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Veröffentlicht am 31.05.2019

Bin im Garten

Bin im Garten
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Es gibt Bücher, die liest man und möchte das, was der Autor da tut am liebsten sofort auch machen. Das ging mir bei Hape Kekerlings „Ich bin dann mal weg“ so und jetzt auch bei Meike Winnemuths „Ich bin ...

Es gibt Bücher, die liest man und möchte das, was der Autor da tut am liebsten sofort auch machen. Das ging mir bei Hape Kekerlings „Ich bin dann mal weg“ so und jetzt auch bei Meike Winnemuths „Ich bin im Garten“. Meike Winnemuth hat beschlossen ein Jahr lang in ihrem Garten intensiv zu arbeiten und sich, wenn möglich, von den Früchten ihres Tuns zu ernähren. Dabei hat sie eine Art Tagebuch geführt, in der sie also nicht nur ihre Erfahrungen beim Gärtnern, sondern auch das, was es mit ihr tut, im Garten zu leben, zu beschreiben.
An vielen Ecken habe ich mich auch selbst in mir erkannt und musste dann doch schhmunzeln, wenn sie sich erst einmal allerlei Gartenbücher anschafft um sich auch theoretisch mit dem Thema zu beschäftigen. Das könnte (und ist sicher in manchen Bereichen) mir auch passieren ? .
Zur Aufmachung des Buches muss ich sagen, dass es mich echt begeistert, Es liegt gut und etwas schwerer in dern Hand und ist auch unter dem Schutzumschlag noch einmal hübsch gestaltet. Unterteilt ist das Buch dann einfach in die zwölf Monate des Jahres. Jeder Monat hat ein aufwänig, zum Monat passend gestaltetes Vorsetzblatt mit einer Kurzzusammenfassung. Und im Text sind immer wieder Fotos des Gartens, Frau Winnemuths, ihrer Reiseziele und natürlich ihrer Blumen und Ernte eingebettet.

Wer einen Gartenratgeber erwartet wird sicherlich enttäuscht sein. Frau Winnemuth erzählt hier ihre Geschichte und die ihres Gartens, wie sie sie im letzten Jahr erlebt hat. Daran teilhaben zu dürfen hat mich sehr begeistert. Ihre Art zu schreiben ist einfach lebensnah und man hat das Gefühl mit der Autorin zusammen zu sitzen. Und es weckt die Lust auf mehr Garten, auch wenn man vielleicht keine Erfahrung hat, macht ja nix. Einfach machen!

Von mir eine hundertprozentige Leseempfehlung! Ich bin dann mal im Garten ?

Veröffentlicht am 30.05.2019

Ein Wohlführoman

Das kleine Cottage am Meer
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Annie Marlow hat ihre Familie verloren. Ihre Trauer darüber ist so groß, dass sie kaum mehr ins normale Leben zurückkehren kann. Als ihr geraten wird, an einen Ort zu fahren, an dem sie immer glücklich ...

Annie Marlow hat ihre Familie verloren. Ihre Trauer darüber ist so groß, dass sie kaum mehr ins normale Leben zurückkehren kann. Als ihr geraten wird, an einen Ort zu fahren, an dem sie immer glücklich war, fällt ihr Oceanside ein, wo sie viele Jahre mit ihrer Familie Urlaub gemacht hat. Dort angekommen gelingt es ihe das Cottage zu mieten, in dem sie damals auch mit ihrer Familie gelebt hat. Und einen Job findet sie glücklicherweise auch. So gibt sie sich ersteinmal ein Jahr um wieder zu sich selbst zu finden.

Keaton lebt in Oceanside und hat sich schon als Teenager in Annie verkuckt, allerdings hat er sich nie getraut sie anzusprechen. Dass sie jetzt wieder da ist, ist für ihn wie ein Wink des Schicksals.

Debbie Macomber hat hier einen sehr warmherzigen Roman über Menschen geschrieben, die es alle nicht leicht im Leben hatten. Annie, die schwer am Verlust ihrer Familie und ihren Schuldgefühlen zu knabbern hat, Keaton, der nie Liebe erfahren hat und zusätzlich noch Mellie, Annies Vermieterin, die es nicht mehr schafft das Haus zu verlassen. Alle haben ihre Macken und sind doch auf ihre Art Liebenswert.

