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Veröffentlicht am 03.07.2022

Feuer im Kopf

Im Feuer
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„Im Feuer“ von Pernilla Ericson ist der erste Fall für Polizistin Lilly Hed und Feuerwehrchef Jesper Hansson. Worum geht es?
Auch in Schweden steigen die Temperaturen und es gibt Bewässerungs- und Grillverbote. ...

„Im Feuer“ von Pernilla Ericson ist der erste Fall für Polizistin Lilly Hed und Feuerwehrchef Jesper Hansson. Worum geht es?
Auch in Schweden steigen die Temperaturen und es gibt Bewässerungs- und Grillverbote. Dennoch kommt es zu verheerenden Waldbränden. Kenneth stirbt im Feuer, weil seine Schlafzimmerfenster von außen vernagelt sind. Gustaf kommt in seiner brennenden Sauna um.
Lilly, die sich aus Stockholm ins idyllische Nynäshamn an der Schärenküste hat versetzen lassen, ermittelt zusammen mit ihrer Kollegin Katja. Unterstützt wird sie von Feuerwehrchef Jesper. Während sich die Polizistin und der Feuerwehrmann näherkommen, häufen sich die Brände…
Spannend, keine Frage. Auch flott und flüssig zu lesen. Geschickt legt die Autorin falsche Fährten, auf denen sich die Kommissarin Stück für Stück entlang robbt. Immer mal wieder sind Rückblicke in die Vergangenheit eingestreut. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen.
„Im Feuer“ ist ein Buch, das den fortschreitenden Klimawandel, aber auch Gewalt gegen Frauen thematisiert. Der Leser lernt viel über Feuer, Brandstiftung und Pyromanen, die eigentlich keine sind.
Lilly und Jesper kommen sympathisch, aber auch etwas klischeehaft rüber. Beide kämpfen gegen die Dämonen der Vergangenheit. Nichtsdestotrotz bin ich gespannt, wie es mit ihnen weitergeht.

Fazit: Vielversprechender Auftakt einer neuen Krimi-Reihe, die in Schweden verortet ist.

Veröffentlicht am 22.06.2022

Murphys gegen Morettis

City on Fire
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Goshen Beach, Rhode Island, August 1986: Wir lernen Danny, Pat und ihre Gang kennen. Sie sind Kleinkriminelle und machen ihr Geld mit Raub, Schmuggel und Schutzgelderpressung. Danny ist mit Pats Schwester ...


Goshen Beach, Rhode Island, August 1986: Wir lernen Danny, Pat und ihre Gang kennen. Sie sind Kleinkriminelle und machen ihr Geld mit Raub, Schmuggel und Schutzgelderpressung. Danny ist mit Pats Schwester Terri verheiratet.
Der Auftakt zu Don Winslows neuer Trilogie ist ein großes Drama, ein Werk, in der Tradition von Mario Puzos „Der Pate“. Zwei Banden, die eine irisch, die andere italienisch, kontrollieren in Providence, Rhode Island, gemeinsam das organisierte Verbrechen - bis die Liebe zu einer Frau mörderische Entwicklungen auslöst.
Ich habe fast alles von Don Winslow gelesen. Aber dieses Buch gehört meiner Meinung nach nicht zu seinen besten. Über weite Strecken empfand ich es als langatmig und langweilig. Die Schilderung von nackter Gewalt reicht eben nicht, um Spannung zu erzeugen.
Zudem unsympathische Protagonisten. Denn auch Danny, unser Held, und seine Familie sind kriminell. Last but not least endet Band 1 mit einem fiesen Cliffhanger, der wohl Lust auf den nächsten Band machen soll.

Fazit: Großes Drama über den Krieg zweier Gangsterfamilien. Gut, für mich aber nicht das beste Buch des Autors.

Veröffentlicht am 14.06.2022

Es war einmal...

Als das Böse kam
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…ein Mädchen, das war 16 Jahre alt und hieß Juno. Juno lebte in völliger Isolation tief in den Wäldern einer kleinen Insel in einer Blockhütte, zusammen mit Mutter, Vater und ihrem kleinen Bruder Boy. ...

…ein Mädchen, das war 16 Jahre alt und hieß Juno. Juno lebte in völliger Isolation tief in den Wäldern einer kleinen Insel in einer Blockhütte, zusammen mit Mutter, Vater und ihrem kleinen Bruder Boy.
Juno und Boy verbringen die Zeit mit Fischfang, Kuchenbacken und sonntäglichen Gesellschaftsspielen. Und in ständiger Angst. Denn schon auf der anderen Uferseite lauert das Böse. Wenn Besuch kommt müssen sie sich verstecken. Bei Alarm versammeln sich alle in einem unterirdischen Schutzraum. Kein Wunder, dass die Kinder an Flucht denken.
„Als das Böse kam“ von Ivar Leon Menger liest sich eher wie ein Märchen, nicht wie ein packender Thriller. Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Sicht von Juno. Sie kommt ziemlich naiv und kindlich rüber.
An Begriffe wie Nordland, Südland, Fremdlinge und Wächter muss man sich erst einmal gewöhnen. Auch die Story vermochte mich nicht zu überzeugen. Zudem ist der Schreibstil einfach.
Schade, denn die Inhaltsangabe ließ auf einen spannenden Thriller hoffen. Aber mit diesem Buch konnte ich leider überhaupt nichts anfangen. Deshalb habe ich nach Kapitel 9 entnervt aufgegeben und abgebrochen.

