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Veröffentlicht am 04.05.2020

interessante Biographie

Inges Krieg
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Svenja O’Donnell erzählt in ihrem Buch die Geschichte ihrer Großmutter Inge Wiegandt. Lange standen sich Enkelin und Großmutter nicht nahe, zu eigensinnig und egoistisch schien Inge immer zu sein, zu abweisend. ...

Svenja O’Donnell erzählt in ihrem Buch die Geschichte ihrer Großmutter Inge Wiegandt. Lange standen sich Enkelin und Großmutter nicht nahe, zu eigensinnig und egoistisch schien Inge immer zu sein, zu abweisend. Doch als Svenja nach Kaliningrad, dem ehemaligen Königsberg, fährt und ihrer Großmutter davon berichtet, bricht nach und nach die Mauer um Inge auf. In den darauffolgenden 10 Jahren, bis zu Inges Tod, erfährt Svenja immer mehr über das Leben der Großmutter in Königsberg und Berlin vor und während des Krieges und von der Flucht vor der roten Armee.

Die Autorin berichtet sehr interessant über das, was ihrer Großmutter widerfahren ist und ordnet das Verhalten der damaligen jungen Frau in die Zeit ein. Sie beschäftigt sich nicht nur mit dem Schicksal ihrer Familie, sondern recherchiert auch über damalige Ereignisse, wie die Schlacht von Stalingrad, den Untergang der Wilhelm-Gustloff und der Behandlung der deutschen Flüchtlinge in Dänemark nach Ende des Krieges. So lässt sich das Verhalten der damaligen Zeitgenossen auch besser einordnen. Svenja kommt selbst zu dem Schluss, dass sie nicht weiß, wie sie in der damaligen Zeit gehandelt hätte.

Mich hat das Buch sehr beeindruckt. Eigentlich wollte ich es nebenbei immer mal häppchenweise lesen, habe mich aber schnell festgelesen und das Buch in zwei Tagen beendet.

Von mir daher eine Leseempfehlung für diese hochinteressante Biographie.

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Veröffentlicht am 02.05.2020

Essen nach dem Krieg

Ein Traum vom Glück
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Katharina und ihre Töchter sind am Ende des Krieges zu Katharinas Schwiegermutter Mine nach Essen geflohen. Dort versuchen sie sich ein besseres Leben aufzubauen. Katharina hat den Traum, ein eigenes Modeatelier ...

Katharina und ihre Töchter sind am Ende des Krieges zu Katharinas Schwiegermutter Mine nach Essen geflohen. Dort versuchen sie sich ein besseres Leben aufzubauen. Katharina hat den Traum, ein eigenes Modeatelier zu eröffnen und dort gehobene Couture zu verkaufen. Dafür sitzt sie auch jetzt schon jeden Tag an der Nähmaschine um sich so den Grundstock zu erarbeiten. Eines Tages steht Johannes vor der Tür, später Kriegsheimkehrer und Mines Enkel. Auch er kommt bei Mine unter und gemeinsam beginnen sie ihr Leben zu verbessern.

Eigentlich mag ich gar nicht zu viel über die Handlung schreiben, um nicht zu viel zu verraten. Mine, Katharina und Johannes bilden ein gutes Team, auch wenn Mine und Katharina sich eigentlich zu ähnlich sind. Beide sind willensstark und haben genaue Vorstellungen vom Leben. Johannes ist durch sein handwerkliches Geschick ein Geschenk des Himmels und er tut alles um den Krieg und die Gefangenschaft hinter sich zu lassen.

Das Buch behandelt viele Themen, die Anfang der 50er Jahre das Leben, gerade auch im Ruhrpott, bestimmt hat. Die Knappheit an allem ist noch zu spüren, viele haben immer noch kaum genug zum Leben. Im Bergbau lässt sich gutes Geld verdienen, allerdings ist das der Gesundheit abträglich. Gewerkschaften formieren sich und man spürt ganz deutlich die Zusammengehörigkeit der Kumpel. Die moralischen Ansprüche an die Umgebung sind im allgemeinen hoch, wehe dem, der nicht nach den konventionellen Regeln lebt. Dabei sind immer noch viele Männer vermisst oder eben in Gefangenschaft.

