieden zwischen Arm und Reich, Wohlstand und Not, Unterdrückung von Frauen und politischem Kalkül regelrecht aufgesaugt. Durch die wechselnden Erzählstränge bekommt man einen direkten Kontakt zu den Figuren und erlebt alls hautnah mit. Der Kriminalstrang sorgt für die nötige Spannung, die durch weitere Übergriffe immer wieder die Geschichte antreibt.

Die Charaktere hat Henrike Engel mit vielen Facetten versehen und alle wirken sehr authentisch. Bei Anne Fitzpatrick wird schnell klar, sie musste London aus unbekannten Gründen verlassen, welches Geheimnis dahinter steckt, wird noch nicht voll erklärt. In Hamburg setzt sie sich für hilfsbedürftige Frauen ein und bietet damit einigen Männern eine Angriffsfläche. Hilfsstellen und Frauenvereine sind hier nicht gern gesehen.

Die ganze Geschichte ist sehr zeitbeschreibend und spannend zu lesen. Wir nehmen teil am Leben der Menschen im damaligen Hamburg, wo langsam, aber sicher die Suffragettenbewegung aus England bzw. Amerika auch hier Fuß fasste. Immer mehr Frauen engagierten sich für das Frauenwahlrecht und gingen dafür auf die Straße.

Es ist ein sehr interssanter und abwechslungsreicher Roman, der quer durch Hamburg führt und das Zeitgeschehen sehr bildhaft und glaubhaft darstellt.

Ein fesselnder, zeitbeschreibender und unterhaltsamer Roman über eine mutige Frauenfigur und ihre Mitstreiter:innen. Sehr zu empfehlen für historisch Interessierte, die aber auch Wert auf eine unterhaltsame Geschichte legen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.12.2021

Diese traumhaft illustrierte Geschichte umgibt ein märchenhafter Zauber

Die Sonnenwächterin
0

Im btb Verlag erscheint das Buch "Die Sonnenwächterin" aus dem Jahreszeitenquartett von Maja Lunde. Die wunderschönen Illustrationen stammen von Lisa Aisato.

Lilja lebt mit ihrem Großvater in einer düsteren ...

Im btb Verlag erscheint das Buch "Die Sonnenwächterin" aus dem Jahreszeitenquartett von Maja Lunde. Die wunderschönen Illustrationen stammen von Lisa Aisato.

Lilja lebt mit ihrem Großvater in einer düsteren Welt, in der es ständig regnet und trübe ist. In diesem durchnässten Boden lässt sich nichts Essbares anpflanzen und Liljas Großvater versorgt das Dorf mit Gemüse aus seinem Gewächshaus. Als Lilja einen geheimen Pfad in den Wald entdeckt, folgt sie ihm mutig, auch wenn die Dunkelheit sie sofort umfängt. Sie findet schliesslich eine Oase von Farben, Sonnenlicht und Wärme und lernt einen Jungen kennen. Es beginnt ein Abenteuer, bei dem sich Lilja ihren größten Ängsten stellen muss. Vielleicht gibt es noch Hoffnung auf einen neuen Frühling.

...am liebsten wollte ich ins Tal, zu dem Essen, dem Jungen und dem Hund. In die Wärme und das Sonnenlicht." Zitat Seite 83

Die Sonne scheint, die Pflanzen tanken Licht und Wärme und wachsen und auch die Menschen brauchen die Sonne. Doch was ist, wenn sie nicht mehr da ist? Es wird düster, grau, trübe und regnet unaufhörlich, sodaß keine Vegetation gedeiht. So geschieht es bei Lilja, die bei ihrem Großvater lebt. Er hat ein Gewächshaus, für Lilja ein verbotener Ort, in dem er wunderbares Obst und Gemüse anbaut, ein Segen in dieser Gegend, wo doch nicht wächst und alle Menschen von diesen Gaben abhängig sind. Doch eines Tages kommt sie hinter sein Geheimnis...

Diese traumhaft illustrierte Geschichte hat einen märchenhaften Zauber inne, und dass, obwohl sie ein Horrorszenario ohne Sonne und Licht beschreibt. Lilja folgt ihrem Großvater in sein Gewächshaus, obwohl ihr das verboten ist. Doch sie bringt ihm sein vergessenes Brot und entdeckt einen besonderen Pfad, der in einen dunklen Wald führt. Und trotz der Dunkelheit, die sie umgibt, folgt sie dem Weg und findet eine wunderbar sonnige Oase vor und lernt einen Jungen und seinen Hund kennen.

