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Veröffentlicht am 16.07.2022

Erinnerung stirbt nicht

Sturmrot
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Die Leseprobe zu „Sturmrot“ hatte mich (noch) nicht überzeugt, aber am Ende hat die Geschichte mich dann doch positiv überrascht. Worum geht es?
Olof Hagström überführt Autos. Eines Tages findet er auf ...

Die Leseprobe zu „Sturmrot“ hatte mich (noch) nicht überzeugt, aber am Ende hat die Geschichte mich dann doch positiv überrascht. Worum geht es?
Olof Hagström überführt Autos. Eines Tages findet er auf einer seiner Touren seinen Vater, den er 20 Jahre nicht gesehen hat, tot im Bad seines Elternhauses auf. Er wurde erstochen.
Vor zwanzig Jahren hatte Olof gestanden, Lina Stavred vergewaltigt und ermordet zu haben. Da er damals erst 14 Jahre alt war, wurde er zwar nicht verurteilt, kam aber in ein Jugendheim. Linas Leiche wurde nie gefunden.
Hat er nun seinen Vater umgebracht? Polizisten Eira Sjödin ermittelt. Sie hat Stockholm verlassen und ist nach vielen Jahren in die nordschwedische Region Ådalen zurückgekehrt, um sich um ihre demente Mutter zu kümmern.
Die Krimis von Tove Alsterdal haben mal mehr, mal weniger überzeugt. „Sturmrot“ hätte für meinen Geschmack etwas spannender sein können. Auch die derbe Sprache, gerade am Anfang, hat mich gestört.
Die Figurenzeichnung ist gelungen. Eira kommt sympathisch rüber. Sie verbeißt sich in den Fall. Am Ende ist nicht nur der aktuelle Fall gelöst. Und so freue ich mich schon auf die Fortsetzung „Erdschwarz“, die im November erscheinen soll.

Fazit: Vielversprechender Auftakt einer Trilogie mit viel Atmosphäre und Lokalkolorit.

Veröffentlicht am 14.07.2022

Hochspannung zwischen Düsseldorf und Hindukusch

Purpurland
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„Purpurland“ ist der siebte Band der Thriller-Reihe »Kripo Düsseldorf ermittelt«, bei der jedes Mal ein anderer Ermittler im Fokus steht. Diesmal sind es der ehemalige SEK-Polizist Felix May und Ela Bach, ...


„Purpurland“ ist der siebte Band der Thriller-Reihe »Kripo Düsseldorf ermittelt«, bei der jedes Mal ein anderer Ermittler im Fokus steht. Diesmal sind es der ehemalige SEK-Polizist Felix May und Ela Bach, Leiterin des KK 11, der Dienststelle für Tötungsdelikte.
Wir blicken zurück auf das Jahr 2003, nach Afghanistan. Bundeswehrsoldat Tim Sander überlebt nur knapp ein ‚Friendly Fire‘ und wird zur Reha an den Bodensee geschickt. Hier trifft er auf Felix May, der nach zwei gescheiterten Geiselbefreiungen zur Kur dort ist.
Wieder in Düsseldorf, entdeckt Felix bei seinem ersten Einsatz im neuen Job als Stellvertretender Leiter eines Einsatztrupps eine Tote. Sie wurde grausam zugerichtet. Es handelt sich um Tims Frau Julia. Fest entschlossen, den Mörder zu finden, wird Felix Mitglied einer Soko, genau wie Ela.
Bald ist klar, Julia war kein Kind von Traurigkeit. Ein Lover, ein Sugar Daddy und der gehörnte Ehemann. Aber ist einer auch ihr Mörder?
„Purpurland“ ist nicht einfach nur Krimi, sondern vor allem spannendes Drama. Ich mag Geschichten, die zeigen, wie Liebe, Freundschaft, aber auch Eitelkeiten, Neid, Missgunst und Hass das menschliche Schicksal beeinflussen - mit überraschenden, dramatischen und manchmal auch brutalen Folgen.
Über das Wiedersehen mit Ela Bach habe ich mich gefreut. Auch Benedikt Engel, Leiter der Kriminalgruppe eins, ist mit von der Partie. Waffenschmuggel, Korruption, geheimdienstliche Aktivitäten und sogar ein Serienkiller sind im Spiel. Das ist spannend und unterhaltsam.

Fazit: Ein packender Thriller. Immer noch brandaktuell und deswegen mit Nachdruck empfehlenswert.

Veröffentlicht am 11.07.2022

Ein perfider Plan

Das letzte Grab
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Lukas Erler ist zurück. „Das letzte Grab“ ist nicht einfach nur Krimi, sondern ein brisanter Politthriller - und hat mich begeistert. Worum geht es?
Carla Winter ist Rechtsanwältin in Frankfurt am Main ...


