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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.10.2018

Toller Abschluss

Verliebt für eine Weihnachtsnacht
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Verliebt für eine Weihnachtsnacht ist der abschliessende Band der Manhattan in Love Reihe von Sarah Morgan. Hier begleiten wir Harriet, die nach dem Auszug ihrer Schwester Fliss versucht, ihr Leben in ...

Verliebt für eine Weihnachtsnacht ist der abschliessende Band der Manhattan in Love Reihe von Sarah Morgan. Hier begleiten wir Harriet, die nach dem Auszug ihrer Schwester Fliss versucht, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Dafür hat sie beschlossen, jeden Tag zwischen Thanksgiving und Weihnachten etwas zu tun, dass sie aus ihrer Komfortzone herausbringt. So beschliesst sie es einmal mit Online Dating zu probieren, aber nach drei Fehlschlägen und einem verstauchten Knöchel ist auch wieder genug damit. Doch genau durch diesen verstauchten Knöchel lernt sie Ethan kennen, der sie in der Notaufnahme behandelt. Bald trifft sie ihn wieder, ist er doch der Bruder einer Kundin und soll auf deren Hund aufpassen, während sie sich um familiäre Pflichten kümmert. Das das aber nicht so einfach ist und der Hund sich extrem unwohl bei Ethan fühlt, zieht Harriet bei ihm ein, um sich besser um Madi kümmern zu können.

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen, Harriet und Ethan sind beide einfach sehr liebenswerte Charaktere, auch wenn es sich Ethan nicht leicht macht zu erkennen, dass Harriet die Richtige für ihn ist.

Schön fand ich als langjährige Sarah Morgan Leserin, dass es ein Wiedersehen mit der Familie O’Neal aus der Snow Crystal Serie gab. Der Ausflug von Ethan und Harriet in das Ressort hat mir richtig viel Spaß gemacht.

Alles in allem war es ein richtiges Wohlfühlbuch, ein paar Stunden romantische Auszeit. Für mich das stärkste Buch der Reihe um die Geschwister Knight.

Von daher eine absolute Lesempfehlung!

Veröffentlicht am 18.10.2018

Die alten Griechen

Mythos
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In Mythos erzählt Stephen Fry die Mythen der alten Griechen. Vom Anbeginn aller Zeiten an, als aus dem Chaos die ersten Wesen entstanden bis zum den Geschichten der Sterblichen, die sich mit den Göttern ...

In Mythos erzählt Stephen Fry die Mythen der alten Griechen. Vom Anbeginn aller Zeiten an, als aus dem Chaos die ersten Wesen entstanden bis zum den Geschichten der Sterblichen, die sich mit den Göttern einließen oder sie herausforderten.
Und wie man das von Stephen Fry erwartet, erzählt er dieses Mythen nicht trocken und bierernst, sondern immer mit einem Augenzwinkern. So erleben wir Zeus und seine Götterschar eben nicht als nur göttlich und unfehlbar, sondern genau wie wir Sterblichen von Fehlern und Unzulänglichkeiten geprägt.
Nachdem meine Begeisterung für die griechischen Mythen bereits in meiner Jugend gelegt wurde, als ich den Gustav Schwab lesen durfte und heute von meinen Kindern durch Percy Jackson und seine Abenteuer wieder aufgefrischt wurden, war dieses Buch ein Muss für mich.

Ich habe ich dabei gut unterhalten gefühlt, allerdings ist es kein Buch, dass man wirklich am Stück liest. Aber immer wieder eine Geschichte aus der griechischen Mythenwelt ist immer wieder unterhaltsam.

Von daher von mir durchaus eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 11.10.2018

Die Dame in Gold

Die Dame in Gold
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„Die Frau in Gold“ ist der Titel des wohl bekanntesten Bildes von Gustav Klimt. Diese Frau war Adele Bloch, eine Grand Dame der Wiener Gesellsschaft vor dem ersten Weltkrieg. Dieses Buch von Valérie Trierweiler ...