Mich hat das Buch sehr beeindruckt. Anfangs habe ich mir mit der Art, wie die Menschen im Ruhrpott halt so sind, schwer getan. Aber ich komme auch nicht aus der Gegend. Doch nach und nach sind mir alle sehr ans Herz gewachsen und ich habe mitgefiebert, wie sich so manch vertrackte Situation wohl regeln ließe. Was mir richtig gut gefallen hat, waren die Leidenschaft für Bücher, die Johannes mit seiner Cousine Inge teilt. Beide verschlingen ihre Bücher nur so und so ist es für Inge ein großer Vorteil, in einer Bücherei helfen zu können.

Das Ende war dann wirklich herzzerreißend, mir fiel es schwer die Geschichte damit zu verlassen. Daher freue ich mich schon auf den zweiten Band, um zu erfahren, wie es dann wohl weiter geht.

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Veröffentlicht am 27.04.2020

schöne Kurzkrimis

Eiskalte Augenblicke
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Dieses Buch beleuchtet die Nebenschauplätze der Sandhamm-Krimis von Viveca Sten rund um Thomas Andreasson und Nora Linde. Es beginnt mit der Geschichte, wie die beiden sich kennengelernt haben und geht ...

Dieses Buch beleuchtet die Nebenschauplätze der Sandhamm-Krimis von Viveca Sten rund um Thomas Andreasson und Nora Linde. Es beginnt mit der Geschichte, wie die beiden sich kennengelernt haben und geht dann chronologisch durch die Jahre. Immer wieder tauchen Nebenfiguren aus den Büchern auf, wie z.B. Signe, die Nora später ja ihr Haus vererbt. Und auch Noras Schwiegereltern und ihr mittlerweile Ex-Mann haben einen passenden Auftritt.
So ergänzt das Buch die eigentlichen Krimis mit kleinen Begebenheiten, in denen es meist auch kriminalistisch zu geht.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, allerdings haben mir manchmal die direkten Zusammenhänge gefehlt, gerade bei Geschichten um Figuren, deren Namen nicht so einprägsam waren. Dabei habe ich alle Krimis der Reihe gelesen, allerdings ist der letzte Band nun ja auch schon eine Weile her.
Von daher ist es sicher ein gelungenes Buch für die Fans der Serie. Bei denen, die sie nicht kennen, bin ich mir nicht sicher, da die Geschichten zwar in sich rund sind, aber teilweise auch sehr kurz.
Von mir aber auf jeden Fall eine Leseempfehlung für alle Viveca Sten Fans. Das Buch verkürzt die Wartezeit auf den hoffentlich bald folgenden nächsten Band der Reihe.

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Veröffentlicht am 24.04.2020

Tolles Zeitzeugnis

Die Schule am Meer
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1925 wird auf Juist eine Schule gegründet. Engagierte Lehrer möchten dort Kinder nach refompädagogischen Aspekten unterrichten. Soweit die trockenen Fakten zu dieser Schule, die es wirklich gab. Sandra ...

1925 wird auf Juist eine Schule gegründet. Engagierte Lehrer möchten dort Kinder nach refompädagogischen Aspekten unterrichten. Soweit die trockenen Fakten zu dieser Schule, die es wirklich gab. Sandra Lüpkes füllt dies nun mit Leben, erzählt von Anni Reiner, Eduard Zuckmayer, die dort lehren und von Maximilian, genannt Moskito, der dort lernt. Und von dem Rest der Insel, deren Bewohner der Schule teilweise mehr als kritisch gegenüberstehen. Auch hier machen sich der ersten Regungen des kommenden bemerkbar und eine Schule, wie die Schule am Meer passt so gar nicht in das Bild des aufkommenden Nationalsozialismus.

Es beginnt und endet alles mit Anni Reiner, die zusammen mit ihrem Mann und ihren Kindern auf die Insel kam, um die Schule mit aufzubauen. Nicht nur mit ihrer eigenen Tatkraft, sondern auch mit der finanziellen Unterstützung ihrer Familie. Trotzdem wird sie in den Chroniken der Schule kaum erwähnt. Der Schulleiter Martin Luserke, genannt Lu, überstrahlt alles und nimmt alle mit seiner charismatischen Art gefangen. Es gelingt ihm auch Eduard Zuckmayer, den Bruder des Schriftstellers Carl Zuckmayer und erfolgreichen Dirigenten, davon zu überzeugen, an der Schule zu arbeiten. Für den eher ruhigen Zuck erweist sich die Schule als Glücksfall und er freundet sich mit den Reiners an.