Lukas Erler ist zurück. „Das letzte Grab“ ist nicht einfach nur Krimi, sondern ein brisanter Politthriller - und hat mich begeistert. Worum geht es?
Carla Winter ist Rechtsanwältin in Frankfurt am Main mit eigener Kanzlei. Nach einem One-Night-Stand erfährt sie, dass ihr Exmann in der Türkei bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Als wäre das nicht genug, wird ihr Haus verwüstet und ihr Lover brutal getötet. Anscheinend ist Carla ins Visier eines Killers geraten, der auf der Jagd nach einem äußerst wertvollen Kunstwerk vor Mord nicht zurückschreckt. War ihr Exmann womöglich in kriminelle Machenschaften verstrickt? Auf der Suche nach der Wahrheit reist Carla in die Türkei…
Lukas Erler erzählt von großen Verbrechen und einer persönlichen Rache. Es geht um Raubkunst. Gräber, Schmuggler und Händler. Ein spannendes Thema, über das selten in den Medien berichtet wird. Ein temporeicher und actiongeladener Plot. Auch der Humor kommt nicht zu kurz: »Ja, wer behauptet, Gewalt sei keine Lösung, hat einfach nicht hart genug zugeschlagen.« 288 Seiten kompakte Unterhaltung Kein Wort zu viel, keins zu wenig!
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Carla kommt sympathisch rüber. Sie und ihre Familie sind mir sofort ans Herz gewachsen. Gerne werde ich auch die Fortsetzung lesen, so es denn eine geben wird.

Fazit: Hochspannung zwischen Frankfurt und Mesopotamien. Wow!

Veröffentlicht am 05.07.2022

Ein perfides Spiel

Schattenkrieger
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Die Krimis um den japanischen Inspektor Kenjiro Takeda, der in Hamburg ermittelt, haben mal mehr, mal weniger überzeugt. „Schattenkrieger“ von Henrik Siebold ist viel besser, spannender. Worum geht es?
Nacht ...


Die Krimis um den japanischen Inspektor Kenjiro Takeda, der in Hamburg ermittelt, haben mal mehr, mal weniger überzeugt. „Schattenkrieger“ von Henrik Siebold ist viel besser, spannender. Worum geht es?
Nacht für Nacht steht Manuel Jessen hinter dem Tresen seines Imbisses auf St. Pauli und serviert dort seine „Best Curry Worscht in Town“. Doch Manuel hütet ein dunkles Geheimnis.
Er war ein Elitesoldat, dann ein Gefangener der Taliban, später Schüler bei einem japanischen Zen-Meister - und nun ist er ein Auftragsmörder für „Das Netzwerk“, dem er seine Befreiung aus Afghanistan verdankt. Bis er verraten wird und sich in die falsche Frau verliebt.
Wie schon in den Takeda-Krimis spielt Japan hier eine große Rolle. Die Einblicke in die Kultur und Denke der Japaner sowie die zeitgeschichtlichen Hintergründe finde ich sehr interessant. Die Geschichte lässt sich leicht und locker lesen und enthält auch eine gewisse Ironie.
Ein gut recherchiertes Buch, mit einem ganz intensiven Spannungsbogen und einem überraschenden Finale. Viele Ebenen des organisierten Verbrechens und des Ermittlungsapparates werden berührt. Geheimdienstliche Aktivitäten sind im Spiel. Der einzelne Mensch wird oftmals hart getroffen von den Handlungen der Mächtigen und ihrer brutalen Handlanger.

Fazit: Ein lesens- und empfehlenswerter Thriller. Viel besser, spannender als Takeda-San.

Veröffentlicht am 03.07.2022

Feuer im Kopf

Im Feuer
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„Im Feuer“ von Pernilla Ericson ist der erste Fall für Polizistin Lilly Hed und Feuerwehrchef Jesper Hansson. Worum geht es?
Auch in Schweden steigen die Temperaturen und es gibt Bewässerungs- und Grillverbote. ...

„Im Feuer“ von Pernilla Ericson ist der erste Fall für Polizistin Lilly Hed und Feuerwehrchef Jesper Hansson. Worum geht es?
Auch in Schweden steigen die Temperaturen und es gibt Bewässerungs- und Grillverbote. Dennoch kommt es zu verheerenden Waldbränden. Kenneth stirbt im Feuer, weil seine Schlafzimmerfenster von außen vernagelt sind. Gustaf kommt in seiner brennenden Sauna um.
Lilly, die sich aus Stockholm ins idyllische Nynäshamn an der Schärenküste hat versetzen lassen, ermittelt zusammen mit ihrer Kollegin Katja. Unterstützt wird sie von Feuerwehrchef Jesper. Während sich die Polizistin und der Feuerwehrmann näherkommen, häufen sich die Brände…
Spannend, keine Frage. Auch flott und flüssig zu lesen. Geschickt legt die Autorin falsche Fährten, auf denen sich die Kommissarin Stück für Stück entlang robbt. Immer mal wieder sind Rückblicke in die Vergangenheit eingestreut. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen.
„Im Feuer“ ist ein Buch, das den fortschreitenden Klimawandel, aber auch Gewalt gegen Frauen thematisiert. Der Leser lernt viel über Feuer, Brandstiftung und Pyromanen, die eigentlich keine sind.
Lilly und Jesper kommen sympathisch, aber auch etwas klischeehaft rüber. Beide kämpfen gegen die Dämonen der Vergangenheit. Nichtsdestotrotz bin ich gespannt, wie es mit ihnen weitergeht.

Fazit: Vielversprechender Auftakt einer neuen Krimi-Reihe, die in Schweden verortet ist.