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Veröffentlicht am 16.09.2018

Mit Gottes Wort Herzen erreichen

Predigen
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Was könnte bei einer Predigt wichtiger sein, als mit Gottes Wort die Herzen der Zuhörer zu erreichen? Timothy Keller hat selbst eine lebendige Gemeinde in Manhattan gegründet, in einer Gegend, in der viele ...

Was könnte bei einer Predigt wichtiger sein, als mit Gottes Wort die Herzen der Zuhörer zu erreichen? Timothy Keller hat selbst eine lebendige Gemeinde in Manhattan gegründet, in einer Gegend, in der viele glaubensferne Menschen leben. In diesem Buch verbindet er seine große Liebe zu dem Evangelium mit den Fragen und Zweifeln der Menschen in unserer heutigen Gesellschaft. Dabei geht es nicht nur um die Sonntagspredigt von der Kanzel, sondern auch um die Verkündigung im kleineren Kreis.

Das Buch ist ein drei Hauptabschnitte unterteilt. Im ersten Abschnitt geht es um Gottes Wort. Im Mittelpunkt der Bibel, so der Autor, steht immer Jesus Christus. Das belegt er mit vielen Beispielen. „Es geht darum nicht nur über Christus zu reden, sondern ihn den Menschen zu zeigen, seine Größe sichtbar zu machen, ihn als den zu zeigen, der allen Lobes und aller Anbetung wert ist. Wenn wir dies tun, wird der Heilige Geist uns helfen, denn dies ist sein großer Auftrag in der Welt.“

Sowohl Gesetzlosigkeit als auch Gesetzlichkeit haben dieselbe Wurzel, die Einstellung, dass Gott es nicht gut mit uns meint. In dem einen Fall wendet der Mensch sich von Gott ab, im anderen Fall versucht er Gottes Gunst zu erzwingen, indem er gut ist und alle Regeln einhält. Im Gegensatz dazu steht das Evangelium; Gott überträgt die Gerechtigkeit Christi auf uns. Gute Werke sind die Folge einer liebenden Beziehung mit Gott, nicht die Voraussetzung. Aus diesem Grund ruft Keller immer wieder dazu auf über Christus zu predigen. Ganz gleich um was es geht, wenn wir den Blick der Zuhörer auf Christus richten, beugen wir den Versuch vor, unsere Gerechtigkeit aus eigener Kraft zu schaffen.

„Wo der Prediger die Probleme der Christen unter seinen Zuhörern durch das Evangelium löst – also nicht, indem er sie auffordert, sich gefälligst anzustrengen, sondern indem er ihnen größer macht, was Christus für sie getan hat – werden einerseits die Christen innerlich gestärkt und aufgebaut und die Nichtchristen hören das Evangelium.“

Im zweiten Teil des Buchs geht es um das Umfeld unserer Zuhörer. Tim Keller schreibt, „Kontextualisierung heißt, auf die Kultur, zu der ich predige, einzugehen und sie gleichzeitig infrage zu stellen. Es heißt, die Götzen einer Gesellschaft bloßstellen, während man gleichzeitig den Menschen in ihr und ihren Hoffnungen und Sehnsüchten mit Achtung begegnet.“ Er beleuchtet die gegenwärtigen Meinungen und Ansichten der heutigen Menschen. Auch Christen übernehmen unbewusst diese Gedanken. Für den Prediger gilt es das Gute an diesen Meinungen aufzuzeigen, in einem zweiten Schritt aber zu zeigen, wo diese Einstellungen vom Evangelium korrigiert werden müssen. Sehr interessant in diesem Abschnitt sind die Gedanken des Autors zu dem Thema, „Christus dem Herzen predigen“. Wie erreicht der Prediger, dass seine Zuhörer nicht nur zustimmen, sondern auch bereit sind sich verändern zu lassen?

In einem kurzen dritten Teil geht es um das Wirken des Heiligen Geistes. Der Prediger, der für sich persönlich Zeit nimmt die Bibel zu lesen und beten, schafft eine gute Voraussetzung für das Wirken des Geistes. Der Geist wirkt vor allem durch ein verändertes Wesen des Predigers, in dem Herzlichkeit und Autorität zusammenkommen.

