Eine klare Leseempfehlung!
Dieser historische Roman spielt im Krakau des Jahres 1941. Schon wenige Tage nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen Anfang September 1939 wurde die jüdische Bevölkerung verfolgt und deangsaliert. ...
Dieser historische Roman spielt im Krakau des Jahres 1941. Schon wenige Tage nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen Anfang September 1939 wurde die jüdische Bevölkerung verfolgt und deangsaliert. Ab November 1939 mussten sie den Judenstern tragen und im März 1941 begannen Enteignung und Umsiedlung der Juden nach Podgórze, dem südlichen Stadtteil von Krakau. Das Ghetto von Krakau bestand bis Mitte März 1943. Kurz vor der Schließung wurden arbeitsfähige Menschen in das KZ Plaszow verlegt, die anderen nach Auschwitz-Birkenau deportiert und ermordet.
Die junge Witwe Zosia Lewandowska muss ansehen, wie ihre jüdischen zunächst enteignet und wenig später in das neu entstandene Ghetto eingewiesen werden. Als sie einen Weg sucht, den verzweifelten Menschen zu helfen, bietet sich die Chance in Form einer Anstellung in der Apotheke von Tadeusz Pankiewicz an, die als einzige Apotheke im Ghetto verblieben ist. In dieser Apotheke erhalten die Ghettobewohner nicht nur die wenigen Medikamente sondern auch anderes. Die Apotheke wird zur Drehscheibe von Informationen, gefälschten Dokumenten und Menschlichkeit. Doch die Möglichkeiten zu helfen werden immer geringer, denn das NS-Regime weitet Macht und Terror weiter aus.
Der Apotheker und seine Angestellten sind in höchster Gefahr, denn Juden zu helfen, ist verboten und wird mit Lagerhaft oder Todesstrafe geahndet. Trotzdem machen sie weiter. Und Zosia erhält Unterstützung von ungewohnter Seite.
Für einige wenige erfüllt sich die Hoffnung auf Flucht und Leben, für die meisten bleibt nur die Deportation und der Tod.
Meine Meinung:
Das Krakauer Ghetto ist vermutlich nicht ganz so bekannt, wie jenes in Warschau, das durch seinen Aufstand Geschichte geschrieben hat, aber um nichts weniger grausam. Wenig bekannt ist vermutlich auch, dass Filmregisseur Roman Polanski aus dem Krakauer Ghetto entkommen ist.
Die Autorin hat rund um die reale Person Tadeusz Pankiewicz (1908-1993), der 1983 von Israel mit dem Ehrentitel „ Gerechter unter den Völker“ ausgezeichnet worden ist, sowie den drei Mitarbeiterinnen einen fesselnd und einfühlsam erzählten Roman geschrieben. Allerdings lässt Amanda Barratt auch zahlreiche reale NS-Größen wie Lagerleiter Amon Göth, der besonders grausam agiert hat, oder Wilhelm Kunde auftreten.
Die Geschichte wir aus mehreren Perspektiven erzählt, so dass wir einen Einblick in das Grauen, das die verfolgten Juden erleiden mussten, erhalten können. Besonders beeindruckend ist der Perspektivenwechsel zwischen der Polin Zosia und der Jüdin Hania. Durch die Erzählung in der Ich-Form erhält der Roman eine eindrückliche Note.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem historischen Roman, der auf wahren Begebenheiten fußt, 5 Sterne.