Profilbild von subechto

subechto

Lesejury Star
offline

subechto ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit subechto über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.03.2022

Eine Frage der Ehre

Kretische Ehre
0

„Kretische Ehre“ von Nikos Milonás ist der vierte Fall für den sympathischen Kommissar Michalis Charisteas aus Chania auf der griechischen Insel Kreta. Die Vorgänger hatten mich überzeugt und auch hier ...

„Kretische Ehre“ von Nikos Milonás ist der vierte Fall für den sympathischen Kommissar Michalis Charisteas aus Chania auf der griechischen Insel Kreta. Die Vorgänger hatten mich überzeugt und auch hier wurde ich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Michalis und seine Freundin Hannah sind ins Psiloritis-Gebirge gefahren. Am Abend findet in Anoghia, dem größten Bergdorf Kretas, eine traditionelle Tauffeier statt. Es dauert nicht lange, bis die ersten Balothies fallen, Freudenschüsse in die Luft.
Plötzlich bemerkt Michalis, dass der berühmte Musiker Manolis Mavropanos tot vom Stuhl kippt. Ein Querschläger? Michalis und sein Kollege Koronaios ermitteln. Bald ist klar, dass die Ermittler einen Mörder suchen. Ein Racheakt?
Nikos Milonás hat seinen neuen Kreta-Krimi stimmungsvoll inszeniert. Es wird viel Kulinarik zelebriert, Frappé und Raki getrunken. Auch das Privatleben des Protagonisten nimmt wieder viel Raum ein. Denn Hannahs Mutter und ihr Mann haben sich angesagt.
Es geht um alte Feindschaften und Blutrache. Aber es geht auch um griechische Nationalisten und jahrzehntealte Geheimnisse. Die politischen Hintergründe sind - wie immer - bestens recherchiert. Das hat mir gefallen.

Fazit: Fall Nr. 4 für Michalis Charisteas, der diesmal in den Bergen verortet ist.

Veröffentlicht am 17.03.2022

Sommer, Sonne, Sylt

Düsteres Watt
0


„Düsteres Watt“ von Sabine Weiß ist bereits der sechste Fall für Liv Lammers und ihre Kollegen von der Kripo Flensburg. Schauplatz ist Sylt, die Insel der Reichen und Schönen. Worum geht es?
In den Wanderdünen ...


„Düsteres Watt“ von Sabine Weiß ist bereits der sechste Fall für Liv Lammers und ihre Kollegen von der Kripo Flensburg. Schauplatz ist Sylt, die Insel der Reichen und Schönen. Worum geht es?
In den Wanderdünen bei List wird eine männliche Leiche gefunden. Es handelt sich um Karl von Raboisen, alter Adel, millionenschwer. Seine Ehefrau Charlotte ist Politikerin. Und dann ist da noch sein Vater Eduard, ein Despot, und sein Bruder Georg, das schwarze Schaf der Familie.
Hat Michelle Müller, die mit ihrer Drohne in den Dünen gefilmt hat, etwas gesehen? Denn sie ist seitdem spurlos verschwunden. Liv ermittelt, obwohl sie eigentlich Urlaub hat…
Sabine Weiß hat ihren neuen Krimi düster in Szene gesetzt. Wechselnde Orte und Perspektiven sorgen für Dynamik. Immer mal wieder finden sich Bezüge zu den Vorgängern.
Über das Wiedersehen mit Liv & Co habe ich mich gefreut. Allerdings nimmt das Privatleben der neuen Patchworkfamilie viel Raum ein. Das war mir dann doch etwas „too much“.
„Düsteres Watt“ ist ein Buch, das häusliche Gewalt und SVV thematisiert. Erst ganz am Ende schließt sich der Kreis. Die Autorin lässt uns erneut in tiefe menschliche Abgründe blicken.

Fazit: Gut, für mich aber nicht das beste Buch der Reihe.

Veröffentlicht am 15.03.2022

Unter Verdacht

Der Buchhändler
0


„Die Frau vom Strand“ hatte ich mit großer Freude gelesen und auch „Der Buchhändler“ von Petra Johann hat mich begeistert. Die Autorin geht gleich in medias res: ein Mann wird brutal gefoltert. Wer ist ...


