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Veröffentlicht am 01.10.2020

Handy mit Eigenleben

Hilfe, mein Handy ist ein Superschurke!
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Die Viertklässlerin Franzi hat nur einen großen Wunsch, ein eigenes Handy. Alle anderen in der Schule haben schon eins, meint sie. Könnte sie nur auch in den Gruppenchats dabei sein, wäre sie sicher nicht ...

Die Viertklässlerin Franzi hat nur einen großen Wunsch, ein eigenes Handy. Alle anderen in der Schule haben schon eins, meint sie. Könnte sie nur auch in den Gruppenchats dabei sein, wäre sie sicher nicht mehr eine Außenseiterin.

Doch obwohl ihre Eltern viel arbeiten, reicht das Geld kaum zum Leben. Die Familie lebt bescheiden in einer kleinen Wohnung. Franzis größte Freude ist der kleine Balkon. Sie beobachtet die Flugzeuge am Himmel und träumt von fernen Zielen.

Als Franzi auf eine weiterführende Schule wechselt und auch hier keine Freunde findet, bekommt sie endlich ein gebrauchtes Handy. Aufgeregt richtet sie alles ein, doch irgendetwas stimmt nicht. Das Handy lässt sich nicht ausschalten, aber nicht nur das. Das Handy spricht mit ihr. Franzis Handy heißt Dan, und Dan weiß genau was er will.

Franzi ist eigentlich ein braves Mädchen, darum kommt es zu einigen Auseinandersetzungen, wenn zum Beispiel Dan mit gestohlenen Kreditkartendaten Bestellungen aufgibt. Sein größter Wunsch ist allerdings ein Chip, der seine Leistung erhöhen würde. Den möchte er gemeinsam mit Franzi aus einer Fabrik stehlen, und sie soll ihm dann den Chip einbauen. Aber eine weitere Person will diesen Chip ebenfalls stehlen. Es wird gefährlich für Franzi.

Diese liebenswerte und humorvolle Geschichte macht Kindern im Grundschulalter sicher Spaß. Manche Ereignisse sind völlig unglaubwürdig, beispielsweise der Einbruch in eine gut gesicherte Fabrik oder die Beschreibung von Franzis Gegenspieler. Das macht aber eher den Reiz der Geschichte aus, denn Kinder verstehen mit Sicherheit, dass diese ulkigen Beigaben nicht ernst gemeint sind. Eine schöne Ergänzung der Geschichte sind die ansprechende Zeichnungen.

Zwischen den Zeilen scheint eine dezente Kritik an die moderne Medien durch. Der Leser erfährt, dass Daten im Netz nicht unbedingt sicher sind, außerdem ist Franzi ein gutes Vorbild dafür, dass es außer Handyspiele auch andere schöne Aktivitäten gibt. Ein weiteres Thema ist Freundschaft und Mobbing, das gut umgesetzt wird.

Fazit: Ein unterhaltsames Buch für Kinder im Grundschulalter, mit Humor und einigen Anregungen für das Gespräch mit Kindern über Freundschaft, Mobbing und moderne Medien. Empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 01.10.2020

Wie sich vergangenes Leid auf das Heute auswirken kann

Ada, wo bist du?
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58 Jahre ist sie alt. Das abenteuerlustige Funkeln in ihren Augen ist zwar verblasst, aber nicht ganz verschwunden. Ada vergisst zwar vieles, aber ihre Erinnerungen an die Vergangenheit sind klar und lebendig.

An ...

58 Jahre ist sie alt. Das abenteuerlustige Funkeln in ihren Augen ist zwar verblasst, aber nicht ganz verschwunden. Ada vergisst zwar vieles, aber ihre Erinnerungen an die Vergangenheit sind klar und lebendig.

An diesem Morgen bleibt ihr nicht viel Zeit für ihre Reise in die Vergangenheit. Sie beeilt sich, um rechtzeitig zu einer Verabredung zu kommen. Sie will ihre Tochter und deren dreijährige Zwillingssöhne treffen.

Als sie gehen will, entdeckt sie, dass sie im Haus eingesperrt ist. Doch Ada findet schnell einen Ausweg. Erst einmal draußen, verschwindet sie mit ihrem Fahrrad. Im Rucksack steckt ein altes Fotoalbum, das sie kurzentschlossen mitgenommen hat.