Lisa Aisato hat mit ihren beeindruckenden Illustrationen diesem Buch einen ganz besonderen Ausdruck verliehen. Wir tauchen in eine dunkle, triste Welt ein, die krank macht, was sich in der Mimik der Figuren deutlich abzeichnet. Doch dann gelangen wir an Liljas Seite in die berauschende Farbenpracht einer frühlingshaften Oase voller Vegetation und Wärme. Die Eindrücke dieser Bilder begleiten die Erzählung in unnachahmlicher Weise. Durch die emotionalen Bilder ist es, als fühlte man die Kälte und die Wärme.

Die Geschichte dreht sich um Witterungsverhältnisse, um das Fehlen der Sonne und das Ende der Pflanzen. Man denkt automatisch sofort an Klimaveränderung und aktuelle Probleme. Aber es geht auch um Liebe und Freundschaft, um Vertrauen und Zuversicht.

Mit seiner atmosphärischen und märchenhaften Aussage hat mich dieses melancholische Buch sichtlich berührt und bezaubert und ich habe mich an den schönen Illustrationen erfreut. Es ist ein Buch für die ganze Familie! Hier wird die Freude auf den Frühling und die wärmende Sonne spürbar gemacht.

Veröffentlicht am 01.12.2021

Ein unterhaltsamer Schmöker für lange Winterabende

Der Teepalast
0

Elisabeth Herrmann schrieb den historischen Roman "Der Teepalast", der im Goldmann Verlag erscheint.

1834: Lene Vosskamp ist die älteste Tochter einer bitterarmen Fischerfamilie in einem Dorf in Ostfriesland. ...

Elisabeth Herrmann schrieb den historischen Roman "Der Teepalast", der im Goldmann Verlag erscheint.

1834: Lene Vosskamp ist die älteste Tochter einer bitterarmen Fischerfamilie in einem Dorf in Ostfriesland. Wie alle Bewohner, so ist die Strandräuberei eine überlebenswichtigere Quelle. Doch Lene wird wegen Mordes und Strandräuberei zum Tode verurteilt. Sie erhält von einem Fremden eine besondere chinesische Münze, die sie berechtigt, Tee in Kanton einzukaufen. Und weil ihr Freispruch eher fraglich erscheint und sie nichts zu verlieren hat, macht sie sich auf den Weg nach Asien.

Bei diesem Roman kann man mit Lene wunderbar mitfiebern, es gibt einige Übergriffe, aber auch romantische Momente und die Schauplätze werden sehr bildhaft geschildert, sodaß man sich alles gut vorstellen kann. Im Großen und Ganzen ein sehr unterhaltsamer und mitreißender Roman, bei dem die historischen Hintergründe der Zeit auch deutlich werden. In diesem Fall besonders die bittere Armut der Bewohner Frieslands, die Ursprünge des Teehandels und des Opiumkrieges.

Lene hat genug Mut, um sich auf diese abenteuerliche Reise zu begeben. Durch die Vorfälle in ihrer Heimat Friesland hat sie allerdings auch nichts zu verlieren. Unterwegs begegnet sie der Liebe, aber auch Verrätern und hinterhältigen Schurken, die es nur auf ihren größten Schatz abgesehen haben. Doch sie hat genug Glück, um bis ins ferne China und Indien zu gelangen.

Dieser gut erzählte Roman hat eigentlich alles, was es für einen guten historischen Roman braucht: Eine vom Schicksal gebeutelte Hauptfigur, ein großer und riskanter Lebenstraum, eine Reise an exotische Schauplätze, etwas Liebe, Intrigen, Machtkämpfe und Gegenspieler, die kriminelle Ambitionen hegen. Die Geschichte hat mich in ferne Gefilde reisen lassen und ich habe Lene gespannt dabei begleitet. Ihr Vorhaben war für mich aufgrund der damaligen Bedingungen für Frauen zwar etwas hoch gegriffen, aber ich fand die Idee durchaus nachvollziehbar. Nur die Münze fand ich von Anfang an sehr fragwürdig und irgendwie historisch nicht belegt.