„Die Frau vom Strand“ hatte ich mit großer Freude gelesen und auch „Der Buchhändler“ von Petra Johann hat mich begeistert. Die Autorin geht gleich in medias res: ein Mann wird brutal gefoltert. Wer ist er und wie konnte er in diese prekäre Lage kommen?
Danach lernen wir Erik Lange kennen. Er hütet ein dunkles Geheimnis und hat seine Heimatstadt Altenstein verlassen, um im bayrischen Neukirchen als Buchhändler neu anzufangen.
Als die 9-jährige Tessi spurlos verschwindet, beteiligen sich die Nachbarn an der Suche, auch Erik. Hauptkommissarin Judith Plattner und ihre junge Kollegin Pia Meyer ermitteln seitens der Polizei. Auch Judith hat einen Verlust zu beklagen und Pia kennt Erik von früher…
Petra Johann hat ihren neuen Thriller packend inszeniert. Wechselnde Perspektiven, auch aus der Sicht von Erik, sorgen für Dynamik. Dazu ein flüssig zu lesender, sprachlich gewandter Schreibstil. Nichts ist wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint.
Nur scheibchenweise wird enthüllt, was wirklich passiert ist. Das Ende überrascht und schockiert. „Der Buchhändler“ ist ein Buch, das Pädophilie thematisiert. Aber auch ein Plädoyer gegen Selbstjustiz.

Fazit: Ein fesselnder Thriller mit Gänsehautgarantie!

Veröffentlicht am 10.03.2022

Von Freundschaft, Liebe, Hass und Rache

Nordwestnacht
0


„Nordwestnacht“ von Svea Jensen, der dritte Fall für Anna Wagner und Hendrik Norberg von der Soko St. Peter-Ording, habe ich mit Freude gelesen. Worum geht es?
An die Stelzen eines Pfahlbaus gekettet, ...


„Nordwestnacht“ von Svea Jensen, der dritte Fall für Anna Wagner und Hendrik Norberg von der Soko St. Peter-Ording, habe ich mit Freude gelesen. Worum geht es?
An die Stelzen eines Pfahlbaus gekettet, ertrank Tim Förster bei steigendem Wasser. Ein qualvoller Tod. Das Opfer war Aufnahmeleiter-Praktikant einer Filmcrew, die gerade einen Küstenkrimi in St. Peter dreht.
Außerdem ist Julia Manshardt, eine der beiden Hauptdarstellerinnen, spurlos verschwunden. Gibt es einen Zusammenhang? Anna, Hendrik und Nils Scheffler ermitteln. Bald ist klar, Tim und Julia kannten sich von früher.
Über das Wiedersehen mit Hendrik und Anna habe ich mich sehr gefreut. Denn sie sind mir inzwischen ans Herz gewachsen. Nils dagegen ist nicht nur in Julia verliebt, sondern kommt auch ein bisschen unreif rüber.
Svea Jensen hat ihren neuen Krimi packend und mit viel Küsten-Flair inszeniert. Wie so oft, liegt die Lösung in der Vergangenheit. Der Fall berührt und schockiert. Die Autorin spendiert uns kein Happy End und das hat mir gefallen. Über eine Fortsetzung würde ich mich daher sehr freuen.

Fazit: Fall Nr. 3 für die Soko St. Peter Ording. Nicht ganz so gut wie die Vorgänger.

Veröffentlicht am 08.03.2022

Blutrache?

Der zweite Sohn
0


Um es gleich vorwegzusagen, „Der zweite Sohn“ von Loraine Peck ist kein Thriller, bestenfalls ein Spannungsroman, ein Familiendrama.
Die Autorin geht gleich in medias res: Was für ein heftiger Prolog!
Immer ...


Um es gleich vorwegzusagen, „Der zweite Sohn“ von Loraine Peck ist kein Thriller, bestenfalls ein Spannungsroman, ein Familiendrama.
Die Autorin geht gleich in medias res: Was für ein heftiger Prolog!
Immer noch herrscht Krieg zwischen Serben und Kroaten. Selbst in Australien gibt es Leute, die den Hass nicht hinter sich lassen können. Als Ivan ermordet wird, soll Johnny, der jüngere Sohn der Novaks Rache üben an den Vucavecs.
Erzählt wird die Geschichte abwechselnd in der Ich-Perspektive aus Sicht von Johnny und Amy, seiner Frau.
Dem starken Anfang folgt ein schwacher Mittelteil. Ständige Wiederholungen gehen zu Lasten der Spannung. Ab einem bestimmten Punkt wird die Geschichte zudem ziemlich vorhersehbar und vorhersehbare Thriller machen keinen Lesespaß.
Zu viel Gewalt und Testosteron, zu viel Familiengedöns voller Klischees. Zudem unsympathische Protagonisten. Denn Johnny und seine Familie sind kriminell: Drogenhandel, Schutzgelderpressung, Raubüberfälle und Geldwäsche.
Die Frauen werden aus den Geschäften rausgehalten, kümmern sich um Küche, Kinder, Kirche. Amy kommt ziemlich naiv rüber, hat die kriminellen Elemente des Familienunternehmens immer ignoriert. Immerhin, das Ende überrascht und schockiert.

Fazit: Dieses Thriller-Debüt vermochte mich nicht zu packen. Schade…