Am Treffpunkt kann sie Tochter und Enkel nicht finden. Sie fährt weiter, doch immer wieder hält sie an und betrachtet die Bilder in ihrem Album. Dabei durchlebt sie die Vergangenheit.

Zuhause macht sich ihr verzweifelter Mann auf die Suche. Dabei erinnert auch er sich an die Vergangenheit. Er erkennt, wo er Ada eine bessere Stütze hätte sein können. Er hofft sehr, dass er noch die Möglichkeit bekommt sich mit Ada auszusprechen.

In Rückblicken wird die Geschichte einer leidgeprüften Familie erzählt. Von den Jugendjahren an begleitet der Leser Ada und ihren Mann bei ihrem zärtlichen Kennenlernen, ihren bewegten Familienjahren im Ausland und dem problematischen Wiederankommen in Deutschland. Mit dem großen Leid, das sie erleben, geht jedes Familienmitglied anders um.

Ada, die in einem gläubigen Elternhaus aufgewachsen ist, will nach ihrem Verlust nicht mehr mit Gott leben. Er hat ihr genommen, was sie am meisten geliebt hat. Wie kann sie ihm da noch vertrauen? Ihr Mann versteht ihre zweifelnde Fragen nicht, denn er geht mit der durchlebten Prüfung ganz anders um.

Dieses Buch ist spannend geschrieben und trotz der nüchternen Sprache sehr gefühlvoll. Die Liebesgeschichte, die Unterstützung der Familie durch gute Freunde, und die Anklagen und Zweifel Adas bewegen das Herz. Die Innenwelt von Ada, ihrem Mann und den beiden Töchtern wird so gut beschrieben, dass man sich beim Lesen in ihnen selbst erkennen kann. Der melancholische Grundton des Buchs passt zu den aufgeworfenen Fragen.

Fazit: Ein außergewöhnliches Buch, in dem mit nüchternen Worten viel Gefühl vermittelt wird und lebenswichtige Fragen gestellt werden. Es geht unter anderem darum, ob der Glaube an Gott in schweren Tagen trägt und wie unterschiedlich Menschen mit Leid umgehen. Sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 29.09.2020

Einfach bleiben, echt bleiben, dranbleiben

Kraftvoll beten
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Wenn sich jemand mit dem Thema Gebet auskennt, dann ist es der Autor dieses Buchs. Aus einer Vision des Engländers Pete Greig wurde eine weltweite Bewegung. In über hundert Ländern der Erde gibt es Gebetsräume ...

Wenn sich jemand mit dem Thema Gebet auskennt, dann ist es der Autor dieses Buchs. Aus einer Vision des Engländers Pete Greig wurde eine weltweite Bewegung. In über hundert Ländern der Erde gibt es Gebetsräume und -häuser, in denen jeden Tag 24 Stunden lang gebetet wird.

Dieses Buch ist eine einfache Einführung in die Praxis des Gebets. Anhand des Vaterunsers erklärt der Autor die einzelnen Elemente des Gebets. Die vier Hauptthemen lassen sich gut merken, denn die Anfangsbuchstaben der englischen Begriffe bilden das Wort pray, bete.

Es beginnt mit „pause“ – innehalten und zur Ruhe kommen. Dabei ist ein fester Gebetsplatz hilfreich. Der zweite Schritt heißt „rejoice“ oder freuen. So wie das Vaterunser mit dem Blick auf den Vater beginnt, sollten auch wir zuerst einmal Gott anbeten. Der dritte Teil ist uns wohl am geläufigsten, „ask“ oder bitte. Wichtige Fragen der Gebetspraxis werden hier beantwortet, z.B. ob es in Ordnung ist Gott um Kleinigkeiten, wie einen Parkplatz zu bitten, oder wie man mit Enttäuschungen und scheinbar unerhörtem Gebet umgeht. Der letzte Schritt ist schließlich „yield“ oder Hingabe. Hier geht es um das kontemplative Gebet, also das Gebet ohne Worte, um das Hören auf Gott, um Schuld und Versöhnung und um den geistlichen Kampf.

Zwischen den Kapiteln finden sich insgesamt zehn kurze Lebensbilder, die das Gesagte veranschaulichen. So ist die querschnittsgelähmte Joni ein gutes Beispiel für unerhörtes Gebet und Corrie ten Boom zeigt, wie Gott Bitten erhört und hilft zu vergeben.