Annie blüht in ihrem Job und in ihrem Cottage regelrecht auf. Manchmal fand ich es etwas seltsam, dass sie in Oceanside plötzlich wieder normal leben konnte, während sie in Seattle kaum aus ihrer schwarzen Wolke herausgekommen ist. Aber gut, diese magische Wirkung des Ortes auf Annie wollte die Autorin wohl genau so schildern. Ihre Beziehung zu Keaton war auch für mich ein wenig seltsam, welches erwachsene Paar begnügt sich schon über Monate hinweg nur mit zarten Küssen? Aber die Geschichte drum rum hat mich doch versöhnt mit diesen Punkten.

Das Buch war locker und flüssig zu lesen und ich konnte mir Oceanside gut vorstellen. Ein hübscher Ort, an dem es sich sicherlich gut Urlauben und leben lässt. Mir hat es Spaß gemacht das Buch zu lesen und ich hatte ein paar schöne Lesestunden damit. Auf jeden Fall ein Buch zum Wohlfühlen.


Von mir daher durchaus eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 26.05.2019

Grandios

Die Spionin der Charité
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Es ist mal wieder der 20. Juli, wieder einmal werden in Berlin die Helden des Attentat Versuchs geehrt. In Bern sitzt Lily Kolbe und könnte schreien vor Wut. Denn auch sie und ihr Mann haben im Widerstand ...

Es ist mal wieder der 20. Juli, wieder einmal werden in Berlin die Helden des Attentat Versuchs geehrt. In Bern sitzt Lily Kolbe und könnte schreien vor Wut. Denn auch sie und ihr Mann haben im Widerstand gearbeitet, nur wurde diese Arbeit nie bekannt. Als sich Eddie Bauer, ein Journalist aus den USA, bei ihr meldet, weil er von ihrem Mann und seinen Tätigkeiten erfahren hat und darüber schreiben will, entschließt sie sich ihr Schweigen zu brechen.
So erfahren wir die Geschichte von Lily, die 1941 nach Berlin kam , um bei Professor Sauerbruch in der Charité zu arbeiten. Lily will eigentlich Krankenschwester werden, da aber keine Stelle frei ist, wird sie Sauerbruchs Privatsekretärin. Schon bald stellt sich heraus, dass Sauerbruch kein Freund der Nazis ist und er auch bereit ist, aktiv etwas gegen sie zu unternehmen. So bildet sich der sogenannte Donnerstagsclub, eine kleine Gruppe aus vertrauenswürdigen Menschen in der Charité, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten Widerstand leisten.
Um diese Möglichkeiten zu erweitern, wird Lily 1943 auf den Mitarbeiter im Außenministerium, Fritz Kolbe angesetzt. Die beiden kommen sich rasch näher und Kolbe schließt sich der Gruppe an. Er ist es, der mit Hilfe der anderen, Geheimpapiere in die Schweiz schafft und diese den Amerikanern übergibt.
Das Attentat vom 20 Juli bringt sie dann alle in Gefahr, auch wenn sie nicht darin verstrickt sind.
Das Ende des Buches ist dann doch recht überraschend, ist doch Eddie Bauer nicht derjenige, für den er sich ausgibt. Mehr will ich aber dazu nicht verraten.

Mir hat dieses Buch ausgesprochen gut gefallen. Es liest sich extrem flüssig und das Kopfkino läuft von der ersten Minute an. Christian Hardinghaus erzählt hier eine Geschichte, die auf Tatsachen beruht. Er verändert hier und da die Namen der Protagonisten, Lily hieß im wahren Leben Maria und auch die Namen der anderen Mitglieder des Donnerstagsclubs wurden verändert. Aber die Geschichte an sich ist so passiert, Christian Hardinghaus füllt hier nur die Lücken.
Mich hat das Buch sehr berührt, es zeigt doch was auch im kleinen machbar ist, wenn man nur will.

Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung für dieses Buch, das einen Teil des deutschen Widerstands im zweiten Weltkrieg beleuchtet, der nicht so berühmt geworden ist.

Veröffentlicht am 24.05.2019

Super zweiter Band!

Hochzeit in der kleinen Sommerküche am Meer
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Eigentlich könnte ja alles so toll sein, jetzt wo sich Flora wieder auf Mure niedergelassen hat und Joel eigentlich zur Arbeit pendeln will. Allerdings klappt das nicht besonders gut und Joel ist mehr ...