Der Schulalltag ist bestimmt durch viel Musik, Kunst, Literatur und Sport. Die Kinder werden rund um die Uhr beschäftigt und sind angehalten im Schulalltag mit anzupacken. Es wirkt sehr idyllisch, auch wenn das Leben auf der Insel wohl auch aus Geldmangel, oft kein Zuckerschlecken war. Besonders im Winter, wenn die Insel vom Festland abgeschnitten war, fehlte es oft an vielem. Aber trotz allem klingt die Schule so, als wäre man dort gerne Schüler gewesen.

Der Nationalsozialismus macht aber auch vor der Insel nicht halt. Schon bei der Ankunft müssen Anni und ihre Mutter, die aus einer jüdischen Familie stammen, feststellen, dass Juden nicht erwünscht sind. Die Mutter kann ihr Zimmer im Hotel nicht beziehen. Hotelierstochter Therese und Aushilfskellner Gustav Wenniger repräsentieren so auch im Folgenden immer den politischen Gegenpart der liberalen und demokratisch eingestellten Lehrerschaft.

Eine kurzen Auftritt, wenn auch nicht namentlich, hat auch Erich Kästner, als Moskito und ein Freund von ihm, in Berlin Zeugen der Bücherverbrennung werden. Gerade diesen Auftritt fand ich sehr gelungen.
Die Schule sollte den Nazis nicht standhalten können. Sie wurde 1934 aufgelöst. Moskito hat die gesamten 9 Jahre dort verbracht und begleitet mit seiner eigenen Entwicklung auch die der Schule.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Auch wenn es nicht actionreich ist und viel aus dem Alltag erzählt, gibt es ein gutes Bild dieser Zeit und dieser außergewöhnlichen Schule wieder. Von mir daher eine volle Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 15.04.2020

Klasse Science Fiction

Ich bin viele
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Bob hat eigentlich alles erreicht, was man sich nur wünschen kann. Dumm nur, dass er kurz nach dem Verkauf seiner Software-Firma einen Unfall hat und so nichts vom neugewonnenen Reichtum. Allerdings hat ...

Bob hat eigentlich alles erreicht, was man sich nur wünschen kann. Dumm nur, dass er kurz nach dem Verkauf seiner Software-Firma einen Unfall hat und so nichts vom neugewonnenen Reichtum. Allerdings hat er das Glück und erwacht hundert Jahre später als künstliche Intelligenz wieder und reist nun als von-Neumann-Sonde durchs All und erforscht fremde Planeten.

Ich bin durch Esthers Buecher Rezension zu "Wir sind Götter" auf diese Serie gestoßen und konnte sie auf skoobe auch gleich lesen. Am Ende der Leseprobe wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht. Und ich wurde nicht enttäuscht. Man bekommt hier ein witziges und gut durchdachtes Konzept präsentiert, das durch das Klonen von Bob nie langweilig wird, weil alle Bobs ganz unterschiedliche Situationen erleben. So geht es vom Terraforming über die Entdeckung ausserirdischer Spezies bis zur Rettung der Menschheit. Und mittendrin immer Bob, bzw. seine Klone, die ja eigentlich wie er sein sollten, sich aber doch immer ein kleines bisschen unterscheiden. Und genau das macht sie so interessant.

Ich war sehr begeistert und besonders die Namensgebung der Bobs und seiner Hilfsprogramme hat ungemein geholfen, sich ein Bild zu machen. Man merkt, der liebe Bob ist ein großer Star Trek und Star Wars Fan . Der Schreibstil war locker und flüssig, trotz der technischen Details, die nicht ausbleiben bei einem Science Fiction Roman.

Von mir also eine volle Empfehlung für dieses amüsante Buch, das einen für ein paar Stunden aus dem Alltag entführt.

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