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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.02.2023

Cui bono?

Mostviertler Grafen
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„Mostviertler Grafen“ von Helmut Scharner, der fünfte Fall für Major Leopold Brandner, habe ich mit großer Freude gelesen. Worum geht es?
Im Mendlingtal, Niederösterreich, wird ein lebloser Körper im Wasser ...

„Mostviertler Grafen“ von Helmut Scharner, der fünfte Fall für Major Leopold Brandner, habe ich mit großer Freude gelesen. Worum geht es?
Im Mendlingtal, Niederösterreich, wird ein lebloser Körper im Wasser entdeckt. Schnell steht fest, es handelt sich um den »Schmiedepapst« Gottfried Lugbauer. Er wurde mit einem geschmiedeten Nagel erstochen. Cui bono?
Die Schmiede, eine interessante Welt, die mir aber völlig fremd ist. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt: Juni und Oktober. Da muss man beim Lesen ganz schön aufpassen.
Der Autor setzt dabei eher auf die leisen Töne. Akribische Polizeiarbeit, das ist genau mein Ding. Auch die Mischung aus Kriminalfall und Privatleben. Aber das Wichtigste sind all die Wendungen, die gegen Ende des Buches immer mehr werden.
Über das Wiedersehen mit Brandner habe ich mich sehr gefreut. Neu dabei, die junge Inspektorin Annika Lindner. Sie ist schon sehr speziell. Jugend und Neugier gepaart mit Fachkenntnis und Lebenserfahrung - eine gute Kombination.
Gefallen hat mir, dass das Buch sexuelle Belästigung und obszöne Anmache thematisiert. Das fand ich authentisch. Auch Nicole hat recht, wenn sie sagt: „Wäre ich ein Mann, dann wäre ich der tollste Typ, aber so bin ich einfach eine »Schlampe« für sie. Es ist so ungerecht!“
Alles in allem ein Buch ganz nach meinem Geschmack.

Fazit: Fall Nr. 5 für Major Brandner. Spannung gepaart mit Lokalkolorit.

Veröffentlicht am 14.02.2023

Die Rügen-Gate-Affäre

Die letzte Lügnerin
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„Die letzte Lügnerin“ von Florian Schwiecker und Michael Tsokos, der dritte Fall für den Berliner Anwalt Rocco Eberhardt und den Rechtsmediziner Dr. Justus Jarmer, habe ich mit Freude gelesen, auch wenn ...

„Die letzte Lügnerin“ von Florian Schwiecker und Michael Tsokos, der dritte Fall für den Berliner Anwalt Rocco Eberhardt und den Rechtsmediziner Dr. Justus Jarmer, habe ich mit Freude gelesen, auch wenn er nicht ganz an das Niveau des Vorgängers heranreicht.
Es geht spannend los: Ein einzelner Kopf wird gefunden. Der Körper fehlt. Hat sich der Tote wirklich selbst das Leben genommen, wie Jarmer vermutet?
In einem anderen Handlungsstrang soll Bausenator Dieter Möller den Tontechniker Dirk Stecher ermordet haben. Zusammen mit Carlo Junghans, ein Mann, den man anruft, wenn man verdeckte Film- oder Tonaufnahmen benötigt, hatte Stecher den Bausenator und seinen Staatssekretär heimlich bei einem konspirativen Treffen aufgenommen, das sogenannte Rügen-Gate-Video.
Es geht um Korruption und zwielichtige Immobilien-Geschäfte. Rocco übernimmt den Fall. Auch sein Vater scheint in die Sache verstrickt zu sein.
„Die letzte Lügnerin“ ist kein typischer Krimi. Die Justiz ermittelt sozusagen selbst und mit ihren ganz eigenen Methoden. Über das Wiedersehen mit Rocco und Jarmer habe ich mich gefreut. Auch Privatdetektiv Tobias Baumann ist wieder mit von der Partie. Alles in allem ein Justiz-Krimi, der für meinen Geschmack etwas spannender hätte sein können.

Fazit: Fall Nr. 3 für Rocco und Jarmer. Gut, aber nicht so gut wie der Vorgänger.

Veröffentlicht am 13.02.2023

Harter, rasanter Schweden-Thriller

Spinnennetz
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„Spinnennetz“ von Lars Kepler ist bereits der neunte Fall für Joona „Superstar“ Linna. Ich empfehle dringend, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Denn ab und zu finden sich Verknüpfungen ...

„Spinnennetz“ von Lars Kepler ist bereits der neunte Fall für Joona „Superstar“ Linna. Ich empfehle dringend, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Denn ab und zu finden sich Verknüpfungen zu den Vorgängertiteln.

Zwei Jahre Warten haben sich gelohnt, es geht gleich spannend los: Margot Silverman, Chefin der NOA, wird beim Reiten von einem Unbekannten angeschossen, verschleppt und getötet. Wer ist der Täter? Joona ist sicher, dass Serienkiller Jurek Walter nicht mehr lebt.

Joona ermittelt. Unterstützt wird er von seiner ehemaligen Kollegin Saga Bauer, die inzwischen als Privatdetektivin tätig ist. Und dann gibt es zwei weitere Opfer, ein Pfarrer und ein Polizist. Alle wurden erschossen, mit weißen Patronen. Die Morde wurden Saga vorher angekündigt, mit Postkarten und Zinnfiguren. Wo liegt das Motiv? Geht es um Rache?

