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Veröffentlicht am 04.04.2019

eine wunderbare Familiengeschichte!

Die Fliedertochter
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In "Die Fliedertochter" begleiten wir zwei Frauen auf ihrer Reise von Berlin nach Wien. 1936 beschließt die Halbjüdin Luzie Berlin zu verlassen und in Wien ein neues Leben als Künstlerin zu beginnen. Sie ...

In "Die Fliedertochter" begleiten wir zwei Frauen auf ihrer Reise von Berlin nach Wien. 1936 beschließt die Halbjüdin Luzie Berlin zu verlassen und in Wien ein neues Leben als Künstlerin zu beginnen. Sie findet dort Freunde, Familie und die Liebe, aber auch unendliches Leid.
2018 macht sich Paulina dann auf den Weg nach Wien um dort für ihre großmütterliche Freundin Antonia ein Tagebuch in Empfang zu nehmen und auf den Spuren Luzies Wien zu erkunden. Auch für sie ändert sich durch diese Reise vieles im Leben.
Teresa Simon nimmt uns mit, und das im doppelten Sinn. Einmal begleiten wir Paulina und Luzie durch das Wien ihrer Zeit und zusätzlich leiden wir mit Luzie unter den Umständen und Grausamkeiten, die Wien während der Nazizeit beherrscht haben.

Cover und Klappentext versprechen einen Familienroman, in dem diverse Geheimnisse aufgedeckt werden. Das Buch ist jedoch viel mehr. Es ist ein Zeichen gegen das Vergessen. Es zeigt wie schlimm die Judenverfolgung in Wien losbrach, als Österreich "heim ins Reich" geholt wurde. Und wie es trotzdem möglich ist, in dieser Zeit seine Menschlichkeit zu behalten. Luzie trifft auf Menschen, die sie hassen und quälen, aber sie hat auch Menschen an ihrer Seite, die unbedingt für sie da sind und ihr helfen.
Paulinas Geschichte bringt Licht ins Dunkel von Luzies Geschichte. Mit ihr erleben wir das moderne Wien, das mit kulinarischen Köstlichkeiten, einer wunderbaren Stadt und tollen Plätzen zum Verweilen einlädt. Paulina orientiert sich hier neu, findet die Liebe und auch ihre Familie neu.

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Der Wechsel zwischen hell und dunkel, fröhlichem hier und jetzt und der bedrohlichen Vergangenheit ist der Autorin ganz hervorragend gelungen. Durch die Zeitsprünge hat man immer wieder die Möglichkeit, das Gelesene sacken zu lassen.
Der Schreibstil ist einfach toll, ich hatte Wien und auch Berlin sofort vor Augen. Die handelnden Personen waren gut ausgearbeitet und auch die Nebenfiguren hatten ein Gesicht und eine Geschichte.
Für mich ist dieses Buch auf jeden Fall eines meiner Jahreshighlights. Da ich von der Autorin sonst noch nichts gelesen habe, wandern ihre weiteren Bücher auf meine to-read-Liste.

Von mir eine absolute Leseempfehlung für dieses berührende Buch!


Veröffentlicht am 25.03.2019

Nicht meins

Stoneheaven
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Mariella ist eine Tannin, genauer gesagt die Tochter einer der höchsten Mitglieder der Familie. Ihr Leben besteht nur aus Widerstand gegen die Familie und als sie es übertreibt, wird sie nach Stoneheaven ...

Mariella ist eine Tannin, genauer gesagt die Tochter einer der höchsten Mitglieder der Familie. Ihr Leben besteht nur aus Widerstand gegen die Familie und als sie es übertreibt, wird sie nach Stoneheaven gebracht, einem Umerziehungslager.
Was soll ich sagen, das Buch ist nicht schlecht geschrieben und doch habe ich es nicht beendet. Bei ca der Hälfte habe ich beschlossen, dass es nichts für mich ist.
Ich habe leider nicht herausgefunden, wo es denn hingehen soll. Bis zu meinem Abbruchzeitpunkt geht es eigentlich nur darum, wie die Jugendlichen in Stoneheaven durch Schikanen gebrochen werden sollen. Die meiste Zeit wird sich aggressiv gestritten und bedroht. Selbst in der Gruppe, der Mariella zugeteilt ist, gibt es mehr Generve als Zusammenarbeit. Manchmal scheint zwar etwas Teamgeist durch, aber der nächste Knall ist bereits vorprogrammiert.
Mir ist es dann auch schlichtweg zu eklig geworden. In der Szene, in der ich abgebrochen habe ist es mir beim Lesen leicht übel geworden. Das mag für die Schreibkunst der Autorin sprechen, für mich ist es aber nichts. Daher habe ich an dieser Stelle dann auch abgebrochen.
Schade, man hätte sicher mehr aus der Geschichte machen können.

