Profilbild von strickleserl

strickleserl

Lesejury Star
offline

strickleserl ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit strickleserl über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.07.2024

Traditionelle chinesische Kochkunst trifft metropolitane französische Cuisine

China-Kochbuch
0

Die Chinesin Céline Chung ist in Frankreich aufgewachsen. In ihrer Kindheit lernt sie sowohl chinesisches als auch französisches Essen kennen und lieben. Als junge Erwachsene bereist die Wirtschaftsstudentin ...

Die Chinesin Céline Chung ist in Frankreich aufgewachsen. In ihrer Kindheit lernt sie sowohl chinesisches als auch französisches Essen kennen und lieben. Als junge Erwachsene bereist die Wirtschaftsstudentin China, um die vielfältigen kulinarischen Köstlichkeiten in den vielen Provinzen des Landes kennenzulernen. Nudeln im Norden und Reis im Süden, scharf im Osten und säuerlich im Westen, so unterschiedlich sind die Gerichte in diesem großen Land. Nach dieser Reise wünscht sich die Autorin schon bald, dass es die köstlichen Gerichte, die sie in China kennengelernt hat, auch in Paris gibt. So entsteht die Idee eines Restaurants. In diesem Buch stellen sie und ihre „Bao-Familie“ ihre Liebe zur chinesischen Kochkunst vor.

Das Buch beginnt mit Hinweisen zu bekannten und außergewöhnlichen Zutaten und Utensilien. Leser erfahren beispielsweise, was Enoki und Daikon sind, und wie Schöpfkelle und Wok gehandhabt werden.

Danach folgen die Rezepte, unterteilt in Kategorien, die auf einer Speisekarte zu finden sein könnten. Frühstück, Vorspeisen, Suppen, Desserts, und natürlich Hauptspeisen. Außerdem ist ein ganzes Kapitel Baos und Dim Sums gewidmet.

Die Rezepte erstrecken sich jeweils über eine Doppelseite. Auf der rechten Seite ist das fertige Gericht zu sehen, auf der linken eine Liste der Zutaten und eine Schritt-für-Schritt Anleitung. Zubereitungszeiten und Kalorienangaben sind nicht angegeben. Die meisten Zutaten sind leicht erhältlich, einige werden aber schwer zu finden sein. Leider werden keine Alternativen genannt, was aber vielleicht daran liegt, dass hier die Kochkunst im Vordergrund steht und nicht nur die schnelle Zubereitung eines Gerichts, um den Hunger zu stillen.

Die Auswahl der Rezepte ist überraschend. Neben bekannten Speisen wie Peking Ente und Frühlingsrollen, findet sich Exotisches für Experimentierfreudige. Neben Gerichten mit Rindfleisch und Huhn, gibt es auch viele Speisen mit Fisch und Meeresfrüchten und auch genügend vegetarische Gerichte.

Fazit: Ein sehr ansprechendes und ungewöhnliches Buch, das Liebe für gutes Essen ausstrahlt. Liebevoll gestaltet und mit einer großen Vielfalt an Rezepten, ist dieses Buch sehr empfehlenswert, vor allem für Kochbegeisterte!

Veröffentlicht am 05.07.2024

Abstand nehmen oder lieben?

Transgender
0

Immer mehr Menschen fühlen sich mit ihrem biologischen Geschlecht nicht wohl. Der Leidensdruck dieser Personen ist sehr groß. Hormone und chirurgische Eingriffe versprechen Erleichterung. Doch verbessert ...

Immer mehr Menschen fühlen sich mit ihrem biologischen Geschlecht nicht wohl. Der Leidensdruck dieser Personen ist sehr groß. Hormone und chirurgische Eingriffe versprechen Erleichterung. Doch verbessert sich ihre Lebensqualität dadurch wirklich? Und was sagt die Bibel dazu? Für Christen besonders interessant ist die Frage: Wie können Gemeinden mit Besuchern umgehen, die meinen im falschen Körper gefangen zu sein?

Der Autor, Preston Sprinkle, beschäftigt sich als Theologe und Autor mit Themen rund um die Sexualität. Er hat mehrere Freunde, die sich als Transgender identifizieren, und gleichzeitig vorbildliche Christen sind. In diesem Buch geht er auf viele aktuelle Fragen rund um die Transgenderdebatte ein.