„Spinnennetz“ ist ein Thriller mit bewährten Zutaten. Lars Kepler ist das Pseudonym des schwedischen Autorenpaares Alexandra Coelho Ahndoril und Alexander Ahndoril. Dem starken Anfang folgt ein schwächerer Mittelteil. Dabei ist die Konstruktion der Fälle ziemlich abgedreht, aber ab einem bestimmten Punkt auch vorhersehbar und nicht immer glaubwürdig.

Es gilt Anagramme zu entschlüsseln, Rätsel über Rätsel. Das war mir dann doch alles ein bisschen „too much“. Vieles wiederholt sich. Irgendwie ist die Luft raus. Mir hat hier z.B. die Raffinesse von „Lazarus“ gefehlt. Nichtsdestotrotz bin ich schon gespannt auf den Jubiläumsband.

Fazit: Packender Pageturner. Gut, aber nicht das beste Buch der Reihe.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 06.02.2023

Packender Thriller mit Hamburg-Flair

Die Klinik
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Um es gleich zu sagen, „Die Klinik“, der zweite Fall für das ungleiche Ermittlerduo Franka Erdmann und Alpay Eloğlu ist für mich das bisherige Highlight des Jahres 2023. Worum geht es?
Sie hatte es wieder ...


Um es gleich zu sagen, „Die Klinik“, der zweite Fall für das ungleiche Ermittlerduo Franka Erdmann und Alpay Eloğlu ist für mich das bisherige Highlight des Jahres 2023. Worum geht es?
Sie hatte es wieder getan. In einer Hamburger Klinik geht ein Todesengel um. Viele Patienten hat Mecki schon erlöst. Gruselig! Ist Malte der Nächste?
Malte Ostersetzer war 39 Jahre alt, mit dem Fahrrad gestürzt und ins Koma gefallen. Kurz nachdem er erwacht ist, stirbt er. Ein Behandlungsfehler? Seine Witwe Anna glaubt, dass er umgebracht wurde. Franka und ihr Team ermitteln...
Die Thriller von Hubertus Borck sind für mich immer etwas Besonders, weil sie anders sind als „normale“ Krimi-Kost. „Die Klinik“ ist spannend und unterhaltsam. Ein flüssig zu lesender, sprachlich gewandter Schreibstil. Man merkt, dass der Autor ein Profi ist. Sterbehilfe mal anders, ein ernstes Thema. Nichtsdestotrotz musste ich oft schmunzeln.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Franka und Alpay, ein ungleiches Paar, das sich dennoch perfekt ergänzt. Was hat der Mann vor „Das Profil“ eigentlich gemacht? Drehbücher für „GZSZ“ und „Rote Rosen“? Hätte er lieber Krimis und Thriller geschrieben, da wäre mir einiges erspart geblieben.

Fazit: Fall Nr. 2 für Erdmann und Eloğlu. Starke Fortsetzung. Weiter so!

Veröffentlicht am 03.02.2023

Spannend und unterhaltsam

Ostfriesengier
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Als Fan der 1. Stunde habe ich bisher kein Buch dieser Krimi-Reihe, die in Ostfriesland verortet ist, versäumt und auch „Ostfriesengier“, der 17. Fall für Kultkommissarin Ann Kathrin Klaasen und ihr Team. ...

Als Fan der 1. Stunde habe ich bisher kein Buch dieser Krimi-Reihe, die in Ostfriesland verortet ist, versäumt und auch „Ostfriesengier“, der 17. Fall für Kultkommissarin Ann Kathrin Klaasen und ihr Team. überzeugt. Worum geht es?
Das Auto von BKA-Mitarbeiter Dirk Klatt explodiert im Hof der Polizeiinspektion. Wenig später ist Klatt tatsächlich tot, erschossen von einem Profikiller. Wer ist der Auftraggeber und wo liegt das Motiv?
In einem anderen Handlungsstrang erfahren wir, dass Anneliese verschwunden ist. Anneliese hat eine kleine Tochter und war Servicekraft im Café ten Cate, ist aber nicht die, die sie zu sein scheint.
Klaus-Peter Wolf hat seinen neuen Ostfriesen-Krimi wieder packend in Szene gesetzt. Wechselnde Perspektiven, auch aus Tätersicht, sorgen für Dynamik.
Wie immer spannend, humorvoll und kurzweilig erzählt. Aber „Ostfriesengier“ ist auch ein Buch, dass Clan-Kriminalität und Gewalt gegen Frauen thematisiert.
Über das Wiedersehen mit Ann Kathrin, Frank und Kollege Rupert habe ich mich sehr gefreut. Neu dabei, Polizeidirektorin Elisabeth Schwarz. Die Figuren sind authentisch und doch auf ihre Art anders. Mit diesem Ermittlerteam wird es nie langweilig. Daher sieht man voller Vorfreude dem nächsten Fall entgegen.

Fazit: Fall Nr. 17 für Ann Kathrin Klaasen. Klaus-Peter Wolf at his best!