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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.03.2022

Von der Vergangenheit eingeholt

DIE LÜGEN
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„Das Gerücht“ von Lesley Kara hatte mich begeistert und auch „Die Lügen“ habe ich mit Freude gelesen. Worum geht es?
Lizzie und Alice sind dreizehn und beste Freundinnen, bis Alice bei einem gemeinsamen ...

„Das Gerücht“ von Lesley Kara hatte mich begeistert und auch „Die Lügen“ habe ich mit Freude gelesen. Worum geht es?
Lizzie und Alice sind dreizehn und beste Freundinnen, bis Alice bei einem gemeinsamen Spaziergang von einem Zug überfahren wird. Lizzie fühlt sich schuldig am Tod ihrer Freundin. Denn sie kann sich an nichts erinnern, weil sie einen epileptischen Anfall hatte.
Inzwischen ist Lizzie erwachsen und gerade mit ihrem Verlobten Ross, einem Arzt, zusammengezogen, als sie anonyme Anrufe von jemandem bekommt, der zu wissen scheint, was damals wirklich passiert ist.
Lesley Kara erzählt die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Sicht von Lizzie und auf zwei Zeitebenen: Heute und im Jahr 2007, bevor das Unglück geschah sowie danach. Zwischendurch sind immer wieder Abschnitte in Kursivschrift eingestreut. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen.
Lizzie kommt mega unsympathisch und kindisch rüber. Und so plätschert die Handlung eine Weile vor sich hin. Erst ab der Mitte nimmt die Geschichte Fahrt auf und die Dinge überraschende Wendungen bis zum unerwarteten Ende. Nichts ist wie es scheint.

Fazit: Gut, aber nicht so gut wie „Das Gerücht“.

Veröffentlicht am 28.02.2022

William Wistings allererster Fall

Wisting und die Stunde der Wahrheit
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Das Serienprequel „Wisting und die Stunde der Wahrheit“ von Jørn Lier Horst hat mich überzeugt. Perfekt für Wisting-Fans und Neueinsteiger. Worum geht es?
Auf einer Veranstaltung für neue Absolventen ...


Das Serienprequel „Wisting und die Stunde der Wahrheit“ von Jørn Lier Horst hat mich überzeugt. Perfekt für Wisting-Fans und Neueinsteiger. Worum geht es?
Auf einer Veranstaltung für neue Absolventen der Polizeihochschule, lädt Wisting seine Zuhörer ein, einen fast hundert Jahre alten Cold Case zu lösen.
33 Jahre zuvor: William Wisting ist ein junger Streifenpolizist in Larvik, verheiratet mit Ingrid und gerade Vater von Zwillingen geworden.
Während einer Nachtschicht verfolgt er einen Bankräuber, doch diesem gelingt die Flucht. Seine Kollegen ermitteln in dem Fall. Unterdessen bekommt Wisting zwanzig Überstunden angerechnet, um ein altes Rätsel zu lösen: ein Oldtimer, der seit 60 Jahren in einer von innen verschlossenen Scheune steht, ein „Locked Room Mystery“. Wisting, schon ganz der geniale Ermittler, entdeckt einen Zusammenhang.
„Wisting und die Stunde der Wahrheit“ ist spannend und unterhaltsam - und nicht vorhersehbar. Viele falsche Fährten und akribische Polizeiarbeit ohne viel Action, das ist genau mein Fall. Das Ende überrascht.
Es war interessant, dem jungen Wisting zu begegnen. Wie er sich in den Fall verbeißt und ihn schließlich löst. Denn Wisting ist mir ans Herz gewachsen. Seine Tochter Line, die spätere Journalistin, ist hier noch ein Baby.

Fazit: Eine gute Ergänzung, für mich jedoch nicht das beste Buch der Reihe.

Veröffentlicht am 23.02.2022

Die Vergangenheit holt einen immer ein

Mostbarone
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„Mostbarone“ von Helmut Scharner ist der vierte Fall für Kommissar Leopold Brandner, der zum Major befördert wurde. Schauplatz ist wieder das Mostviertel in Niederösterreich. Dieser Krimi ist besonders ...


„Mostbarone“ von Helmut Scharner ist der vierte Fall für Kommissar Leopold Brandner, der zum Major befördert wurde. Schauplatz ist wieder das Mostviertel in Niederösterreich. Dieser Krimi ist besonders gut geeignet als Einstieg für alle, die Brandner noch nicht kennen.
Franz Haider, Primus des Vereins Mostbarone, wurde mit der Mostflasche eines Konkurrenten erschlagen. Jede Menge Verdächtige, aber weit und breit keine Beweise. Und dann will Brandners Familie ausgerechnet im Mostviertel Urlaub machen.
Als kurz darauf ein weiterer Mord geschieht, bekommt Brandner alle Hände voll zu tun. Erst ein ungeklärter, tödlicher Unfall mit Fahrerflucht vor zwei Jahren bringt den Ermittler auf die richtige Spur…
Die Geschichte plätschert vor sich hin. Viel Privatleben, Reiten, Schwimmen, Volleyball, geht zu Lasten der Spannung. Man muss jedoch aufpassen, weil es auch Rückblenden gibt.
Über das Wiedersehen mit Brandner habe ich mich gefreut. Das ist immer ein bisschen wie nach Hause kommen. Ansonsten, eine interessante, mir aber völlig fremde Welt.