Lene Vosskamp ist von einem großen Traum beseelt, sie möchte aus ihrer Armut entfliehen, in den Teehandel einsteigen und einen Teepalast bauen. Ohne Schiff, großes Vermögen und einflussreiche Handelsbeziehungen ist das eigentlich ein ziemlich unlösbarer Traum. Aber Lene hat Glück, ständig trifft sie Menschen, die ihr helfen oder ihr kommt der Zufall zur Hilfe, wenn sie plötzlich in Gefahr gerät. Das war mir auf Dauer doch etwas zuviel, wobei die Geschichte natürlich nur so auch abenteuerlich wird und auf einen guten Ausgang hinausläuft. Aber mir war vieles doch zu konstruiert, um es glaubhaft annehmen zu können.

Ein schöner Schmöker für lange Winterabenden, an denen man sich in eine andere Zeit und in die Ferne träumen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.11.2021

Zauberhafter Kinderbuchklassiker mit Nostalgie-Charakter

Beatrix Potter - Sämtliche Geschichten von Peter Hase und seinen Freunden
0

Im Anaconda Verlag erscheint der Sammelband "Sämtliche Geschichten von Peter Hase und seinen Freunden" wunderbar erzählt und illustriert von Beatrix Potter.

Die Figur des Peter Hase aus der zauberhaften ...

Im Anaconda Verlag erscheint der Sammelband "Sämtliche Geschichten von Peter Hase und seinen Freunden" wunderbar erzählt und illustriert von Beatrix Potter.

Die Figur des Peter Hase aus der zauberhaften Geschichtenwelt von Beatrix Potter ist sicherlich vielen ein Begriff. Genau wie seine tierischen Freunden erlebt er viele lustige, aber auch gefährliche Abenteuer im Wald, am Teich und anderswo. Da wären noch das Eichhörnchen Timmy Zehenspitz, Frau Tuschelmaus und das kleine Schwein Robinson, der Fuchs Mister Todd und Tommy Dachs und der angelnde Frosch Jeremy Fischer.

Ein Kinderbuchschatz zum Selbstlesen oder Vorlesen und geignet für die Altersklasse von 3- 8 Jahren. Und ich muss zugeben, die wundervollen Bilder und Abenteuer sind auch für Erwachsene eine große Freude. Bei diesem Klassiker geht mir das Herz auf.

Alle Geschichten drehen sich um den aufmüpfigen Peter Hase und seine Freunde, die neugierig ihre Welt erkunden und dabei schon mal recht ungehorsam handeln. Was sie erleben und wie sie sich auch in Gefahr begeben, ist lustig und spannend, für ganz kleine Kinder vielleicht schwierig einzuschätzen.

Beatrix Potter erzählt vom frechen Häschen Peter, der im Garten von Mister McGregor Rüben und Salat mopst, obwohl dort sein Vater zu Tode kam. Und auch Peter wird fast von McGregor erwischt. Am Ende landet er mit Bauchschmerzen im Bett. Strafe muss sein.

Wie ein Fuchs und ein Dachs miteinander umgehen, darum dreht sich die letzte Geschichte. Der Fuchs mag es gar nicht, wenn der ungepflegte Dachs in seinem Bett liegt.

Mit ihrem künstlerischen Talent und reichlich Beobachtungsgabe haucht Beatrix Potter ihren Figuren viel Leben und auch menschliche Züge ein. Die Mimik der Tiere ist gut erkennbar, sie tragen Kleidung und das macht sie so außergewöhnlich. Die vielen farbigen und wunderbar detailreichen Bilder, sowie einige Schwarz-Weiß-Zeichnungen sind zauberhaft schön anzusehen und wecken Erinnerungen an nostalgische Bilderbücher von früher.

Ein wunderbarer Buchschatz mit nostalgischem Charakter, der auch Erwachsene in eine besondere Welt eintauchen lässt. Ein zauberhafter Kinderbuchklassiker mit Nostalgie-Charakter für die ganze Familie!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.11.2021

Makabere Vorweihnachtskrimilektüre mit Lacheffekt!

Kling und Glöckchen
0

Der Weihnachtskrimi "Kling und Glöckchen" von Elke Pistor erscheint im Emons Verlag.

