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Veröffentlicht am 30.05.2026

Verstehen, warum das Böse zuschlägt

Die Psyche des Bösen
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Die Aufgabe eines Profilers ist es einen Kriminellen zu verstehen. Indem er in die Gedankenwelt des Täters hineinschlüpft, kann er Verdächtige besser identifizieren.

Der Profiler Axel Petermann hat bereits ...

Die Aufgabe eines Profilers ist es einen Kriminellen zu verstehen. Indem er in die Gedankenwelt des Täters hineinschlüpft, kann er Verdächtige besser identifizieren.

Der Profiler Axel Petermann hat bereits mehr als tausend Fälle bearbeitet, darunter viele Cold Cases, also ungelöste Mord- und Tötungsdelikte. In diesem Buch untersucht er drei spannende Kriminalfälle, die schon lange zurückliegen. Dabei beschäftigt ihn die Frage: Was bringt einen Menschen dazu, einen anderen umzubringen?

Am ausführlichsten wird vom Verschwinden eines 13-jähriges Mädchen in der ehemaligen DDR berichtet. Dabei erfahren Leser Überraschendes über das Leben und die Polizeiarbeit im ostdeutschen Staat. Obwohl das Verbrechen mehr als vierzig Jahre zurückliegt, bringt Petermann Erstaunliches zu Tage.

Bei einem zweiten Bericht fragt man sich unweigerlich: Hätte der dreifache Mord verhindert werden können, wenn jemand das problematische Verhalten eines 11-jährigen ernster genommen hätte?

Beim dritten Mord, der vor Jahrzehnten in einer Käserei begangen wurde, geht es um schlampige Ermittlungsarbeit, die Zweifel an der Verurteilung des angeblichen Mörders aufkommen lässt.

Bei jedem Fall begleitet der Leser Petermann Schritt für Schritt bei seiner Arbeit. Besonders der erste Fall erinnert an gute Detektivromane, beispielsweise die von Agatha Christie. Die Spuren weisen zunächst auf einen Täter hin, führen jedoch bald darauf in eine andere Richtung. Die Reise auf dem Weg zur Auflösung der Fälle ist spannend, sodass man nicht mit dem Lesen aufhören möchte.

Der zweite Fall ist ganz anders. Hier wird vor allem der psychologische Aspekt beleuchtet – was passiert in der Kindheit eines Menschen, sodass das Böse wachsen und schließlich ausufern und Menschenleben nehmen kann?

Auch der dritte Fall bringt einen neuen Gesichtspunkt dazu, denn auf diesen Seiten geht es vor allem um die Tatrekonstruktion. Für mich persönlich ist dieser Bericht zu grausam. Doch insgesamt schätze ich es, dass dieses Buch so einen umfassenden Blick auf die Fallanalyse und Kriminaltechnik gibt.

Fazit: Eine Schatztruhe voller Insiderwissen über die Aufklärung von Mordtaten anhand von drei konkreten Fällen. Sehr empfehlenswert, vor allem für Menschen, die sich für „True Crime“ interessieren.

Veröffentlicht am 23.05.2026

Zwiebelmett – warum nicht?

Der Islam und ich
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Mehr und mehr Muslime leben inzwischen in Deutschland. Viele befürchten, dass diese Emigranten Gesellschaft und Politik ihren Stempel aufdrücken werden, dass christliche Werte durch muslimische ersetzt ...

Mehr und mehr Muslime leben inzwischen in Deutschland. Viele befürchten, dass diese Emigranten Gesellschaft und Politik ihren Stempel aufdrücken werden, dass christliche Werte durch muslimische ersetzt werden, und dass es deswegen mehr Straftaten geben wird. Andere sehen den Islam als Bereicherung an und begrüßen die dadurch entstandene kulturelle Vielfalt im Land.

Der Bestseller-Autor Hasnain Kazim kennt beide Seiten. Seine Eltern stammen aus Pakistan, waren schiitische Muslime und sind inzwischen evangelisch. Kazim ist also nicht in einer muslimischen Parallelgesellschaft aufgewachsen, sondern glücklich integriert in einem norddeutschen Dorf, mitsamt leckeren Schweinemettbrötchen.

Bei Verwandtenbesuchen und später als Korrespondent lebt er in Pakistan und der Türkei. Wenn er also über den Islam schreibt, weiß er, wovon er spricht. Und es brodelt in dem konfessionslosen Autor. Da ist etwas, das er unbedingt loswerden will. Freunde warnen ihn, sagen, es sei zu gefährlich den Islam zu kritisieren. Dabei möchte er den Islam nicht schlechtreden, sondern einfach auf einige Warnzeichen hinweisen.

