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Veröffentlicht am 19.11.2025

Familie

Schneezauber in Winterbury
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Imogen scheint ein erfolgreiches Leben zu führen, toller Job, ein Hund und eine liebende Familie. Was aber niemand weiß ist, dass das alles eine Lüge ist. Imogens Mutter lehnt sie ab und Imogen fürchtet ...

Imogen scheint ein erfolgreiches Leben zu führen, toller Job, ein Hund und eine liebende Familie. Was aber niemand weiß ist, dass das alles eine Lüge ist. Imogens Mutter lehnt sie ab und Imogen fürchtet nichts so sehr wie Weihnachten. Als sie eines Tages bei der Arbeit unter anderem auch wegen des übergriffigen Verhaltens ihrer Mutter zusammenbricht und in den Zwangsurlaub geschickt wird, bietet ihr ihre Lieblingskundin Dorothy an, bei sich in ein Cottage zu ziehen und dort ein wenig auszuspannen. Was Imogen nicht weiß ist, dass hinter Dorothys Verhalten noch viel mehr steckt.

Ich habe das Buch wieder gerne gelesen. Lange Zeit tappt man im Dunkeln, was Imogen und Dorothy denn nun wirklich verbindet, aber man kommt als Leser langsam, aber sicher drauf. Die Auflösung gibt es aber erst relativ spät im Buch. Irgendwie hatte ich auch am Ende ein wenig das Gefühl, dass die Geschichte noch ein paar mehr Seiten vertragen hätte um wirklich rund zu werden.

Aber das Ambiente und das Gefühl in dem kleinen Ort, in dem Dorothy mit ihrer Familie lebt, hat mich wieder ein wenig träumen lassen. Das kleine Cottage, in dem Imogen ihre Tage verbringt würde mir auch für einen Urlaub gefallen. Daher kann ich das Buch wieder empfehlen, es bringt ein wenig Weihnachtsvorfreude und auf jeden Fall ein paar schöne Lesestunden.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Auftakt in die neue Saison

Bock auf Biathlon
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Biathlon ist schon seit langem meine bevorzugte Wintersportart. Ich mag einfach den Wechsel zwischen schnellem Langlauf und dem anschließenden Schießen und vor allem auch, dass die Fans länderübergreifend ...

Biathlon ist schon seit langem meine bevorzugte Wintersportart. Ich mag einfach den Wechsel zwischen schnellem Langlauf und dem anschließenden Schießen und vor allem auch, dass die Fans länderübergreifend die Sportler anfeuern und es keine Fanlager gibt.

Taufig Khalil hat sich mit diversen deutschen Biathleten getroffen und sie erzählen lassen, was für sie den Sport so einzigartig macht. Dabei kommen Magdalena Neuner, Ricco Groß, Sven Fischer, Laura Dahlmeier und viele andere aus allen Sportgenerationen zu Wort. Auch Dorothea Wierer und die Bø-Brüder bekommen ein Kapitel.

Mir hat das Buch großen Spaß gemacht und ich habe doch einiges über die Sportler erfahren, auch was sie angetrieben hat und gerade bei den Älteren, wie sie ihre Karriere in Zeiten von Ost und West erlebt haben.

Ich kann da Buch daher allen Freunden des Biathlon ans Herz legen. Ein gelungener Auftakt zur neuen Saison.

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Veröffentlicht am 15.11.2025

Innehalten

Jetzt gerade ist alles gut
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Meine Meinung:
Eigentlich wollte der Erzähler mit der Familie in Urlaub fahren, doch dann liegt er mit einer Sepsis in der Klinik und ringt um sein Leben. Als er wieder halbwegs auf den Beinen ist, beginnt ...

Meine Meinung:
Eigentlich wollte der Erzähler mit der Familie in Urlaub fahren, doch dann liegt er mit einer Sepsis in der Klinik und ringt um sein Leben. Als er wieder halbwegs auf den Beinen ist, beginnt er sein Leben anders zu sehen, kleine Momente des Glücks anders wahrzunehmen und Dinge nicht mehr auf später zu verschieben.

Mir hat dieses leise Buch wieder sehr gut gefallen. Der Autor regt die Leser:innen an, doch selbst kurz innezuhalten und etwas Geschwindigkeit aus dem Leben zu nehmen. Und vielleicht auch Dinge zu tun, die man sonst gerne auf später verschieben würde, weil dann ja noch Zeit ist. Aber oft ist später eben keine Zeit mehr. Man sollte sein Leben jetzt leben und nicht irgendwann später.

Alles in allem ein schönes Buch für zwischendurch, dass einen kurz innehalten lässt.