Die wunderbare Vorweihnachtszeit genießt Dianne (Janne) Glöckchen jedes Jahr aufs Neue, und mit dem Job als Verkäuferin ...

Der Weihnachtskrimi "Kling und Glöckchen" von Elke Pistor erscheint im Emons Verlag.

Die wunderbare Vorweihnachtszeit genießt Dianne (Janne) Glöckchen jedes Jahr aufs Neue, und mit dem Job als Verkäuferin in Frau Klings Weihnachtsartikel-Geschäft hat sie täglich mit bunter Weihnachtsdeko, glitzerndem Baumschmuck und herrlich kitschigen Weihnachtsartikeln zu tun, was ihr große Freude bereitet. Doch mit der Freude ist es schnell vorbei, als sie eines Tages zwischen den Mülltonnen die Leiche einer jungen Frau findet. Genau genommen ist das bereits der zweite Leichenfund, denn ihre tote Chefin liegt bereits im Keller versteckt. Aber um das Chaos komplett zu machen, taucht ein junger Mann auf, den Janne erst einmal festsetzt, bevor er die Polizei holen kann. Auch in seinem Umfeld taucht noch eine Leiche auf... es wird immer gruseliger und beschaulich ist die Vorweihnachtszeit für Janne jetzt wirklich nicht.

Janne hat ihren Traumjob gefunden, sie arbeitet im Weihnachtsladen von Frau Kling und liebt den bunten Schmuck und die blinkenden Dekokugeln über alles. Als Frau Kling stirbt, bringt Janne sie in den kühlen Keller, schließlich kennt sie sich seit ihrem letzten Job bei einem Bestatter gut aus.

In diesem Krimi wird ein idyllischer Weihnachtsladen zum Schauplatz mehrerer Todesfälle. Nun könnte man die neue Mitarbeiterin Janne verdächtigen, die den Unfall ihrer Chefin auch noch verbirgt, statt ihn der Polizei anzuzeigen. Aber weit gefehlt, auch wenn mehrere andere Leichen von nun an ihren Weg pflastern, so ist die nette und gutmütige Janne einfach keine Mörderin. Als sie Elias kennenlernt, bekommt sie Angst, dass er sie bei der Polizei verpfeifen könnte. Das hat er nicht vor, er möchte Janne einfach nur näher kennenlernen. Was mit Kabelbindern und Mundknebel aber nicht ganz so gut klappt.

Mir hat diese witzige und mit vielen Gags gespickte Geschichte sehr gut gefallen, sie ist trotz der vielen Leichen keine blutige Angelegenheit und bringt durch den Weihnachtsladen viel weihnachtliches Flair mit sich. Ich habe beim Lesen ein Kopfkino mit zauberhaften Baumkugeln, blinkenden Fensterbildern, bunten Winterdecken, Holzschmuck und Krippenfiguren erlebt und darin geschwelgt. Janne war mir von Anfang an sympathisch und auch wenn ich es nicht sofort durchschauen konnte, ob sie für die Leichen verantwortlich sein könnte, hielt ich sie für unschuldig.

Sie übernimmt selbst die Ermittlung, denn die Polizei kann sie aus einigen Gründen nicht informieren. Es wird etwas chaotisch, immer mehr Personen tauchen auf, sterben oder mischen sich in Jannes bzw. Frau Klings Angelegenheiten. Und Elias ist für Janne ein echter Glücksgriff, denn..., ach, das müsst ihr selbst lesen!

Elke Pistors Erzählton ist wunderbar locker und leicht, sie baut viele tolle Schmunzelmomente ein und es wird auch etwas makaber. Denn die Leichen werden gefühlt immer mehr. Es gibt einen fesselnden Showdown und am Ende klären sich die Leichenfunde sehr logisch auf. Hier wird auf eine besondere Art ermittelt, es geht teilweise drunter und drüber und die Geschichte ist einfach spannend und toll zu lesen.

Ein spannender und absolut leichenreicher Krimi, der mit turbulenten Vorfällen und viel weihnachtlichem Flair im Weihnachtsladen punkten kann. Herrlich makaber und lustig zugleich! Tolle Vorweihnachtskrimilektüre mit Spaßeffekt!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere