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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.03.2022

Sommer, Sonne, Sylt

Düsteres Watt
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„Düsteres Watt“ von Sabine Weiß ist bereits der sechste Fall für Liv Lammers und ihre Kollegen von der Kripo Flensburg. Schauplatz ist Sylt, die Insel der Reichen und Schönen. Worum geht es?
In den Wanderdünen ...


„Düsteres Watt“ von Sabine Weiß ist bereits der sechste Fall für Liv Lammers und ihre Kollegen von der Kripo Flensburg. Schauplatz ist Sylt, die Insel der Reichen und Schönen. Worum geht es?
In den Wanderdünen bei List wird eine männliche Leiche gefunden. Es handelt sich um Karl von Raboisen, alter Adel, millionenschwer. Seine Ehefrau Charlotte ist Politikerin. Und dann ist da noch sein Vater Eduard, ein Despot, und sein Bruder Georg, das schwarze Schaf der Familie.
Hat Michelle Müller, die mit ihrer Drohne in den Dünen gefilmt hat, etwas gesehen? Denn sie ist seitdem spurlos verschwunden. Liv ermittelt, obwohl sie eigentlich Urlaub hat…
Sabine Weiß hat ihren neuen Krimi düster in Szene gesetzt. Wechselnde Orte und Perspektiven sorgen für Dynamik. Immer mal wieder finden sich Bezüge zu den Vorgängern.
Über das Wiedersehen mit Liv & Co habe ich mich gefreut. Allerdings nimmt das Privatleben der neuen Patchworkfamilie viel Raum ein. Das war mir dann doch etwas „too much“.
„Düsteres Watt“ ist ein Buch, das häusliche Gewalt und SVV thematisiert. Erst ganz am Ende schließt sich der Kreis. Die Autorin lässt uns erneut in tiefe menschliche Abgründe blicken.

Fazit: Gut, für mich aber nicht das beste Buch der Reihe.

Veröffentlicht am 15.03.2022

Unter Verdacht

Der Buchhändler
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„Die Frau vom Strand“ hatte ich mit großer Freude gelesen und auch „Der Buchhändler“ von Petra Johann hat mich begeistert. Die Autorin geht gleich in medias res: ein Mann wird brutal gefoltert. Wer ist ...


„Die Frau vom Strand“ hatte ich mit großer Freude gelesen und auch „Der Buchhändler“ von Petra Johann hat mich begeistert. Die Autorin geht gleich in medias res: ein Mann wird brutal gefoltert. Wer ist er und wie konnte er in diese prekäre Lage kommen?
Danach lernen wir Erik Lange kennen. Er hütet ein dunkles Geheimnis und hat seine Heimatstadt Altenstein verlassen, um im bayrischen Neukirchen als Buchhändler neu anzufangen.
Als die 9-jährige Tessi spurlos verschwindet, beteiligen sich die Nachbarn an der Suche, auch Erik. Hauptkommissarin Judith Plattner und ihre junge Kollegin Pia Meyer ermitteln seitens der Polizei. Auch Judith hat einen Verlust zu beklagen und Pia kennt Erik von früher…
Petra Johann hat ihren neuen Thriller packend inszeniert. Wechselnde Perspektiven, auch aus der Sicht von Erik, sorgen für Dynamik. Dazu ein flüssig zu lesender, sprachlich gewandter Schreibstil. Nichts ist wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint.
Nur scheibchenweise wird enthüllt, was wirklich passiert ist. Das Ende überrascht und schockiert. „Der Buchhändler“ ist ein Buch, das Pädophilie thematisiert. Aber auch ein Plädoyer gegen Selbstjustiz.

Fazit: Ein fesselnder Thriller mit Gänsehautgarantie!

Veröffentlicht am 10.03.2022

Von Freundschaft, Liebe, Hass und Rache

Nordwestnacht
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„Nordwestnacht“ von Svea Jensen, der dritte Fall für Anna Wagner und Hendrik Norberg von der Soko St. Peter-Ording, habe ich mit Freude gelesen. Worum geht es?
An die Stelzen eines Pfahlbaus gekettet, ...


„Nordwestnacht“ von Svea Jensen, der dritte Fall für Anna Wagner und Hendrik Norberg von der Soko St. Peter-Ording, habe ich mit Freude gelesen. Worum geht es?
An die Stelzen eines Pfahlbaus gekettet, ertrank Tim Förster bei steigendem Wasser. Ein qualvoller Tod. Das Opfer war Aufnahmeleiter-Praktikant einer Filmcrew, die gerade einen Küstenkrimi in St. Peter dreht.
Außerdem ist Julia Manshardt, eine der beiden Hauptdarstellerinnen, spurlos verschwunden. Gibt es einen Zusammenhang? Anna, Hendrik und Nils Scheffler ermitteln. Bald ist klar, Tim und Julia kannten sich von früher.
Über das Wiedersehen mit Hendrik und Anna habe ich mich sehr gefreut. Denn sie sind mir inzwischen ans Herz gewachsen. Nils dagegen ist nicht nur in Julia verliebt, sondern kommt auch ein bisschen unreif rüber.
Svea Jensen hat ihren neuen Krimi packend und mit viel Küsten-Flair inszeniert. Wie so oft, liegt die Lösung in der Vergangenheit. Der Fall berührt und schockiert. Die Autorin spendiert uns kein Happy End und das hat mir gefallen. Über eine Fortsetzung würde ich mich daher sehr freuen.

