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Veröffentlicht am 02.09.2020

Hilfe, ich kann katzisch!

Mirella Manusch – Hilfe, mein Kater kann sprechen!
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Die Autorinnen Christin-Marie Below und Anne Barns schicken Mirella nach Sonnenuntergang raus, um Abenteuer zu erleben. Nanu, wieso denn das? Mirella ist kein normales Mädchen. Sie ist ein Vampirmädchen ...

Die Autorinnen Christin-Marie Below und Anne Barns schicken Mirella nach Sonnenuntergang raus, um Abenteuer zu erleben. Nanu, wieso denn das? Mirella ist kein normales Mädchen. Sie ist ein Vampirmädchen und dass ihr nichts zustößt, dafür haben die beiden ihr Kater Langstrumpf zur Seite gestellt. Vampire haben nämlich immer einen Beschützer.
„Mirella Manusch - Hilfe, mein Kater kann sprechen!“ ist eine bezaubernde Geschichte rund um das Vampirmädchen Mirella. Nicht nur, dass die Protagonistin und ihr Kater zwei liebevolle, taffe und lustige Charaktere sind denen man gerne lauscht, ihren Aktionen und kleinen Abenteuern folgt, sondern auch die Geschichte im Ganzen kann mit den Themen Freundschaft, Vertrauen und Hilfsbereitschaft punkten. Und so hilft Mirella den Tieren im Zoo, da sie die Sprache der Tiere versteht und auf ihre Sorgen eingehen kann. Dumm nur, dass sie ihre Verwandlung zur Fledermaus nicht jedem sagen darf. Hier heißt es: bloß nicht verplaudern, denn da hat der Vampirrat etwas dagegen.
Es ist der Auftakt einer zauberhaften Kinderbuchreihe um die kleine Vampirin Mirella Manusch. Für Zuhörer innen ist das Buch schon ab 5 Jahren geeignet, zum eigenständigen Lesen ab 8 Jahren. Der Text wird durch wunderschöne Illustrationen ergänzt, so dass Zuhörer innen und Leser innen auch visuelle Unterstützung erhalten und sich Mirella, Kater und Co. besser vorstellen können.
Da es sich um den ersten Band einer neuen Reihe handelt, werden noch nicht alle Geheimnisse verraten. Das ist aber auch nicht schlimm. So dürfen sich die kleinen Zuhörer
innen schon auf den nächsten Band freuen.

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Veröffentlicht am 31.08.2020

magisch und anders

Sophie und die Magie - Bio, Deutsch und Zauberei
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Zauberhafte Illustrationen und eine magische Geschichte. Das alles bietet „Sophie und die Magie - Bio, Deutsch und Zauberei“ von Katharina Martin. Es ist die Suche nach einem verschwundenen Einhorn, die ...

Zauberhafte Illustrationen und eine magische Geschichte. Das alles bietet „Sophie und die Magie - Bio, Deutsch und Zauberei“ von Katharina Martin. Es ist die Suche nach einem verschwundenen Einhorn, die Sophie und die anderen Kinder beschäftigt. Wobei Sophie zuerst selbst überrascht ist, denn in ihrer Schule wird gezaubert. Und wo gezaubert wird, gibt es natürlich auch magische Kinder.
Thematisch geht es in diesem Buch des Boje Verlags um das Anderssein und um Zusammenhalt. Auf eine tolle Art wird dies mit Sophie und ihren Klassenfreunden, einer Hexe, einem Werwolf, einer Fee und einer Meerjungfrau, dargestellt. Jeder ist auf seine Art anders und zusammen sind sie unschlagbar.
Die Charaktere sind der Autorin gut gelungen. Sie stellt diese ohne die gängigen Klischees und Vorurteile vor. Das heißt, Werwölfe und Hexen sind nicht per se böse. Jeder integriert sich zu einem harmonischem Ganzen.
Die Kapitel sind zwischen zehn und dreizehn Seiten lang, bieten wunderschöne Illustrationen, die sehr gut zum Text passen und das Gelesene visuell nochmals hervorheben und vertiefen. So bunt die Gruppe der Klassenfreunde ist, so bunt und bezaubernd ist auch das Cover des Buches.

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Veröffentlicht am 28.08.2020

Spirale der Gewalt

Dumm gelaufen
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„Dumm gelaufen“ könnte man zu Mickey sagen, gerät er doch in eine Spirale der Gewalt. Und das, obwohl alles erst ganz klein angefangen hat. Wie so oft. Jason Starr erzählt eine spannende Geschichte was ...

„Dumm gelaufen“ könnte man zu Mickey sagen, gerät er doch in eine Spirale der Gewalt. Und das, obwohl alles erst ganz klein angefangen hat. Wie so oft. Jason Starr erzählt eine spannende Geschichte was alles passieren kann, wenn man falsche Freunde hat und es nicht schafft, sich aus der immer enger werdenden Schlinge zu befreien. Mit jeder Aktion des Protagonisten Mickeys wird die Luft für ihn dünner, während er lernen muss, dass alle Ereignisse auch ihre Konsequenzen fordern.
Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Die Dialoge sind erfrischend. Man hat das Gefühl, dass man dabei wäre. Starr schafft es die gezeichnete Szene mit Leben zu erwecken. Gemeinsam mit Mickey spürt man die immer verhängnisvollere Lage, den Druck der auf den Schultern lastet. Seine Versuche sich aus der Lage zu befreien, treiben ihn weiter ins Verderben. Hätte er mal am Anfang auf den Rat seines Bookies gehört. Denn der Buchmacher hatte ihm erklärt, dass das Unheil seinen Lauf nehmen wird, wenn man Wettschulden hat.
„Dumm gelaufen“ kommt nicht ganz an „Hard Feelings“ heran, ist aber trotzdem ein gut unterhaltendes Werk.

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Veröffentlicht am 26.08.2020

Ein Puzzlespiel

Jigsaw Man - Im Zeichen des Killers
8

Wer zerstückelt seine Opfer in Puzzleteile? Das ist die Frage, die sich auch die Londoner Serial Crimes Unit stellt. Durch akribische Arbeit kommen Detective Inspector Anjelica Henley und ihr Team Stück ...

Wer zerstückelt seine Opfer in Puzzleteile? Das ist die Frage, die sich auch die Londoner Serial Crimes Unit stellt. Durch akribische Arbeit kommen Detective Inspector Anjelica Henley und ihr Team Stück für Stück weiter.
„Jigsaw Man - Im Zeichen des Killers“ von Nadine Matheson ist der Auftakt einer neuen Reihe. Mich konnte der Auftakt aber nicht begeistern. Was am Anfang ziemlich vielversprechend beginnt, ein Serienmörder zerstückelt seine Opfer wie ein Puzzle und verteilt die „Puzzleteile“ in der Londoner Stadt. Die Spannungskurve flacht danach erst einmal ab und zieht gegen Ende, viel zu spät, ordentlich an. Was mich aber am meisten gestört hatte, waren die Zwischenmenschlichen Probleme der Ermittler. Es macht die Charaktere zwar authentischer, da aber die persönlichen Probleme für den Fall irrelevant sind, nehmen sie viel zu viel Tempo heraus. Dadurch leidet auch die Spannung. Die persönlichen Infos zu den Charakteren Henley und Ramouter sind nichts Neues und eher nervig.
Matheson versorgt die Leser innen mit Informationen. Es setzt sich alles zu einem großen Gesamtbild zusammen und mündet dann schließlich in einem fulminanten, aber etwas zu kurzem, Showdown der mit einem Cliffhanger ausgestattet ist.
Der Schreibstil ist flüssig. Das Buch lässt sich gut lesen und man kommt flott voran. Flott voran gilt nicht nur für die Seiten im Buch, sondern auch für die Idee wer denn der wahre Mörder sein könnte. Das hätte man etwas hinauszögern können.
Für mich gibt es eine Diskrepanz zwischen Klappentext und Buch. Auch hatte ich an einigen Stellen das Gefühl, dass ich schon Band 2 lesen würde. Es hätte durchaus rasanter sein dürfen. Wer aber gerne Serienmördern jagt und auf solide Polizeiarbeit steht, der kann sich den „Jigsaw Man“, der mit einem sehr schönen Cover auf die Leser
innen aufwartet, ins Regal stellen und Platz für weitere Puzzleteile halten.

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Veröffentlicht am 24.08.2020

Zu gehen ist in erster Linie eine Abfolge von Schritten

Die Sommer
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„Eine Geschichte, dachte sie, erzählt man immer vom Ende her. Auch wenn man mit dem Anfang beginnt.“ [10]

„Die Sommer“ von Ronya Othmann handelt von Leyla, die Tochter einer Deutschen und eines jesidischen ...

„Eine Geschichte, dachte sie, erzählt man immer vom Ende her. Auch wenn man mit dem Anfang beginnt.“ [10]

„Die Sommer“ von Ronya Othmann handelt von Leyla, die Tochter einer Deutschen und eines jesidischen Kurden. Es ist ein Blick auf eine zerrissene Welt.
„Du darfst diese Geschichte nicht vergessen … das ist deine Geschichte, Leyla. Diese Geschichte, in der sie kein Land hatten, keinen Platz, und wegen der sie in Deutschland waren.“ [137]
Das Buch gliedert sich ein zwei Teile. Der erste Teil erzählt hauptsächlich Anekdoten über die Kindheit des Vaters und Leylas Erinnerungen an die Großeltern. Teil zwei geht auf den Krieg (2011) in Syrien ein und schildert einiges aus Leylas Leben in Deutschland.
Othmann schreibt unaufgeregt. Aber dafür sehr pointiert. Politische, gesellschaftliche Ereignisse fließen in die Geschichte ein, fesseln die Leser *innen, öffnen die Augen, machen betroffen. Es ist ein Blick auf eine Welt, anders, intensiv. Die Autorin zeigt auf eindrucksvolle Weise, dass sich gewisse politische Verhältnisse und generelle Ereignisse, wie Diktatur, nicht an vordefinierten westlichen Meinungen messen lassen. Dies wird durch Leylas Verhalten in der Schule, als die Frage nach diktatorischen Ländern gestellt wird, sehr gut dargestellt. Durch die vorangegangenen Erzählungen und Informationen kann man sich dementsprechend gut in die emotionale Lage der Protagonistin versetzen. Man fühlt mit ihr mit. Versteht warum sie so handelt.
Die Gänze der Unterdrückung der Kurden wird an vielen Faktoren festgemacht. Einiges davon war mir neu, dass zum Beispiel die türkische Regierung Buchstaben verbot, die im Türkischen nicht vorkommen, wie beispielsweise das q, x oder w.
„Mein Asylantrag wurde bewilligt. Zeugen bestätigten den deutschen Behörden, dass ich als staatenloser Kurde in Syrien politisch verfolgt sei.“ [117]
Wer sich für fremde Länder, geschichtliches und politisches Zeitgeschehen interessiert, der findet in „Die Sommer“ ein eindrucksvolles Werk. Es beinhaltet viele Informationen, Emotionen und zeigt Ängste und Hoffnung.
Die Überschrift ist ein Zitat aus dem Roman [Seite 285].

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