Cover-Bild Die Apotheke der Hoffnung
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19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Hänssler
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: historischer Roman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Ersterscheinung: 21.01.2026
  • ISBN: 9783775176804
Amanda Barratt

Die Apotheke der Hoffnung

Nach einer wahren Begebenheit im Krakauer Ghetto
Heide Müller (Übersetzer)

Polen 1941. Die Polin Zosia Lewandowska kennt die Brutalität des Krieges. Ihr Mann kam bei der Invasion der Deutschen ums Leben. Als sich die Situation verschlimmert und Nachbarn und Bekannte in Ghettos umgesiedelt werden, entscheidet sich Zosia, in der Apotheke von Tadeusz Pankiewicz zu arbeiten - mitten im Ghetto von Krakau. Gemeinsam mit Tadeusz und ihren Kollegen riskiert sie ihr Leben, um den Juden zu helfen, die unter der Unterdrückung der Nazis leiden. Amanda Barratt malt uns in grandioser Schreibkunst eine Geschichte vor Augen, die zu Herzen geht und noch lange nachklingt.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.02.2026

Ein unglaublich aufwühlendes Buch

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Zosia ist glücklich. Heute wurde sie Frau Lewandowska und sie liebt ihren Ehemann so sehr. Auf dem Weg zur Wohnung treffen die Frischvermählten die kleine Hania. Sie ist Jüdin und wünscht dem jungen Paar ...

Zosia ist glücklich. Heute wurde sie Frau Lewandowska und sie liebt ihren Ehemann so sehr. Auf dem Weg zur Wohnung treffen die Frischvermählten die kleine Hania. Sie ist Jüdin und wünscht dem jungen Paar viel Glück. Dass es bald das letzte Mal ist, dass Hania und Zosia sich unbeschwert begegnen können, ahnen die drei noch nicht. Keine zwei Jahre später stirbt Zosias Ehemann in Sachsenhausen. Hania und ihre Lieben müssen die Wohnung räumen und ins Ghetto von Krakau umsiedeln. Das Grauen nimmt seinen Anfang.

Hania Silbermanns Vater ist Arzt. Dass er künftig mit seiner Ehefrau und den drei Kindern in einem Raum leben muss, ist für ihn unbegreiflich. Aber wie die meisten Juden nehmen sie ihr Schicksal klaglos an. Ein wenig Erleichterung verschafft ihnen hin und wieder die Polin Lewandowska. Sie bekam eine Stelle in der Apotheke, die auf dem Gelände des Ghettos steht. Der Inhaber Tadeusz Pankiewicz gehört heute zu den „Gerechten unter den Völkern“ und warum das so ist, wird in dem Buch "Die Apotheke der Hoffnung" erläutert.

Das Buch lässt mich nicht los. So intensiv schreibt die Autorin über das Leid, die Demütigungen und Willkür der Deutschen. So unvorstellbar grausam behandelten sie die Menschen, welche lediglich einen anderen Glauben hatten. Sie machten nicht vor Kindern, Senioren und Behinderten halt. Das Buch beschreibt die Zustände im Ghetto von Krakau und dem nahegelegenen Konzentrationslager Plaszow. Dann auch noch das Lager Auschwitz Birkenau und Bergen Belsen. Es wird aus zwei Perspektiven in der Ich-Form berichtet. Das ist einmal die Polin Zosia und dann Hania. Beide erleben das Geschehen so unterschiedlich.

Ich musste mich immer wieder aufraffen weiterzulesen. So lebendig beschreibt die Autorin die Grausamkeiten. Nicht nur einmal weinte ich um die vielen Vergessenen und ja, ich schäme mich, dass meine Landsleute so grausam waren. Und heute? Viele denken, dass doch endlich ein Schlussstrich gezogen werden müsse. Nein, das darf nicht sein. Allen die meinen, es wäre genug Erinnerung, die sollten dieses Buch lesen. „Nie wieder“ darf keine Floskel sondern ernster Wunsch aller Menschen sein.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Ein tief bewegender Roman

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Manchmal fällt das Lesen schwer, nicht wegen der Sprache, sondern wegen dessen, was erzählt wird. Die Geschichte führt mitten hinein in eine Zeit, in der Menschlichkeit kaum noch Platz hatte. Die Darstellung ...

Manchmal fällt das Lesen schwer, nicht wegen der Sprache, sondern wegen dessen, was erzählt wird. Die Geschichte führt mitten hinein in eine Zeit, in der Menschlichkeit kaum noch Platz hatte. Die Darstellung bleibt nah an den Figuren und zeigt die Grausamkeit offen.
Erzählt wird aus der Sicht von Zosia Lewandowska und der jungen Jüdin Hania Silberman. Beide erleben zunächst denselben Ort, dieselbe Bedrohung, und doch fühlt sich ihr Alltag grundverschieden an. Zosia arbeitet in der Apotheke und bewegt sich zwischen Anpassung und stillem Widerstand. Hania lebt mit ständiger Angst vor Entdeckung, Hunger und Verlust. Die Apotheke im Krakauer Ghetto wird zu einem Ort, an dem Hilfe möglich ist, obwohl sie jederzeit lebensgefährlich ist. Viele der geschilderten Ereignisse beruhen auf wahren Begebenheiten, was der Handlung zusätzliches Gewicht verleiht.
Die wechselnden Blickwinkel von Zosia und Hania geben der Geschichte Tiefe, ohne sie kompliziert zu machen. Beide Frauen erleben anfangs dasselbe Umfeld, aber auf sehr unterschiedliche Weise. Diese Nähe zu beiden macht das Geschehen greifbar.
Der Roman zeigt auch die stillen Augenblicke. Hilfe passiert oft heimlich und ohne Aufsehen. Entscheidungen werden unter großer Angst getroffen, weil jede falsche Bewegung gefährlich ist. Diese Anspannung zieht sich durch die Geschichte von Anfang bis Ende.
Die Geschichte bleibt lange im Kopf, weil sie zeigt, wie Menschen unter schrecklichen Bedingungen handeln und helfen können. Das Lesen ist oft schwer, manchmal kaum auszuhalten. Nichts wird beschönigt, alles wirkt ehrlich.
Die Figuren tun das, was ihnen möglich ist, ohne große Heldentaten. Dadurch wirken ihre Entscheidungen glaubwürdig. Die Sichtweisen von Zosia und Hania machen das Geschehen nahbar und verständlich. Viele Ereignisse haben sich tatsächlich so zugetragen, und das verstärkt die Wirkung. Die Geschichte fordert Aufmerksamkeit, bleibt aber ruhig erzählt und wirkt lange nach.
Mein Fazit:
Dieser Roman ist eindringlich, ehrlich und bewegend. Wer sich auf die Geschichte einlässt, erlebt eine Zeit voller Angst und Mut, Grausamkeit und Menschlichkeit. Die Figuren handeln glaubwürdig, die Ereignisse sind nah am Leben.
Ein wichtiges Buch, das zum Nachdenken anregt. Nicht für zartbesaitete Leser, denn die Grausamkeit der Geschehnisse ist schwer zu ertragen. 5 Sterne.

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