Er erklärt: „Es gibt viele Gründe, diesen Text nicht zu schreiben. Und doch muss ich es tun. Ursprünglich wollte ich nur einen Artikel für eine Zeitung verfassen, die mir eine ganze Seite dafür anbot. Dann begann ich zu schreiben und stellte fest: Ich brauche mehr Platz. Also entschied ich, ein Büchlein daraus zu machen.“

Dieses informative Buch lädt ein zum Gespräch. Gekonnt zeigt der Autor, was am Islam in Deutschland problematisch und was begrüßenswert ist. Religion darf sich mit anderen Menschen freuen, darum findet er Ramadanbeleuchtung genauso willkommen wie Weihnachtslichter. Doch der Glaube sollte getrennt bleiben von der Politik und niemals zum Zwang werden.

Dieses Werk ist ein aufrichtiges, passioniertes Plädoyer. Unerschrocken kritisiert der Autor die Gewaltbereitschaft der Islamisten, betont jedoch gleichzeitig, dass nur ein Bruchteil der Muslime damit sympathisieren. Dennoch sind es zu viele und es muss dringend etwas dagegen getan werden, meint er.

Fazit: Dieses kurze Buch ist schnell gelesen und interessant, vor allem für Menschen, die sich bisher wenig mit dem Islam auseinandergesetzt haben, aber die aktuelle Debatte besser verstehen wollen. Es ist ein mutiges Werk, das hoffentlich zum gegenseitigen Verständnis beiträgt.

Veröffentlicht am 21.05.2026

Mutmachende Geschichten aus aller Welt

Gesichter der Welt
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Dieses Buch erzählt dreißig kurze Geschichten. Manche der Männer und Frauen, denen der Autor Uwe Heimowski hier begegnet, stammen aus armen Ländern. Eine gezielte Unterstützung gibt ihnen in ihrer Notsituation ...

Dieses Buch erzählt dreißig kurze Geschichten. Manche der Männer und Frauen, denen der Autor Uwe Heimowski hier begegnet, stammen aus armen Ländern. Eine gezielte Unterstützung gibt ihnen in ihrer Notsituation die Möglichkeit, sich selbst zu unterstützen. Andere Berichte handeln von Menschen, die etwas gegen die Not in der Welt unternehmen.

Die etwa drei Seiten pro Kapitel lassen sich jeweils in wenigen Minuten lesen. Sehr viel erfährt man über die einzelnen Menschen nicht, und doch ist dieser Blick rund um die Welt interessant. Erzählt wird vor allem von Ländern, in denen „Tearfund“ tätig ist. Der Autor beschreibt dabei persönliche Begegnungen im Rahmen seiner Arbeit für diese wohltätige Organisation.

Das Buch lässt sich leicht lesen und ist abwechslungsreich. Die Berichte sind ernüchternd, da sie deutlich machen, wie privilegiert wir im Westen sind. Zugleich strahlen sie Hoffnung aus, da sie zeigen, wie viel mit wenigen Mitteln erreicht werden kann.

Die Aufsätze stammen aus dem Pro Medienmagazin und können im Internet abgerufen werden. Dort finden sich auch Fotos zu den Berichten, die leider im Buch fehlen.

Die Lebensbeschreibungen sind berührend, doch auch kurz. Es fällt schwer bei den knappen Beschreibungen die beschriebenen Menschen wirklich kennenzulernen. Die wenigen Wiederholungen stammen vermutlich daher, dass hier einzelne Kolumnen zusammengestellt wurden.

Fazit: Ein lesenswertes Buch über menschliche Schicksale, das vor allem von Afrika, dem Mittleren Osten und Deutschland erzählt. Hoffnungsvoll, schnell gelesen und empfehlenswert!

Veröffentlicht am 11.05.2026

Ein Leben unter den Ärmsten

Das Flüstern seiner Gnade
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Rosalyn sieht keinen anderen Ausweg – sie muss schnell weg, verschwinden, ihr Elternhaus verlassen. So schwer das auch ist, sie freut sich auf ein neues, selbstständiges Leben – und auf die Liebe. Die ...