Der erste Teil des Buches gibt Antwort auf grundsätzliche Fragen. Leser erfahren, was es bedeutet Transgender zu sein, warum heute von einer Vielzahl von Geschlechtern gesprochen wird, und wie sich das Leiden von Transgender-Personen anfühlt. Anschließend prüft Preston Sprinkle, was die Bibel zu diesem Thema sagt. Dabei kommt er immer wieder auf die Erschaffung des Menschen als männlich und weiblich zurück. Danach folgen Fragen zu anderen Bibelstellen, zum Beispiel Jesu Aussage über Ehe im Himmel oder die Frage nach den Eunuchen. Mit Kapiteln über Intersexualität, stereotype Geschlechtsvorstellungen und das Empfinden, ein Gehirn oder eine Seele des anderen Geschlechts zu haben, endet der erste Teil dieses Buches.

Im zweiten Teil gibt der Autor Vorschläge zur praktischen Umsetzung des Gesagten. Er zeigt auf, warum es neuerdings so viel mehr Transgender-Erfahrungen gibt als noch vor wenigen Jahren. Er geht auf Langzeitwirkungen von Hormongaben und OPs ein und zum Schluss wird es ganz praktisch, wenn er über Pronomen, Toiletten und Schlafräume schreibt. Das Buch schließt mit Hinweisen über den Zusammenhang zwischen Transgenderismus und Selbstmord.

Was dieses Buch auszeichnet, ist der Aufruf mit diesem Thema liebevoll und verständnisvoll umzugehen. Es ist wohltuend und wertvoll, dass der Autor immer wieder daran erinnert, dass es hier nicht um ein Thema geht, sondern um kostbare Menschen, und dass jedes dieser Menschen seine ganz eigene Geschichte hat. Er wirbt um Liebe und Mitgefühl für Betroffene, ohne die Konturen dessen, was die Bibel lehrt, zu verwischen. Es ist lobenswert, wie er einerseits eine klare Position hat, andererseits sich aber vor jeglichem Urteil zurückhält. Er sieht den Menschen und stellt ihn in den Mittelpunkt. So schreibt er: „Statt über ihre Erfahrungen zu urteilen, sollten wir den Personen zuhören und sie liebhaben.“

Eine treue Christin, die sich als Transgender beschreibt, erzählt, was für sie wichtig war, damit sie sich in der Gemeinde wohlfühlen konnte: „Was ich brauchte, war eine Person, die mich wirklich kennenlernen wollte und demütig genug war zuzugeben, dass sie nicht alles weiß.“ Worte wie diese sind eine Herausforderung für Christen, die wirklich lieben wollen wie Jesus.

Fazit: Ein wichtiges Buch, das über das Thema Transgender aufklärt und Christen aufruft, liebevoll und gnädig mit Betroffenen umzugehen. Sehr empfehlenswert, vor allem für Menschen, die Trans-Personen besser verstehen und lieben wollen, auch im Gemeindekontext!

Veröffentlicht am 05.07.2024

In Frieden zusammenleben

Mein Land, mein Leben
0

Nienke ist eine junge holländische Frau mit einem großen Herz für Israel. Sie ist sehr traurig über das, was den Juden im Dritten Reich angetan wurde. Als kleine Wiedergutmachung möchte sie den betroffenen ...

Nienke ist eine junge holländische Frau mit einem großen Herz für Israel. Sie ist sehr traurig über das, was den Juden im Dritten Reich angetan wurde. Als kleine Wiedergutmachung möchte sie den betroffenen Menschen dienen. Darum reist sie als Freiwillige nach Israel, um in einem Altenheim in Tel Aviv zu arbeiten. Dabei lernt sie den Enkelsohn einer Patientin besser kennen. Sie werden ein Paar, aber eine gemeinsame Zukunft scheint unmöglich zu sein, da Nienke keine Jüdin ist.

Nienkes Freund hat eine Zwillingsschwester, die während ihrer Militärzeit etwas Traumatisches erlebt hat. Sie wünscht sich nun, dass alle in ihrem Land in Frieden zusammenleben. Auch wenn Freunde und Familie sie nicht verstehen, sie setzt sich mit aller Kraft für Versöhnung ein.