Das Buch beginnt mit dem Gedanken, dass die Sehnsucht nach einer Verbindung mit einer Gottheit in den Menschen steckt. Die Überlegungen sind auch für nichtkirchliche Menschen leicht nachvollziehbar, da Pete Greig nichts voraussetzt. Und das Leitmotiv des Autors, „einfach bleiben“ zieht sich durch das Buch. Die Ratschläge sind durchweg eingängig und einfach.

Pete Greig erzählt viel aus seinem eigenen Leben. Manches, wie zum Beispiel kleine Anekdoten aus seinem Familienleben, veranschaulichen seine Gedanken. So vergleicht er beispielsweise seine Beziehung zu seinen Kindern mit der Beziehung zu Gott, unserem Vater. Andere Beispiele zeigen, wie er selbst mit den angesprochenen Themen umgeht, zum Beispiel mit seinen vielen unerhörten Gebeten um Heilung für seine Frau.

Der Autor kann gut erzählen, darum macht es Spaß dieses Buch zu lesen. Manche Gedanken sind umstritten, wie zum Beispiel das kontemplative Gebet, aber Pete Greig weiß um die Bedenken mancher Christen und geht darauf ein. Er macht deutlich, dass es nicht um fernöstliche meditative Praktiken geht, sondern einfach um das Stillwerden und Stillsein in der Gegenwart Gottes.

Fazit: Eine gute Einführung ins Gebet, das ganz praktische und alltagstaugliche Tipps gibt, damit es nicht bei der Theorie bleibt. Anschaulich und konkret erklärt der Autor anhand des Vaterunsers wie wir beten können.

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Veröffentlicht am 29.09.2020

Heimat, Zugehörigkeit und Heilung

Winterleuchten am Liliensee
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Im Mittelpunkt dieses Buchs steht die 23jährige Lisa. Aufgewachsen bei ihrer Großtante in Frankreich, reist sie nach dem Tod ihrer Mutter hoffnungsvoll in den Schwarzwald. Eine ehemalige Freundin der Mutter, ...

Im Mittelpunkt dieses Buchs steht die 23jährige Lisa. Aufgewachsen bei ihrer Großtante in Frankreich, reist sie nach dem Tod ihrer Mutter hoffnungsvoll in den Schwarzwald. Eine ehemalige Freundin der Mutter, Charlotte, ist bereit sich um die Tochter der Verstorbenen zu kümmern. Charlotte ahnt nicht, dass es neben dem sechsjährigen Mädchen, dessen Patentante sie ist, eine weitere Tochter gibt. Umso größer ist das Erstaunen der ganzen Familie als die erwachsene Lisa am Bahnsteig steht, nicht ein kleines Mädchen, das ein Zuhause braucht.

Schon bald reift in Charlotte ein Plan heran. Mit drei erwachsenen Söhnen sehnt sie sich schon lange nach einer weiteren weiblichen Person im Haushalt. Da ihr ältester Sohn, Robert, nach einer enttäuschenden Beziehung Lisa eher feindselig gegenübersteht, und der Jüngste weg ist zum Studium, versucht sie ihren mittleren Sohn und Lisa zusammenzubringen. Ihre Pläne werden jäh unterbrochen, als Robert und Lisa vermisst werden. Sie werden auf einem Berg von einem heftigen Schneesturm überrascht. Zum Glück gibt es in der Nähe eine Schutzhütte, die mit dem Nötigsten ausgestattet ist.

Während die Familie besorgt auf die Rückkehr der Beiden wartet, lernen sich Robert und Lisa in dieser Zeit der erzwungenen Zweisamkeit besser kennen. Neben fröhlichem Geplänkel, Kartenspielen und Schneeräumen, werden im Schutz der Dunkelheit auch tiefe Verletzungen angesprochen. Doch auch wenn sie sich besser kennenlernen und ihrer Heilung ein ganzes Stück näher kommen, steht noch einiges zwischen ihnen.

Diese Wohlfühl-Wintergeschichte fängt die Stimmung einer ländlichen Familie in der Mitte des letzten Jahrhunderts auf. Zarte Naturbeschreibungen lassen die Sehnsucht nach einem kalten Wintertag und warmen Kaminfeuer erwachen.