„Die Frau in Gold“ ist der Titel des wohl bekanntesten Bildes von Gustav Klimt. Diese Frau war Adele Bloch, eine Grand Dame der Wiener Gesellsschaft vor dem ersten Weltkrieg. Dieses Buch von Valérie Trierweiler erzählt ihre Geschichte.
Adele hat gerade, nach bereits einer Fehlgeburt, ihren neugeborenen Sohn verloren und versinkt in tiefen Depressionen. Um sie ins Leben zurückzuholen, beauftragt ihr Mann Gustav Klimt damit, ein Porträt seiner Frau anzufertigen. Sie stimmt dem erst widerwillig zu, ist aber bald von Gustav Klimts unangepasster Art fasziniert. So entspinnt sich zwischen den beiden bald eine Beziehung, die bis zu Klimts Lebensende anhalten wird und der Welt mehr als ein bemerkenswertes Gemälde bescheren wird.
Ich kannte bereits den Film „Die Frau in Gold“ mit Helen Mirren, die dort Adeles Nichte spielt, die nach dem Krieg versucht das Bild für die Familie vom österreichischen Staat zurück zu bekommen. Daher war ich sehr neugierig, die Geschichte ihrer Tante kennen zu lernen.
Leider hatte ich etwas Probleme mit dem Schreibstil. Mir sind die Figuren nicht wirklich nah gekommen, ich hatte immer das Gefühl es wird ein statisches Bild beschrieben. Ich konnte mit Adele und den anderen nicht so richtig mitfühlen. Das war vielleicht tatsächlich so beabsichtigt, erreichte mich aber nicht.
Dabei war ihr Leben wohl nicht uninteressant. Neben dem mondänen Salon, in dem einige bekannte Persönlichkeiten Wiens aus dieser Zeit verkehrten, kümmerte sich Adele auch immer wieder um die Ärmsten der Armen.

Trotzdem muss ich leider sagen, habe ich das Buch nach einem Drittel nur noch überflogen um grob zu erfahren, was noch passiert. Irgendwie hat es mich überhaupt nicht überzeugen können.

Daher von mir diesmal leider keine Leseempfehlung.
3 von 10 Punkte

Veröffentlicht am 05.10.2018

Die Farge der Schuld

Deutsches Haus
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Das Deutsche Haus ist eine Gaststätte in Frankfurt, die von Evas Eltern betrieben wird. Hier leben die Bruhns zusammen und genießen das deutsche Wirtschaftswunder. Eva stellt ihren Verlobten zu Hause vor, ...

Das Deutsche Haus ist eine Gaststätte in Frankfurt, die von Evas Eltern betrieben wird. Hier leben die Bruhns zusammen und genießen das deutsche Wirtschaftswunder. Eva stellt ihren Verlobten zu Hause vor, als sie ein Anruf zur Arbeit ruft. Sie ist Übersetzerin für polnisch und soll eine Zeugenaussage übersetzen. Im ersten Moment versteht sie gar nicht um was es geht, doch nach und nach wird ihr klar, dass es hier um einen Überlebenden aus Auschwitz ging. Kurz darauf bekommt sie die Möglichkeit in den ersten Auschwitz-Prozessen zu übersetzen. Sowohl ihre Eltern als auch ihr Verlobter sind dagegen, dass sie die Arbeit annimmt. Aber Eva setzt ihren Willen durch und stellt fest, dass Schuld nicht etwas ist, was man nur bei anderen findet. Im Laufe des Prozesses wird klar, dass auch ihre Familie mit Auschwitz verbunden ist und Eva muss sich fragen, was ihr alles verschwiegen wurde.

Annette Hess gelingt es in ihrem ersten Buch, genau wie in ihren Fernsehserien Kudamm '56 und '59, deutsche Geschichte lebendig werden zu lassen. Die Auschwitz Prozesse waren Anfang der sechziger Jahre sehr umstritten, wollten die meisten Deutschen doch nicht mehr über die Zeit im dritten Reich sprechen. Auf der Anklagebank saßen 21 ehemalige SS-Mitglieder, die beschuldigt wurden an den Verbrechen in Auschwitz maßgeblich beteiligt gewesen zu sein. Im Laufe des Prozesse kamen viele Überlebende als Zeugen zu Wort, die das unaussprechliche Grauen in Auschwitz wiedergaben und die Angeklagten immer wieder belasteten. Hier kommt Eva ins Spiel, sie ist diejenige, die für die polnisch sprechenden Zeugen übersetzt und somit zu ihrer Stimme wird. Auch wenn es ihr schwerfällt die Geschichten zu wiederholen, ist es doch wichtig für sie, für die Zeugen zu sprechen.
In ihrer Familie trifft sie auf eine Wand des Schweigens, niemand will mit ihr über den Prozess sprechen.
Besonders berührt hat mich der Abschnitt, als Eva und das Gericht in Auschwitz selbst einen Ortstermin haben. Dort wird allen so richtig bewusst, welche Abscheulichkeiten sich dort wirklich abgespielt haben.