Der Palästinenser Wael ist seit Jahren verliebt. Der Vater seiner Angebeteten stimmt einer Eheschließung allerdings nur unter einer Bedingung zu. Wael muss ein eigenes Haus für seine Braut haben. Wann immer er kann, arbeitet Wael an diesem Haus, doch ihm fehlen sowohl Zeit als auch Mittel. Der träumerisch veranlagte junge Mann muss zudem mit vielen Verlusten zurechtkommen. Er liebt Bücher. Doch als jemand ihm ein verbotenes Buch schenkt, ist er nicht sicher, was er damit anfangen soll.

In diesem Roman werden die Hoffnungen und Träume von mehreren jungen Menschen beschrieben, die in den Jahren 2015 bis 2017 in Israel leben. Sie sehnen sich alle nach Frieden, doch die einen wollen sich dieses Ziel erkämpfen, die anderen wünschen sich Vergebung und Versöhnung. Sie alle müssen damit leben, dass ein Anschlag in ihrer unmittelbaren Nähe ihrem Leben oder dem Leben eines geliebten Menschen ein Ende setzen könnte. Das Leben geht trotzdem weiter.

Dieses Buch nimmt Leser mit hinein in den Alltag in diesem umstrittenen Land. Es wird schnell deutlich, dass die Autorin von etwas schreibt, das sie sehr gut kennt. Hebräische und arabische Begriffe machen den Text authentisch. Die Schauplätze werden anschaulich beschrieben. Vor allem aber, gibt die Autorin das Lebensgefühl der Bewohner Israels gut wieder.

Die Handlung dieses langen Romans ist zwar spannend, aber nicht besonders fesselnd. Das Ende kommt unerwartet und ist etwas enttäuschend. Vielleicht liegt es an der Vielzahl der Personen, die auftauchen, aber eine Identifikation mit den Charakteren fällt schwer. Nienke ist wohl diejenige, die mit ihren Emotionen und Beweggründen am besten beschrieben wird, doch selbst bei ihr bleibt vieles unverständlich. Vielleicht wäre diese Geschichte mit weniger Personen eindrücklicher.

Fazit: Dieses Buch gibt Lesern ein gutes Bild vom alltäglichen Leben in Israel, ohne die Anliegen einer bestimmten Gruppe besonders hervorzuheben. Sehr empfehlenswert für Menschen, die dieses besondere Land besser verstehen wollen!

Veröffentlicht am 26.06.2024

Eine verlorene Tochter findet nach Hause

Dein Gestern bestimmt nicht dein Morgen
0

Eva genießt ihre Kindheit und freut sich an ihren liebevollen Eltern. Als ihre Großeltern vermehrte Pflege brauchen, zieht die Familie um. Evas Mutter ist nun voll eingespannt, und auch emotional hat sie ...

Eva genießt ihre Kindheit und freut sich an ihren liebevollen Eltern. Als ihre Großeltern vermehrte Pflege brauchen, zieht die Familie um. Evas Mutter ist nun voll eingespannt, und auch emotional hat sie nur noch wenig Kraft für ihre Tochter, da die Pflege ihr alles abverlangt. Das kleine Mädchen versucht ihrer Mutter alles recht zu machen, doch das gelingt nicht immer. Mehr und mehr fühlt sie sich verloren. Bis das Kind aus dem behüteten Elternhaus ihren Platz in einer Punker-Clique findet.

Feiern, Schule schwänzen, Alkohol und viel Sex, so sieht das Leben von Eva nun aus. Doch sie ist immer auf der Suche. Ihre Sehnsucht wird nie richtig gestillt. Auch in der Esoterik findet sie keine Antwort, allerdings stößt eine Aussage dort sie auf den christlichen Glauben und zurück zu Gott, den sie als Kind in wunderschönen Ferienlagern erlebt hat.

In diesem Buch beschreibt Eva Merg sehr offen und ehrlich die etwa dreißig Jahre ihres bisherigen Lebens. Der Großteil des Buchs handelt von ihren Jahren fern von Gott, auf einem zerstörerischen Weg. Sie zeigt gut ihre eigene Hoffnungslosigkeit und die Hilflosigkeit ihrer liebevollen Eltern.