Fazit: Fall Nr. 3 für die Soko St. Peter Ording. Nicht ganz so gut wie die Vorgänger.

Veröffentlicht am 08.03.2022

Blutrache?

Der zweite Sohn
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Um es gleich vorwegzusagen, „Der zweite Sohn“ von Loraine Peck ist kein Thriller, bestenfalls ein Spannungsroman, ein Familiendrama.
Die Autorin geht gleich in medias res: Was für ein heftiger Prolog!
Immer ...


Um es gleich vorwegzusagen, „Der zweite Sohn“ von Loraine Peck ist kein Thriller, bestenfalls ein Spannungsroman, ein Familiendrama.
Die Autorin geht gleich in medias res: Was für ein heftiger Prolog!
Immer noch herrscht Krieg zwischen Serben und Kroaten. Selbst in Australien gibt es Leute, die den Hass nicht hinter sich lassen können. Als Ivan ermordet wird, soll Johnny, der jüngere Sohn der Novaks Rache üben an den Vucavecs.
Erzählt wird die Geschichte abwechselnd in der Ich-Perspektive aus Sicht von Johnny und Amy, seiner Frau.
Dem starken Anfang folgt ein schwacher Mittelteil. Ständige Wiederholungen gehen zu Lasten der Spannung. Ab einem bestimmten Punkt wird die Geschichte zudem ziemlich vorhersehbar und vorhersehbare Thriller machen keinen Lesespaß.
Zu viel Gewalt und Testosteron, zu viel Familiengedöns voller Klischees. Zudem unsympathische Protagonisten. Denn Johnny und seine Familie sind kriminell: Drogenhandel, Schutzgelderpressung, Raubüberfälle und Geldwäsche.
Die Frauen werden aus den Geschäften rausgehalten, kümmern sich um Küche, Kinder, Kirche. Amy kommt ziemlich naiv rüber, hat die kriminellen Elemente des Familienunternehmens immer ignoriert. Immerhin, das Ende überrascht und schockiert.

Fazit: Dieses Thriller-Debüt vermochte mich nicht zu packen. Schade…

Veröffentlicht am 06.03.2022

Ein perfider Racheplan

Monströs
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Unvergolten, Der Todesprophet und viele andere Thriller von Chris Karlden hatte ich mit Begeisterung verschlungen. Auch Monströs hat mich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Der ehemalige Strafverteidiger ...

Unvergolten, Der Todesprophet und viele andere Thriller von Chris Karlden hatte ich mit Begeisterung verschlungen. Auch Monströs hat mich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Der ehemalige Strafverteidiger Martin Waller hat sich auf das Restaurieren antiker Möbel spezialisiert. Ein Auftrag führt ihn während der Saisonferien in ein nobles Berghotel, wo sich neben dem Hoteldirektor und der Eigentümerin nur noch wenige Angestellte aufhalten.
Später am Abend liegt ein Mann bewusstlos vor dem Hotel. Martin kennt ihn. Es ist Eddie Kaltenbach, ein psychopathischer Mörder. Erst im Lauf der endlosen Nacht, in der die Zahl der Überlebenden unaufhörlich abnimmt, kommt Martin einem monströsen Plan auf die Spur...
Ein einsames Berghotel, das Szenario ist ja nicht ganz neu, aber ich mag Locked Room Mysteries: In einem abgeschlossenen Raum geschieht ein Mord; der Täter oder die Täterin muss sich unter den Anwesenden befinden, denen eine Flucht unmöglich ist. Und ich mag dieses klaustrophobische Setting eines wegen Schnee und Sturm völlig von der Außenwelt abgeschnittenen Hotels.
Zwei Schicksale treffen aufeinander. Zwei spannende Handlungsstränge gilt es zu verfolgen, den von Eddie und den von Martin. Beide haben ihre Frauen verloren. Zufall? Oder hängen die Ereignisse zusammen? Nichts ist wie es scheint, niemand ist, wer er zu sein scheint. Wer ist Täter, wer ist Opfer? Chris Karlden lässt es hier so richtig krachen - bis zum überraschenden Ende.

Fazit: Für mich nicht das beste Buch des Autors. Nichtsdestotrotz packend und actionreich.