Eigentlich könnte ja alles so toll sein, jetzt wo sich Flora wieder auf Mure niedergelassen hat und Joel eigentlich zur Arbeit pendeln will. Allerdings klappt das nicht besonders gut und Joel ist mehr weg als da. Das verunsichert Flora gewaltig und irgendwie kommt sie nicht an Joel ran, der die Schotten weiterhin dicht macht, wenn es um seine Vergangenheit geht. Die beiden machen also erst einmal eine handfeste Krise durch.
Fintan und Colton sind miteinander glücklich und wollen heiraten. Alles könnte also so schön sein, hätte Colton da nicht ein Geheimnis.
Gleichzeitig lernen wir Said, den Arzt auf Mure, besser kennen. Er ist aus Syrien vor dem Krieg geflohen und seine Familie ist dort verschollen. Eines Tages bekommt er bescheid, dass seine beiden Söhne gefunden wurden und er sie zu sich holen kann. Unterstützung bekommt hierbei von Lorna und später auch der ganzen Insel, einfach wird es aber trotzdem nicht die verschreckten Kinder ins Inselleben zu integrieren.

Ich war ja eigentlich etwas skeptisch, ob mich dieser zweite Band der Reihe wieder so abholen würde, wie der erste. Meistens lassen zweite Bände ja etwas nach. Hier aber ist es Jenny Colgan gelungen, noch einmal eine Schippe oben drauf zu legen. Mir hat das Buch noch besser gefallen als das erste.
Die Verwirrungen zwischen Flora und Joel werden aus der Sicht beider beschrieben und so kann man sich in beide gut einfühlen und verstehen, warum da einiges schief läuft.
Die Geschichte um Said ist eigentlich ein zweiter Haupthandlungsstrang und nach und nach nähern sich die Geschichten aneinander an, so wie Said auch immer mehr ein Teil der Gemeinschaft auf Mure wird.
Mure ist generell so toll beschrieben, dass man da eigentlich wirklich gerne mal hinfahren möchte und sei es nur um in Annies Küche einmal essen zu gehen.

Jenny Colgan ist es mit diesem Buch gelungen, einen tollen Nachfolger zu schreiben und gleichzeitig noch soviel Handlungsspielraum zu lassen, so dass man sich schon auf den dritten Teil freut, der wohl im Oktober erscheinen wird.
Von mir eine absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 23.05.2019

Leider nichts für mich

Sommerglück und Honigduft
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Nells Leben gerät aus den Fugen, ihre Tochter Demi ist als Au Pair nach London gegangen und die Fabrik, in der sie arbeitet, ist abgebrannt. Und zu guter Letzt erwischt sie auch noch ihren Freund mit einer ...

Nells Leben gerät aus den Fugen, ihre Tochter Demi ist als Au Pair nach London gegangen und die Fabrik, in der sie arbeitet, ist abgebrannt. Und zu guter Letzt erwischt sie auch noch ihren Freund mit einer Anderen.
Zeit also, etwas neues zu machen. Sie entschließt sich nach Kreta zu gehen und dort gegen Kost und Logis auf einem Bauernhof mit Imkerei zu arbeiten. Auf Kreta war sie vor 18 Jahren sehr glücklich und sie möchte bei der Gelegenheit auch herausfinden, was aus Stelios wurde, der der Vater ihrer Tochter ist.
Dort angekommen ist aber erst einmal alles anders und Nell muss feststellen, dass es das Kreta aus ihren Erinnerungen nicht mehr gibt.

Ich muss sagen, mich hat das Buch leider ziemlich genervt. Das lag unter anderem daran, dass ich bei Nell immer das Gefühl hatte noch einen Teenager vor mir zu haben, obwohl sie bereits 36 ist und eine Tochter alleine groß gezogen hat. Irgendwie haben hier Verhalten und Alter gar nicht zusammengepasst.

Durch die Ich-Perspektive blieben auch die Nebenfiguren etwas blass. Besonders ihre Gast- und Arbeitgeber auf Kreta kamen mir entsetzlich naiv vor. Sie wollen eine Imkerei wiederaufbauen und dazu die Bienen vom Berg zu ihren Bienenstöcken locken. Das passiert mit Methoden, bei denen ich mir dachte, dass das wohl wenig mit professioneller Imkerei zu tun hat. An vielen Stellen wirkte das Paar eher wie die Kinder.
Zusätzlich kam noch dazu, dass im Ort und auf dem Berg seltsame Machenschaften vor sich gehen, die die Touristen verjagen und damit die Lebensgrundlage des Ortes gefährden. Keiner der Bewohner fragt sich, was da eigentlich vor sich geht und erst Nell fängt an Nachforschungen zu stellen, alle anderen fügen sich dem vermeintlichen Schicksal.

Der Schreibstil war sehr bildhaft und ich konnte Kretas Schönheit vor meinem inneren Auge sehen, das war auf jeden Fall ein Pluspunkt. Allerdings hat das nicht ausgereicht um mich das Buch mit Genuss zu Ende lesen zu lassen.

Von mir daher leider keine Leseempfehlung.