Ein Roman über ein Thema das nie vergessen werden darf
Dieser Roman, beruhend auf wahren Begebenheiten, entführte mich nach Polen, beginnend im Jahr 1941, mitten in die Stadt Krakau. Dabei begleitete ich die junge Apothekerin Zosia. Jedoch nicht nur sie, sondern ...
Dieser Roman, beruhend auf wahren Begebenheiten, entführte mich nach Polen, beginnend im Jahr 1941, mitten in die Stadt Krakau. Dabei begleitete ich die junge Apothekerin Zosia. Jedoch nicht nur sie, sondern auch ihre jüngere Nachbarin Hania, die Jüdin ist.
Zosia erlebt mit, wie Hanias Familie in das Krakauer Ghetto ziehen muss. Das Schicksal der Familie Silbermann lässt ihr keine Ruhe. Als sich ihr die Möglichkeit bietet, in einer Apotheke mitten im Ghetto zu arbeiten, ergreift sie diese und hilft den Silbermanns mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln.
Ich fand den Schreibstil von Barrett flüssig und gut lesbar. Die beschriebenen Szenen sowie die Gegend und die Jahreszeiten waren für mich so bildreich, dass ich mir alles sehr gut vorstellen konnte.
Zosia war mir sympathisch. Ich konnte mich gut in sie und ihre Gefühlswelt bezüglich des Umgangs mit den Juden hineinversetzen. Die Frage, wo Gott in all dem Leid ist und weshalb er dies zugelassen hat, konnte ich sehr gut nachvollziehen. Den Wunsch zu helfen und auch aktiv zu werden, fand ich absolut verständlich. Ebenso das Unverständnis darüber, wie sich eine Nation für besser halten kann als eine andere, auf Menschen herabschaut und sie vernichten möchte. Auch Hanias Gefühle und Gedanken waren für mich verständlich und nachvollziehbar.
Die damalige Zeit, die ich mir als hart und freudlos vorstelle, hat Barrett für mich sehr realistisch beschrieben. Ich finde es bewundernswert, wie sie es geschafft hat, einen hoffnungsvollen und bewegenden Roman zu schreiben, der noch lange nachhallt.
Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Buch allen, die gern Romane lesen, die während der Shoah spielen, tolle und bewegende Lesestunden schenken wird. Denn an einigen Stellen musste ich das Buch selbst zur Seite legen, um innerlich wieder zur Ruhe zu kommen.
Gern empfehle ich es weiter.