Freunde von romantischen Geschichten werden sich an der wachsenden Anziehung zwischen Robert und Lisa freuen. Allerdings wirken die Aussagen manchmal etwas klischeehaft, wenn abgegriffene Beschreibungen wie ein muskulöser Körperbau oder große Rehaugen zu oft eingesetzt werden.

Doch diese Geschichte lebt nicht nur von einer Romanze. Robert und Lisa lernen sich nicht nur besser kennen, sie helfen sich gegenseitig bei der Heilung ihrer inneren Verletzungen. Dabei erfahren sie mehr über den wahren Heiler, Gott. Besonders eindrücklich ist das Beispiel einer Leinwand oder Schneefläche. Es bleiben zwar Spuren von Verletzungen, aber Gott kann den Schmerz mit weißer Farbe übermalen.

Fazit: Eine wohltuende Wintergeschichte, die den Leser in eine verschneite Schwarzwaldlandschaft entführt, mit geistlichen Impulsen über die Heilung von Enttäuschungen, die Menschen uns verfügen.

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Veröffentlicht am 14.09.2020

Jeder kann etwas tun!

Groß genug, die Welt zu retten
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Dieses Buch fällt mit seinem farbenfrohen, hochwertigen Cover ins Auge. Das Format ist angenehm, und auf den Bildern gibt es viele Details zum Entdecken.

Zwölf junge Helden werden vorgestellt. Diese Kinder ...

Dieses Buch fällt mit seinem farbenfrohen, hochwertigen Cover ins Auge. Das Format ist angenehm, und auf den Bildern gibt es viele Details zum Entdecken.

Zwölf junge Helden werden vorgestellt. Diese Kinder haben eine Not gesehen und nicht darauf gewartet, dass andere eingreifen, sondern selbst erste Schritte zur Abhilfe unternommen. Viele Projekte dieser jungen Menschen fangen ganz klein an.

So ruft die neunjährige Himangi aus Indien dazu auf zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule zu kommen, um Abgase zu vermeiden. Die elfjährige Shalise in Australien geht jedes Wochenende zum Strand, um Müll aufzusammeln. Dazu setzt sie sich dafür ein, dass weniger Müll an den Stränden ihrer Heimat landet. Die neunjährige Eunita legt einen Garten in ihrer Heimat Kenia an, um Bienen anzulocken. Dazu klärt sie mit Schildern auf und verkauft Samen, damit auch andere bei sich Gärten einrichten.

Das Buch beginnt mit dem Aufruf, „Lass dich von den Kindern in diesem Buch auf Ideen bringen. Du musst nicht bis morgen warten. Du bist stark, wichtig und schlau. Du kannst heute beginnen.“ Danach folgt eine Übersicht über die zwölf Kinder, die anschließend vorgestellt werden.

Jede Idee ist auf einer Doppelseite zu sehen. Auf den schönen, detailreichen Bildern sind jeweils mehrere Kinder im Einsatz. Da werden beispielsweise Bäume gepflanzt, Nashörner gestreichelt oder Müll aufgesammelt. In einem kurzen Text wird das Wichtigste über das jeweilige Kind erklärt. Auf den Bildern verteilen sich in kleiner Schrift weitere Hinweise. Teilweise werden die Aktivitäten der Kinder erklärt, teilweise wird aufgeklärt, warum unsere Umwelt gefährdet ist.

Das Buch eignet sich gut für Grundschulkinder, auch wenn die Texte teilweise recht anspruchsvoll sind. Es ist eher ein Buch, das gemeinsam entdeckt und besprochen werden kann. Schade, dass es nicht mehr Informationen über die Projekte enthält.

Am Ende des Buchs finden sich Tipps, die helfen sollen, sich ebenfalls für den Schutz der Umwelt einzusetzen. Da gibt es Ratschläge für einen schonenden Umgang mit Ressourcen, aber auch kurze Hinweise, wie man auf ein Projekt aufmerksam machen kann.

Fazit: Ein sehr ansprechendes Buch über ein wichtiges Thema, das allerdings mit seinen kurzen Texten nur einen knappen Einstieg bieten kann. Sehr gut geeignet, um gemeinsam mit Kindern das Thema Umweltschutz und Aktivismus zu entdecken.

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