In einem wertvollen Anhang, gibt der Autor dann sehr viele praktische Tipps; von der Textbetrachtung bis hin zur Sprache der Predigt, gibt er dem Leser viele Hilfsmittel mit auf dem Weg.
Die Anmerkungen am Schluss des Buchs sind sehr umfangreich und enthalten viele Informationen. Dadurch ist das Buch gut lesbar, und doch können einzelne Gedanken, die den Leser interessieren, vertieft werden.

Obwohl Keller schreibt, dass dieses Buch keine Anleitung ist, sondern ein Manifest, ist es gefüllt mit vielen hilfreichen, praktischen Anregungen. Das Herz des Buchs ist aber das Evangelium. Auf jeder Seite ist die feste Überzeugung zu spüren – eine kraftvolle Predigt ist immer Christuszentriert.

Aus diesem Buch werden nicht nur Menschen etwas lernen, die eine Predigt vorbereiten. Die geistlichen Einsichten bewegen das Herz des Lesers sich mehr mit der Person Christus auseinanderzusetzen. Denn es geht in diesem Buch nicht in erster Linie um das Handwerkszeug, das ein Prediger braucht. Es geht um grundsätzliche Gedanken über Verkündigung und das Evangelium, sodass der Mensch, der das Evangelium weitergibt – ob von der Kanzel oder im Gespräch mit Nachbarn – zuerst selbst begreift, was Christus für uns getan hat.

Dieses Buch ist nicht nur empfehlenswert für Pastoren, Mitarbeiter oder Missionare, sondern auch für ganz normale Christen, die geistlich wachsen wollen. Ein Buch, das mehr als fünf Sterne bekommen sollte!

Veröffentlicht am 11.09.2018

Eine Familie überdenkt ihren Glauben

Wie Opas schwarze Seele mit einem blauen Opel gen Himmel fuhr
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Fünf Personen, drei Generationen, ein Haus. Als Annikas Vater Witwer wird, lädt sie ihn ein bei ihnen in einer Einliegerwohnung zu leben. Ihre Kinder haben zuerst Bedenken. Sie kennen ihren Opa kaum, haben ...

Fünf Personen, drei Generationen, ein Haus. Als Annikas Vater Witwer wird, lädt sie ihn ein bei ihnen in einer Einliegerwohnung zu leben. Ihre Kinder haben zuerst Bedenken. Sie kennen ihren Opa kaum, haben aber gehört, dass er einige merkwürdige Gewohnheiten hat.

Der Vater der drei Kinder ist vor zwei Jahren gestorben. Der älteste Sohn studiert Theologie, die Tochter ist Schulanfängerin. Die Geschichte wird hauptsächlich von Rene, dem mittleren Kind, erzählt, einem ganz normalen 11jährigen, der sich viele Gedanken über Gott und die Welt macht.

Für die kleine Familie ist der Glaube ein selbstverständlicher Teil des Lebens. Umso verstörender ist es, dass der Großvater ihre Gewohnheiten und Überzeugungen hinterfragt. Annika und die zwei Söhne reagieren darauf unterschiedlich. Während die Mutter die Fragen ihres Vaters vor allem als Bedrohung auffasst, ist der größere Sohn sich sicher die besseren Argumente zu haben. Rene ist es nicht gewohnt, dass jemand den Glauben seiner Familie in Frage stellt. Er passt gut auf, wenn sein großer Bruder und Opa streiten, und versucht seinen eigenen Standpunkt zu finden.

Opa bringt Aufruhr mit sich; ob es sein Besuch in der Gemeinde ist, oder sein Interesse an der hübschen Witwe nebenan. Dazu gibt es ein Rätsel, das die Kinder gerne lösen wollen. Warum sammelt Opa Zeitungsausschnitte mit skurrilen Geschichten? Und am Ende steht die Frage, was nach dem Tod kommt.

Die Geschichte ist gut erzählt, die sympathische Familie wechselt sich beim Erzählen der Erlebnisse mit Opa ab. Die Gedanken und Erfahrungen wirken sehr authentisch. Das Hinterfragen von übernommenen Denkmuster ist gut und wichtig. Die Lösungsansätze des Autors überzeugen allerdings nicht.

