Paul Gerhardt - Prediger und Poet
Es gibt nur wenige Dokumente, die Paul Gerhardt hinterlassen hat. Zumeist handelt es sich um berufliche Korrespondenz, so dass das, was über sein Leben bekannt ist, aus Kirchenbüchern, Patenverzeichnissen, ...
Es gibt nur wenige Dokumente, die Paul Gerhardt hinterlassen hat. Zumeist handelt es sich um berufliche Korrespondenz, so dass das, was über sein Leben bekannt ist, aus Kirchenbüchern, Patenverzeichnissen, Stadtratsprotokollen etc. stammt. Dennoch oder gerade deswegen unternimmt Erika Geiger die Aufgabe, eine Biografie über den Mann zu schreiben, der uns so wunderbare Kirchenlieder hinterlassen hat.
Sie versucht, den Menschen hinter diesen eher nüchternen Dokumenten zu finden. War er der Theologe, der immer fest drauf vertraute, dass Gott ihm den Weg weisen würde? Und das trotz des vielen Leides, das er ertragen musste? Zumindest in seinen letzten Lebensjahren scheint er etwas ungeduldiger geworden zu sein, wobei im Unklaren bleibt, an welchen Gebrechen er möglicherweise im Alter gelitten hat oder ob es Altersschwäche war.
Die Autorin bettet sein Leben ein in den kirchlichen und politischen Kontext seiner Zeit. So erfahren wir z.B. wie es in Gräfenhainichen zur Zeit seiner Kindheit aussah. Darüber hinaus wird über den Dreißigjährigen Krieg und seine verheerenden Auswirkungen sowie über Pestepidemien und ihre Folgen. Auf diese Weise lässt sich Gerhardts Leben gut einordnen. Dabei schreibt sie einen gut leserlichen, verständlichen und bildhaften Stil.
Im letzten der zehn Kapitel, die Gerhardts Lebensweg beschreiben, stellt Erika Geiger fünf der überzeitlichen Lieder genauer vor. Sie erklärt Form und Aufbau und lässt sie damit intensiver erleben.
Ein Literaturverzeichnis, eine Zeittafel und ein Orts- und Personenregister runden mit dem bekannten Porträt das schmale Büchlein ab.
Fazit: eine gelungene Biografie für alle, die sich anlässlich des 350. Todestages näher mit dem Dichter und Theologen befassen möchten