Fazit: Abgebrochen. Leider war es so gar nicht meins.

Veröffentlicht am 09.06.2022

Die Vergangenheit holt einen immer ein

Forsberg und der Tote von Asperö
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„Forsberg und der Tote von Asperö“ von Ben Tomasson ist der zweite Fall für den schwedischen Kommissar Frederik Forsberg aus Göteborg. So gut der Vorgänger „Forsberg und das verschwundene Mädchen“ auch ...

„Forsberg und der Tote von Asperö“ von Ben Tomasson ist der zweite Fall für den schwedischen Kommissar Frederik Forsberg aus Göteborg. So gut der Vorgänger „Forsberg und das verschwundene Mädchen“ auch war, der neue Krimi ist noch besser, spannender. Worum geht es?
Jessica hat für ihren Mann Julius und ein befreundetes Ehepaar, Daniela und Kai, sowie zwei weitere Personen, Pia und Steffen, einen Urlaub auf der kleinen, idyllischen Insel Asperö im Schärengarten Göteborgs organisiert. Gruppendynamik pur! Doch dann wird Julius ermordet aufgefunden. Er wurde brutal mit 18 Messerstichen getötet. Heftige Emotionen!
Forsberg und seine Kollegin Anna Jordt übernehmen die Ermittlungen vor Ort...
Ben (Kryst) Tomasson hat einen wirklich packenden Schweden-Krimi geschrieben, der für Gänsehaut sorgt. Neben dem Setting lebt der Krimi vor allem von der gelungenen Figurenzeichnung des Kommissars. Forsberg ist ein Mann mit viel Empathie, nicht nur für sein Team. Polizisten scheinbar von der Resterampe, die nichts zu verlieren haben, weil sie schon alles verloren haben.
Der Autor entführt den Leser in tiefe menschliche Abgründe. Besonders die Erzählung aus der 3. Person gibt Rätsel auf. Es geht um Mobbing, häusliche Gewalt, Streit ums Geld, aber auch um Selbstjustiz. Wie so oft liegt das Motiv in der Vergangenheit. Eine Geschichte, voller Emotionen und Spannung - und nicht vorhersehbar. Und so freue ich mich schon auf die Fortsetzung.

Fazit: Fall Nr. 2 für Forsberg und sein Team. Noch besser, spannender als der Vorgänger.

Veröffentlicht am 06.06.2022

Ein gut gehütetes Geheimnis

Todeslied – Kira Lunds zweite Reportage
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„Todeslied“ von H. Dieter Neumann ist der zweite Band einer Krimireihe mit der jungen Videojournalistin Kira Lund, die im deutsch-dänischen Grenzland zwischen den Meeren verortet ist. Worum geht es?
Bei ...


„Todeslied“ von H. Dieter Neumann ist der zweite Band einer Krimireihe mit der jungen Videojournalistin Kira Lund, die im deutsch-dänischen Grenzland zwischen den Meeren verortet ist. Worum geht es?
Bei der Generalprobe für den Auftritt eines bekannten norddeutschen Kammerchors in Dänemark wird die Sopranistin Susanna von Hohenmarschen vermisst und bleibt verschwunden. Zwei Wochen später entdecken Urlauber ihre Leiche.
Sowohl der Gatte, als auch die Tote haben etwas zu verbergen. Helene Christ von der Flensburger Mordkommission ermittelt. Aber auch Kira zieht eigene Erkundigungen ein. Bald steht fest, dass das Motiv in der Vergangenheit zu suchen ist.
H. Dieter Neumann hat seinen neuen Krimi mit viel Küstenflair in Szene gesetzt. Über das Wiedersehen mit Kira, Helene und Hund Ditch habe ich mich gefreut. Denn sie sind mir inzwischen ans Herz gewachsen.
Der Fall plätschert eine Weile vor sich hin. Erst ganz am Ende nimmt die Geschichte Fahrt auf und mündet in einen spannenden Showdown. Nichtsdestotrotz werde ich die Fortsetzung lesen, so es denn eine geben wird.

Fazit: Fall Nr. 2 für Kira und Helene. Gut, aber nicht so gut wie der Vorgänger.