Von mir daher eher keine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 24.03.2019

Leichte Unterhaltung

Das kleine Café im Gutshaus
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Lara hat eine schwere Zeit hinter sich. Ihr Freund, mit dem sie sich auf Malta eine Zukunft aufbauen wollte hat eine Neue und sie damit auch keinen Job mehr. Zurück in Schottland besinnt sie sich auf ihren ...

Lara hat eine schwere Zeit hinter sich. Ihr Freund, mit dem sie sich auf Malta eine Zukunft aufbauen wollte hat eine Neue und sie damit auch keinen Job mehr. Zurück in Schottland besinnt sie sich auf ihren Traum, Bäckerin zu werden. In ihrem Heimatort findet sie eine Anstellung in einem Café, allerdings ist die Besitzerin nicht begeistert von den Ideen, die Lara mitbringt. Da lernt sie eines Tages Hugo Carmichael kennen, der bald Stammgast im Café wird. Mit ihm verbindet sie schnell eine Freundschaft und als Hugo plötzlich verstirbt überrascht er Lara, indem er sie in seinem Testament erwähnt.
Sie soll auf seinem Gutssitz ein Café eröffnen, das zum Unterhalt des Gutes beitragen soll. Nicht nur Lara wird davon überrascht, auch Hugos Sohn und Enkel fallen aus allen Wolken. Notgedrungen raufen sie sich zusammen und Laras Traum von einem eigenen Café wird wahr.

Ich fand das Buch gut zu lesen, man ist schnell in der Geschichte drin und leidet mit Lara und ihrer wirklich anstrengenden Zeit als Angestellte mit. Ihre Chefin ist wirklich ätzend und so ist es eine echte Erlösung als Lara endlich selbstständig arbeiten kann. Die Gegend und besonders das Gut ist toll beschrieben, ich hatte sofort Bilder dazu im Kopf.
Was ich ein bisschen schade fand war, dass natürlich Probleme bei der Einrichtung des Cafés auftreten, diese aber immer wie durch ein Wunder gelöst werden. Lara ist irgendwie mehr mit ihren Beziehungen zu den Carmichaels, zu ihren Freundinnen und ihrer Mutter beschäftigt. Dabei wird immer wieder betont, dass Lara Tag und Nacht arbeitet. Nur leider bekommt man als Leser nicht viel davon mit. So gerät das Ganze irgendwie in den Hintergrund.
Schön wäre auch gewesen am Ende des Buches noch ein zwei Rezepte wiederzufinden, denn das was Lara da so gezaubert hat, klang ganz köstlich.

Aber alles in allem war es ein unterhaltsames Buch, an dem ich Spaß hatte.

Veröffentlicht am 20.03.2019

Der etwas andere Blick auf China

Couchsurfing in China
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Stephan Orth ist wieder einmal unterwegs. Nachdem er den Iran und Russland per Couchsurfing erkundet hat, reist er diesmal durch China. Hier trifft er auf die unterschiedlichsten Gastgeber und lernt so ...

Stephan Orth ist wieder einmal unterwegs. Nachdem er den Iran und Russland per Couchsurfing erkundet hat, reist er diesmal durch China. Hier trifft er auf die unterschiedlichsten Gastgeber und lernt so Land und Leute kennen. Nicht nur die riesigen Städte, in denen die tägliche Überwachung fast allgegenwärtig ist, er ist auch in kleine Städten und teilweise in sehr entlegenen Gegenden unterwegs. Er trifft auf Künstler, Auto-Verkäufer und Polizisten, lernt eine sehr spezielle Sekte kennen und unterrichtet in mehreren Sprachschulen englisch.

Ich kannte Couchsurfing im Iran schon und habe mich daher gefreut jetzt ein ähnliches Buch über China lesen zu können. Mein Mann ist des Öfteren dienstlich dort und manches aus dem Buch kam mir seltsam vertraut vor. Dass z.B. Fußgänger unvermittelt geblitzt werden ist auch ihm und seinen Kollegen aufgefallen.
Ich habe sehr viel Spaß an diesem Buch gehabt. Stephan Orth schreibt humorvoll und selbstironisch über das Erlebte. Man hat dabei das Gefühl, mit ihm gemeinsam unterwegs zu sein.