Fazit: Fall Nr. 4 für Major Brandner. Hätte für meinen Geschmack etwas spannender sein können.

Veröffentlicht am 21.02.2022

Abgründig

Der dreizehnte Mann
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„Der dreizehnte Mann“ von Florian Schwiecker und Michael Tsokos ist der zweite Fall für den Berliner Anwalt Rocco Eberhardt und den Rechtsmediziner Dr. Justus Jarmer. So gut der Vorgänger „Die siebte Zeugin“ ...

„Der dreizehnte Mann“ von Florian Schwiecker und Michael Tsokos ist der zweite Fall für den Berliner Anwalt Rocco Eberhardt und den Rechtsmediziner Dr. Justus Jarmer. So gut der Vorgänger „Die siebte Zeugin“ auch war, der neue Justiz-Krimi ist besser, spannender.
Wir lernen Jörg Grünwald kennen. Sein letzter Abend in einer Berliner Kneipe. 2 Wochen später meldet ihn sein Freund Timo Krampe als vermisst. Wird es Rocco gelingen, Licht ins Dunkel zu bringen?
„Der dreizehnte Mann“ ist ein Buch, das von staatlich toleriertem Kindesmissbrauch handelt, schwer zu ertragen. Opfer, die zu Tätern werden, die das Vertrauen in die Polizei verloren haben. Und ein Politiker, der im Hintergrund die Fäden zieht.
Ein heißes Eisen, das die beiden Autoren angepackt haben, von einer wahren Geschichte inspiriert. Ich hatte von diesem schrecklichen Experiment jedenfalls noch nie etwas gehört.
Rocco kämpft diesmal auf der anderen Seite. Nicht als Strafverteidiger, sondern als Nebenkläger. Jarmer bleibt erneut blass. Auch Clan-Kriminalität spielt wieder eine Rolle.
Das Ende überrascht. Gerne werde ich die Fortsetzung lesen, so es denn eine geben wird. Denn Rocco und sein Freund Tobias Baumann sind mir ans Herz gewachsen. Jarmers Angewohnheit, den Kugelschreiber um seine Finger kreisen zu lassen, finde ich dagegen affig.

Fazit: Fall Nr. 2 für Rocco Eberhardt und Justus Jarmer. Viel besser, spannender als der Vorgänger.

Veröffentlicht am 20.02.2022

Strafe muss sein

Mörderfinder – Die Macht des Täters
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„Mörderfinder - Die Macht des Täters“ von Arno Strobel ist der zweite Fall für Fallanalytiker Max Bischoff. Max hatte seinen Dienst bei der Polizei quittiert und unterrichtet jetzt als Dozent an der Polizeihochschule ...

„Mörderfinder - Die Macht des Täters“ von Arno Strobel ist der zweite Fall für Fallanalytiker Max Bischoff. Max hatte seinen Dienst bei der Polizei quittiert und unterrichtet jetzt als Dozent an der Polizeihochschule in Köln.
Katharina Baumann, eine Ex-Kollegin bittet Max um Hilfe. Ihr Neffe wurde des Mordes beschuldigt und hat sich daraufhin das Leben genommen. Ein Schuldeingeständnis? Max verbeißt sich in den Fall, als ein weiterer Mord geschieht. Wo ist die Verbindung?
Der Autor geht gleich in medias res: Was für ein heftiger Prolog! Danach gibt es ein Wiedersehen mit Max. Unterstützt wird Max bei seinen Untersuchungen von seinem ehemaligen Partner Horst Böhmer. Neu dabei, Dr. Marvin Wagner, ein interessanter Mann.
Arno Strobel erzählt die Geschichte aus wechselnden Perspektiven, auch aus Tätersicht. Zwischendurch sind immer wieder Abschnitte in Kursivschrift eingestreut. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen.
Der Fall plätschert eine Weile vor sich hin und die Ermittler kommen nicht voran. Erst zur Mitte hin nimmt die Geschichte Fahrt auf und die Dinge überraschende Wendungen bis zum unerwarteten Ende. Nichts ist wie es scheint.

Fazit: Fall Nr. 2 für Fallanalytiker Max Bischoff. Gut, aber nicht so gut wie Arno Strobels Stand-alones.