Im Laufe der Erzählung werden hin und wieder ethische und religiöse Fragen aufgeworfen. Ist für Christen Sex außerhalb der Ehe erlaubt? Wie vertragen sich Glaube und Wissenschaft? Stimmt der biblische Schöpfungsbericht? Kommen Menschen, die sich zu Lebzeiten gegen den Glauben entscheiden, in die Hölle? Die Antworten, die Rene und seine Familie finden, sind allerdings zweifelhaft. So wird die Vorstellung, dass Menschen nach dem Tod noch eine Möglichkeit der Läuterung haben, mit einer Vision des Inders Sundar Singh begründet. Das ist sicher eine angenehmere Vorstellung als ein endgültiges Gericht, aber ohne überzeugende biblische Begründung reicht diese Erklärung nicht aus.

Fazit: Eine gut erzählte, unterhaltsame Geschichte, die aber theologisch nicht überzeugen kann.

Veröffentlicht am 06.09.2018

Lebensveränderndes Zigarettenpapier

Der Bibelraucher
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Weil Wilhelms Mutter kein weiteres Kind wollte, beachtet sie ihren neugeborenen Jungen einfach nicht. Seine Schwester, nur wenige Jahre älter, versucht ihn notdürftig zu versorgen. Schon bald kann die ...

Weil Wilhelms Mutter kein weiteres Kind wollte, beachtet sie ihren neugeborenen Jungen einfach nicht. Seine Schwester, nur wenige Jahre älter, versucht ihn notdürftig zu versorgen. Schon bald kann die Mutter das Geschrei des hungrigen, wunden Jungen nicht ertragen. Sie bringt ihn hinaus, und lässt ihn an einem Feld zum Sterben zurück.

Zum Glück wird der kleine Junge gefunden, aber seine Versorgung lässt immer noch viel zum Wünschen übrig. Der arme Junge kommt von einem Zuhause ins nächste, und schließlich von einem Heim ins nächste. Schon bald wird er verhaltensauffällig, vermutlich sucht er auf diese Weise Aufmerksamkeit. Trotz einiger guten Wegbegleiter, kommt er innerlich nicht zur Ruhe.

Als Jugendlicher verursacht er einen Verkehrsunfall, bei dem ein Polizist ums Leben kommt. So kommt er erstmals ins Gefängnis. Alle Versuche nach der Entlassung Fuß zu fassen scheitern. Ein Leben voller Verbrechen beginnt. Schließlich ist Wilhelm ein Gesuchter. Er wird verraten und muss eine lange Gefängnisstrafe absitzen.

Auch im Gefängnis kommt er nicht zur Ruhe, darum landet er oft in der Arrestzelle. Er darf nicht viel mitnehmen, nur eine Bibel. Dazu schmuggelt er Tabak in die Zelle, und entdeckt, dass die dünnen Blätter der Bibel sich hervorragend als Zigarettenpapier eignen. Aus Trotz liest er vor dem Zigarettendrehen jede einzelne Seite. Sechs Jahre dauert es, bis er sich ins Neue Testament hineingeraucht hat. Und eines Tages lassen ihn die Worte der Bergpredigt nicht los. Er erkennt, wie sinnlos und ziellos sein Leben ist, und mit Gottes Hilfe beginnt er allmählich ein neues Leben.

Dieses neue Leben bringt, neben unbegreiflichen Wundern, auch Rückschläge und Versuchungen mit sich. Das größte Wunder jedoch ist sein vollkommen umgekrempeltes Leben.

Einmal angefangen, fällt es sehr schwer diese spannende Lebensgeschichte aus der Hand zu legen. Schön ist, dass die Erzählung nicht mit der Lebenswende endet. Der Autor berichtet ehrlich über die Herausforderungen und Enttäuschungen in seinem neuen Leben als Christ.

Fazit: Ein sehr empfehlenswertes Buch über die unglaubliche Kraft von Gottes Wort, das ein hoffnungsloses Leben völlig verändern kann.

Veröffentlicht am 02.09.2018

Christen sind Erwählte

Erwählt vor Grundlegung der Welt
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Es gibt zwei grundsätzliche Sichtweisen bei der Frage, warum ein Mensch sich entscheidet mit Jesus zu leben. Die einen sagen, dass Gott schon vor Grundlegung der Welt Menschen erwählt hat, die anderen ...

Es gibt zwei grundsätzliche Sichtweisen bei der Frage, warum ein Mensch sich entscheidet mit Jesus zu leben. Die einen sagen, dass Gott schon vor Grundlegung der Welt Menschen erwählt hat, die anderen sagen, jeder Mensch trifft selbst die Entscheidung. Es gibt für beide Meinungen gute Argumente, und auch Bibelstellen, die für die jeweilige Meinung sprechen.