Rosalyn sieht keinen anderen Ausweg – sie muss schnell weg, verschwinden, ihr Elternhaus verlassen. So schwer das auch ist, sie freut sich auf ein neues, selbstständiges Leben – und auf die Liebe. Die Kutschenfahrt nach London ist unbequem und unangenehm, doch schließlich steht sie auf einem geschäftigen Marktplatz der Stadt. Sehnsüchtig erwartet sie den jungen Mann, der ihr so viel bedeutet.

Die nächsten Wochen sind für Rosalyn beschwerlich. Zu ihrem neuen Leben gehört der Dienst in einem Kinderheim. Die Kleinen wachsen ihr zwar schnell ans Herz, doch die adlige junge Dame kennt sich gar nicht mit den haushälterischen Aufgaben aus, die zu ihrem neuen Leben gehören. So vieles ist anders als erwartet. Rosalyn fühlt sich fehl am Platz und fragt sich, ob sie die falsche Entscheidung getroffen hat. Ob ihre Familie sie vermisst und sucht?

Dieser spannende Roman zeichnet die Entwicklung von Rosalyn nach. Die Herausforderungen ihres neuen Lebens tragen zur Veränderung ihrer Sichtweise und ihres Charakters bei. Sie kann von Vorbildern lernen und kommt vor allem dem Vaterherzen Gottes näher. Die vertrauensvolle Beziehung zu Gott ist ein wichtiges Thema in diesem Buch. Dazu kommt die Erkenntnis, dass man sich Gottes Liebe nicht verdienen kann.

Die Gedanken und Kämpfe Rosalyns werden gut wiedergegeben. Spannung entsteht vor allem durch mehrere ungelöste Fragen. Manche Antworten sind unerwartet, andere jedoch vorhersehbar und darum etwas enttäuschend.

Besonders interessant ist es, die methodistische Bewegung am Anfang ihrer Wirkungsgeschichte kennenzulernen und nachzuempfinden, welche Schicksale Frauen und Kinder im neunzehnten Jahrhundert erleiden mussten. Besonders empfehlenswert ist dieses Buch für alle, die historische Erzählungen und Coming-of-Age-Geschichten lieben!

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Veröffentlicht am 10.05.2026

Das Vermögen der Witwe

Das Vermächtnis
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Simon ist Anwalt in einer Kleinstadt. Von den hohen Honoraren im nahen Washington kann er nur träumen. Seine Klienten brauchen seine Hilfe meistens nur, wenn es um ein Testament oder eine Insolvenz geht. ...

Simon ist Anwalt in einer Kleinstadt. Von den hohen Honoraren im nahen Washington kann er nur träumen. Seine Klienten brauchen seine Hilfe meistens nur, wenn es um ein Testament oder eine Insolvenz geht. Mit solchen Aufträgen verdient er gerade genug, um seine laufenden Kosten zu begleichen.

Sein Leben ist alles andere als vollkommen. Seine Ehe ist zerrüttet. Er sehnt sich nach einer besseren Beziehung zu seinen Kindern. Dazu kommt eine ungute Gewohnheit, die ihn viel Geld kostet. Als eine ältere Dame ihn aufsucht, um ein neues Testament aufzusetzen, scheint es zunächst um ein schnelles, gewöhnliches Erbe zu gehen. Doch dann berichtet sie ihm von ihrem geheimen Vermögen. Simon sieht schon die Dollarzeichen vor seinen Augen. Das erwartete Honorar scheint die Lösung all seiner Probleme zu sein. Doch er muss erbittert feststellen, dass nichts so ist, wie es zu sein scheint.

Dieser Grisham-Roman ist wegen seiner unvorhersehbaren Handlung spannend. Nachdem die Werke dieses Bestsellerautors in den letzten Jahren nicht an seine ersten Bücher heranreichen konnten, ist dies wieder ein Top-Titel. Der Protagonist hat seine Probleme und Laster, und doch wächst er dem Leser mit seiner sympathischen Art von Seite zu Seite immer mehr ans Herz. Der Leser bangt mit, als sein Ruf und gar sein Leben bedroht sind.

Die Lösung des Rätsels ist unerwartet und am Ende des Buches wird deutlich, dass Grisham auf ein großes Unrecht hinweisen will. Das verleiht der Erzählung Stärke und gibt das Gefühl nicht nur zum Zeitvertrieb oder zur Entspannung zu lesen, sondern dabei gleichzeitig über ein wichtiges Thema informiert zu werden.

Fazit: Die Handlung ist bis zum Schluss mitreißend. Nach mehreren mittelmäßigen Büchern kann dieser packende Justizthriller mit den ersten Werken Grishams mithalten. Sehr empfehlenswert!