Über die Geschichte des Auschwitz-Prozesses hinaus erfahren wir viel über das Alltagsleben in den 60ern. Berufstätige Frauen waren nur akzeptiert, solange sie nicht verheiratet waren. Evas Verlobter schafft es sogar, dass sie beinahe ihre Stelle verliert, weil er nicht möchte, dass sie da arbeitet.
In der Umgebung des Deutschen Haus brennen immer wieder Kinderwägen, besonders in Häusern, in denen Gastarbeiter leben. Das Miteinander mit den ausländischen Nachbarn war damals wie heute nicht immer vorurteilsfrei.

Evas Entwicklung im Laufe des Buches hat mich sehr beeindruckt. Ist sie am Anfang noch sehr erpicht darauf, endlich den Heiratsantrag ihres Verlobten zu hören, wird sie im Laufe des Buches immer kritischer gegenüber dem, was andere von ihr als Frau erwarten.

In diesem Buch geht es vor allem um das Thema Schuld. Die Schuld der Täter, die Schuld derer, die zwar nichts getan haben, aber auch nichts gegen die Grausamkeiten unternommen haben und um die Schuld der Überlebenden. Derer, die das Lager als Insassen überlebt haben und die Schuld derer, die damals einfach zu klein waren um zu begreifen, was um sie herum geschah.
Das Buch gibt keine endgültige Antwort dazu, es wird ganz klar, dass jeder selbst eine Möglichkeit finden muss, mit seiner Schuld zu leben. Das gelingt den Protagonisten des Buche mal mehr und mal weniger gut. Die Angeklagten im Prozess sahen sich bis zum Schluss als nicht schuldig und zeigten keinerlei Reue.

Mich hat dieses Buch sehr beeindruckt, hier wird ein schwieriges Thema lesenswert aufbereitet. Von daher eine unbedingte Leseempfehlung von mir!

Veröffentlicht am 28.09.2018

Der Beginn

Die Fotografin - Am Anfang des Weges
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Mimi Reventlow hat großes Glück. Als sie sich entscheidet den Heiratsantrag ihres Verehrers nicht anzunehmen und lieber als Wanderfotografin durch Deutschland zu reisen, stehen ihre Eltern auch finanziell ...

Mimi Reventlow hat großes Glück. Als sie sich entscheidet den Heiratsantrag ihres Verehrers nicht anzunehmen und lieber als Wanderfotografin durch Deutschland zu reisen, stehen ihre Eltern auch finanziell hinter ihr und unterstützen sie dabei, ihren größten Wunsch wahr werden zu lassen.
Einige Jahre zieht sie erfolgreich durch die Lande und baut sich einen guten Ruf auf. Doch dann erfährt sie, dass ihr Onkel Josef, der sie zur Fotografie gebracht hat, schwer krank ist, und reist zu ihm nach Laichingen auf die Schwäbische Alb.
Dort erwartet sie ein komplett fremdes Leben. Fortschritt ist dort verpönt, es soll doch bitte immer alles so weitergehen wie bisher. Vor allem Fabrikant Gehringer hält strikt am althergebrachten fest, sichert es ihm doch auch den Zugriff auf billige Arbeiter. Denn wer würde es schon wagen gegen ihn, den Herrn Fabrikanten, aufzumucken.

Mimi hat mir sehr gut gefallen. Sie weiß was sie will und setzt das auch mit einem Gottvertrauen um, das durchaus zu beneiden ist. Die Entscheidung Wanderfotografin zu werden hätte auch ziemlich in die Hose gehen können. Auch die Entscheidung in Laichingen zu bleiben und ihren kranken Onkel zu pflegen ist nicht ohne. Schließlich hat sie es nie gelernt einen Haushalt zu führen.
Petra Durst-Benning gelingt es in diesem Buch die Welt der Weber auf der Schwäbischen Alb lebendig werden zu lassen. In den Teilen die in Laichingen spielen konnte ich die Kälte und Trostlosigkeit förmlich spüren. Wohingegen ich bei den Teilen, die in Ulm oder am Bodensee spielen durchaus die Wärme und die Lebendigkeit der Gegend gespürt habe.
Für treue Leser gibt es in diesem Buch auch ein Wiedersehen mit Clara Berg, die wir in Bella Clara begleiten durften. Und auch Anspielungen auf die Glasbläser- und Samenhändler-Trilogien sind im Buch zu finden.
Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Es ließ sich gut lesen und bot einen guten Einstieg in die Geschichte, die mit weiteren 4 Bänden fortgesetzt werden wird. Daher ist das Ende auch recht offen und man ist gespannt, wie es mit Mimi und den Laichingern wohl weitergehen wird und ob Mimi es schafft ein wenig frischen Wind auf die Alb zu bringen.
Von mir daher eine Leseempfehlung für dieses atmosphärische Buch!