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Chinesische Geschichte anders erzählt

She Who Became the Sun
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China im 14. Jahrhundert. Mädchen sind nichts wert in einem Land das von Männern regiert wird. Als Vater und Bruder nach einem Banditenüberfall tot sind, entschließt sich die überlebende Schwester das ...

China im 14. Jahrhundert. Mädchen sind nichts wert in einem Land das von Männern regiert wird. Als Vater und Bruder nach einem Banditenüberfall tot sind, entschließt sich die überlebende Schwester das Schicksal des Bruders anzunehmen. Sie geht in ein Kloster und wird am Ende der Anführer der Rebellen gegen die mongolischen Herrscher.

Die Autorin nimmt hier die Geschichte von Zhu Yuanzhang, dem Gründer der Ming-Dynastie, auf und erzählt sie aus einem anderen Blickwinkel neu. Ein namenloses Mädchen übernimmt das vorgesagte große Schicksal des Bruders um ihrer Bedeutungslosigkeit zu entkommen. So schafft sie es sich in einem Kloster durchzuschlagen, ohne ihre Identität preiszugeben. Und später auch allen politischen Intrigen zu entkommen und als Anführer die herrschenden Mongolen zu vertreiben.

Das Buch ist wirklich schön geschrieben. Ich konnte mir das Setting gut vorstellen, auch wenn es fremd wirkt. Die Schicksalsgläubigkeit der Menschen und der Glaube an Geister, die die Menschen begleiten, war anfangs etwas ungewohnt, verstärken aber auch das Gefühl, eigentlich einen Fantasy Roman zu lesen. Der queere Ansatz, der sich im Laufe der Geschichte ergibt, hat mir sehr gut gefallen.

Ich kann das Buch empfehlen. Man kann gut in die Geschichte eintauchen, auch wenn es natürlich ein wenig mehr Vorstellungskraft braucht, wenn man sich mit der chinesischen Kultur nicht so gut auskennt.

Von mir eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Die Frau der Stunde

Die Frau der Stunde
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Catharina, Suzanne und Azadeh sind Freundinnen seit der gemeinsamen Internatszeit. Azadeh ist iranische Filmemacherin, Suzanne belgische Journalistin und Catharina deutsche Politikerin. Vor allem Catharinas ...

Catharina, Suzanne und Azadeh sind Freundinnen seit der gemeinsamen Internatszeit. Azadeh ist iranische Filmemacherin, Suzanne belgische Journalistin und Catharina deutsche Politikerin. Vor allem Catharinas Weg steht im Fokus dieses Buches, sie ist die Frau der Stunde. Als sich ihr Parteikollege in einem privaten Skandal verstrickt wird sie die erste deutsche Außenministerin und das Ende der siebziger Jahre.

So begleiten wir sie durch die ersten Monate ihrer Amtszeit und nebenbei auch die iranische Revolution, wenn wir Azadeh in ihr Heimatland begleiten. Hier wird besonders die Rolle der Frauen in der Revolution beleuchtet und auch der Beginn ihrer sofortigen Unterdrückung nach der Flucht des Shahs.

Mir hat das Buch an sich recht gut gefallen. Anfangs war es etwas schwierig ins Buch zu kommen, aber wenn man alle Beteiligten kennengelernt hat, war es schön sie zu begleiten. Die Autorin schildert die gesellschaftliche Situation und gerade die Stellung der Frau in dieser Zeit wirklich gut. Auch insgesamt spürt man das, was die siebziger Jahre so ausmacht. Pril Blumen, Ernte 23 und dauerrauchende Menschen, sowie die abschätzige Behandlung von Frauen in der Politik sind hier Themen.

Allerdings gab es auch einige Störpunkte für mich. Einige Nebencharaktere wurden ausführlich eingeführt, um dann mehr oder weniger im Nichts zu verschwinden. Die Einführung lässt auf einen bedeutenden Einfluss auf den Plot hoffen, was dann aber oft einfach gefehlt hat. So hätte ich mir mehr von Catharinas Mutter sowie der Assistentin Juliane Birkel und ihrer Freundin Doris Bock erwartet.

Auch das Ende hat mich leider unzufrieden zurückgelassen. Gefühlt bleiben alle Handlungsstränge offen. Natürlich kann man als Leser*in die Geschehnisse weiterspinnen, allerdings war mir hier vieles einfach zu unabgeschlossen. Damit war mir das Ende zu offen und es ist auch keine Fortsetzung angekündigt. Auch hat mir ein persönliches Statement der Autorin, sei es als Vor- oder Nachwort, gefehlt.

Wer sich nicht an sehr offenen Enden stört ist hier sicher richtig. Das Buch ist gut recherchiert und transportiert ein Gefühl für die Zeit. Für mich hat aber einiges gefehlt.

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