Sein Buch gibt auch einen Ausblick auf das, was sich auch bei uns in Zukunft verändern könnte, wenn China weiterhin expandiert. Überwachung und Sozialkreditsysteme sind in China ja schon großflächig im Einsatz und auch bei uns wäre so etwas sicher möglich.
Wer Quality Land von Marc-Uwe Kling gelesen oder gehört hat, mag erahnen, wohin das Ganze noch führen mag.

Im Text sind immer wieder Bilder eingestreut und We Chat Nachrichten, die der Autor mit seinen Gastgebern geführt hat. Am Ende des Buches gibt es dann noch mehr Bilder der Reise zu sehen.

Wer China mal von einer privateren Seite kennenlernen möchte hat mit diesem Buch sicher viel Spaß.
Von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 18.03.2019

Was im Leben wichtig ist

Mein Jahr mit Dir
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Endlich Oxford! Ella hat sich ihren Traum erfüllt und wird für ein Jahr in Oxford ein Aufbaustudium machen. Gleich am ersten Tag wird sie fast überfahren und dann noch mit Fish and Chips Soßen übergossen. ...

Endlich Oxford! Ella hat sich ihren Traum erfüllt und wird für ein Jahr in Oxford ein Aufbaustudium machen. Gleich am ersten Tag wird sie fast überfahren und dann noch mit Fish and Chips Soßen übergossen. Und beide Male hat Jamie Davenport an den Missgeschicken mit Schuld. Daher kann sie ihn auch nicht richtig leiden. Allerdings stellt sich schnell heraus, dass er einer ihrer Dozenten ist und sie daher noch öfter mit ihm zu tun haben wird.

Nach einem gemeinsamen Abend in einem typischen Pub kommen die beiden sich näher und die beiden gehen eine Beziehung auf Zeit ein. Dass die zeitliche Begrenzung aber nicht nur von ihrem Aufenthalt abhängt, findet Ella erst heraus, als sie sich in Jamie verliebt hat.


Was wie ein schnöder Liebesroman klingt entpuppt sich als ein Buch, das durchaus Tiefgang hat und einen gefühlsmäßig doch beansprucht. Die Schreibweise hat mich sehr an JoJo Moyes erinnert, und dass obwohl die Autorin Amerikanerin ist. Sie schafft es die Personen genau zu zeichnen und den Engländern einen typisch britischen Humor mitzugeben. Man hat von Anfang an das Gefühl mitten dabei zu sein und Ella dabei zu begleiten, wie sie sich ihren Traum von Oxford erfüllt, Freunde und dann auch die Liebe findet.


Auch die Nebenfiguren sind ausdrucksstark gezeichnet und man hat viel Vergnügen, wenn Ella mit ihren Freunden unterwegs ist. Anfangs kommt das Buch sehr heiter daher, man hat wirklich einen Heidenspaß beim Lesen und ich musste ein paar mal kräftig lachen. Zur Mitte hin gibt es dann eine Entwicklung, die die Leichtigkeit ein wenig aus dem Buch nimmt und Ella vor einige schwerwiegende Entscheidungen stellt. Aber auch hier konnte mich Julia Whelan mitnehmen und überzeugen. Trotz aller Widrigkeiten, die das Leben Ella in der zweiten Hälfte des Buches vor die Füße wirft, möchte man das Buch nicht mehr aus der Hand legen um zu erfahren, wie denn nun alles endet. Das einzige was ich teilweise etwas schade fand war, dass Ellas Job, den sie nebenbei für eine Senatorin in Amerika macht, komplett ignoriert wird und erst gegen Ende des Buches wieder eine Rolle spielt.


Julia Whelan hat zu diesem Buch auch die Drehbuchfassung geschrieben, leider habe ich auf die Schnelle nicht herausfinden können, wie weit die Verfilmung bis jetzt gediehen ist.

Ich kann mir das Buch aber sehr gut als Film vorstellen, hat es doch alles in sich, was man von einem guten Film erwartet.

Mich konnte das Buch auf jeden Fall begeistern und ich werde die Autorin und ihre weiteren Bücher im Auge behalten.


Von mir daher eine absolute Leseempfehlung für alle, die gute Liebesromane á la JoJo Moyes mögen.