Charles Spurgeon war davon überzeugt, dass Glaubende Erwählte sind. In diesem kleinen Buch sind sechs Predigten Spurgeons zum Thema Erwählung zu finden. Er erklärt, warum er der Meinung ist, dass diese Sichtweise richtig ist, und er greift Argumente seiner Gegner auf und entkräftet sie.

Diese Predigten sind Niederschriften von Ansprachen, die Spurgeon Mitte des neunzehnten Jahrhunderts gehalten hat. Ort und Zeit sind jeweils angegeben. Die Gedanken wiederholen sich teilweise, was nicht verwunderlich ist, da es in diesem Buch um ein zentrales Thema geht. Der Schwerpunkt der einzelnen Predigten unterscheidet sich aber. Es geht z.B. um Gottes Souveränität, darum, ob die Lehre der Erwählung dazu führt, dass ein Christ erst recht sündigt, oder um die Frage, ob Erwählung ungerecht ist.

Die Sprache ist manchmal etwas umständlich, denn der Herausgeber hat sich bemüht die Predigten möglichst wortgetreu wiederzugeben. Das ist kein Nachteil, aber man braucht Zeit zum Lesen. Die Argumente sind nicht immer überzeugend – es spricht schon auch einiges für eine andere Sichtweise.

Erwählung oder Entscheidung? Vielleicht stimmt ja beides. Im christlichen Glauben gibt es ja einige scheinbare Widersprüche, die wir einfach nicht begreifen können, z.B., dass Jesus ganz Gott und ganz Mensch ist.

Fazit: Ein interessantes Buch, vor allem für Menschen die Argumente für die Lehre der Erwählung suchen. Es ist schön, dass diese Predigten neu aufgelegt wurden, auch wenn Spurgeons Argumente nicht immer überzeugen.

Veröffentlicht am 25.08.2018

Gelungener Kulturenmix in der Küche

Tel Aviv by Neni. Food. People. Stories.
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Haya Molcho hat schon mehrere Kochbücher veröffentlicht. Dieses Buch entstand als Zusammenarbeit mit ihren vier Söhnen. Die Anfangsbuchstaben ihrer Namen bilden die Bezeichnung für eine erfolgreiche Restaurantkette ...

Haya Molcho hat schon mehrere Kochbücher veröffentlicht. Dieses Buch entstand als Zusammenarbeit mit ihren vier Söhnen. Die Anfangsbuchstaben ihrer Namen bilden die Bezeichnung für eine erfolgreiche Restaurantkette der gehobenen Klasse, NENI.

In diesem Buch finden sich etwa sechzig NENI-Erfolgsrezepte. Die Zubereitung wird ausführlich beschrieben, und zu jedem Rezept gibt es ein ansprechendes Foto. Einige der Zutaten sind aus deutscher Sicht exotisch, z.B. Sivri oder Zaatar. Zu diesen Zutaten gibt es hinten im Buch eine Erklärung, und oft auch einen Vorschlag, was als Ersatz dienen könnte. Sehr schön sind „Hayas Tipps“, die oft neben den Rezepten stehen. Das gibt dem Buch eine persönliche Note.

Aber dieses Buch ist nicht nur ein Kochbuch, sondern auch ein Reiseführer der besonderen Art. Neben Bildern und einigen Infos zu Sehenswürdigkeiten in Tel Aviv, werden viele Menschen vorgestellt. Ihre Lebensgeschichten sind interessant, teilweise auch berührend, und auf diese Weise bekommt der Leser einen sehr vertrauten Einblick in eine besondere kosmopolitische Stadt.

Die Rezepte sind teilweise ausgefallen, z.B. Rosengeranien-Basilikum-Sirup oder Oktopus am Stiel. Andere Gerichte sind bekannt, wie Focaccia oder Shakshuka. Oft vermischen sie Kulturen verschiedener Länder, was vielleicht daherkommt, dass Einwanderer aus unterschiedlichen Ländern ihre Kochkultur in die neue Heimat mitgebracht haben.

Fazit: Ein sehr ansprechend gestaltetes Buch. Die Rezepte sind aufwändig und nicht alltäglich; genau richtig für besondere Anlässe. Vor allem Menschen, die sich für andere Kulturen interessieren, werden viel Freude an den Geschichten haben. Eine gelungene Mischung aus Rezepten und Lebensfreude!