Es ist schockiert zu lesen, was sie alles erlebt hat. Beim Lesen kann es unangenehm sein von den Tiefen ihrer Verlorenheit zu lesen. So viele zufällige Bekanntschaften, die im Bett enden. So viele durchzechte Nächte. Die Lebensgeschichte ist interessant, gerade um junge Menschen zu verstehen, die ähnliches mitmachen. Mir persönlich wurde es allerdings zu viel, die Details über ihre verlorenen Jahre zu lesen.

Fazit: Die Geschichte einer Hinwendung zu Gott nach Jahren auf der Suche nach Erfüllung. Empfehlenswert!

Veröffentlicht am 24.06.2024

Gegenstände, die Geschichten erzählen

Warum hängt daran dein Herz?
0

Zwei Silberlöffel und zwei Gabeln. Das ist alles, was eine Familie aus den Trümmern ihres Zuhauses retten kann. Ein zu Fetzen geliebter Teddybär, den ein gefühlskalter Vater sein Leben lang aufbewahrt. ...

Zwei Silberlöffel und zwei Gabeln. Das ist alles, was eine Familie aus den Trümmern ihres Zuhauses retten kann. Ein zu Fetzen geliebter Teddybär, den ein gefühlskalter Vater sein Leben lang aufbewahrt. Das Messer, zuerst Verteidigungswaffe, und nun Küchenwerkzeug.

In diesem Buch erzählen fast vierzig Menschen von den Erlebnissen ihrer Eltern im Krieg. Ein Gegenstand steht dabei sinnbildlich für die Jahre voller Entbehrungen und Angst, teils aber auch Freude und Geborgenheit. Eine Vielzahl der Erzähler sagen, dass sie nur wenig mit ihren Eltern über ihre Kriegserfahrungen sprechen konnten. Da ist eine undurchdringliche Wand. Das Gefühl, dass die Elterngeneration nicht befragt werden will. Nur in besonderen Augenblicken lassen die inzwischen Altgewordenen teilhaben an den schwerwiegenden Geschehnissen in ihrer Kindheit und Jugend. Und selbst dann geht es selten um Gefühle. Das war damals so, heißt es dann.

Viele berichten von abwesenden Vätern, die entweder im Krieg gefallen oder voller Wut heimgekommen sind. Manchmal sind es die Mütter, die es nicht schaffen für ihre Kinder da zu sein. Einige Erzähler mussten wegen ihrer jüdischen Herkunft fliehen. Einer ist wütend auf seinen Vater, der als Nazi viele Unschuldige auf dem Gewissen hat. Ein anderer versteht nicht, warum er in ein Kinderheim gesteckt wurde.

Die Erfahrungen lassen sich jeweils in fünf bis zehn Minuten lesen. Jedes Kapitel beginnt mit einem künstlerisch wunderschönen Bild des Gegenstands und endet mit einem Porträtfoto des Berichtenden. Dazu kommen kleine alte Fotos, Erinnerungen an ein langes Leben.

Die Berichte sind in der Ich-Form geschrieben. Ergänzt wird das Buch mit einem Interview mit Peter Maar, dem Schreiber der bekannten Sams-Geschichten, und von seinem Sohn und Enkel. Und das Buch endet mit einem Interview über die Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen.

Jede einzelne Geschichte ist spannend und lesenswert. Interessant und aufschlussreich ist vor allem das Gemeinsame an diesen Geschichten. Es wirft Licht auf Rätselhaftes im Leben der Kriegskinder-Generation und weckt Verständnis für die teilweise recht harte und schroffe Erziehung, die ihre Kinder erleben mussten.

Fazit: Ein wunderschön gestaltetes und sehr lesenswertes Buch über die Erfahrungen von traumatisierten Kindern im Zweiten Weltkrieg, die über ihre Erlebnisse meist geschwiegen haben. Und doch haben sie etwas von ihrem Schmerz an die nächste Generation weitergegeben. Sehr empfehlenswert, und durch die hochwertige Ausstattung sehr gut als besonderes Geschenk geeignet!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere